Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Denglisch und Anglizism
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Deutsch-Forum -> Denglisch und Anglizism
 
Autor Nachricht
neofelis
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 20.12.2006
Beiträge: 642

BeitragVerfasst am: 18 Feb 2007 - 17:27:26    Titel:

phine hat folgendes geschrieben:
wieso sollte die sprache durch denglisch oder sonstigen vermischungen verloren gehen? das ist, wie jemand oben geschrieben hat, ein natürlicher prozess, der sich ergibt.

Wie bereits gesagt: Dengisch in Maßen ist völlig in Ordnung - ich bin auch weit davon entfernt, ständig nur Hochdeutsch zu reden. Natürlich weiß ich, dass die meisten Menschen (mich eingeschlossen) im Alltag einen Sprachmix verwenden, der sich im Laufe der Zeit immer ämdert. Nur wieso ist es so normal, dass häufig Ausdrücke verwendet werden, die man überhaupt nicht versteht? Warum kann man dann nicht in seiner Muttersprache reden? Weil sie so "uncool" ist? Außerdem habe ich bei vielen heutigen Schülern nicht das Gefühl, dass sie noch in der Lage wären einen grammatikalisch richtigen Satz zu formulieren, selbst wenn sie wollten.


phine hat folgendes geschrieben:
und wessen schuld ist das bitte?

Die Schuld derer, die sich nicht die Mühe machen, die eine oder andere Sprache (oder beide) richtig zu erlernen.



phine hat folgendes geschrieben:
und ja, ich schätze zwar die vielfalt der sprachen, finde aber dass die meisten überflüssig sind und einige sich zu sehr ähneln, die übergänge sind fließend.

Was soll denn "überflüssig" heißen? Kein Mensch spricht heutzutage mehr im Alltag Latein - ist es deshalb "überflüssig" und gehört abgeschafft? Frankfurter, Wiener oder Bockwürstchen - eigentlich ähneln die sich doch auch alle (weiß ich zumindest noch aus meinen "Carnivoren-Zeiten" Wink)?! Sollte nur noch eine Sorte verkauft und der Rest in den Mülleimer der Geschichte verlagert werden?


Zuletzt bearbeitet von neofelis am 20 Jan 2008 - 09:49:59, insgesamt einmal bearbeitet
Ecclesiastes
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 15.12.2005
Beiträge: 1411

BeitragVerfasst am: 18 Feb 2007 - 21:02:04    Titel:

Leoni hat folgendes geschrieben:


Es gibt Kiddies, die sagen zu allem "geil" - ist das jetzt präziser und differenzierter, weil es aus dem Althochdeutschen kommt?


Mein Einwand gilt selbstverständlich für alle "Wortstaubsauger", aber da wir hier über "Denglisch" reden, kann ich als Beispiel schlecht was Deutsches nehmen. Und was das "Restringierte" betrifft, so bleibt festzustellen:

Wenn erst die Sprache verkommt, dann verkommt sehr bald auch das Denken.

Zitat:


Ist aber aus dem Politik-Forum hierhin verschoben worden, was man ihm auch anmerkt, wie ich finde.


Eine meiner Meinung nach ungerechtfertigte Verschiebung, weil ich denke, wenn eine kritische Anzahl von Leuten anfängt, sich sogar ihrer Sprache zu schämen, ist das sehr wohl ein Politikum.

ecc
jirikel
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 15.09.2007
Beiträge: 43

BeitragVerfasst am: 19 Jan 2008 - 11:59:45    Titel: Nochmal Denglisch - vor allem für Diplomanden

Kleiner Nachtrag vor allem für sprachinteressierte Wirtschaftsstudenten: Lest mal Wiwi-Denglisch. Da seht ihr, was bei der Diplomarbeit auf euch zukommen könnte. Da könnte man auch gleich Diplom-Übersetzer studieren.........
Generaltoni
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 30.12.2005
Beiträge: 1729
Wohnort: Im Ruhrpott

BeitragVerfasst am: 20 Jan 2008 - 21:24:34    Titel:

jirikel - Hallo! Interessanter Text.

Nicht ganz so anspruchsvoll, aber schulisch interessant:

Abituraufgabe zur Sprachkritik?

Hermann Unterstöger: „Ist unsere Sprache noch zu retten?“

Aufgabe
Analysieren Sie den Artikel von Hermann Unterstöger.

Hermann Unterstöger: Ist unsere Sprache noch zu retten?
Man muss nicht jeden Tag vor Schopenhauer bestehen, aber ein richtiger Dativ hat noch keinem geschadet

Immer wenn Schopenhauer über Sprache und Stil schrieb, wuchs ihm eine derartige Mordswut zu, dass kein Auge trocken blieb, und bei dieser Redewendung hätte er sicher wieder seine Rute in Richtung der „Sudler und Zeitungsschreiber“ geschwungen, die für ihn ein und dasselbe Geschmeiß waren. Die Schimpfereien des großen Mannes werden bis heute weit lieber gelesen als sein philosophisches Hauptwerk, und in der Tat: Wer stimmte nicht in dem Gefühl, selbst auf der richtigen Seite zu stehen, dem Denker zu, wenn dieser seinen Zeitgenossen attestiert, sie versteckten die „bitterste Gedankenarmuth unter ein unermüdliches klappermühlenartiges, betäubendes Gesaalbader“.
Die Deutschen begehen heute den Tag der deutschen Sprache, und wenn nicht sie, so doch zumindest der Verein Deutsche Sprache (VDS), dem dieser Mahn-, Warn- und Denktag geschuldet ist. Sprachpflegerisch Gewitzte werden an dieser Stelle aufzeigen und sagen, sie wüssten was, und wenn man sie dann aufriefe, würden sie das Wort „geschuldet“ als ein Indiz dafür nennen, dass der Sprachverfall in dem Maße fortschreite, wie sich solche Plastikwörter und falschen Partizipien ausbreiteten. Und an Schopenhauer anknüpfend würden sie sagen, in was für einer goldenen Zeit der doch gelebt habe, dass er „verstecken“ ganz selbstverständlich mit dem Akkusativ habe konstruieren können. Heute dagegen? Nur mit dem Dativ, egal ob man „Wo?“ oder „Wohin?“ frage, wenn man überhaupt noch frage!
Vergegenwärtigt man sich die Intention des VDS, so ist der Sprachtag alles andere als ein Tag des Sprachtriumphes und der Selbstfeier. Ganz im Gegenteil soll er ein Tag der Sorge sein, der Bestandsaufnahme und, da die Inventur schlecht auszugehen verspricht, ein Tag sowohl der Bekümmernis als auch der pflegerischen Zurüstung. Und wir von der Sprachgemeinschaft stehen, wie immer an solchen Tagen der Gewissenserforschung, mit unseren zwei Seelen in der Brust da und wissen nicht, wie wir uns zu der einen bekennen sollen, ohne uns gleichzeitig der anderen zu schämen.
Sind wir, fragt Seele eins, nicht alle Täter? Gehen wir nicht mit dem Konjunktiv so liederlich um, als hätten wir nie davon gehört, wie fein sich mit ihm die Sprachatmosphäre abschattieren lässt? Sind wir, was den Umgang mit Jargons und Fachsprachen angeht, nicht schein-heilig und gleisnerisch, dass Gott erbarm: unter Beobachtung stehen wir nicht an, sie als Unsprachen zu brandmarken und unseren tiefsten Abscheu kundzutun, doch kaum schauen die Leute weg, suhlen wir uns in dem Kauderwelsch, als wären wir damit aufgewachsen. Verwenden wir nicht das Wort „unverzichtbar“, dem wir noch vor zwanzig Jahren wie einer Natter aus dem Weg gegangen wären? Stehen wir nicht ständig mit einem Fuß in Nebensätzen, die wir mit „weil“ einleiten wollen, obwohl wir auf „denn“ gedrillt sind? Die andere Seele lacht sich bei Selbstbezichtigungen wie diesen ins Fäustchen, weil ihr ist das Wurscht. Wie immer die Vorwürfe beschaffen sind, Seele zwo pariert sie mit dem Universalargument vom Sprachwandel, den als eine autonome und unaufhaltsame Macht zu zeichnen sie nur ungern versäumt: „Die unsichtbare Hand, wenn Sie verstehen, was ich meine.“ Wahlweise auch: „Das Maultier sucht im Nebel seinen Weg, haha, das heißt, genau das tut die Sprache natürlich nicht, weil sie alles in einem ist, Maultier, Nebel und Weg – dies vornehmlich.“
Das Dilemma stellt sich so ähnlich dar wie das mit der Jugend, die seit Jahrtausenden bekanntlich kein gut tut. Obwohl dies jedermann weiß, käme niemand auf die Idee, Kindererziehung und Jugendbildung wegen erwiesener Sinnlosigkeit einzustellen. Bei der Sprache wird sich ebenfalls kein Einsichtiger Illusionen des Schlages machen, dass man ihren jeweils heutigen – und oft nur aufgrund der jeweiligen Heutigkeit für mustergültig angesehenen – Status bis morgen werde erhalten können, geschweige bis ans Ende der Tage. Daraus erwächst die nicht untragische Komik mancher Sprachverbesserungswerke: nicht untragisch,
weil es um einen großen Gegenstand geht, einen der größten im Arsenal unserer Kulturgüter; komisch, weil die Sprachentwicklung der Bemühungen meist spottet und weil sodann die Sprachkritiker von der Wissenschaft nur zu gerne als auf rituelle Selbstbestätigung erpichte Besserwisser ausgepfiffen werden.
Nun sind Dilemmas (alias Dilemmata, wie der Humanist an dieser Stelle einwerfen dürfte) nicht dazu da, um in ihnen zu verharren und den Herrgott einen guten Mann sein zu lassen. Für ihn ist der Blick auf den Sprachwandel möglicherweise günstig, nicht jedoch für uns Leutchen, deren Perspektive zu flach ist, um Einzelheiten, Tendenzen oder gar das Ergebnis erkennen zu können. Da haben wir, wie der geheime Sprachschöpfer Volksmund sagt, den Arsch zu weit unten. Das muss uns nicht zur Untätigkeit verdammen. Die Suppenteller waschen wir ja auch jeden Tag, obwohl wir uns von ihnen nach aller Lebenserfahrung eher trennen werden als von sauber konstruierten Sätzen oder von Genitiven à la „ein Glas Weines“, den als partitiven Attributkasus zu outen – auch so ein Stück elenden Neuspeechs – wir uns an einem Tag wie dem heutigen nicht verkneifen können.
Fragen wir uns mit dem Grafen vom Strahl: „Was ist zu tun, mein Herz? Und was zu lassen?“ Zu lassen wäre am besten alle aus winzigen Anlässen geborene Aufgeregtheit und jene tüftelige Fehler-Anstreicherei, die, um ihre Kleinlichkeit zu bemänteln, immer gleich den Sprachuntergang bemüht. Und zu tun? Nun, wir müssen nicht jeden Tag vor Schopenhauer bestehen, aber versuchen wir so zu schreiben, dass er, läse er es, nicht sofort wieder aufs Grässlichste ausflippte.

Quelle:
H. Unterstöger: Ist unsere Sprache noch zu retten? Man muss nicht jeden Tag vor Schopenhauer beste-hen, aber ein richtiger Dativ hat noch keinem geschadet. - In: Süddeutsche Zeitung vom 13./14. 09. 2003. S. 15

*

Vgl.: Abituraufgaben Land Brandenburg:

http://www.bildung-brandenburg.de/fileadmin/bbs/unterricht_und_pruefungen/pruefungen/abitur/aufgabensammlung/2006/pdf/06_De_LK.pdf
Beau
Valued Contributor
Benutzer-Profile anzeigen
Valued Contributor


Anmeldungsdatum: 05.11.2005
Beiträge: 6875
Wohnort: Frankreich

BeitragVerfasst am: 21 Jan 2008 - 09:10:55    Titel:

(Off topic - ich bitte um Entschuldigung!)

Lieber Tony, kannst Du, bitte, hier schauen, ob mein Niederländisch korrekt ist?

http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/172109,0.html

Viele liebe Grüße von Deinem
beau
weaver
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 2472

BeitragVerfasst am: 21 Jan 2008 - 13:11:04    Titel:

wozu die aufregung? gibt doch auch genügend deutsche wörter im amerikaniche englisch siehe hier:

http://germanenglishwords.com/
J.C.Denton
Gesperrter User
Benutzer-Profile anzeigen


Anmeldungsdatum: 10.12.2006
Beiträge: 6279

BeitragVerfasst am: 21 Jan 2008 - 13:35:06    Titel:

In Frankreich gibt es ein Gesetz zur Reinheit der Sprache. Da dürfen wenig fremdsprachlige Ausdrücke genutzt werden.



Es gibt in Deutschland viele Bezeichnungen, die nicht englisch sind. Manch einer wundert sich, daß in Amerika keiner ein Handy kennt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_deutscher_Scheinanglizismen
Generaltoni
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 30.12.2005
Beiträge: 1729
Wohnort: Im Ruhrpott

BeitragVerfasst am: 21 Jan 2008 - 13:44:27    Titel:

Ich glaube, hier regt sich niemand auf.

Wörter wandern... - nicht so schnell wie Geld....

"Taler, Taler, du musst wandern..."

Und das Wort "Thaler" ist gewandert.

http://www.spielekiste.de/archiv/diverses/kinder/kinder_005.shtml


Wer Wörter mit Migrationshintergrund kennt, kann hier teilnehmen:


denn das Goethe-Institut sucht das "beste", eingewanderte Wort:

http://www.goethe.de/lhr/prj/mig/deindex.htm
wirklicher.held
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 14.01.2007
Beiträge: 266

BeitragVerfasst am: 21 Jan 2008 - 21:03:53    Titel:

englische wörter werden doch meist doch nur dann benutzt wenn es kein wirkliches deutsches äquivalent gibt das es passend ausdrücken würde. so ist es auf einer seite doch eine bereicherung der deutschen sprache. aber ich gebe dir recht das es manchmal doch ein bisschen zu "heavy" wird Smile)
Generaltoni
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 30.12.2005
Beiträge: 1729
Wohnort: Im Ruhrpott

BeitragVerfasst am: 08 Feb 2008 - 13:17:40    Titel:

Ergänzungen zu dem Thema:

Eine Bilderstrecke der SZ über '"komische Sachen" - Sprachwitze, Anglizismen, Missverständnisse:

http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/531/144206/




Was heißt "Beamer" (engl.) tc. - eine gute Aufstellunng von Schein-Anglizismen (im Deutschen):


http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_deutscher_Scheinanglizismen
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Deutsch-Forum -> Denglisch und Anglizism
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4
Seite 4 von 4

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum