Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

kleine Frage zum § 377 HGB (Rügepflicht)
Gehe zu Seite Zurück  1, 2
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> kleine Frage zum § 377 HGB (Rügepflicht)
 
Autor Nachricht
Pandur
Moderator
Benutzer-Profile anzeigen
Moderator


Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 849

BeitragVerfasst am: 06 Jul 2007 - 22:30:00    Titel:

Es dreht sich alles um die Frage, was eine "ordnungsgemäße Untersuchung" ist.

Bei Massenprodukten gehört zu einer ordnungsgemäßen Untersuchung die Entnahme von Stichproben. Wieviel Stichproben zu nehmen sind hängt in erster Linie davon ab, ob die Ware nach der Stichprobe noch verwendet werden kann oder nicht. In deinem Beispiel eignen sich die geöffneten Dosen nicht mehr zum Verkauf. Insofern halte ich es für absolut übertrieben 100 Dosen stichprobenartig zu untersuchen (welcher Unternehmer kann sich das leisten?). 10 Dosen sollten hier genügen. Wichtig ist dabei natürlich, dass nicht 10 Dosen aus einer Reihe oder einem Karton überprüft werden, sondern die Dosen verstreut über die ganze Lieferung entnommen werden. Sind die 10 Dosen einwandfrei, dann hat der Händler seiner Untersuchungspflicht genügt. Insofern stelle ich mich mal ganz frech gegen die Meinung von deinem Prof.

Gruß Pandur
Pandur
Moderator
Benutzer-Profile anzeigen
Moderator


Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 849

BeitragVerfasst am: 07 Jul 2007 - 10:12:40    Titel:

Man kann sich ja eigentlich schon fragen, wenn man das Wort "offener Mangel" mal wörtlich nimmt, ob verdorbene Erbsen in einer verschlossenen Konservendose einen offenen Mangel darstellen können. Ich halte das Beispiel von deinem Prof. daher schon für äußerst unpassend.

Stichproben beinhalten immer ein Zufallselement. Dieses kann m. E. dem Käufer nicht zum Nachteil gereicht werden. Er kauft Ware ja schließlich um sie zu verkaufen und nicht um sie zu prüfen. Wenn jetzt auch "hypothetisch" zu entdeckende Mängel zu den offenen Mängeln zählen würde, führte dies zu einer erheblichen Risikoverschiebung zu Lasten des Käufers.

Insofern teile ich die Auffassung von deinem Prof. nicht. Mich würde es allerdings auch nicht wundern, wenn du deinen Prof. einfach falsch verstanden hattest.

Vielleicht meinte er mit Mängeln, die hypothetisch erkannt worden wären den Fall, dass der Käufer überhaupt keine Prüfung durchgeführt hat. In dem Fall fragst du dann natürlich, ob er die Fehler hypothetisch bei einer ordnungsgemäßen Prüfung gefunden hätte.

Gruß Pandur
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> kleine Frage zum § 377 HGB (Rügepflicht)
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2
Seite 2 von 2

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum