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Demokratie- Extremismus
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Schüler 234
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Anmeldungsdatum: 07.03.2007
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 07 März 2007 - 23:01:48    Titel: Demokratie- Extremismus

Hallo alle zusammen,
ich beschäftige mich seit kurzem mit der politik insbesonderem im bereich extremismus... ich wollte mal fragen ob mir jemand erklären kann wo der zusammenhang der "fehlenden" demokratie und des extremismus besteht...
ich bedanke mich schonmal für schnelle antworten
Ecclesiastes
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Anmeldungsdatum: 15.12.2005
Beiträge: 1411

BeitragVerfasst am: 08 März 2007 - 12:27:48    Titel:

Pauker hat folgendes geschrieben:
Was ist denn das für ein Schulbuch, dass "fehlende Demokratie" diagnostiziert.


Ich vermute mal, ein realistisches.

"Repräsentative Demokratie" ist doch lediglich ein Euphemismus für "Keine Demokratie"

ecc
peace now
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Anmeldungsdatum: 13.02.2006
Beiträge: 100

BeitragVerfasst am: 09 März 2007 - 11:57:51    Titel:

http://www.gfk-web.de/inhalt/vortraege/060122.html
Günter Rohrmoser: Was Demokratie zerstört
Ich denke, unter diesem Link findest du eine kleine Anregung, im Buch: "Der Ernstfall - Die Krise unserer liberalen Republik" sind die Bedingungen und die Gefährdungen der Demokratie sehr übersichtlich dargestellt.
http://www.gfk-web.de/inhalt/buecher/buecher.html
Iskander
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Anmeldungsdatum: 11.05.2006
Beiträge: 401

BeitragVerfasst am: 09 März 2007 - 16:36:10    Titel:

Schon wieder dieser Professor? Laughing Arbeitest du für ihn? Oder bist du gar selbst identisch mit ihm? Shocked
rumpelstilz
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Anmeldungsdatum: 21.02.2007
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 09 März 2007 - 18:25:31    Titel:

Ecclesiastes hat folgendes geschrieben:
Pauker hat folgendes geschrieben:
Mehr sage ich zu so einem Demokratieverständnis besser nicht.


Warum nicht? Wo doch selbst der Sprachgebrauch schon einen Hinweis gibt: Wir erheben nicht alle paar Jahre unsere Stimme, sondern wir geben sie ab.

Und das Demokratische daran wird von Jenen definiert, die mit den abgegebenen Stimmen davonwandern.

Rede doch mal zu einem Politiker egal welcher Couleur von Volksabstimmungen - der wird dich angucken wie ein Bischof, der dich beim Schiffen ins Weihwasserbecken erwischt hat.

ecc



Diese Forderung nach Volksabstimmungen ist Unsinn. Sie führen zu weniger und nicht zu mehr Demokratie, weil es da entweder
(a) nur zwei Möglichkeiten gibt abzustimmen: Ja oder nein. Und dann die, die den Wortlaut der Abstimmung festlegen, damit Einfluss auf das Ergebnis haben... oder
(b) mehr als zwei Möglichkeiten gibt. Dann ist aber nicht klar, wie es weitergehen soll, wenn kein Vorschlag 50% Zustimmung gefunden hat.

Bei einer repräsentativen Demokratie gibt es hingegen die Möglichkeit von Verhandlungen und Kompromissen.

Außerdem haben die meisten Bürger zu vielen Themen keine (durchdachte) Meinung, da ist es einfacher Parteien oder Personen zu wählen, die in der Vergangenheit auf sie einen gutenm Eindruck gemacht haben.

Bedenklich finde ich, dass solche Sprüche in diesem Thread gemacht werden, als ob angeblich zu wenig Demokratie wegen zu wenig Abstimmungen zu Extremismus und Dikaturen führt. In Diktaturen gibt es aber nach Definition noch weniger Demokratie.
J.C.Denton
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Anmeldungsdatum: 10.12.2006
Beiträge: 6279

BeitragVerfasst am: 09 März 2007 - 18:39:43    Titel:

@rumpel

In der Schweiz funktiert das auch recht gut. Da herrscht noch echte Demokratie. Hier ist zu viel korruption und Lobbyismus.
Ecclesiastes
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Anmeldungsdatum: 15.12.2005
Beiträge: 1411

BeitragVerfasst am: 09 März 2007 - 19:24:04    Titel:

rumpelstilz hat folgendes geschrieben:

Diese Forderung nach Volksabstimmungen ist Unsinn. Sie führen zu weniger und nicht zu mehr Demokratie,


Deswegen sollten wir die Diktatur Schweiz schnellstens beseitigen, was?

rumpelstilz hat folgendes geschrieben:

Bei einer repräsentativen Demokratie gibt es hingegen die Möglichkeit von Verhandlungen und Kompromissen.


An wie vielen Kompromissen hast Du denn schon mitgewirkt?

rumpelstilz hat folgendes geschrieben:

Außerdem haben die meisten Bürger zu vielen Themen keine (durchdachte) Meinung,


Das ist nicht die Schuld der Bürger, sondern jener, die Meinung monopolisiert haben. Vor einem Volksentscheid müssen die Interessentengruppen für ihre Positionen WERBEN und ARGUMENTIEREN, so wie es jetzt läuft, brauchen sie nur KLÜNGELN

rumpelstilz hat folgendes geschrieben:

Bedenklich finde ich, dass solche Sprüche in diesem Thread gemacht werden, als ob angeblich zu wenig Demokratie wegen zu wenig Abstimmungen zu Extremismus und Dikaturen führt. In Diktaturen gibt es aber nach Definition noch weniger Demokratie.


Man muss sich ja nicht immer an den Unwürdigsten orientieren, oder?
questionable_content
Gesperrter User
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Anmeldungsdatum: 10.05.2006
Beiträge: 3934

BeitragVerfasst am: 09 März 2007 - 22:24:10    Titel:

Zitat:
Bei einer repräsentativen Demokratie gibt es hingegen die Möglichkeit von Verhandlungen und Kompromissen.


Bei der Schweizer Konkordandzemokradie sind Verhandlu8ngen und Kompromisse sogar das A und O.

Im Übrigen, wer führt denn bei uns Verhandlungen und wer geht Kompromisse ein? Doch wohl die Schicht, die sich in der vorhergehenden Wahlkampfphase am besten mit ihren populitischen Ausrufen durchzusetzen vermochte.

Zitat:
(a) nur zwei Möglichkeiten gibt abzustimmen: Ja oder nein. Und dann die, die den Wortlaut der Abstimmung festlegen, damit Einfluss auf das Ergebnis haben... oder
(b) mehr als zwei Möglichkeiten gibt. Dann ist aber nicht klar, wie es weitergehen soll, wenn kein Vorschlag 50% Zustimmung gefunden hat.


Laughing

Setz Dich bitte erst einmal mit den Begriffen Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid auseinander, bevor Du solche waghalsigen Parallelen zur Weimarer Republik ziehst. Denn auch die plebiszitären Elemente haben aus der Weimarer Republik gelernt.

Zitat:
Außerdem haben die meisten Bürger zu vielen Themen keine (durchdachte) Meinung, da ist es einfacher Parteien oder Personen zu wählen, die in der Vergangenheit auf sie einen gutenm Eindruck gemacht haben.


Hast Du schon einmal jemanden gewählt, der Deine Arbeitstelle bekommen sollte, weil er einen guten Eidnruck auf Dich gemacht hat? Ich verstehe nicht, wie man sich selbst in einer solch unbedachten Art und Weise die Mündigkeit absprechen kann...

Zitat:
In Diktaturen gibt es aber nach Definition noch weniger Demokratie.


Und in Direktdemokratien gibt es noch mehr Demokratie als in strikt repräsentativen Tollhäusern, wo oben jeder nach seinem Vergnügen handelt und das Volk absolut keine Möglichkeit hat, direkt in den politischen Willensbildungsprozess einzugreifen, außer mal aller 4 Jahre seinen Allerwertesten zur Wahlurne und zurück zu schleppen.
Sonea
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Anmeldungsdatum: 20.02.2007
Beiträge: 18

BeitragVerfasst am: 10 März 2007 - 00:45:14    Titel:

Extremismus schliesst - unabhängig von seiner Entstehung - die Demokratie insofern aus, als er das Ziel
hat, dem ganzen Volk eine einzige, alleingültige und -wahre Meinung aufzuzwingen.
In einer funktionierenden Demokratie wird jedoch vorausgesetzt, dass (naturgemäss) mehrere, teils gegensätzliche Meinungen bestehen und diese auch geäussert werden können und dürfen.

