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Anspruchsaufbau
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kial
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Anmeldungsdatum: 19.11.2006
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: 29 Jan 2007 - 00:06:59    Titel: Anspruchsaufbau

Kann mir die Frage mal jemand klausurreif in 4 sätzen beantworten?

Was verstehen Juristen unter einem “Anspruchsaufbau”?

Danke
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 29 Jan 2007 - 01:25:01    Titel:

Wer von Wem Was Woraus (= Obersatz)

- Anspruch entstanden
- Anspruch untergegangen
- Anspruch durchsetzbar

---------------- Obiges ist der Anspruchsaufbau im Zivilrecht ---------------

ok .. Klaussurreif erklärt...

Unter dem Anspruchsaufbau versteht man die Prüfung anhand obiger Punkte, ob ein Anspruch besteht und durchsetzbar ist.

Zunächst, ein Anspruch ist das Recht von Jemanden ein Tun oder Unterlassen verlangen zu können, §194 I BGB.

Man hat einen Lebenssachverhalt und stellt sich da die Frage Wer will was von Wem Woraus.

Dann durchsucht man das Gesetz nach einer Passage wo jemand von einem anderen ein Tun oder Unterlassen verlangen kann. Je nachdem was tatsächlich passiert ist sucht man nach einer Gesetzespassage die wohl eine solche Kostellation regelt.
Bei §433 II wird man zum Beispiel fündig.

So lautet der Obersatz dann.
V kann gegen K einen Anspruch auf Kaufpreiszahlung aus §433 II haben.

1.) Anspruch entstanden
Dort prüft man die Voraussetzungen des Anspruches.
Ist ein Kaufvertrag zustande gekommen.
Ein Kaufvertrag besteht aus zwei übereinstimmenden mit Bezug aufeinander abgegebenen Willenserklärungen, Angebot und Annahme.
Ist dies der Fall, so kann der Verkäufer vom Käufer verlangen, daß der Käufer ihm den Kaufpreis zahlt.
Ergo .. Anspruch entstanden.

2.) Anspruch untergegangen
Nun kann zwischenzeitlich was passiert sein. K und V haben sich auf einen bestimmten Gegenstand geeinigt. Kurz nach der Einigung fällt ein Blitzstrahl vom Himmel und zerstört den Gegenstand.
Der Anspruch auf Leistung dieses Gegenstandes ist nun ausgeschlossen, da es für niemanden mehr möglich ist das Eigentum an dem Gegenstand zu übertragen.
Ein Anspruch darf folglich nicht untergegangen sein.

3.) Anspruch durchsetzbar
Ein Anspruch muß letztlich auch durchsetzbar sein. Der Anspruch darf sich keiner Einrede mehr ausgesetzt sehen, wie zum Beispiel die des nichterfüllten Vertrages, mit der die Leistung verweigert werden kann.

Ist der Anspruch entstanden, nicht untergegangen und durchsetzbar, so kann erfolgreich vor Gericht geklagt werden.

------------------------------

vier Sätze?

Ein Anspruch ist das Recht von Jemanden ein Tun oder Unterlassen verlangen zu können, §194 I BGB.
Er muß entstanden sein.
Er darf nicht untergegangen sein.
Er muß durchsetzbar sein.
kial
Junior Member
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Anmeldungsdatum: 19.11.2006
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: 30 Jan 2007 - 00:56:56    Titel:

super! danke
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