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Personalkosten: fix oder variabel?
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jiggs
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Anmeldungsdatum: 26.05.2007
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 26 Mai 2007 - 15:09:04    Titel: Personalkosten: fix oder variabel?

Hi!
Ein Freund hat mir eine Klausur von einem seiner Seminare aus seiner Uni geschickt. Die letzte Aufgabe verwirrt mich etwas. Handelt es sich um bei den 360.000€ um fixe oder variable Kosten? Einerseits sind die Dozenten ja fest angestellt, andererseits ist ihre Arbeit stark von der Anzahl der Seminare abhängig!
Was meint ihr?

Hier die Aufgabe:
Das Unternehmen A ist auf die Veranstaltung von Lehrseminaren spezialisiert. Jedes Jahr werden unterschiedliche Seminare angeboten, die in ihrem zeitlichem Umfang stark variieren. Die Seminare werden z.T. im unternehmenseigenen Tagungszentrum und z.T. in Hotels abgehalten. Folgende Daten stehen Ihnen weiterhin zur Verfügung:
- In der kommenden Periode werden 30 Seminare angeboten, davon 24 im eigenen Tagungszentrum.
- Das Unternehmen verfügt über 8 fest angestellte Dozenten, die jährliche Personalkosten i.H.v. 360.000 EUR verursachen. Dabei sind sie 12.000 Stunden im Jahr anwesend, von denen Sie 6.000 Stunden in Seminaren leisten. Den Rest der Zeit sind sie mit Vortragsvorbereitungen beschäftigt.
- Für das unternehmenseigene Tagungszentrum fallen Fixkosten i.H.v. 120.000 EUR an.
- Sonstige Fixkosten (Geschäftsführung, Sitz der Verwaltung, kleiner Fuhrpark, Werbung, etc.) fallen i.H.v. 180.000 EUR an.

Bisher wurden die Fixkosten auf gleichmäßig auf die Seminare verteilt. Für eine verursachungsgerechtere Aufteilung wär halt wichtig, ob dies nun fixe oder variable Kosten sind!
coffeinjunky
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 26 Mai 2007 - 15:33:08    Titel:

Natürlich fix, da die Leute ja auch den gleichen Lohn bekommen, wenn sie keine Seminare geben. Dann gibt es halt nur das Unternehmen irgendwann nicht mehr, spielt für die Kostenart aber keine Rolle.

Beste Grüße
coffeinjunky
jiggs
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Anmeldungsdatum: 26.05.2007
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 26 Mai 2007 - 15:45:05    Titel:

Und wie teilt man die dann am besten auf die jeweiligen Seminartypen auf? Wenn ich z.B. errechnen will, was 50h für internes Seminar kosten: wie würde das gehen?

Danke
jiggs
Mnemosynes
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Anmeldungsdatum: 31.10.2005
Beiträge: 748
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 27 Mai 2007 - 14:47:07    Titel:

Die Dozenten sind hier in der gleichen Lage wie der Arbeiter am Fließband: wenn nicht mehr genug Arbeit da ist, werden Mitarbeiter gekündigt.
Weniger Seminare heisst daher auch weniger Dozenten.
Daher würde ich die Personalkosten für die Dozenten als variabel einstufen.
Fixe Personalkosten würde nur für die Verwaltung oder die Geschäftsleitung zutreffen.
coffeinjunky
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 27 Mai 2007 - 15:00:19    Titel: Re: Personalkosten: fix oder variabel?

Ich hätte nie gedacht, dass man sich über die Frage nach der Beschäftigungsabhängigkeit von bestimmten Kosten streiten kann. Aber gut. Ich zitiere nochmal die Aufgabenstellung:
jiggs hat folgendes geschrieben:
- Das Unternehmen verfügt über 8 fest angestellte Dozenten, die jährliche Personalkosten i.H.v. 360.000 EUR verursachen.


Das Wörtchen "fest" ist ja schon sowas ähnliches wie "fix". Ich als Lehrer würde solche Wörter nur in die Aufgaben reinpacken, wenn ich glaube, dass meine Schüler nicht sofort auf den Fixkostencharakter kommen. Wenn jemand einen festen Arbeitsvertrag hat, bedeutet dies in der Regel, dass sie bezahlt werden, unabhängig davon, ob sie Arbeit zugewiesen bekommen.

Natürlich werden die Leute gefeuert, wenn keine Seminare mehr reinkommen. Natürlich sind "in the long run" alle Kosten variabel. Das Unternehmen könnte auch von einem plötzlichen Börsenskandal erschüttert werden und bankrott gehen. Oder es könnte durch einen terroristischen Anschlag auf einem der Seminare einige der Dozenten verlieren, wodurch sich wieder die Variabilität der Personalkosten mit der Anzahl der Seminare rechtfertigen ließe. Es könnte auch sein, dass alle Dozenten von sich aus kündigen, da ihnen die Seminare zu langweilig werden, die sie geben.

Aber in der Kostenrechnung ist man ja nicht bei "Wünsch dir was" oder "Was könnte denn alles schreckliches passieren" (das ist ja eher im Mathematik-Bereich mit der Kombinatorik angesiedelt), sondern bei "So ist es" bzw. "So steht es in der Aufgabe".

Fixe Grüße
coffeinjunky
J.C.Denton
Gesperrter User
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Anmeldungsdatum: 10.12.2006
Beiträge: 6279

BeitragVerfasst am: 27 Mai 2007 - 16:05:23    Titel:

Nach meiner Kenntnis ist das fix, da es ein Gehalt ist. Also wie in der Produktion die Angestellten Ingenieure, Techniker und Meister.

