Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Der Islam und seine Richtungen – Fragen an Muslime
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5 ... 298, 299, 300, 301, 302, 303, 304 ... 333, 334, 335, 336, 337  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Philosophie-Forum -> Der Islam und seine Richtungen – Fragen an Muslime
 
Autor Nachricht
Abdallah
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 10.08.2007
Beiträge: 660

BeitragVerfasst am: 30 Nov 2008 - 13:34:53    Titel:

schelm hat folgendes geschrieben:

Offen gesagt, er hat aufgegeben, als ich sein letztes As ( Imperativ ) plausibel nachvollziebar mit meinem Zwilling ( Abhängigkeit des Imperativs in der Realität vom Konjunktiv ) konterte. Ich bin mir sicher, er weiß das er dem nicht wirklich begegnen kann.


Das stimmt ganz sicherlich nicht... Smile Aber wenn du das allen ernstes glaubst, dann lasse ich dich auch mal in diesem Glauben...

Zitat:
Die SF daraus : Scheust du dich nun einzugestehen, es gäbe einen Widerspruch im Islam, dem sich noch nie eine Rechtsschule widmete ?


Wo kein Widerspruch ist, kann ich auch keinen eingestehen.

Zitat:
Poker mal eine Nacht - mit Spaßjetons - bei Everest und lasse im Hintergrund Katy Perrys Hot N Cold als Endlosschleife laufen ...You're in then you're out You're up then you're down You're wrong when it's right.. - dann weißt du, was ich meine.


Aber Schelm, in dieser Nacht könnte man doch soviele Gottesdienste verrichten um seinem Schöpfer näher zu kommen. Mein Tipp: Bete mal eine Nacht zu Allah durch und spüre dann am Morgengrauen - wenn die einzige Musik die in deinen Ohren klingt das Zwitschern der Vögel ist - die innere Zufriedenheit in deinem Herzen, und erkenne die Gaben des Barmherzigen, dem einzig und allein soviel Lob gebührt, dass jedes mal wenn du Ihm ein Lob aussprichst, Er einen weiteren Lob verdient, allein aufgrund der Tatsache, dass Er dir die Möglichkeit gab, Ihm einmal loben zu dürfen. Wenn du dieses unbeschreibliche Gefühl der inneren Dankbarkeit und Zufriedenheit gegenüber deinem Schöpfer erkennst, verstehst du auch wieso wir Muslime Diener Allahs sind und auch gerne so bezeichnet werden. Du verstehst dann auch unsere Hingabe zu Gott und den Islam in seiner vollkommen Schönheit - wie wir ihn empfinden.
schelm
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4310

BeitragVerfasst am: 30 Nov 2008 - 14:43:46    Titel:

Gott ist Liebe schrieb :
Zitat:
Ich habe Euch verstanden, Muslime: Ihr wollt unsere Fragen nicht beantworten. Schelm ist noch nicht so weit.

Lieber GIL ! Hast du auch die Folgebeiträge gelesen ? Wink Meine " Aufregung " war ein kalkulierter Trick 17 ohne Selbstverarschung - wie mein Sohn sagen würde ... um Abdallah an seinem eignen Spott über die erwartungsgemäße " Ungeduld " festzunageln.
Zitat:
Wir können sie nicht zu Antworten zwingen.

Doch, das können wir bei einem bestimmten Verständnis des Wortes " Zwang " Arrow
Zitat:
Der Kommunismus duldete keinen Widerspruch zur seiner Ideologie und bekämpfte daher jede Religion. Der Islam tut im Prinzip genau dasselbe.

Ich war Kommunist und selbst ein kleiner Diktator. Ich kenne die mentalen Sperren unter Einfluss einer dogmatischen Prägung präzise am eigenen Hirn ..

Im Kommunismus ist es tatsächlich fast unmöglich sie zu brechen, sollte man ihnen verfallen sein, denn die Logik des Kommunismus räumt ein, nicht unfehlbar zu sein und dies mit Repression gegen Abweichler zu beantworten. Ihm ist es egal, ob Andersdenkende dabei gemaßregelt werden - der Kommunismus bestreitet nicht, das Klassenfeinde notfalls vernichtet werden müssen. Der Kommunismus würde auch nie behaupten, das in Folge Fehlurteile ausgeschlossen werden könnten. Seine lakonische Antwort darauf : Wo gehobelt wird, da fallen Späne, Genossen !

Dem ist mit Logik leider nicht zu begegnen - höchstens mit moralischen Apellen.

Im Islam ist dies anders. Er glaubt der Logik. Er glaubt seiner eigenen, für fehlerfrei gehaltenen Logik. Er glaubt, jeden " Angriff " logisch abwehren zu können.

Daran gemessen ist er " nagelbar ". Die Gläubigen stehen also - in ihrer Spielart von Dogma - in der Pflicht, logisch begründete Angriffe logisch begründet zu beantworten. Und sie sind zutiefst überzeugt und so geprägt, dies immer zu Gunsten ihrer Logik schaffen zu können.

Verweigern sie dies, käme dies einem Gesichtsverlust gleich, der ähnlich schwer wiegt wie im asiatischen Raum.

Man darf also gespannt sein, ob die hier anwesenden muslimischen User diesen Gesichtsverlust hinnehmen wollen !

@ Abdallah :

1. Stimmt es, das nur Allah allwisssend sein kann ?

2. Stimmt es, das der Schariarichter die Urteile im Namen Allahs spricht ?

3. Stimmt es, das der Islam niemals bestreiten würde, das Menschen fehlbar sind und nur Allah unfehlbar ist ?

4. Kann demzufolge ein Schariarichter objektiv betrachtet unfehlbar sein wie Allah, wenn er subjektiv darauf angewiesen ist, das z.B. Zeugen und Opfer keinem Irrtum erlagen oder willentlich Falschaussagen tätigen ?

5. Kann die Scharia durch ihre imperative Forderung, keine Falschaussagen zu tätigen sicherstellen, das dem Konjunktiv verhaftete Menschen dieser Forderung zu 100 % nachkommen ?

6. Kann auf dieser Basis ein Justizirrtum objektiv ausgeschlossen werden ?

7. Befürwortet Allah die Tötung Unschuldiger ?

8. Nein ? Auf welcher plausiblen Grundlage urteilt dann der Schariarichter in seinem Namen ?

Freundliche Grüße, schelm
Abdallah
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 10.08.2007
Beiträge: 660

BeitragVerfasst am: 30 Nov 2008 - 16:36:43    Titel:

schelm hat folgendes geschrieben:

1. Stimmt es, das nur Allah allwisssend sein kann ?


Ja.

Zitat:
2. Stimmt es, das der Schariarichter die Urteile im Namen Allahs spricht ?


Ja.

Zitat:
3. Stimmt es, das der Islam niemals bestreiten würde, das Menschen fehlbar sind und nur Allah unfehlbar ist ?


Ja.

Zitat:
4. Kann demzufolge ein Schariarichter objektiv betrachtet unfehlbar sein wie Allah[...]


Nein!

Thema: Absicht

Auch einem Shariarichter können Fehler unterlaufen, das streitet der Islam nicht ab. Seine Aufgabe ist es aber diese Fehler mit bestem Wissen und Gewissen zu vermeiden. Das muss seine Absicht sein; niemandem Unrecht an zu tun. Und wenn ihm dennoch versehtlich Fehler unterlaufen, da er ja auch nur ein Mensch und somit fehlbar ist, dann richtet Allah nach der Absicht dieses Richters, genau so wie Allah das immer und überall mit Seinen Geschöpfen tut. Die Absicht zählt im Islam. Und wenn der Richter unbeabsichtigt ein Fehlturteil gesprochen hat - was durchaus möglich ist - und wenn ihm dieses Fehlurteil Leid tut und er bereut, dann vergibt Allah ihm auch. Denn Allah ist der Vergebende. Und Allah weiß gewiss, dass den Menschen auch durch die Praktizierung der Sharia Fehler unterlaufen können. Denn auch wenn das göttliche Gesetz an sich perfekt ist, so sind es die Menschen nicht, die es praktizieren. Genau sie wie Gott an sich vollkommen ist, und Seine Geschöpfe es nicht sind. Und nun Achtung: Dem Schöpfer geht demzufolge garnicht darum, dass wir unfehlbar sind! Wir wurden ja mit Fehlern erschaffen und so ist dieses Ziel - unfehlbar zu sein - für uns nicht zu erreichen und das weiß Gott auch am besten. Allah setzt uns aber ein anderes Ziel: Und zwar unsere Fehler mit der besten Absicht zu vermeiden und wenn sie auftreten (und sie werden früher oder später, in kleinerem oder größerem Ausmaß auftreten) sie dann zu bereuen. Gewiss hätte Allah die Umstände auch so erschaffen können, dass wir Menschen in der Lage gewesen wären, die Sharia fehlerfrei anzuwenden. Das tat Er mit Seinem Willen aber nicht. Und dem fügen wir uns.

Zitat:
5. Kann die Scharia durch ihre Forderung, keine Falschaussagen zu tätigen damit sicherstellen, das Nafsbehaftete Menschen dieser Forderung zu 100 % nachkommen ?


Und wenn wir diese Fragen nun mal umformulieren und statt "Sharia" mal direkt "Allah" nehmen:

Zitat:
5. Kann Allah durch Seine Forderung, keine Falschaussagen zu tätigen damit sicherstellen, dass Nafsbehaftete Menschen dieser Forderung zu 100% nachkommen?


Erkennst du nun den Fehler in deiner Frage? (Die sich im Kern eigendlich auch an das Christentum und fast alle anderen Religionen, die von einem allmächtigen Gott sprechen, richten lässt)

Schauen wir uns mal folgenden Satz etwas genauer an:

Zitat:
Kann Allah [ursprünglich die Sharia, aber da die Sharia von Allah kommt, können wir auch direkt Allah sagen] durch Seine Forderung, keine Falschaussagen zu tätigen[...]


Und dann sehen wir; die Frage widerspricht sich und nicht Gott. Denn in deiner Frage gehst du davon aus, dass Allah fordert - obwohl Er weiß dass die Menschen nicht unfehlbar sind - unfehlbare Aussagen zu tätigen. Ein Widerspruch, den Allah nicht fordert! Allah fordert von uns Menschen nur mit der Absicht heranzugehen, keine Falschaussagen zu tätigen und nicht dass wir unfehlbar sein sollen, obwohl Er uns doch fehlerhaft erschaffen hat. Den ersten Fehler beseitigt, könnte man deine umformulierte Frage nun so stellen:

Zitat:
Kann Allah durch Seine Forderung, keine beabsichtigten Falschaussagen zu tätigen damit sicherstellen, dass Nafsbehaftete Menschen dieser Forderung zu 100% nachkommen?


Und siehst du nun den zweiten Fehler in deiner Frage? Du gehst nämlich davon aus, dass Allah sicherstellen möchte, dass durch Menschen selbst keine Fehler zu stande kommen sollen. Diese Sicherstellung beabsichtigt Allah nicht, denn sonst hätte Allah uns von Anfang an fehlerfrei erschaffen. Zu dem Punkt stellst du dann eine Frage, die dann letzendlich - wie schon weiter oben angedeutet - auch an das Christentum gerichtet werden kann:

Zitat:
7. Befürwortet Allah die Tötung Unschuldiger?


Denn man könnte auch Fragen:

Warum hat Allah uns Menschen mit Fehlern erschaffen, obwohl Er doch genau weiß, dass wir durch unsere Fehler unschuldige Menschen töten könnten? Stell dir als Beispiel folgendes vor Schelm:

Du hattest eine anstrengende Nachtschicht hinter dir und fährst nun ein wenig übermüdet mit deinem Auto nach hause. Du dürftest eigendlich nicht in diesem Zustand in dein Wagen steigen. Du wolltest aber nur noch nach hause und dachtest dir, dass schaff ich schon! Du fährst also durch eine unregelmäßig beleuchtete Straße und übersiehst in einem Dunkelfeld einen Passanten, der dadurch (Gott behüte) tragisch ums Leben kommt.

Der erste Fehler lag nun schon darin, dass du übermüdet in dein Auto gestiegen bist. Du hattest allerdings nicht die Absicht ein Menschenleben zu gefährden. Trotzdem war es ein Fehler!

Nun die Gegenfrage an dich: hast du den Passanten getötet, oder war es Gott, weil Gott dich fehlerhaft erschuf? Ich erwarte eine theologische Antwort aus christlicher Sicht. Die islamische gibt es hier zu lesen, denn dort werden alle "Warum-Fragen" im Bezug auf Gott aus islamischer Sicht geklärt.

siebter Beitrag von oben


Viele Grüße,
Abdallah
Schams-ul-Islam
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 132

BeitragVerfasst am: 30 Nov 2008 - 16:43:36    Titel:

@dornbusch
zakat ist arabisch für Reinigung ("qad aflaha man tazakka" - Sure "Der Höchste", ungefähre Übersetzung: Wohl ergeht es den Sich-Rein-Haltenden)
An anderer Stelle im Quran (Sure "Die Sonne") heißt es: "wa nafsi wa ma sawwaha, fa-alhamaha fudschuraha wa taqwah, qad aflaha man zakaha, wa qad chaba man dassaha..." - u.ü.: "Bei der Seele und Dem, Der sie formte, ihr daraufhin den Sinn für Verderbnis/Sittenlosigkeit und Frömmigkeit eingab - wer sie reinhält wird wohlauf sein und wer sie verdirbt wird enttäuscht sein..."
So heißt auch die obligatorische Almosengabe zakat, weil sie dafür sorgt, dass der restliche Teil des Geldes reingehalten wird.
Ich hoffe, dass zumindest diese Frage befriedigend beantwortet wurde.

@schelm
Ich habe keineswegs aufgegeben. Ich habe in meinen Aussagen niemals geleugnet, dass Menschen fehlerhaft sind. Gerade über das Thema versehentlicher Mord eines Unschuldigen berichtet Allah auch im Quran. In der Geschichte von Moses (as) begibt es sich, dass Moses (as) einen Menschen aus Versehen (als er jemandem aus seinem Volk zur Hilfe kam) tötete. Moses (as) war und ist ein großer Prophet Allahs (swt) und dennoch ist ihm derartiges unterlaufen. Hier gilt das Gesetz "innama 'amalu bi-n-niyyat" - u.Ü.:"wahrlich versteckt sich die Handlung in ihrer Absicht" Desweiteren kommt dazu, dass ein zu Unrecht falsch Behandelter "gute Karten" am Jüngsten Tag haben wird. Ich weiß, dass diese sehr mystisch anmutenden Gesetzmäßigkeiten einem säkular denkenden Menschen widerstreben, aber das ist ja das Hauptproblem. Die Sharia ist nicht von dieser Welt. Wenn Menschen falsch mit ihr umgehen, seien es heuchlerische oder unwissende Muslime bzw ignorante oder provokative Christen, dann kann ihre Schönheit nicht glänzen - das ist doch klar.

Und ich habe niemals behauptet, dass die Sharia derart wäre, dass von selbst läuft; es bedarf zumindest eines Menschen, der sie voll und ganz in sich aufgenommen hat, von Allah rechtgeleitet ist/wird - so wie es der Prophet (s) war. Auch er war ein Mensch, der Fehler machen konnte - aber diese Fehler waren anderer Natur - nicht in Bezug auf die Sharia (Göttliches Gesetz) sondern in Bezug auf dunia (weltliche Angelegenheiten).

Ist klar geworden, was ich meine. Überall auf der Welt lassen sich Ungerechtigkeiten beobachten. Wir sehen, dass hunderte Millionen Menschen nichts oder nur wenig zu Essen haben, während andere tagtäglich Unmengen (an Nahrungsmitteln, Wasser, Geld etc) verschwenden (können/dürfen). Der Prophet (s) sagte, dass wenn diese Welt (dunia) auch nur den Wert des Flügels einer Mücke hätte, so würde es nicht erlauben, dass auch nur einer, der Ihm gegenüber undankbar ist, auch nur einen einzigen Schluck Wasser bekäme.
Der Prophet (s) sagt auch, dass ein Armer das Paradies 500 Jahre vor einem Reichen betreten werde.
Solche Aussagen geben uns ein Verständnis dafür, dass diese Welt nicht für absolute Verhältnisse (in diesem Fall absolute Gerechtigkeit) konzepiert ist.

An diesem Punkt korrigiere ich meine Aussage: Die Sharia ist vollkommen. weil sie wohl falsch gedeutet wurde. Was ich meinte war: Die Sharia ist das beste System für das menschliche Miteinander.

Liebe Grüße
schelm
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4310

BeitragVerfasst am: 30 Nov 2008 - 17:37:52    Titel:

Hallo Abdallah !

Ich danke dir für die erste brauchbare Antwort eines Muslims zu den speziell gestellten Fragen !
Zitat:
Die Absicht zählt im Islam. Und wenn der Richter unbeabsichtigt ein Fehlturteil gesprochen hat - was durchaus möglich ist - und wenn ihm dieses Fehlurteil Leid tut und er bereut, dann vergibt Allah ihm auch. Denn Allah ist der Vergebende. Und Allah weiß gewiss, dass den Menschen auch durch die Praktizierung der Sharia Fehler unterlaufen können. Denn auch wenn das göttliche Gesetz an sich perfekt ist, so sind es die Menschen nicht, die es praktizieren.

1 . Welche diesbezügliche Absicht verfolgt der Islam in seiner geistigen Essenz als Religion - unberücksichtigt hier bitte Unterschiede im Detailverständnis einzelner Konfessionen lassen. Question

2. Liegt die Priorität der Absicht auf der individuell - spirituellen Hinwendung zu Allah unter der Prämisse des Propheten Mohammed : Es gibt keinen Zwang im Glauben ....

3. Oder liegt sie darüber hinaus in einer Vergesellschaftung der religiösen Idee, allgemeingültig in den daraus zu schlussfolgernden Verhaltensweisen für alle Mitglieder einer islamischen Gesellschaft ? Den Verhaltensweisen also, welche das islamische Recht Scharia konkret beschreibt ?

4. Unter der Prämisse des Propheten Mohammed, es gäbe keinen Zwang im Glauben - welche du jüngst im Politikforum erneut bestätigt hast - erschließt sich logisch nicht nachvollziehbar, warum es dann ein Rechtssystem mit regiden Strafen gibt, die sich gegen Verstöße religiöser Verhaltensweisen richten, obwohl deine Religion laut deiner eigenen Aussagen, die sich auf den Propheten Mohammed stützen, Zwang nicht als Bestandteil enthält ?

Ich wiederhole hier eine unbeantwortet gebliebene Frage aus dem Politikforum an dich :

5. Kann demzufolge eine - von 4 unabhängigen Zeugen bestätigte - Ehebrecherin in einer islamischen Gesellschaft ihrer Steinigung dadurch entgehen, in dem sie vorm Schariagericht den islamischen Glauben leugnet / abschwört ?
Zitat:
Warum hat Allah uns Menschen mit Fehlern erschaffen, obwohl Er doch genau weiß, dass wir durch unsere Fehler unschuldige Menschen töten könnten?

Die Bibel hat diese Frage lange vor dem Islam beantwortet -
Zusammenfassung :

Der Mensch nutzte seinen Willen, um den Unterschied zwischen Gut und Böse zu erfahren. In Folge impliziert dies eine Abwendung vom reinen Guten ( Gott ), der Mensch mußte also dem Wunsch seines Willens entsprechend, eigenständig lernen zu existieren. Dies produziert unvermeidlich Irrtümer und Fehler. Niemand ist ausgenommen. Deshalb ist Gerechtigkeit nur bei Gott herstellbar, nicht bei dem egobelasteten und fehlbarem Geschöpf.

Deshalb glauben wir Christen, der Drang des Islam irdische Gerechtigkeit mit allen Mitteln herstellen zu wollen, ist ein Irrweg, denn er übersieht beim mit dem Finger auf den Nächsten zeigen, den Balken vorm eignen Auge ... und damit jedwede kausale Wechselwirkung von Kreisläufen der Sünde, Hass und Gewalt.
Zitat:
Nun die Gegenfrage an dich: hast du den Passanten getötet, oder war es Gott, weil Gott dich fehlerhaft erschuf? Ich erwarte eine theologische Antwort aus christlicher Sicht.

Ich hätte den Passanten getötet. Gott erschuf mich nicht fehlerhaft. Der Wille ist fehlerneutral. Ihn geschenkt zu bekommen, ist Ausdruck der Liebe Gottes, auch Liebe aus freier Entscheidung sein zu können.

Ich kann dieses Geschenk benutzen, um eigenen Interessen zu folgen und damit möglicherweise jemanden schaden - oder der Mensch hätte das Geschenk benutzen können, um willentlich in der Obhut Gottes zu bleiben.

Er tat es nicht. Deshalb entstehen Situationen, wie die von dir beschriebene. Und weil Gott dies weiß, sagt er zu uns sinngemäß erweitert :

" Wer von euch frei von Sünde ist, diese Fehler niemals begeht oder begangen hat, dessen Tun, Sagen und Handeln niemals ein anderes Geschöpf von mir verletzten - der darf richten und den ersten Stein werfen ... "

Das, lieber Abdallah ist unangreifbare Logik ! Denn niemand, der durch dieses Leben geht tut das, ohne jemand zu verletzen / Kummer zu bereiten etc.

Deine Religion glaubt nun, es gäbe Menschen, die könnten dies. Und deshalb glaubt sie dafür sorgen zu können, das alle Menschen dem folgen müssen. Deshalb die " abschreckenden " Steinigungen, das Handabhacken etc. ...

Weißt du, was Gott nach unserem Verständnis dazu sagt ?

Jesus :

Was ihr aber den Geringsten unter euch antut, das habt ihr mir angetan ...

Amen.
Schams-ul-Islam
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 132

BeitragVerfasst am: 30 Nov 2008 - 17:51:38    Titel:

Ich glaube schon einmal gefragt zu haben, wie deiner Meinung nach der Staat mit den Individuen in Verbindung stehen sollten, schelm...

Nach deinem Beispiel von der nicht vollzogenen Steinigung an Maria Magdalena ließe sich nun ein allgemeines Verbot herleiten, einen anderen Menschen zu verurteilen/bestrafen. Demnach wäre es quasi eine Straftat, einen Menschen zu verurteilen, aber selbst über diese Straftat dürfte man nicht urteilen bzw die Straftat wäre auch keine Straftat mehr; und am Ende darf jeder Mensch tun und lassen, was er will. Was die Reinherzigen und Gottgläubigen angeht, so würden sie nach und nach den Machthungrigen und Heuchlern zum Opfer fallen.
schelm
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4310

BeitragVerfasst am: 30 Nov 2008 - 19:11:36    Titel:

Schams-ul-Islam schrieb :
Zitat:
Ich glaube schon einmal gefragt zu haben, wie deiner Meinung nach der Staat mit den Individuen in Verbindung stehen sollten, schelm...

Und ich habe die Antwort bereits 2x an dich gepostet, lieber Schams ! Siehe das erste Posting auf der Seite vorher. Aber ich zumindest - du ja auch ... Wink beantworte Nachfragen sehr gern.
Zitat:
Nach deinem Beispiel von der nicht vollzogenen Steinigung an Maria Magdalena ließe sich nun ein allgemeines Verbot herleiten, einen anderen Menschen zu verurteilen/bestrafen.

Wenn wir über Religion reden - egal welche - reden wir immer über Gott und dessen von uns geglaubten Maßstäbe, richtig ? Nicht über jene des Taubenzüchtervereins von Lieschen Müller.

Also richtet sich ein diesbezügliches Ideal nur nach sich selbst, nicht nach den Unkenrufen derer, die damit nicht klar kommen. Bis hierher stimmen unsere Religionen grundsätzlich überein.

Wir glauben aber einer anderen Idealvorstellung als eurer. Nämlich : Gott ist Liebe, das absolut Reine in sich.
Um ihm zu folgen, wäre es paradox sich der Mittel zu bedienen, die erst aus der Abwendung von ihm heraus resultieren - Gewalt z.B.
Und hier liegt der Denkfehler im Islam : Das Ideal der Nächstenliebe ist bereits die imperative Forderung von Gott, die nicht verletzt werden darf.

Und weil der Mensch sie verletzt, seinem Ego folgt und fehlbar ist - entsteht daraus als Folge überhaupt erst die " Krücke ", dies mittels Rechtssytemen zu kompensieren !

