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Intuition
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Tom Petervari
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Anmeldungsdatum: 11.07.2007
Beiträge: 92

BeitragVerfasst am: 30 Jul 2007 - 04:45:25    Titel: Intuition

Vom Verfasser gelöscht.

Zuletzt bearbeitet von Tom Petervari am 07 März 2009 - 22:22:06, insgesamt einmal bearbeitet
murania
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Anmeldungsdatum: 23.10.2005
Beiträge: 2602

BeitragVerfasst am: 30 Jul 2007 - 10:25:27    Titel:

Ohne Intuition gibt es wohl kaum neue Entdeckungen. Die größten Erfindungen wurden allerdings nicht durch Intuition gefunden, sondern eher Zufällig. Ich denke die Institution ist ein Schritt nach der Intuition. Erst braucht man einen konkreten Gedanken, um ihn dann in die Wirklichkeit zu verankern.
Tom Petervari
Gesperrter User
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Anmeldungsdatum: 11.07.2007
Beiträge: 92

BeitragVerfasst am: 30 Jul 2007 - 16:45:11    Titel:

Vom Verfasser gelöscht.

Zuletzt bearbeitet von Tom Petervari am 08 März 2009 - 15:11:42, insgesamt einmal bearbeitet
BigHug
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Anmeldungsdatum: 30.05.2007
Beiträge: 163

BeitragVerfasst am: 30 Jul 2007 - 20:14:20    Titel:

Zitat:
Meine Frage: Inwieweit ist das Phänomen der INTUITION wissenschaftlich relevant, und wie verträgt es sich mit der INSTITUTION.

Berechtigte Institutionen basieren auf Verträgen, die zwischen gesunden Menschen bzw. ihren Gruppen vereinbart werden (s. Sparta oder, daran angelehnt, Platons Ideal eines Staates), indem sie aus Vernunftsgründen beschließen, bestimmte Pflichten und Rechte gegenseitig einzuhalten. Zweck solchen "Vertragens": sich z.B. gemeinsam - ohne weitere Kämpfe / daher: "Vertragen") - das einzig habbare Gebiet weit und breit, einschließlich dessen Nahrungsresourcen zu teilen.

Rechte und Pflichten können heißen:

1a >> Den "Geist"-spezifischen Entwurf daseinskämpferischer Strategien sollen die phsychisch-geistig-körperlich Besten ab einem Alter von ca. 60 Jahren übernehmen..
1b >> Die "Körper"-spezifische Verteidigung und Vermehrung des Staates sollen die körperlich-psychisch-geistig tüchtigsten jungen Mannschaften übernehmen
2 >> Die "Energie"-spezifische Versorgung der Gemeinschaft mit Nahrung soll die der Menge nach stärkste Partei der mindermutierten, aber noch zum "Bauer"-Sein geeigneten Artgenossen übernehmen.

Vernunftsgründe hießen in solch einem Fall: Ohne Vertragen herrschte bedingungsloser Kampf zwischen den mindestens zwei Parteien (aristoi & demos) um den Alleinbesitz des Territoriums. Solcher Anspruch auf gruppenweise verwirklichte "territoriale Souveranität" stellt ein angeborenes, sich über die Intuition meldendes Bedürfnis dar, so wie auch das Bedürfniss nach Nahrung. Oder nach Erkenntnis (Wissensdrang), Erotik, Sozialität, Sexualität...

Alles zusammen zeigt, das Institutionen (Pakte) zwar darauf begründet sind, die intuitiven Impulse (vgl. auch Sokrates "Daimonion") partiell selbstzubezähmen (vollbewusst; aus "Einsicht in die Notwendigkeit" zur Ausschaltung sonst drohender, noch größerer Nachteile), aber dennoch letztlich von ihr legalisiert werden...

Auch wissenschaftlich ist die Intuition insofern relevant, als dass ohne sie überhaupt keine fundierten Erkenntnisse gewonnen werden können. Wie Heraklit sagt: ethos antropos daimon/ das Meiste am homo sapiens ist [instinktives] Grundverhalten...)

Fragen wie Deine setzen die Konfrontation mit unserer instinktreduzierten (intuitinsverarmten) Gesellschaft voraus, in der die Kinder lange vor der Reife des kritischen Denkvermögens darauf dressiert werden, sich deren also völlig anders als oben gearteten 'Institutionen' zu unterwerfen/ Gott ist Dein Herr; Du bist der Staatverfassung Untertan; Du sollst Deine Eltern [Deine psychischen Kastratoren] lieben, nicht lügen usw....), anstatt den angeborenen intuitiven Impulsen - das Beste am Homo Sapiens - zu folgen...

Fundierte Wissenschaft kann daher nur von Außenseitern wie Freud betrieben werden, denen also gelang, den Kontakt zu ihrer daimonischen Intuition - das "ES" - nicht ganz zu verlieren, einen Rest über den Prozess der das ES sonst weitgehend ins "Unbewusste" gewaltsam verdrängenden Erziehung hinwegerrettetend. Zur Diskussion des Intuitionsreduktionsphänomens: http://freenet-homepage.de/traumdeutung.fuer.einsteiger/pg008.html


Zuletzt bearbeitet von BigHug am 02 Aug 2007 - 17:30:29, insgesamt 2-mal bearbeitet
schelm
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4313

BeitragVerfasst am: 30 Jul 2007 - 21:03:23    Titel:

Big Hug :
Zitat:
Du sollst Deine Eltern [Deine psychischen Kastratoren] lieben, nicht lügen usw....), anstatt ihren intuitiven Impulsen zu folgen...

Intuition, Inspiration, Talent .. sind immer nur eine wichtige Komponente.
Ohne Fleiß ( Versuch und Scheitern ), Erfahrung und einen moralischen Kontext ( im Beispiel die Eltern als " psychische Kastratoren " ) haben sie soviel Wert wie wenn ein Kind mit einer Atombombe spielt.

Freundliche Grüße, schelm
BigHug
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Anmeldungsdatum: 30.05.2007
Beiträge: 163

BeitragVerfasst am: 30 Jul 2007 - 22:13:58    Titel:

Zitat:
Ohne... einen moralischen Kontext ... haben intuitive Impulse soviel Wert wie wenn ein Kind mit einer Atombombe spielt.


Das ist richtig, du Schelm. D.h. wenn Du die "Familie" als den Kontext setzt, in dem ein Kind geboren wird und heranwächst. Wer darin nicht moralisch domestiziert bzw. psychisch kastriert wird - wie bei Kain am mytisch überlieferten Beginn des Patriarchats der Fall -, wächst zu einem ungehemmt skrupellosen Brudermörder heran; so müssen alle Familienkinder unbedingt moralisch erzogen werden (ihre dadurch zusätzlich geförderte Mörderigkeit bändigend, so dass sie sie nur auf Obrigkeitsbefehl von der Kette lassen), weil sonst ist ein Zusammenleben mit ihnen lebensgefährlich...

Nimmst Du hingegen zum Kontext eine bereits annähernd naturgemäße Kindergruppe wie im Internat von Summerhill vorhanden, wird die moralische Erziehung überflüssig, ja sogar offensichtlich schädlich. Sie würde die instinktive Beziehungsdynamik der Kindergemeinschaft verunmöglichen - zugleich auch die artgerecht erfolgende Sozialisation, die die Kinder ganz allein unter sich erreichen, dabei den angeborenen Egoismus des Säuglings, die damit verbundene Egozentrik und Rücksichtslosigkeit nach und nach in das Vermögen zur selbslosen Einsatzbereitschaft (eigentliche Liebe) zugunsten hilfloserer Artgenossen verwandelnd.

Fazit: Erst der ursprüngliche Homo Sapiens kann fähig sein, die Technologien und ideal-staatlichen Institutionen der Krone der Schöpfung im Interesse des Gedeihens aller Arten von Leben anzuwenden, diesen Planet von den Wunden heilend, die ihm von unserer in der Familien'institution' verankerten Gesellschaft durch ihre krankhaft-unersättliches, suchtmäßig ausuferndes Haschen nach Konsum, Prestige und Macht ("Ersatzbedürfnisse") geschlagen werden. "Zurück zur Natur!" - aber nicht nostalgisch, sondern fundiert, mystisch wie naturwissenschaftlich.
schelm
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4313

BeitragVerfasst am: 31 Jul 2007 - 08:26:16    Titel:

BigHug schrieb :
Zitat:
Das ist richtig, du Schelm. D.h. wenn Du die "Familie" als den Kontext setzt, in dem ein Kind geboren wird und heranwächst. Wer darin nicht moralisch domestiziert bzw. psychisch kastriert wird - wie bei Kain am mytisch überlieferten Beginn des Patriarchats der Fall -, wächst zu einem ungehemmt skrupellosen Brudermörder heran ....

Nun ja, wäre die Frage nicht eher : Was erachten wir als gewünschtes soziales Verhalten ? Wenn wir ein gewünschtes diesbezügliches Verhalten als Normativ definieren, wie können wir dann die nötigen Mittel zur Erreichung des Ziels als psychische Kastration verstehen ?

Dies impliziert ja, Eltern wirken destrutiv auf ihre Kinder ein, enthalten ihnen durch die Erziehung - oder auch : psychische Kastration etwas vor / verhindern eine Entwicklung , welche wir im Grunde nicht wollen - weil Kain sonst wieder seinen Bruder Abel erschlägt, bedauern diese Hinderung des Brudermordes über Erziehung und Wertevermittlung gleichwohl als geistig- seelische Kastration ?

Das leuchtet mir nicht ganz ein. Wir sollten uns schon entscheiden, ob wir intuitive - zügellose Egomanen züchten wollen oder halbwegs sozialisierte, mit moralischen Werten behaftete Zweibeiner.
Zitat:
...so müssen alle Familienkinder unbedingt moralisch erzogen werden (ihre dadurch zusätzlich geförderte Mörderigkeit bändigend, so dass sie sie nur auf Obrigkeitsbefehl von der Kette lassen), weil sonst ist ein Zusammenleben mit ihnen lebensgefährlich...

Die Erziehung fördert zusätzlich ihre Möderigkeit ? Und bändigt sie gleichwohl um sie nur auf Obrigkeitsbefehl von der Kette zu lassen ?
Da stimmt vielleicht mit den Erziehungszielen etwas nicht, nicht den Gedanken der Erziehung an sich.
Zitat:
..... Sie würde die instinktive Beziehungsdynamik der Kindergemeinschaft verunmöglichen - zugleich auch die artgerecht erfolgende Sozialisation, die die Kinder ganz allein unter sich erreichen
, dabei den angeborenen Egoismus des Säuglings, die damit verbundene Egozentrik und Rücksichtslosigkeit nach und nach in das Vermögen zur selbslosen Einsatzbereitschaft (eigentliche Liebe) zugunsten hilfloserer Artgenossen verwandelnd.

Na ja, Kinder können grausam sein, es ist nicht immer ratsam abzuwarten, bis sich ihre Beziehungsdynamik über Bewußtseinsbildung in Einsatzbereitschaft zugunsten schwächerer Mitglieder der Gruppe verwandelt.
Weil : Erstens gibt es jene von Anfang an ( da kann viel kaputt kastriert werden in der kleinen Seele durch andere Halbwüchsige ) und zweitens : Schafft hier rein intuitives Verhalten der Knirpse erst zum Teil die Probleme, die es ohne akuten Eingriff dann hinterher mühsam und selbstlos, auch durch die Verursacher, wieder zu beheben gilt.

Freundliche Grüße, schelm
BigHug
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Anmeldungsdatum: 30.05.2007
Beiträge: 163

BeitragVerfasst am: 31 Jul 2007 - 16:24:36    Titel:

Zitat:
Nun ja, wäre die Frage nicht eher : Was erachten wir als gewünschtes soziales Verhalten ? Wenn wir ein gewünschtes diesbezügliches Verhalten als Normativ definieren, wie können wir dann die nötigen Mittel zur Erreichung des Ziels als psychische Kastration verstehen ?


Indem wir eine Kindergruppe wie ähnlich in Summerhill - nur konsequenter (bereits für Kinder ab dem dritten Lebensjahr, nicht erst für 8 oder 12 bis 20Jährige, die schon schwer vorgeschädigt wurden) - als das nötige Mittel zur Erreichung dieses Zieles definieren. Dort wird nicht "erzogen" - also auch nicht psychisch kastriert -, sondern wirkt das Prinzip dre biologischen "Selbstorganisation" (O-Ton Neils), das heute von Evolutionstheoretikern wie Goodwin untern dem Begriff "Morphogenetisches Feld" erforscht und beschrieben wird (s. "Der Leopard der seine Flecken verlor")
Zitat:


Dies impliziert ja, Eltern wirken destrutiv auf ihre Kinder ein, enthalten ihnen durch die Erziehung - oder auch : psychische Kastration etwas vor / verhindern eine Entwicklung , welche wir im Grunde nicht wollen - weil Kain sonst wieder seinen Bruder Abel erschlägt, bedauern diese Hinderung des Brudermordes über Erziehung und Wertevermittlung gleichwohl als geistig- seelische Kastration ?


Ich unterstelle Eltern keine bösen Absichten; sie meinen es in aller Regel gut, sind aber leider in aller Regel auch unfähig die Konsequenzen ihres "Meinens" zu hinterfragen. Das kann man von Menschen, die ihres gesunden Menschenverstandes beraubt wurden - ihrer Intuition/ "Weisheit der Natur"; Daimonion) auch nicht verlangen, heißt aber nicht dass man einverstanden damit sein muß.


Die von Dir angesprochenen Schwierigkeiten und Ungereimtheiten könnten wir allersamt dadurch beheben, dass wir die "Familie" schlechthin als krankmachend erkennen würden - ob ohne Erziehung wie bei Kajin gleich ab der mythisch überlieferten Einführung des Familienlebens, oder herach, wo die Hexer und Priesterkönige solcher Kulturen erkannten, dass eine erzieherische Bändigung der Familienkinder erforderlich ist, dafür zunächst die entsetzlichen Pubertätsrituale einführend und schließlich die Pädagogie immer mehr subtilisierend und auf den Beginn der analen Phase/ ca. 3. Lebensjahr) vorverlagernd.

Ich gehe tatsächlich davon aus, dass die Menschheit vor der Erschaffung des Familienlebens in Kindergruppen psychisch reifte, die der des Experiments von Summerhill von Struktur und Dynamik her sehr ähnlich sind, und dass dies unvereinbar ist mit der krankmachenden Familie. Wären die Kinder aus Summerhill nicht schwer vorgeschädigt, sie würden nicht bald nach der Pubertät beginnen, die Familienstruktur und -dynamik aus ihrem damit verprägten Über-Ich herab zu regenerieren.
schelm
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4313

BeitragVerfasst am: 31 Jul 2007 - 17:44:46    Titel:

BigHug schrieb :
Zitat:
Indem wir eine Kindergruppe wie ähnlich in Summerhill - nur konsequenter (bereits für Kinder ab dem dritten Lebensjahr, nicht erst für 8 oder 12 bis 20Jährige, die schon schwer vorgeschädigt wurden) - als das nötige Mittel zur Erreichung dieses Zieles definieren.

Um diese Vorschädigung zu vermeiden, müßtest du die Kinder konsequent ihrem familiären Einfluss entziehen. Wie soll das praktisch erfolgen ? Den Müttern ihre Kinder wegnehmen ? Ansonsten gibt es immer eine Zeitspanne außerhalb der Experimentalzeit, in welcher die üblichen Einflüsse und Umstände ebenfalls Bewußtseinsbildend auf sie einwirken.
Zitat:
Dort wird nicht "erzogen" - also auch nicht psychisch kastriert -, sondern wirkt das Prinzip dre biologischen "Selbstorganisation" (O-Ton Neils), das heute von Evolutionstheoretikern wie Goodwin untern dem Begriff "Morphogenetisches Feld" erforscht und beschrieben wird (s. "Der Leopard der seine Flecken verlor")

Über die morphogenetischen Felder las ich mal bei R. Sheldrake - " Das Gedächtnis der Natur ". Eine zugegebenermaßen faszinierende Theorie. Seine Theorie geht allerdings davon aus, das intuitives Verhalten und damit verbundene Fähigkeiten sich in einer Spezies zielstrebiger und effektiver manifestieren, je mehr Angehörige dieser Art eine bestimmte Fähigkeit bereits erlernten - und dies auch unabhängig einer Gruppendynamik, welche sich erst aus dem direkten Kontakt der Gruppenmitglieder ergibt.

Seine Feldtheorie geht von einem Gedächtnis der Natur aus, welches alle gemachten Erfahrungen und Eigenschaften abspeichert und unabhängig der Gruppe dem einzelnen hilft etwas bereits durch andere gelerntes, lokal fern sein könnendes, dann selbst leichter und viel schneller als Lernergebnis, Fähigkeit zu erwerben.

Simples Beispiel : Kinder gehen heute in der Regel sehr unbelastet und gleichwohl sehr zügig ganz selbstverständlich und kompetent als Anwender mit den Möglichkeiten des modernen Informationszeitalters um, sei es bei Handys oder Personalcomputern. - Und dies ohne einen Kurs darüber besucht zu haben. Sheldrake würde also - würde er dieses Beispiel wählen - darauf verweisen, das eine ähnliche Kompetenz bei gleicher Nichtvorbildung eine Gruppe vergleichbarer Kinder im Mittelalter niemals aufbringen könnte.

Interessant auch seine Vergleiche aus dem Tierreich bei der Beobachtung der Organisation und komplizierten Baustruktur von z.B. eines Termitenhügels oder anderer tierischer Bauwerke. Jede neue Termitengeneration kann also bereits - ohne Vorbildung, ohne Versuch und Scheitern - einen derartig komplizierten Bau ( mit teilweise aufeinander zulaufenden Säulen, ähnlich einer Brücke ) ohne Probleme zuwege bringen.

Fazit : Sheldrakes Feldtheorie bedarf also nicht des unmittelbaren Informationsaustausches der Gruppenmitglieder, sondern wäre abgespeichert in den morphogenetischen Feldern, auf welche quasi jeder der Art dann Zugriff nehmen kann.
Zitat:
Ich unterstelle Eltern keine bösen Absichten; sie meinen es in aller Regel gut, sind aber leider in aller Regel auch unfähig die Konsequenzen ihres "Meinens" zu hinterfragen. Das kann man von Menschen, die ihres gesunden Menschenverstandes beraubt wurden - ihrer Intuition/ "Weisheit der Natur"; Daimonion) auch nicht verlangen, heißt aber nicht dass man einverstanden damit sein muß.

Ich bestreite sicherlich nicht, das die Idee der unbeeinflussten , intuitiven Selbstorganisation letztlich zu vergleichbaren sozialen Ergebnissen führen könnte. Allerdings halte ich dies auch schlecht für vorausschaubar, ohne moralische Normative die von außerhalb gesetzt und kontrolliert werden.

Weil : Bleiben wir bei der Feldtheorie. Wenn sich gewisse Erfahrungen und Fähigkeiten, welche der Einzelne intuitiv erwarb durchsetzen und also als effizient erweisen bei der Verwirklichung dessen egoistischer Ziele, so können wir also vom Gesichtspunkt der Gruppendynamik davon ausgehen, das die anderen Gruppenmitglieder dies ebenfalls zügig raffen.

Die Frage ist hier jedoch : Wären diese effizienten Mittel wünschenswert für den sozialen Zusammenhalt der Gruppe, oder setzen sich damit die cleversten Egoisten durch ?

Ein Mensch in seiner individuellen Selbstwahrnehmung neigt nunmal naturgemäß nicht von vornherein wie besagte Termite dazu, diese Fähigkeiten der Gemeinschaft in Dienst für ein übergeordnetes, also gemeinsamens Ziel einzusetzen.

Wie erwähnt : Durch Versuch, Mißerfolg und Bewußtseinsbildung könnte sich diese Zielvorgabe herausbilden. Die unbeantwortete Frage bleibt jedoch :

Würde es diese Erfahrung ermöglichen, das der Mensch sein Verhalten dann deshalb gruppendienlich ausrichtet, weil er erkennt dadurch auch sein Ego effizienter ( durch abgestimmte Kooperation ) zufriedenstellen zu können ? Also : Würde er dies als intuitive und ultimative Weisheit und Moral persönlichkeitsimmanent abspeichern ?

Ich denke nicht, denn dazu sind seine letztendlichen Ziele und Bedürfnisse zu verschieden. Sie beschränken sich eben nicht in der Zufiedenheit der Termite, wenn es gelang den Hügel gemeinschaftlich dienlich fertig zu stellen.

Also bedarf es dem Korrektiv im Sozialverhalten des Menschen, der Erziehung, welche ihm seine eigene Ambivalenz vor Augen führt und letzlich damit etwas einbremst.
Zitat:
Wären die Kinder aus Summerhill nicht schwer vorgeschädigt, sie würden nicht bald nach der Pubertät beginnen, die Familienstruktur und -dynamik aus ihrem damit verprägten Über-Ich herab zu regenerieren.

Das bezweifel ich stark. Die Organisation des Menschen in kleinen, persönlichen und überschaubaren Zellen - also Familien - entspricht weniger einer erzieherischen und gesellschaftlichen Indoktrination, ich denke , es ist mehr der eigene Wunsch des Zweibeiners nach dieser haltgebenden Struktur und dem Wunsch, in seinem Nachwuchs irgendwie weiterzuleben ...

Freundliche Grüße, schelm
schelm
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4313

BeitragVerfasst am: 01 Aug 2007 - 07:27:42    Titel:

BigHug schrieb :
Zitat:
Du solltest hierbei m.E. die Möglichkeit berücksichtigen, dass Dein ICH im Vorbewusstsein von den familienspezifischen Prägungen seines ÜBER-ICHs manipuliert wird - also von den unswerer patriarchalischen Gesellschaft typischen, das Familienleben dogmatisch für gut befindenen Glücks- und Wervorstellungen - und nach Methoden Ausschau halten, die Dir geeignet scheinen, diese Hypothese zu hinterfragen.

Fakt ist eins : Das Kind selbst , klein und hilflos bedarf einer Prägung und sucht auch selbst danach. Man kann sicher darüber diskutieren, ob dies eine Prägung auf die leiblichen oder Adoptiveltern sein muß, oder beides dieselbe Bindung schafft.
Was ich ablehnen würde, wäre die Sinnhaftigkeit einer Prägung auf eine größere Gemeinschaft von Beginn an, ohne speziell eingebundene Elternfunktion. Weil ....
Zitat:
Zu Zweitens: Das läßt sich fraglos an allen Familienkindern beobachten, die mit ihren leiblichen Eltern aufwuchsen. Auch bei denen, die 'nur' Adoptivelter hatten, davon aber nichts erfahren; d.h. sie bilden mit diesen eine lebenlänglich weiter bestehende Bindung. Wenn sies doch erfahren, bricht zu Beginn der Pubertät eine zuvor nicht ahnbar gewesen Sehnsucht nach ihren 'echten' Eltern aus. Das deutet aber eher darauf hin, dass sie mit ihren Adoptiveltern nicht voll zufrieden sind, diese also ihnen gegenüber psychisch in irgendeiner Weise versagten.

.... die Prägung auf Eltern eine spezielle Funktion erfüllt. Ein Kind braucht individuelle Zuwendung und Aufmerksamkeit, an Hand seiner spezifischen Persönlichkeit. Für diese Aufgabe sind theoretisch die leiblichen Eltern am Besten prädesdiniert. Ich habe übrigens einen 3- jährigen Sohn und glaube zu wissen wovon ich rede.

Das verbindende Feld der Gene, zeigt sich in vielerlei Ausdrucksformen seines Verhaltens, seiner Mimik, Gestik und Reaktionsweisen, welche mir sehr vertraut erscheinen und mich unmittelbar an mich selbst als Kind erinnern. Obwohl ich ihn leider nur ca. 1 Woche pro Monat sehen kann, gab es nie ein wirkliches Fremdeln von ihm zu mir. Obwohl andere Personen aus seinem Umfeld ihn viel häufiger sahen und Kontakt hatten, durfte z.B. außer seiner Mutter nur ich, manchmal nicht einmal seine Großeltern, ihn hochnehmen; mit ihm schmusen oder an die Hand nehmen, das verbat er sich zum Teil. Meine Hand hingegen sucht er von selbst.

Dieses Fremdeln hatte er bisher zu mir niemals, ich durfte also stets nach belieben mit ihm knuddeln, neben ihn sitzen, hochheben etc. - und dies trotz viel weniger realen Kontakt im Vergleich zu anderen Bezugspersonen.

Wie erklärst du dir dies wissenschaftlich ?!

Ich glaube, es ist eine intuitive Verbindung zu seinen Wurzeln, auch wenn er mit 3 Jahren natürlich noch nicht definieren kann, was ein Papa eigentlich ist, auch wenn er mich seit über einen Jahr bereits so nennt.

Wenn Kinder die adoptiert wurden später dies erfahren, so muß dies nichts mit einer Unzufriedenheit mit den Adoptiveltern zu tun haben, ich denke, es ist eben dieser intuitive Wunsch, die Sehnsucht die eigenen genetischen Wurzeln kennen zu lernen. Denn Kinder spiegeln trotz Erziehung durch nichtleibliche Eltern bestimmte mentale Gemeinsamkeiten und Individualitäten ihrer leiblichen Eltern in gewissen Maße wieder. Mal mehr, mal weniger.

Kennt das Kind diesbezüglich seine Herkunft ( also lernt seine leiblichen Eltern kennen ) so kann dies helfen sich selbst besser zu verstehen, warum man auch ( nicht nur ) ist, wie man ist.
Diese Identitätssuche und das eigene Identitätsverständnis kann niemand ersetzen.

Im übrigen würde mich langsam mal interessieren, was denn eigentlich ein intuitives, selbsregulierendes Organisationskonzept den Kindern soviel mehr gibt, das ihnen sonst profane Erziehung durch Eltern nimmt ?
Zitat:
Wenn aber das Kleinkind die vorherigen 3 Jahre eine psychisch relativ potente Mutter hatte, würde es (das "Fremdeln" findet ca. ums 2. Lebensjahr statt) ohne jede Schwierigkeit sofort, instinktgeleitet, Anschluß an eine artgerechte Kindergruppe suchen, in
- der die jeweils etwas älteren, schon erfahreneren Kinder instinktiv die Mutterrolle übernehmen, bei ihnen allen erforderlichen Schutz, Zuwnedung, Geborgenheit, Anerkennung und Trost bei kleineren Unfällen erhaltend,
- sich spielerisch messend und wetteifernd mit den Ebenbürtigen/ Gleichaltrigen (wobei die eigenen Talente geübt und der angemessene Platz in der Gruppe gefunden wird) und
- seinerseits soziale Kompetenz entwickeln, in dem Maße wie es von dem neu hinzukommenden, jeweils ein wenig jüngeren Kindern beansprucht wird, ihnen bei ihren 6 angeboren Bedürfnissen entgegen zu kommen. / s. http://freenet-homepage.de/Traumanalyse-Seelenmodell/pg000.html ).

Entschuldige, aber alles was du aufzählst, erfüllt auch der Kindergarten in welchen mein Minischelm geht und seine diesbezügliche soziale Kompetenz lernt zu entwickeln, sich entfalten kann etc.
Und er geht nach eigenen Aussagen sehr gern dahin, freut sich jedoch gleichwohl wenn es Nachmittag ist und er mit ausgestreckten Ärmchen auf Mama zurennen kann.

Da müßtest du das Kind früher von der Mutter abnabeln für dein Experiment. Ein 3- Jähriger der auf seine Mutter geprägt ist, würde deren Verlust nicht oder nicht in absehbarer Zeit verwinden und schweren seelischen Schaden nehmen.
Zitat:
Solche sich als "artgrechte" Kindergruppe konstituierende Beziehunsgdynamik ist in der dafür viel zu kleinen Familien unmöglich; außerdem müssen die meisten der 6 Instinkte der darin zuvor bereits narzißtisch/sadomasochistisch hyperaktivierten Kinder ab der analen Phase zuerst mit dem Argument der "Sauberkeit" anhand der totemischen Moral bekämpft und ins Unbewusste gewaltsam verdrängt werden - sonst würden sie untauglich, sich in das dasnaturwidrige psychische "Leiden" auf auf diesem Planet erzeugende, in seinen "Ersatzbedürfnissen" und dem Narzißmus unheilbar rotierende System unserer patriarchalischen Gesellschaft zu integrieren.

Da kann ich so aus eigener Erfahrung nicht bestätigen. Mein Minischelm darf sich entdecken wie er will, ich habe es im Garten des öfteren beobachten können ( wenn er planscht ), seine Mutter schreitet da nicht ein, falls doch, würde ich dezent einschreiten - gegen sie.

Freundliche Grüße, schelm
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