Bei Lohnempfängern ist das variabel. Da gibt es bestimmte Werte z.b. Zeit, Stückzahl etc. , wonach der Lohn berechnet wird.
Pauker
Moderator
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Moderator


Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 27 Mai 2007 - 21:58:17    Titel:

Und was ist mit Monatslöhnen? Smile Die haben doch eher Gehaltscharakter.

Ich habe auch immer so meine Probleme, wenn ich das als variabel einstufen soll.

Gruß
Pauker
Mnemosynes
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Anmeldungsdatum: 31.10.2005
Beiträge: 748
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 29 Mai 2007 - 21:03:24    Titel:

Zitat:
Und wie teilt man die dann am besten auf die jeweiligen Seminartypen auf? Wenn ich z.B. errechnen will, was 50h für internes Seminar kosten: wie würde das gehen?

Rechne mal aus, was eine Dozentenstunde kostet (Vorbereitungszeit mit eingerechnet).
Verursachungsgerecht wäre auch die Aufteilung der Kosten des Tagungszentrums nur für die internen Seminare.
Die sonstigen Fixkosten teilst du auf alle Seminarstunden auf
Ahasus
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Anmeldungsdatum: 10.08.2010
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 10 Aug 2010 - 19:45:10    Titel:

Hallo,

alter Beitrag, aber mich beschäftigt auch gerade dieses Problem. Sind Personalkosten nun fix oder variabel? Da scheint es eben keine Standardantwort zu geben. Aber um die Antwort vorweg zu nehmen. Für mich sind die Dozenten-Personalkosten VARIABEL.

Hier wurde ja schon gesagt:

=> Fertigungslöhne sind meist variabel
=> höhere Produktionsmenge (mehr Aufträge) => höhere Fertigungslöhne

=> Gehälter (Verwaltung) meist fix
=> mehr Aufträge => mehr Arbeit, aber zum gleichn Lohn
=> eigentlich sprungfix ... irgendwann wenn die Aufträge zu viel werden, holen die sich Verstärkung

Variable Kosten reagieren auf unterschiedliche Herstellmengen. In diesem Beispiel ist das Fertigungsprodukt: Seminare.

Fall1a: Aufgrund eines höheren Bedarfs werden mehr Seminare angeboten, z.B. statt 30 werden 35 Seminare abgehalten. In diesem Fall müssen mehr Dozenten eingestellt werden (wie Fabrikarbeiter).

Fall1b: oder die vorhandenen Dozenten müssen mehr arbeiten. In BEIDEN Fällen steigen die Kosten, weil das Mehr an Arbeitsstunden bezahlt werden muss. Das Besondere bei Dozenten ist eben, dass sie für jedes einzelne Seminar bezahlt werden, welches sie abhalten. Sie erledigen keine anderen Arbeiten (wie auch aus der Angabe hervorgeht - Seminarzeit und Vorbereitungszeit)!

Fall2: Oft wird argumentiert, dass ich ja bei einem Sinken der Seminare die Dozenten nicht einfach entlassen kann. Soweit ich informiert bin sind Dozenten nicht pragmatisiert und werden ausschließlich für das Abhalten von Seminaren bezahlt. Das heißt, die bekommen nur dann einen festen Vertrag, wenn die Seminare auch stattfinden. Das ergibt sich etwa Wochen/Monate vorher, durch die Anmeldung von Studenten. Ohne Anmeldungen erhalten die genau 0 Euro ... also handelt es sich ganz klar um variable Kosten.

Eine weitere Perspektive wäre der Zeithorizont, und in der Prüfungsangabe steht sogar:

Zitat:
Das Unternehmen A ist auf die Veranstaltung von Lehrseminaren spezialisiert. Jedes Jahr werden unterschiedliche Seminare angeboten, die in ihrem zeitlichem Umfang stark variieren.


Der Betrachtungshorizont ist somit ein ganzes Jahr. Auch aus dieser Perspektive nehmen die Dozenten-Personalkosten einen variablen Charakter an.

Zitat:
Welche Kosten fix und welche variabel sind, hängt hauptsächlich davon ab, über welchen Zeitraum Sie sie betrachten. Beispiel Personalkosten: Die Lohn und Gehaltssumme über einen Monat betrachtet, ist fix. Über ein Jahr hinweg ist sie meist variabel, weil sich z. B. die Beschäftigtenzahl ändert oder Lohnsteigerungen ausgehandelt werden. Eine Personalkostensenkung für einen Monat ist daher kaum möglich. Binnen zwölf Monaten kann dagegen viel geschehen, etwa durch Personalabbau oder Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich

[url]http://www.sekada-daily.de/aktuelles/tipp/bwl-fixe-und-variable-kosten-wo-liegt-der-unterschied.html
[/url]
lg
Ahasus
Elzéard B.
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Anmeldungsdatum: 07.12.2008
Beiträge: 1150

BeitragVerfasst am: 10 Aug 2010 - 19:58:10    Titel:

Auf jeden Fall fix. Wenn nicht ausdrücklich eine Variabel-Klausel drin steht immer fix. Ist ja schliesslich kein hire-and-fire.

@ Ahasus

Fertigungslöhne sind in der Realität innerhalb der Kapazitätsgrenze auch nicht variabel bzw. nur bedingt. Bricht bei einem Automobilzulieferer die Nachfrage weg, kann er nicht sofort die Leute vor die Tür setzen um mit der Auftragslage zu atmen. Kurzarbeit o.ä. unterstellen eine gewisse Variabilität ansonsten ist diese aber bei Festanstellungen sehr eingeschränkt, da man auch nicht sofort betriebsbedingt kündigen kann.

Erst oberhalb der Kapazitätsgrenze sind Fertigungslöhne fast immer variabel (eben ein klassisches Industriebeispiel), da dann wirklich genau nach Stunden Überstunden ausbezahlt oder später abgefeiert werden.
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