Und ich denke, Extremismus kann überall dort entstehen, wo es Extremisten fertig bringen, den Widerstand gegen sie zu beseitigen,
sei es durch militärische Gewalt, durch Staatsstreiche oder die "legale" Ausnutzung der Schwächen einer Gesetzesordnung in Kombination
mit wirksamer Propaganda.

J.C.Denton hat folgendes geschrieben:
@rumpel

In der Schweiz funktiert das auch recht gut. Da herrscht noch echte Demokratie. Hier ist zu viel korruption und Lobbyismus.


Dazu meinen Senf als Schweizer Bürgerin:

Grundsätzlich finde ich es gut, dass das Volk in der Schweiz ein so starkes politisches Mitbestimmungsrecht hat und würde es auch auf keinen Fall ändern wollen. Die Vorteile überwiegen zwar die Nachteile, doch auch die schweizerische Demokratie hat so ihre Schwachstellen:

Die Leute sind von all der Abstimmerei schnell einmal überfordert. In der Schweiz gibt es etwa alle drei Monate eine Volksabstimmung, und das sowohl auf Bundes- wie auch kantonaler Ebene. Dabei geht es oft um etwas komplexere Fragen, etwa um den Erlass längerer Gesetzestexte. Um sich wirklich eine eigene Meinung dazu bilden zu können,
muss man sich erst einmal über das ganze informieren, und dafür haben die meisten einfach keine Zeit oder keine Lust, oder sie kapieren erst gar nicht dass sie nichts kapieren!

Kleines Beispiel:
Im November 2005 gab es in der Schweiz eine bundesweite Volksabstimmung über ein "Gentech-Moratorium". Also über eine Begrenzung der gentechnischen Forschungsmöglichkeiten in der Schweiz mittels verhältnismässig strenger Forschungsvorschriften. Ins Leben gerufen wurde diese so genannte "Gentechfrei-Initiative" von
Leuten, die sich vor den negativen Auswirkungen gentechnologisch veränderter Produkte auf Land und Leute fürchteten. Ja stimmen hiess für die Begrenzungen stimmen. Doch einige lasen einfach nur den Titel der Wahlbroschüre, und dachten: "Gentech? Da bin ich dagegen! Ich stimme nein!"
Durch allgemeine Panikmache unter dem Volk (Achtung, das ist jetzt vor allem meine eigene Meinung!) wurde die Vorlage trotz solcher Irrtümer dann aber doch angenommen, wobei viele Leute bisher vor allem Gerüchte und Schauermärchen (z.B.: "Ich habe (vor einiger Zeit, irgendwo, von irgendwem) mal von einem Bauern gehört, der hat Gen-Mais an seine Kühe verfüttert, und die sind alle qualvoll daran gestorben!") über die schlimmen Auswirkungen der Gentechnologie gehört und zu wenige wissenschaftliche Kenntnisse hatten, um ihre Angst wenigstens annähernd sachlich begründen zu können.

Und das wäre dann wohl der nächste Punkt: Das Volk lässt sich sehr leicht manipulieren, vor allem gerade, indem man ihm auf irrationale Weise Angst (um die Gesundheit, die Existenze usw.) einjagt. Auf diese Weise gehen in der Schweiz zum Beispiel die Gegner von Freizügigkeitsabkommen mit dem Ausland vor. Wenn die vorhandenen Risiken einer solchen Vorlage sachlicher und nüchterner Dargestellt würden, hätte das höchstwahrscheinlich einen weniger starken Einfluss auf die Meinung der Stimmenden.

Was die Korruption angeht: Geld ist ein einflussreicher Faktor bei der Willensbildung der Stimmbürger. Wer Geld hat, kann z.B. Volksinitiativen finanzieren, indem man Leute bezahlt, die für einen Unterschriften sammeln gehn und dadurch eine politische Meinung nicht vertreten, weil sie davon überzeugt sind, sonder weil sie dafür Kohle kriegen.
Ebenso kosten Wahlkampagnen Geld.
Ausserdem kriegen die Parteien in der Schweiz kein Geld vom Staat, und sind darum finanziell stärker abhängig von den Spenden von Privaten. Das Risiko, dass reiche Geldgeber die Partei nach ihrem Willen manipulieren könnten, ist somit höher.

rumpelstilz hat folgendes geschrieben:


Diese Forderung nach Volksabstimmungen ist Unsinn. Sie führen zu weniger und nicht zu mehr Demokratie, weil es da entweder
(a) nur zwei Möglichkeiten gibt abzustimmen: Ja oder nein. Und dann die, die den Wortlaut der Abstimmung festlegen, damit Einfluss auf das Ergebnis haben... oder
(b) mehr als zwei Möglichkeiten gibt. Dann ist aber nicht klar, wie es weitergehen soll, wenn kein Vorschlag 50% Zustimmung gefunden hat.

Bei einer repräsentativen Demokratie gibt es hingegen die Möglichkeit von Verhandlungen und Kompromissen.



Bei den meisten Abstimmungen wird nur entweder Ja oder Nein gestimmt, egal ob nun das ganze Volk oder das Parlament
abstimmt. Ausserdem besteht die Möglichkeit des doppelten Ja. (= willst du Gesetz A annehmen? Ja/Nein. Willst du Gesetz B als Alternative für
Gesetz A annehmen, falls Gesetz A abgelehnt wird? Ja/Nein.)

Was den Wortlaut der Abstimmung angeht: Wenn du damit den Wortlaut des Informationstextes der Abstimmungsbroschüre meinst, so muss
dieser - zumindest in der Schweiz - sachlich und bezüglich der Informationen vollständig sein.

Auch bei einer direkten Demokratie ist Kompromissbereitschaft wichtig, weil hier noch zusätzlich die Meinung und Reaktion des Volkes auf einen Erlass miteinberechnet werden muss.
LaChatte
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 1479

BeitragVerfasst am: 10 März 2007 - 01:01:37    Titel:

Zitat:
Dabei geht es oft um etwas komplexere Fragen, etwa um den Erlass längerer Gesetzestexte. Um sich wirklich eine eigene Meinung dazu bilden zu können,
muss man sich erst einmal über das ganze informieren, und dafür haben die meisten einfach keine Zeit oder keine Lust, oder sie kapieren erst gar nicht dass sie nichts kapieren!


Gegenfrage: sind denn Politiker grundsätzlich kompetenter, und haben sie mehr Zeit, sich in die Dossiers einzuarbeiten? Ich denke nein. Komplexe Themen wie Gentechnologie benötigen fast ein ganzes Leben, um wirklich zu verstehen, worum es geht. Man kann vielleicht bei einem Thema wirklich den Durchblick haben, aber nie bei allen Themen.

Zitat:
Und das wäre dann wohl der nächste Punkt: Das Volk lässt sich sehr leicht manipulieren, vor allem gerade, indem man ihm auf irrationale Weise Angst (um die Gesundheit, die Existenze usw.) einjagt. Auf diese Weise gehen in der Schweiz zum Beispiel die Gegner von Freizügigkeitsabkommen mit dem Ausland vor.


Glücklicherweise haben aber alle Parteien und Gruppen diese Möglichkeit. Und so leicht sind die Menschen nicht zu manipulieren - weder durch die Gentech-Lobby, die den Himmel auf Erden verspricht, aber auch nicht durch emotionale Messerstecher-Plakate. Ich behaupte mal, das die Pro-Gentech-Gruppe mehr Geld hat, als die Anti-Gentech-Gruppe. Doch mehr Geld heisst noch nicht automatisch, dass eine Abstimmung auch gewonnen wird. Ebenso haben die Gegner der Freizügigkeitsabkommen mit sehr emotionalen Inhalten gearbeitet - vergeblich. Die bilateralen Verträge wurden vom Volk angenommen.

Die meisten Menschen sind wohl keine Experten auf einem Gebiet, aber in der Regel wissen sie sehr wohl, welche Folgen ein Ja oder Nein auf ihr Leben haben wird. Und wenn alle das stimmen, was sie als das Beste für sich selbst erachten, wird die Rechnung im Grossen und Ganzen aufgehen. Und wenn nicht, so kann man ja später nochmals abstimmen. Manche Vorlagen - zB das Frauenstimmrecht - brauchen einfach ihre Zeit.

Ausserdem - wer hat gesagt, dass Bauchentscheidungen schlecht seien? Wink
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