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Auswendig lernen von Texten für Klausuren strafbar?
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Auswendig lernen von Texten für Klausuren strafbar?
 
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Ben08
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Anmeldungsdatum: 18.04.2007
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 20 Mai 2007 - 18:53:42    Titel: Auswendig lernen von Texten für Klausuren strafbar?

Hi,

ich habe in einem anderen Forum ein interessantes Thema entdeckt, und zwar Texte oder Textteile vor Klausuren auswendig zu lernen und dann diese in der Klausur 1 zu 1 aufs Papier zu bringen und dann abzugeben. Die Meinungen gingen über die Handlungsweise des Lehrers auseinander. Ein paar meinten, dass schon das auswendig lernen eine Eigenleistung darstellt, ein paar andere meinten, dass es sich hierbei um keine Eigenleistung handelt und mit null Punkten sanktioniert werden sollte und wieder andere meinten, dass es sogar der Grund für einen Schulverweis wäre, da es sich hierbei um Betrug bzw. um die Verletzung von geistigen Eigentums dritter handelt.

Ich finde das Thema, obwohl es mich nicht betrifft, sehr interessant. Der Text wird ja so gesehen nur für die Klausur verwendet und das auswendig lernen von Texten bzw. Textteilen für Klausuren ist meiner Meinung nach eine Eigenleistung, solange man den Sinn des Themas begriffen hat, doch müsste man dann ja eine Quellenangabe unter die Klausur schreiben, was wiederrum komisch aussieht.

Wie sieht es denn rein rechtlich aus (ohne die Frage ob das Auswendiglernen sinnvoll ist)?
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 20 Mai 2007 - 18:58:28    Titel:

Wenn du einen kompletten Text über die Zitatgröße hinaus auswendig lernst und verbreitest (in einer Klausur aufschreibst) ist das m. E. eine Straftat.
steiftier
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 255

BeitragVerfasst am: 20 Mai 2007 - 19:30:38    Titel:

Hier hat einer die Vorjahresklausur auswendiggelernt und die 1 zu 1 hingeschrieben ohne sich die mühe zu machen die Namen der Personen zu ändern

Nordrh.-Westf. OVG Münster, Beschl. v. 28.2.2003 - 19 B 223/03

Zitat:
Soweit dieser sich, wie von ihm eingeräumt,
Kenntnis von der im Vorjahr gestellten Klausuraufgabe verschafft
und durch Auswendiglernen des „Textes“ auf die Klausur vorbereitet
hat, mag er keine eigenständige bewertbare Leistung erbracht
haben, eine Täuschungshandlung liegt dann aber nicht vor (vgl.
Pöttgen/Jekuhl/Zaun, ASchO, 16. A., § 21 Rdnr. Cool.
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 20 Mai 2007 - 19:45:59    Titel:

Wer Sonntags Abends Zugriff auf einen ASchO-Kommentar (oder mittlerweile SchulG) hat, macht mir Angst.
steiftier
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 255

BeitragVerfasst am: 20 Mai 2007 - 19:48:15    Titel:

lol

man muss nur googln können da war das gleich der 3 Link ^^
Ben08
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Anmeldungsdatum: 18.04.2007
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 20 Mai 2007 - 20:00:00    Titel:

Danke Euch beiden! Keine Eigenleistung aber auch keine Täuschung bedeutet 0 Punkte oder? Wird man dann eigentlich noch mal nachgeprüft (da keine Täuschung) oder generell mit null Punbkten sanktioniert, man musste ja schon Leistung erbringen (auswendig lernen)?
Danny Crane
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Anmeldungsdatum: 24.05.2007
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2007 - 10:30:29    Titel:

Hallo,

ich kann mir nur schwer vorstellen, dass eine solche Klausur mit 0 bewertet werden darf, wenn die auswändig gelernte Antwort die Fragestellung punktgenau trifft. (Um dies zu vermeiden hätte man ja doch nur eine anderslautende Aufgabe als die vom Vorjahr stellen müssen).

Gerade in der Schule (insbesondere in den ersten Schuljahren) geht es doch um Wissensabfrage, bei der die Schüler gelerntes Wissen wiedergeben, wie es im Schulheft/Schulbuch steht. Nach und nach spielen dann Verständnissfragen eine größere Rolle bis hin zum abstrakten Weiterentwickeln von vermitteltem Wissen in der Oberstufe. Aber selbst im Studium sind doch noch oft Situationen gegeben, wo auswändiggelernte Elemente wiedergegeben werden können, z.B. eine mehrere Sätze lange Definition in einem juristischen Gutachten (insb. Strafrecht oder auch einige Ö-Rechtsbereiche, z.B. Polizeirecht, wo es auf den genauen Wortlaut der Definition sogar ankommen kann).
Diese Fälle des Auswändiglernens dürften zweifelsfrei erlaubt sein.
Eine komplette Klausur wiederzugeben, in einer Schularbeit bei der es um Replikation von gelernten Wissen geht, wäre meiner Meinung nach auch erlaubt, wobei bei höheren Klassen oder gar im Studium das möglicherweise anders zu bewerten ist.
Finde den von Steiftier freundlicherweise aufgeführten OVG-Beschluss daher etwas überraschend, da müsste man doch zuerst klar definieren, worin genau die Leistung der jew. Klausur besteht, bevor man die reine Wissenswiedergabe als "keine eigenständige .. Leistung" einstuft. Der hintergründige Vorwurf dürfte wohl klar sein, da hat vielleicht jemand was abgeschrieben ohne dabei erwischt worden zu sein, aber angenommen ein Schüler besitzt tatsächlich solch ein photographisches Gedächtnis um einen längeren Text wortgenau wiederzugeben, kann man ihm daraus einen Vorwurf machen, wenn er nicht offensichtlich erkennen musste (bzw. positive Kenntnis davon hatte) dass das verboten sein soll ?
Netjerduai
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 228

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2007 - 19:37:10    Titel:

Um dem vorzubeugen sollte man das Ganze vllt vorher umformulieren und in eigene Worte verpacken und dann auswenig lernen*g*

Ich seh es nur insofern problematisch, als dass man es als seine eigene Leistung ausweist. Die ist es jedoch nicht wirklich. Im Deutschunterricht vllt das auswendig lernen honorierbar, aber bei Biologie oder Erdkunde??? Da gehts ja nicht um auswendig lernen sondern verständnis und das Verständnis ist nur sehr schwer nachzuprüfen, wenn etwas 1:1 kopiert wurde.

Wenn dagegen der Text umgeschrieben und in eigene Worte verpackt wurde, macht es den Anschein, als sei es wirklich verstanden worden.
Muss aber nicht so sein.

Finde, die selbstständige Leistung fängt da an, wo der Kopf selbst nachdenken muss. Auswendig gelerntes (ich meine nicht Definitionen) ist mit mehr oder weniger Übung schnell zu erreichen, wohingegen die Zielstellung jeder Klausur/Arbeit Das Lernen und Verstehen ist...
Daher find ich, dass dieser Mehrwert, den ein Schüler durch das Fach bekommen sollte, leer läuft. Der Schüler versteht es meist nicht, sondern weiß es einfach.
BobbyCooper
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Anmeldungsdatum: 09.04.2007
Beiträge: 152

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2007 - 23:01:37    Titel:

Naja,aus meiner Sicht ist es - solange sich das,was auf dem Papier steht, mit der Frage übereinstimmt - nicht strafbar,denn Beweise für das Vergehen gibt es ja nicht direkt!
Netjerduai
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 228

BeitragVerfasst am: 25 Mai 2007 - 17:49:56    Titel:

Mit der auswendig gelernten Prüfung ließe sich doch ganz einfach Abhilfe schaffen.
Mein Prof. hat einige identische Klausuren bei einer Prüfung gehabt. Die wurden alle zu einer Nachprüfung innerhalb von sehr wenigen Tagen direkt nach der Klausur geladen. Tja.. Ende davon: bis auf 2 sind sie alle durchgefallen, da sie die Klausur auswendig gelernt haben vom Vorjahr.

AUfgefallen ist das dadurch: der Klausurentext war durch ein paar wenige Wörter verändert, sodass es gleich klang, aber nicht mehr die gleiche Klausur war und schon gar nicht auf die alte Lösung zu bestehen war.
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