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Wer regiert die 4. Gewalt? Parteineigung von Journalisten
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Wer regiert die 4. Gewalt? Parteineigung von Journalisten
 
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Heison
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Anmeldungsdatum: 05.12.2006
Beiträge: 525

BeitragVerfasst am: 27 Aug 2007 - 14:39:21    Titel: Wer regiert die 4. Gewalt? Parteineigung von Journalisten

Eine Repräsentativbefragung von 1536 Journalisten in 2005 hat ergeben, dass die Grünen die Partei sind, die eine relative Mehrheit unter den Journalisten erhält. Gut ein Drittel neigen dieser Partei zu. Insgesamt ergibt sich folgendes Bild:



(Urheberrechte werden nicht verletzt.)

Grüne 35,5%
SPD 26,0%
CDU/CSU 8,7%
FDP 6,3%
Andere 4,0%
keine Partei 19,6%

Das stimmt auch mit der Einschätzung der Journalisten bzgl. der eigenen politischen Ausrichtung überein: "Die Journalistinnen und Journalisten in Deutschland verorten sich selbst im Durchschnitt eher links der politischen Mitte. Auf einer Skala von 1 bis 100, bei der die Zahl 1 für „politisch links“ und die Zahl 100 für 'politisch rechts' steht, liegt der Mittelwert der politischen Grundhaltung der Journalisten bei 38." (Quelle).

Interessant sind auch die regelmäßig genutzten Pressemedien, hier waren Mehrfachnennungen möglich. Die Süddeutsche wird ebenfalls von gut einem Drittel oft herangezogen.

Süddeutsche Zeitung 35,0%
Der Spiegel 34,0%
Frankfurter Allgemeine Zeitung 15,0%
Die ZEIT 11,0%
BILD 10,0%
die tageszeitung (taz) 7,0%
Stern 6,0%
Focus 5,0%
Die Welt 4,0%
Frankfurter Rundschau 4,0%
Financial Times Deutschland 4,0%
Handelsblatt 3,0%

Die Top 5 der Fernsehnachrichten heißen:

ARD Tagesschau 19%
ARD Tagesthemen 14%
ZDF heute journal 8%
ntv 4%
ZDF heute 4%

Die Auswirkungen auf die öffentliche Meinung und die politische Meinungsbildung sind nicht zu unterschätzen. Daher sollte ein kritischer Medienkonsument besonders die Parteipräferenzen der Journalisten in Deutschland im Hinterkopf behalten und grundsätzlich verschiedene Quellen zur Informationsgewinnung heranziehen.

Worin besteht die Gefahr eines unreflektierten Medienkonsums?

Die Gefahr besteht in der inhaltlichen Verfärbung von Medienberichten, gerade dann, wenn Journalisten kommentieren und nicht nur objektiv die Erkenntnislage zu Ereignissen beschreiben. Aber auch schon bei Erkenntnisschilderungen hat der Fall Mügeln gezeigt, dass Journalisten keine politischen Eunuchen sind und demzufolge auch die öffentliche Meinung entsprechend ihrer Parteipräferenzen bzw. konform zu den damit verbundenen politischen Positionen beeinflussen können.

Manche Medien sind sogar zum Großteil in Parteienhand. Beispiele: http://de.wikipedia.org/wiki/DDVG#_note-FR-2006-07-18

Als Indiz für eine Schieflage sehe ich etwa die Gleichsetzung von "rechts" und "rechtsextrem" durch viele Medien. So wird die Abneigung gegen extremistische Positionen ausgenutzt, um ein legitimes politsches Lager (das sind links und rechts in einer Demokratie nämlich) zu diskreditieren und zu bekämpfen bzw. um bürgerliche Positionen in die Nähe des Nationalsozialismus zu stellen.

So wird sich über "rechtes Gedankengut" beklagt, obwohl "linkes Gedankengut" per se nicht besser sein muss oder dem Kampf "gegen Rechte" zugestimmt, statt dem Kampf "gegen Rechtsextreme", wobei der geforderte Kampf "gegen links" vermutlich einen Aufschrei auslösen würde.


Zuletzt bearbeitet von Heison am 14 Jan 2015 - 14:34:24, insgesamt 6-mal bearbeitet
Jockelx
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Anmeldungsdatum: 24.06.2005
Beiträge: 3596

BeitragVerfasst am: 27 Aug 2007 - 15:57:59    Titel:

Würde man hingegen eine repräsentative Befragung machen, wie denn
die politische Ausrichtung in den am meisten gelesenen Zeitungen
(insb. Bild) aussieht, dann würde sich das komplett umkehren.
Das macht das Ungleichgewicht nach links mehr als wet.

Jockel
Nutz
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Anmeldungsdatum: 05.08.2005
Beiträge: 2093

BeitragVerfasst am: 27 Aug 2007 - 16:00:55    Titel:

Das auch Journalisten eine politische Meinung haben, bzw ganze Zeitungen in eine politische Richtung tendieren ist völlig normal, und auch bekannt.

