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Atomkraft?
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Jockelx
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Anmeldungsdatum: 24.06.2005
Beiträge: 3596

BeitragVerfasst am: 03 Jan 2007 - 22:10:17    Titel:

Was machen wir denn!?
Du sagst doch selber, dass wir möglichst schnell wieder einsteigen sollten.
Von einem 'unumkehrbaren Ausstieg', wie man es damals verkaufen wollte,
kann doch keine Rede sein. Also sind wir auf keinem Alleingang im Ausstieg,
sondern Verzichten momentan auf den Neubau weiterer Werke - so wie
andere Länder auch.
asgard
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Anmeldungsdatum: 19.12.2006
Beiträge: 40

BeitragVerfasst am: 04 Jan 2007 - 00:45:23    Titel:

Ich persönlich halte Kernkraftwerke zumindest in Deutschland für relativ sicher. Wer sich ansatzweise mit der Technik auskennt, weiss dass Tschernobyl ganz massiv durch technische Unzulänglichkeiten bedingt war, die in den westlichen AKWs so nicht gegeben sind.

Für diejenigen die das Technische(v.a.D. die Unterschied im Vgl. zu Westeuropa) interessiert hier ein recht übersichtliches PDF

http://www.team-strahlenschutz.de/PDF/Tschernobyl%20die%20Ursache.pdf

Terror ist auch kein echtes Argument, da man nicht die Energieversorgung aus Angst vor Terroristen ändern kann. Nach der selben Logik würde man auch auhören müssen, Große Gebäude oder eben alles was ein "ertragreiches" Angriffsziel darstellen könnte zu bauen.

Was mir aber immer unsympathisch bei dem Dreck ist, ist die Endlagerung:

Zitat:

Der Verweis auf die radioaktiven Abfallprodukte, die kommenden Generationen überlassen werden, ist nichts anderes als Scheinheiligkeit. Warum verschuldet sich der deutsche Staat in einer Höhe, der es folgenden Generationen immer schwerer macht, diesen Schuldenberg abzubauen. Wir leben heute sowieso auf Kosten der nachfolgenden Generationen !


Denke dass der Vergleich zwischen einem Berg Schulden und einem Berg an radioaktivem Müll gelinde gesagt überdacht werden sollte. Außerdem macht das eine das andere keineswegs besser, durch eine Relativierung wird die Tatsache weder auf- noch abgewertet.
Allein über Schacht Konrad findet man bei Google etliche Analysen, die bezweifeln lassen, dass das Endlager wirklich sicher ist. Kürzlich habe ich eine Reportage gesehen in der beschrieben wurde, dass der radioaktive Müll im worst case sogar im Grundwasser landen könnte. Abgesehen davon kann man kommenden Generationen nicht tonnenweisse radioaktiven Müll vergraben.
Der Müll ist der eigentliche Kritikpunkt den ich an den AKWs erkennen kann.

Der Vergleich mit den Nachbarländern ist immer so eine Sache. Wie schon oben geschrieben wird eine Tatsache nicht besser oder schlechter indem man sie vergleicht. Mein Nachbar verbrennt auch immer seine alten Reifen im Holzofen und trotzdem mache ich es nicht und würde es auch dann nicht machen wenn die Heizmethode noch so effizient wäre. Außerdem: Wenn nie jemand mit einer Änderung anfangen würde, würde immer alles beim Alten bleiben. Insgesamt wäre sicher langfristig ein weltweiter Atomausstieg wü´nschenswert ist und bleibht aber Utopie.

Nun kurz zu den Alternativen neben der Atomenergie:

Verbrennung von fossilen Energiträgern (Öl usw.) ist an sich auch nicht besser, ganz abgesehen davon, dass es nicht mehr all zu lange effizient bleibt.

Die Entwicklungen zur Kernfusion hab ich mir im vergangenen Jahr in Karlsruhe im Kernforschungszentrum mal angeschaut, in den nächsten 30 Jahren kommt da nichts, was man serienmäsig gebrauchen könnte, wenn es überhaupt so weit kommt.

Bleiben noch Wind, Wasser und Sonne. Um damit den Energiebedarf zu decken müsste in den Bereichen wirklich alles rigoros ausgenutzt werden. Großes Problem ist natürlich die Speicherung der Energie. Langfristig müssen Wind, Wasser und Sonne aber auf jeden Fall soweit wie irgendmöglich ausgenutzt werden. Wenn man endlich gute Möglichkeiten zur Speicherung der Energie hätte, dann wäre es auch kein Problem damit den Bedarf zu decken. Vermutlich muss man bei Sonne, Wind und Wasser auf eine weitestgehend dezentrale Versorgung umsteigen um den Verlust entsprechend zu mindern. Das das alles teuer wird steht außer Frage, aber letzten Ends muss das Problem ja doch angegangen werden. Und wenn ich mir anschaue wo das Geld des Steuerzahlers sonst so rausgeschmissen wird....

Fazit: Atomausstieg ja, aber mit ausgegorenen Alternativen. Keine Abschaltung der AKWs mit anschließendem Import von AKW-Strom aus dem Ausland
cyrix42
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Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 24257

BeitragVerfasst am: 04 Jan 2007 - 00:49:54    Titel: Re: Atomkraft?

Jockelx hat folgendes geschrieben:
Tell hat folgendes geschrieben:

Ist es wirklich die umweltfreundlichste Energiequelle

Laughing
Das behaupten ja nichtmal die überzeugtesten Befürworter.
Unstrittig sind die alternativen Energien die umweltfreundlichsten;


Das ist nicht so klar: Weißt du wie viel Energie benötigt wird, um solche Windkraftanlagen zu produzieren? Das ist Schwerindustrie...

Ich hatte mal irgendwo die Zahlen gelesen, dass einige Windräder 150 Jahre lang betrieben werden müssten, bevor sie sich in ihrer Energie-Bilanz rentiert hätten (so viel zum Windkraft-Boom, der durch die Übersubventionierung in Deutschland vor ein paar Jahren herrschte)...


Viele Grüße, Cyrix
LaChatte
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 1479

BeitragVerfasst am: 04 Jan 2007 - 10:31:45    Titel:

Zitat:
Terror ist auch kein echtes Argument, da man nicht die Energieversorgung aus Angst vor Terroristen ändern kann. Nach der selben Logik würde man auch auhören müssen, Große Gebäude oder eben alles was ein "ertragreiches" Angriffsziel darstellen könnte zu bauen.


Es muss nicht mal Terror sein, es können auch Naturkatastrophen sein, wie ein paar Bäume, die bei einem Sturm umstürzen, oder Erdbeben. Heute ist es möglich, mit einem gezielten Einsatz an der richtigen Stelle auf einen Schlag mehrere hunderttausend Menschen von der Energieversorgung abzuschliessen... das ist einfach heikel. Und ich möchte nicht gerade in einem Lift stecken, wenn sowas passieren sollte. Confused

Mal abgesehen davon, dass ich auch gewisse Vorbehalte gegen Monumentalgebäude habe. Deren Wohlfühlfaktor ist in der Regel doch sehr gering.

Zitat:
Vermutlich muss man bei Sonne, Wind und Wasser auf eine weitestgehend dezentrale Versorgung umsteigen um den Verlust entsprechend zu mindern. Das das alles teuer wird steht außer Frage, aber letzten Ends muss das Problem ja doch angegangen werden.


Ich gehe davon aus, dass dies Schritt für Schritt kommen wird, und dass immer mehr Haushalte ihre Energie zumindest teilweise selbst herstellen. So kann mensch immerhin noch ein warmes Süppchen kochen, auch wenn die grosse Zentrale aus irgend einem Grund mitten im Winter ausfallen sollte.
Nutz
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Anmeldungsdatum: 05.08.2005
Beiträge: 2093

BeitragVerfasst am: 04 Jan 2007 - 12:16:41    Titel:

Ich persönlich halte Kernenergie für unwirtschaftlich, da die Kosten für Jahrhunderte Lagerung (und da zählt für mich nicht das Einbringen in einen Salzstock von dem keiner weiß was langfristig draus wird zu) mit eingerechnet werden müssen.

Noch dazu ist auch der Rohstoff für die Kernenergie begrenzt.

Ich persönlich hoffe derzeit auf die Kernfusion, die zwar auch Risikobehaftet ist, aber immerhin nur eine überschaubare Lagerungsperiode für ihre Rückstände braucht.

Aber wer weiß was noch kommt an Innovationen, und diese werden wohl nur wirklich angeschoben indem man Druck auf die Energiekonzerne ausübt nach ihnen zu suchen.
Donald D.
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Anmeldungsdatum: 06.07.2006
Beiträge: 332

BeitragVerfasst am: 07 Jan 2007 - 20:38:02    Titel:

Nutz hat folgendes geschrieben:

Noch dazu ist auch der Rohstoff für die Kernenergie begrenzt.

Selbstverständlich ist er begrenzt. Nutzte man alle Lagerstätten und potentielle Technologien, würde sich diese "Begrenzung" vielleicht in einigen Jahrtausenden bemerkbar machen und wäre damit für die aktuelle Debatte vollkommen irrelevant.
Nutz
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Anmeldungsdatum: 05.08.2005
Beiträge: 2093

BeitragVerfasst am: 08 Jan 2007 - 07:33:43    Titel:

Hm wie kommst du auf diese Zahlen?

Die Werbeseite für Kernenergie spricht von mindestens 200 Jahren
Was auf deutlich weniger hindeutet


Quelle
Donald D.
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Anmeldungsdatum: 06.07.2006
Beiträge: 332

BeitragVerfasst am: 08 Jan 2007 - 12:24:20    Titel:

Nutz hat folgendes geschrieben:

Die Werbeseite für Kernenergie spricht von mindestens 200 Jahren


Diese Zahlen sind weniger wissenschaftlich als vielmehr politisch begründet und entspringen erzkonservativen Kalkulationen. Schon der Einsatz des Schnellen Brüters könnte rein rechnerisch die Anwendungsdauer der Atomspaltungstechnologie um ein Vielfaches erhöhen. Dass die Atomlobby dies in ihre Bestandsaufnahme nicht einbezieht ist nur zu verständlich. Bekanntlich gilt allein das Äußern dieses Gedankens ja schon als verantwortungslos, menschenverachtend, technikgläubig und naiv.
cyrix42
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Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 24257

BeitragVerfasst am: 08 Jan 2007 - 12:27:41    Titel:

Schnelle Brüter haben ja auch den politischen Nachteil, dass sie mit waffenfähigen Plutonium arbeiten...


Viele Grüße, Cyrix
Nutz
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Anmeldungsdatum: 05.08.2005
Beiträge: 2093

BeitragVerfasst am: 08 Jan 2007 - 16:42:55    Titel:

cyrix42 hat folgendes geschrieben:
Schnelle Brüter haben ja auch den politischen Nachteil, dass sie mit waffenfähigen Plutonium arbeiten...


Viele Grüße, Cyrix


Diese hätten den Vorteil das diverse Diktaturen weltweit plötzlich AKWs made in Germany wollen Wink

Die Frage ist immer noch ob sich selbst wenns noch für 2000 Jahre reicht das ganze lohnt bei hm ich bin nicht sicher aber meine was von 19000 Jahren Strahlung was dann 19000 Jahre sichere Lagerung heißt. Man möge nur mal schauen wie weit zurück wir sichere Daten aus der Vergangenheit haben, und da will man so lange in die zukunft planen?
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