Daraus lassen sich 2 Wege ableiten. Nr. 1 : So lange Menschen gegen das Ideal verstoßen - und deshalb Leid produziert und potenziert wird - schafft sich der Mensch diese " Krücke ", um damit kräftig auf die vermeidlich Schuldigen einzuprügeln - ignoriert im wesentlichen dabei, selbst auch nicht rein zu sein - oder :

Nr. 2 : Er hält am göttlichen Gebot fest, vertraut der Weisheit und Gerechtigkeit Gottes - und benutzt die " Krücke " - die immer Ausdruck seines Unglaubens und seiner Fehlbarkeit sein wird das Böse durch Liebe zu überwinden, nicht als Prügel gegen den Nächsten - sondern wohlweislich so, das erkennbar wird, er nähert sich immer weiter dem Ideal an - bis die " Krücke " vielleicht irgendwann gänzlich überflüssig wird ...

Freundliche Grüße, schelm
Schams-ul-Islam
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 132

BeitragVerfasst am: 30 Nov 2008 - 20:38:53    Titel:

Ich weiß, dass Jesus nicht kam, um ein neues Gesetz zu bringen, denn das Gott Liebe ist, wussten alle Propheten auch vor Jesus (as).

Aber angenommen Jesus Einfluss hätte sich von der mystischen Herzenswelt vereinzelter Anhänger auf ein komplexes Staatswesen ausgebreitet, dann hätte das Gesetz gelautet: "Gott ist Liebe, also liebt euch"

Und wie wäre man mit dem Rebellen verfahren, der keine Lust hatte zu lieben, sondern an die Macht strebte. Hätte man den jetzt zu Tode geliebt?! Oder ihn solange umkreist, bis er ein resignierendes Liebesgeständnis abgibt?!

Ein Mann, der von Gott gesandt ist, sollte die Menschen alles lehren, was sie brauchen.
schelm
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4310

BeitragVerfasst am: 30 Nov 2008 - 20:58:51    Titel:

Schams-ul-Islam hat folgendes geschrieben:
Ich weiß, dass Jesus nicht kam, um ein neues Gesetz zu bringen, denn das Gott Liebe ist, wussten alle Propheten auch vor Jesus (as).
Ein Mann, der von Gott gesandt ist, sollte die Menschen alles lehren, was sie brauchen.

Mensch Schams, ich glaube du bist kurz davor es zu verstehen ! Einen Millimeter noch entfernt .... GIL ging darauf wiederholt und unermüdlich ein :

Das Reich Jesu ist nicht weltlich - als Staatsform, verstehst du ? Du hast eben geschrieben und bestätigt, das Gott Liebe ist. Also ... bitte - gibt dir den schlussfolgernden Schupps selbst !! Idea

Alles, was Menschen nicht brauchen ist :

Alles, was Menschen brauchen ist .... ?

Freundliche Grüße, schelm
the unique wisdom
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 29.11.2008
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 01 Dez 2008 - 02:45:41    Titel: Hallo Männer....

Ich will ja gar nicht eure Inkompetenz, ein fundamentalen Anliegen auf intellektueller Grundlage sachlich angehen, enträtseln, entschleiern, dann lüften, erhellen und schliesslich lösend erklären zu können, entblöβen. Laughing Aber hier muss ich einschreiten und durchgreifen.
Ihr redet aneinander vorbei. Merkt ihr das eigentlich nicht? Und der Grund warum das so ist, ist, dass ihr nicht dieselbe Sprache spricht, oder doch?
Um eine Kommunikation aufbauen zu können, muss ja erstmal eine Konvention da sein, um Begriffe, die aus der Quelle des Übertragenden sprudeln und die an den Rezipienten weitergeleitet werden, die er dann auch verstehen sollte, dem jeweiligen Mitkommunizierenden durchschaubar, begreiflich, verstehbar und verständlich zu machen. Rolling Eyes Damit man einen Schritt voran kommt, um einen neuen Weg einfahren und ansteuern zu können. Bis dann der Weg wieder in eine Sackgasse führt, und Mann (vielleicht aber nun mal doch "halt!-Frau!") einen Ausweg findet ohne zurückkehren zu müssen... Idea

Bis demnächst! Wink

p.s.: war das übrigens sarkastisch gemeint mit dem "schrott"(so was stand da, wenn ich mich richtig erinnere) im thread übers "kopftuch"... Sad
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Philosophie-Forum -> Der Islam und seine Richtungen – Fragen an Muslime
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5 ... 298, 299, 300, 301, 302, 303, 304 ... 333, 334, 335, 336, 337  Weiter
Seite 301 von 337

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum