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Der Abiturient von heute
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Foren-Übersicht -> Abi-Forum -> Der Abiturient von heute
 
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nachname_und_vorname
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Anmeldungsdatum: 23.05.2007
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 23 Mai 2007 - 19:40:09    Titel: Der Abiturient von heute

Ich möchte von einer gleichzeitig interessanten als auch erschreckenden Feststellung berichten.

Ich mache dieses Jahr mein Abitur. In den letzten beiden Jahren habe ich quasi "Sozialstudien" angestellt über die Abiturienten von heute/aus meinem Jahrgang.
Per definitionem sollte ein Mensch mit Allgemeiner Hochschulberechtigung neben fachlichem Wissen aus den verschiedensten Bereichen wie bspw. den Naturwissenschaften, Sprachen, etc. auch und in ganz besonderem Maße verschiedene Kompetenzen mitbringen, die weit darüber hinausgehen. (auf neudeutsch auch "soft skills" genannt)
Damit meine ich Aufgeschlossenheit, Toleranz, Begeisterungsfähigkeit, Kritikfähigkeit, kurzum Dinge die im gesellschaftlichen Leben essentiell sind. (Stichwort homo sociologicus)
Doch stattdessen beobachtete ich sehr häufig ausgesprochen naive, desinteressierte und unreife Mitkollegiaten, aber auch Lehrer.

Mehrere Beispiele:

- Eine Schülerin maßte sich während einer Schulfahrt in Italien an, in einem Lokal angesichts einer für sie ungewöhnlichen Speise lautstark Kritik zu üben, aufzustehen und dieses "Ding" in aller Öffentlichkeit zu fotografieren, um der daheimgebliebenen Verwandtschaft die exotischen Auswüchse fremder Kulturen näher bringen zu können.

(Ist es denn so verwunderlich, dass es nicht so wie in Mutters Küche ist?)


- Meiner Geschichtslehrerin war es nicht möglich, einem 30 Mann (nicht sexistisch gemeint) starken GK zu entlocken, wer Deutschlands 1. Präsident war. Wohlgemerkt ist meine Schule nach eben diesem Herren benannt.

(Wie kann man 13 Jahre lang an einem Schild vorbeigehen ohne es zu lesen?Wo bleibt da das Interesse?)


- Meine Englischlehrerin ist nicht mehr in der Lage mich zu grüßen, nur weil ich (wohlgemerkt sachliche) Kritik an ihrer Fragestellung geäußert habe. Nachdem sie meiner Argumentation nichts mehr entgegnen konnte hat sie einfach die Diskussion für beendent erklärt.

(Was für eine starke Persönlichkeit ist das, die nach humanistischer Bildung und langjährigem Studium nicht in der Lage ist angemessen auf Kritik zu reagieren?)


Das letzte Beispiel bringt mich zu einem weiteren Punkt. Meiner Meinung nach "züchten" die Gymnasien in allererster Linie stromlinienförmige Persönlichkeiten mit stark begrenztem Horizont. Nahezu alle, die mit einem Ergebnis von 1,0 - 1,4/5 die Schule verlassen werden, sind sture Auswendiglerner die sich jeder Konfrontation entziehen und nur indoktrinierte Meinungen besitzen.
[Bitte nicht falsch verstehen es gibt definitiv Ausnahmen und Auswendiglernen ist an sich ja nichts schlechtes. Aber ich finde man sollte den Ansporn haben, die Dinge auch zu durchdringen und zu begreifen.]
Die Schule ist (ich weiß nicht ob es früher anders war) kein Platz zur Entfaltung der Persönlichkeit und bietet kaum Raum zur Selbstverwirklichung. Was noch fehlt sind nur die Uniformen...

Habe ich zu hohe Erwartungen an den Menschen? Ist mein Menschenbild falsch? Schließlich sollen doch die Abgänger der Gymnasien die geistige Elite sein...

Was sind eure Erfahrungen? Wie seht ihr das?

Greetings
teroh
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Anmeldungsdatum: 22.03.2007
Beiträge: 825

BeitragVerfasst am: 23 Mai 2007 - 19:45:57    Titel: Re: Der Abiturient von heute

nachname_und_vorname hat folgendes geschrieben:



Das letzte Beispiel bringt mich zu einem weiteren Punkt. Meiner Meinung nach "züchten" die Gymnasien in allererster Linie stromlinienförmige Persönlichkeiten mit stark begrenztem Horizont. Nahezu alle, die mit einem Ergebnis von 1,0 - 1,4/5 die Schule verlassen werden, sind sture Auswendiglerner die sich jeder Konfrontation entziehen und nur indoktrinierte Meinungen besitzen.


Greetings


Ist klar, die mit 3,0 - 3,9 sind die wahren Könner, die waren eben nur zu faul zum auswendig lernen ... in allen Hauptfächern kann man mit Auswendiglernerei fast nichts gut machen, entweder man hat Talent für Mathe/Englisch/Physik etc. oder eben nicht.
florence2n
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Anmeldungsdatum: 06.05.2007
Beiträge: 60
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BeitragVerfasst am: 24 Mai 2007 - 21:38:03    Titel:

mein lieblingsspruch der besten schülerin (1er durchschnitt)
"WAS ist che guevara???"
hihihi... Very Happy
Tini88
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Anmeldungsdatum: 03.04.2007
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BeitragVerfasst am: 24 Mai 2007 - 21:47:10    Titel:

@Kevinst
dann hattest du das Glück, dir schon früh sicher zu sein, was du willst.
Das geht wenigen so und hat nicht unbedingt was damit zu tun, dass man sich keine Gedanken über seine Zukunft macht.
Viele aus meinem Jahrgang sind sich noch unsicher, was sie machen wollen.
Ich war mir auch noch unsicher, bis ich jetzt ziemlich sicher weiß, dass es Medizin werden soll. Dafür mache ich vor meinem Krankenpflegepraktikum noch 2 Wochen Orientierungspraktikum, um sicher zu gehen.
Und ich habe mir die letzten 2-3 Jahre Gedanken gemacht, nur immer unsicher gewesen.
Prong
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Anmeldungsdatum: 09.04.2006
Beiträge: 394

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2007 - 21:51:29    Titel:

Psychologisch gedeutet, hast du wohl kein gutes Abitur geschrieben...
Tini88
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Anmeldungsdatum: 03.04.2007
Beiträge: 118
Wohnort: Umzug läuft. Lübeck!

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2007 - 22:22:06    Titel:

richtig... nicht da sein bedeutet nun einmal eine schlechte mündliche note, weil du deine leistung nicht unter beweis gestellt hast.
und noch nicht wissen, was man machen will, heißt nicht, dass man außerhalb der schule keine interessen hat.

edit_ was auch gut war:
"wofür steht eigentlich das 's' bei UFOs?" die frage war ernst gemeint!
Kevinst
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Anmeldungsdatum: 23.08.2006
Beiträge: 102

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2007 - 23:11:35    Titel:

ihr habt mich ein bisschen falsch verstanden..

Ich war nur seltener in Geschichte als früher. Weniger Engagement hat sie nur in diese Abwesenheit interpretiert. Beteiligt habe ich mich, wenn ich denn da war, weiterhin. Obwohl ihr Unterricht mit Abstand das schlechteste meiner Schulzeit war Rolling Eyes

Wenn sie mir dadurch miese mündliche Noten gibt.. ok. Aber nicht schriftliche Arbeiten schlechter bewerten als von anderen. Ich hatte mit den meisten Fehlstunden die schlechteste Note (mit einem Kumpel zusammen). Und ich bin bei weitem nicht der dümmste aus unserem Kurs. Klar, zu den intelligentesten gehör ich auch nicht (Abi ~2,0), aber ihre Bewertungsmethode war einfach zu typisch für unsere weiblichen Lehrer. (das mag auf jeder Schule unterschiedlich sein). Sorry wenn ich mit meinen bayerischen Erfahrungen mit weiblichen Autoritätspersonen jemandem auf den Schuh getreten bin.

Ich hab doch nie behauptet, dass man fehlende INteressen hat, wenn man nicht weiß was man nach der Schule macht. Ich halte es lediglich für unverständlich, wenn man erst 13/2 beginnt, sich darüber Gedanken zu machen (davon gibts zweifellos viele).

Wie schön, dass Meinungen unterschiedlich sind.. worüber könnte man dann noch diskutieren Smile

PS: Zu den Polizisten waren wir freundlich.. bis die Strafe aufm Papier und in unserer Hand war Smile Dann hat sie mir noch gedroht mich mit aufs Revier zu nehmen, weil ich meinen Perso daheim hatte...

PPS: Mit softskills meinte ich eher Dinge, wie Hilfsbereitschaft, Fähigkeit sich auszudrücken, mit Menschen zu reden. Ich zähle dazu nicht genaueste Anwesenheitspflicht... nicht bei diesem Unterricht. Sie hat lediglich den Stoff aus dem Buch vorgelesen (es war wirklich exakt das Gleiche). Das macht auf die Dauer keinen Spaß. Da lese ich mir es lieber selbst durch. Kann es somit mindestens genau so gut => ich hätte eigentlich die gleiche schriftliche Note verdient.
Tini88
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Anmeldungsdatum: 03.04.2007
Beiträge: 118
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BeitragVerfasst am: 25 Mai 2007 - 11:47:04    Titel:

meinst du, ich habe mir erst in 13/2 angefangen, gedanken zu machen? oder meinst du das allgemein? ich denke schon mindestens seit anfang 11. darüber nach. auch wenn ich mich damals noch nicht festgelegt habe, es hat sich nur die ungefähre berufsrichtung rausgestellt (=bereich gesundheitswesen)
raining sun
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Anmeldungsdatum: 14.05.2007
Beiträge: 20
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 26 Mai 2007 - 09:56:29    Titel:

finde ich toll, dass ihr solche lehrer habt, die wissen worauf es ankommt. ich kenne nur einen einzigen unter vielen lehrer der fair ist. ich habe zum beispiel bei einer gedichtinterpretation eine 4 bekomme wohingegen eine bekannte (bin nicht näher mit ihr befreundet), die in ihrer jugend preise für ihre aufsätze gewonnen hat, mir darauf eine 1 gegeben hätte (und die hat das nicht aus gefälligkeit gesagt)... der lehrer hat mir alles angestrichen was nicht in seinem interpretationsbuch stand, obwohl ich meine sicht mit allem möglichen belegt habe.
ich weiß nicht aus welchem bundesland du (cain.) kommst. aber ich habe die erfahrung gemacht, dass alle real-und hauptschüler im allgemeinen als dumm angesehen werden- obwohl sie das auch keines falls sind. ich bin auf einer schule, in der gymnasium und jungenrealschule unter einem dach sind, und wenn mal was schief geht oder irgendwas kaputt ist, meinen alle immer gleich, das seien die realschüler gewesen. und sogar ein lehrer sagte nachdem in einer bank eine schraube gefehlt hatte : "das waren bestimmt die dummen, ungezogenen realschüler".
wisst ihr, wie man sich da als ehemalige realschülerin fühlt???
eagle05
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Anmeldungsdatum: 30.05.2006
Beiträge: 2481
Wohnort: Essen [NRW]

BeitragVerfasst am: 26 Mai 2007 - 13:32:46    Titel:

Smoon hat folgendes geschrieben:
...es schwerer werden sind die politiker dafür verantwortlich, niemand sonst

ja dann sind wieder die anderen schuld. Wie immer. Das nenn ich arm
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