Unsere Lokalzeitung liest sich z.B. wie ein Werbeblatt der CDU, was aber nicht wundert, da das hier vom Markt auch verlangt wird.

Das in den Medien Rechts mit Rechtsextrem gleichgesetzt wird ist mir so noch nicht aufgefallen. Zumindest habe ich noch keine Berichte/Kommentare über die rechtsextreme CSU gehört.

Im Gegenzug dazu hört man (m E zurecht) viel über die Umtriebe der Sozialnationalen aka die Linke...
aloa5
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Anmeldungsdatum: 28.02.2007
Beiträge: 1971

BeitragVerfasst am: 27 Aug 2007 - 16:47:33    Titel:

Zumindest scheint es ja so zu sein, das die Wahlergebnisse der lt. Umfrageergebnis unterrepräsentierten CDU nicht gerade darunter leiden, das nur 9% der (befragten) Journalisten für sie sind.

Dieses Ergebnis würde so genommen - ohne Gewichtung - somit eher die Unwichtigkeit der journalistischen Meinung widerspiegeln.

Wichtiger wäre doch: wie sieht es mit der politischen Ausrichtung der Redaktionen aus? Von der Themenauswahl bis zum Artikel kürzen oder nicht drucken liegt dort eine Menge Verantwortung.
questionable_content
Gesperrter User
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Anmeldungsdatum: 10.05.2006
Beiträge: 3934

BeitragVerfasst am: 27 Aug 2007 - 16:58:42    Titel:

aloa5 hat folgendes geschrieben:
wie sieht es mit der politischen Ausrichtung der Redaktionen aus?


Die meisten: linksaffin und auf politische Korrektheit bedacht. Der Rest: Nazis.
Sansucal
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Anmeldungsdatum: 16.06.2007
Beiträge: 220

BeitragVerfasst am: 27 Aug 2007 - 17:05:44    Titel:

Ein Beispiel für linken Journalismus und dessen angestrengten Versuch Einfluss auf die Bürger zu haben.
http://youtube.com/watch?v=_APQkA060Xc
ok das ist ein Extrembeispiel aber trotzdem sollte man es sich mal ansehen.
Bananas
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Anmeldungsdatum: 29.03.2007
Beiträge: 212

BeitragVerfasst am: 27 Aug 2007 - 17:34:04    Titel:

Sansucal hat folgendes geschrieben:
Ein Beispiel für linken Journalismus und dessen angestrengten Versuch Einfluss auf die Bürger zu haben.
http://youtube.com/watch?v=_APQkA060Xc
ok das ist ein Extrembeispiel aber trotzdem sollte man es sich mal ansehen.


Was soll daran bemerkenswert sein?
Der hilflose Versuch von Pastörs, die andernorts offen zur Schau getragene verfassungsfeindlich-kämpferische Haltung durch klassische politische Rhetorik, die ihm offenbar nicht liegt, zu vernebeln?
Hanks
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Anmeldungsdatum: 06.08.2007
Beiträge: 123

BeitragVerfasst am: 27 Aug 2007 - 18:36:09    Titel:

Anstelle im Kopf zu behalten, dass ein Drittel aller Journalisten grün ist, sollte man viel lieber im Kopf behalten, welche Medien speziell wohin tendieren. Allerdings kaufen sich Leser meistens solche Printmedien, die sie in ihrer eigenen Meinung bestärken, insofern sind viele Konsumenten da ganz froh, dass ihr Blatt Farbe bekennt.

Bürgerliche Positionen werden nicht mit rechtsextrem gleichgesetzt. Davon ist in den Medien nichts zu spüren.
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 27 Aug 2007 - 19:31:33    Titel:

Vielleicht führt die Betrachtung weiter wer der typische Leser eines politischen Magazins ist? Immerhin ist der Markt für Medien frei. Jeder kann eine Zeitung herausgeben. Offensichtlich finden sich dann wohl für links-grüne Themen mehr Leser.
Wenn sich damit Geld verdienen ließe, gäbe es u.U. auch mehr rechtskonservative Blätter. Im Übrigen gibt es davon auch einige, wenn ich an die Welt, FAZ oder Focus denke.

Gruß
Pauker
Wirtschaftsinformatiker
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Anmeldungsdatum: 30.06.2006
Beiträge: 7083

BeitragVerfasst am: 27 Aug 2007 - 20:12:07    Titel:

Zitat:
Im Übrigen gibt es davon auch einige, wenn ich an die Welt, FAZ oder Focus denke.


eben.

Die Frage ist auch, ob diese Umfrage auch repräsentativ ist.

Vorallem die meist gelesene Zeitung Deutschlands, die Bild ( etwa 4 - 5 Mio Auflage, aber jede Zeitung wird im Schnitt von 3 gelesen, d.h. etwa 12 - 15 Mio Leser täglich )

ist doch sicher alles andere als links, sondern mind. Mitte - Rechts.
Gerade der Chefredakteur hat ja ein eher rechten Hintergrund und ist auch nicht besonders gut auf Linke und 68er zu sprechen
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