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Welche Schulfächer sind notwendig für das Jura-Studium?
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petite_souris
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Anmeldungsdatum: 26.02.2007
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 26 Feb 2007 - 20:01:09    Titel: Welche Schulfächer sind notwendig für das Jura-Studium?

Hallo Leute,
ich besuche derzeit die 10.Klasse eines Gymnasiums in Mecklenburg-Vorpommern. Es geht nun um die Kurswahl in der 11.Klasse.
Hier in M-V lege ich das Abitur nach 12 Jahren ab, kann somit auch keine Leistungskurse mehr wählen, aber dafür eben eine Menge Fächer komplett abwählen.
Da ich besonders die Fremdsprachen mag, würde ich gerne Spanisch, Frz und Englisch behalten. Ratet ihr mir dazu?
Wie stehts mit Sozi? Und ist Informatik notwendig?
(Was ist sonst noch ratsam zu wählen/ abzuwählen?)

Vielen Dank schon mal im Voraus, wäre echt froh, wenn ihr mir weiter helfen könntet!
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 26 Feb 2007 - 20:15:55    Titel:

Fremdsprachen sind immer super. Ansonsten bietet sich Sozi an (erleichert einem vieles in Staatsorganisationsrecht, spreche da aus eigener Erfahrung). Ferner ist eine gute schriftliche Ausdrucksweise wichtig, wobei man die aber auch im Deutsch GK trainieren kann. Deutsch LK kann da aber sicherlich nicht schaden und ist gleichfalls ratsam. Informatik hilft für Jura eigentlich nicht wirklich. Man sollte für seine Hausarbeiten gut mit Word können. Das was man in Informatik lernt ist aber aus meiner Sicht schlicht unbrauchbar.

Fächer abzuwählen ist niemals ratsam. Very Happy
MarenK
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Anmeldungsdatum: 12.07.2006
Beiträge: 222

BeitragVerfasst am: 26 Feb 2007 - 21:07:20    Titel:

Du brauchst fürs Jurastudium keine bestimmte Fächerwahl (an einigen Unis werden zwar verstärkt auf einige Noten geguckt, müsstest du dich erkundigen) aber letzlich sollte dein Abischnitt einigermaßen hinhauen und um das hinzukriegen solltest du die Fächer wählen die dir Spass machen und in denen du auch gute Noten kriegen kannst und halt diejenigen abwählen die dich nicht sonderlich interessieren/in denen du nicht sonderlich gut bist. Wink Es bringt nichts möglich viele Fächer abzudecken aber alle halbherzig anzugehen. Belege die Fächerwahl so, wie es von der Schule empfohlen wird und auch "ratsam" ist und stopf es dir nicht mehr voll als nötig. Die Lernerei für's Abi kann mitunter an einigen Schulen schon sehr aufwendig sein, also konzentrier dich auf "deine" Fächer. Du brauchst weder Französischkurse noch sonstige Schulfächer für ein Jurastudium (abgesehen davon, dass - wie gesagt - einige Unis seit neuestem bzgl. des Auswahlverfahrens nun dahin gehen verstärkt auch auf bestimmte Fächer zu gucken).
Mit Word umgehen Rolling Eyes : die meisten können es während der Schulzeit heutzutage schon, falls nicht lernt man es halt in dem man sich bei der ersten HA im Studium reinfuchst...das ist kein großes Können und lässt sich schnell erlernen. Fremdsprachen brauchst du nicht, abgesehen vllt von Latein, was bei einigen Vokabeln mal helfen könnte - da dies allerdings so wenige Vokabeln mal sind kann man die auch mühelos ohne Lateinkenntnisse bewältigen und lernen. Wink Fremdsprachen brauchst du ansonsten höchstens für den Fremdsprachenschein, aber da du eh Abitur machst wirst du auch eine Fremdsprache haben - und der Fremdsprachenschein ist nicht sonderlich schwer. Sozi (sofern an deiner Schule): naja, ich hatte es nicht und hab auch keine Probleme mit Staatsorga gehabt. Jura ist ein ganz anderer Bereich in den du dich eh reinlernen musst von der Denk-/Schreibweise. Deutsch: Du solltest dich einigermassen verständlich ausdrücken können (wovon ich bei Abi zwingend ausgehe Wink ) - ob du das im DeutschLK oder DeutschGK lernst ist schnuppe, denn die juristische Schreibweise ist - allein vom Aufbau - eine vollkommen andere. Von daher kannst du dafür auch nicht wirklich "vortrainieren", denn es bringt dir für dein Jurastudium nichts, dass du in Deutsch Hamlet gelesen und Gedichte etc analysiert und geschrieben hast. Mit normalen Grundkenntnissen, die jeder der sein Abi macht sowieso haben sollte, ist Jura locker machbar was diesen Bereich angeht.
Außerdem: Wer weiß was sich in 2 Jahren - in denen du das Studium erst beginnst - noch ändert. Sieh zu dass du einen eingermaßen guten Abischnitt hast, genieß das Schulleben und dann passt das auch. Very Happy


Unser Prof sagte damals in der ersten Vorlesungsstunde: "Ihr alle hier habt das Zeug zum Jurastudium - niemand ist zu dumm dafür, es ist vollkommen anders als Schulfächer und das Jurastudium ist letzlich lediglich eine Frage des Fleiß." Und Recht hat er: Schwer ist es vom Verständnis her wirklich nicht, es ist halt nur Unmenge an Stoff - das ist es was das Jurastudium so schwer macht und weswegen sich früher oder später zeigt ob es die richtige Wahl war.
AndreXaver23
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Anmeldungsdatum: 20.08.2005
Beiträge: 53
Wohnort: Rostock

BeitragVerfasst am: 27 Feb 2007 - 12:20:54    Titel:

Früher herrschte immer das Vorurteil das man für ein Jurastudium unbedingt gut in Mathe sein muss --> Vollkommener Schwachsinn ! War nie gut in Mathe und kann trotzdem logisch denken. Eine andere Sache ist Latein....habe früher Latein statt französisch gewählt weil ich dachte das braucht man für ein Jurastudium. Auch Schwachsinn....du hast zwar n paar Lateinische Begriffe wie " invidatio ad offerendum " oder " nulla sine poen lege" aber die hörst du nur einmal und lernst dann was im deutschen dahinter steht. Du wirst nie irgendie Latein im Studium benutzen müssen...nur halt das was die Begriffe bedeuten. Somit kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen....Deutsch ist wichtig für die rethorischen Fähigkeiten, Sozialkunde ( oder wie es bei mir hieß Politische Bildung) ist auch nicht zu verachten wegen Staatsrecht, und vor allem Englisch und eine weitere Fremdsprache, wobei ich glaube das die Osteurpäischen Sprachen sowie Chinesisch und Japanisch im kommen sind...aber die lernt man ja net an der Schule Smile
petite_souris
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Anmeldungsdatum: 26.02.2007
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 28 Feb 2007 - 20:00:39    Titel:

Hallo!
Also danke erst mal für eure Antworten, habe mich wirklich gefeut, dass ihr so hilfsbereit seid!
Dass ich Informatik nicht zwingend brauche, ist schön zu hören, klar kann ich mit Computern umgehen, aber was bei uns nun in Informatik angeboten wird, geht schon ins Detail (Programmierung, Softwareentwicklung etc. Rolling Eyes ), darum habe ich auch vor es abzuwählen.
Und dass man in Mathe unbedingt gut sein muss, da bin ich auch erleichtert. Very Happy Das ist das einzige Fach, was mir nich so liegt. Wink
Ich habe mich jetzt somit für Deutsch, Mathe, Geschichte, Spanisch, Französisch, Englisch und Biologie als Hauptfächer entschieden. Des Weiteren wähle ich Sozialkunde, Philosophie, Musik und Sport als 2-h-Fächer und hoffe damit eine ganz gute Wahl getroffen zu haben.
Ja ich denke eben so, dass Deutsch ganz wichtig ist und Sozialkunde natürlich auch. Und da ich das Jurastudium seit Anfang anals Ziel habe, werde ich mich auch wirklich anstrengen ein sehr gutes Abi zu machen!
Smile Also vielen Dank für eure Hilfe nochmal!
BostonLegal
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Anmeldungsdatum: 02.01.2007
Beiträge: 300

BeitragVerfasst am: 28 Feb 2007 - 21:11:19    Titel:

Noch ein kleiner Nachtrag zu dieser Thematik meinerseits:

Ich denke, dass man mit einem Deutsch-LK die beste Weichenstellung für ein späteres Jurastudium in der Oberstufe einleiten kann. Es gibt Jurastudenten, die über das größte technische Können - Stichwort: Methodik - verfügen, sich aber in einer Sprache ausdrücken, die arge Defizite aufweist. Vor allem im Anwaltsberuf, den nunmal 80% aller fertigen Juristen ergreifen, kommt es auf sprachliche Kompetenz und Vielseitigkeit an.

Ich zitiere hier einmal Prof. Dr. Dr. Roxin, einen der renommiertesten Strafrechtler Deutschlands (entnommen aus dem Artikel "Vom Beruf des Juristen und vom Studium des Rechts"):

Man benötigt eine erheblich überdurchschnittliche schriftliche und auch mündliche Ausdrucksfähigkeit. In der Jurisprudenz kommt es auf die allein durch Sprache vermittelte argumentative Genauigkeit und Schlüssigkeit an. Die sprachliche Fähigkeit zu subtilen Differenzierungen, zur Entfaltung von Klarheit und Überzeugungskraft ist hier eine Voraussetzung für den Erfolg, der in der Durchsetzung einer Rechtsansicht besteht.

Mathematik halte ich für sekundär. Das analytische Denken, das auch im Jurastudium gefordert wird, ist nicht mit dem der Mathematik vergleichbar, da es immer an reale Lebenssachverhalte geknüpft ist und nicht im Abstrakten verbleibt. Jura ist eine sehr lebendige, und keine tote Wissenschaft. Wink
petite_souris
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Anmeldungsdatum: 26.02.2007
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 28 Feb 2007 - 22:04:57    Titel:

Zitat:
Mathematik halte ich für sekundär. Das analytische Denken, das auch im Jurastudium gefordert wird, ist nicht mit dem der Mathematik vergleichbar, da es immer an reale Lebenssachverhalte geknüpft ist und nicht im Abstrakten verbleibt. Jura ist eine sehr lebendige, und keine tote Wissenschaft.

Hey, danke für deine Hilfe auf meine Frage.
Dass Mathe nur sekundär ist, kommt mir dann wohl zugute! Vielen Dank auch für das Zitat, was du angebracht hast, auch ich möchte Rechtsanwältin, noch besser Staatsanwältin später als Beruf ausüben und bemühe mich auch um eine präzise Ausdrucksweise.
(Hier im Forum ist das aber ja noch ein bisschen was anderes Wink )
Vielen Dank!
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