Anmeldungsdatum: 04.03.2007 Beiträge: 556 Wohnort: München
Verfasst am: 22 Nov 2007 - 18:54:40 Titel: obertonreihe
hallo... ich hab hier gerade ein kleines problem..
wir haben im unterricht die obertonreihe durchegenommen und ein arbeitsblatt dazu bekommen... auf dem haben wir im Violinenschlüssel ein par noten eingezeichnet und die frequenz, das intervall und die saitenlänge aufgeschrieben...
jetzt zu meiner frage... gibt es bei der auswahl der noten ein bestimmtes schema oder hätten wir könne alle möglichen nehmen...
die die wir genommen haben waren:
Das ganze hat schon ein gewisses System, und ist gar kein so unkompliziertes Thema, die meisten Erklärungen sind gar nicht so leicht verständlich -
ich will versuchen, es etwas verständlicher zu erklären.
Wenn Du bei einem beliebigen Instrument eine Seite zupfen und zum Klingen bringen würdest, würdest Du außer dem Grundton, der am lautesten klingt, noch eine ganze Reihe von Obertönen wahrnehmen - die meistens als "Klangfarbe" empfunden werden.
Die Summe dieser Töne - Grundton + Obertöne - bilden zusammen den Klangcharakter dieses Tones.
Die Obertöne sind im Klang jeder natürlichen Tonquelle enthalten, und prägen im wesentlichen die Klangfarbe des Instruments (oder Tonerzeugers).
Von diesen Obertönen gibt es unzählige.
Für die Belange unseres Tonsystems und seiner Harmonielehre sind jedoch nur die ersten 15 Obertöne relevant - und das sind die, die ihr in der Schule aufgeschrieben habt.
Wenn man den Grundton zu den 15 Obertönen dazunimmt, erhält man eine Reihe von 16 Tönen, die als "Teiltonreihe" bezeichnet wird.
(Ich beziehe mich bei meiner Erklärung auf das Buch "Die Neue Harmonielehre" von Frank Haunschild)
carina.m Senior Member
Anmeldungsdatum: 04.03.2007 Beiträge: 556 Wohnort: München
Verfasst am: 22 Nov 2007 - 19:38:32 Titel:
oh... achso..
aber was ich nicht verstehe ist, wir man auf diese töne kommt die ich oben aufgeschrieben habe... unser lehrer hat nämlich immer gefragt, welcher denn jetzt der nächste ton sei... aber irgendwie bin ich da nicht mitgekommen...
frerki Full Member
Anmeldungsdatum: 20.02.2006 Beiträge: 167 Wohnort: 'ne mittlere Großstadt in Norddeutschland...
Verfasst am: 23 Nov 2007 - 02:07:16 Titel:
Zitat:
aber was ich nicht verstehe ist, wir man auf diese töne kommt die ich oben aufgeschrieben habe... unser lehrer hat nämlich immer gefragt, welcher denn jetzt der nächste ton sei... aber irgendwie bin ich da nicht mitgekommen...
Zu deiner Frage weiter oben: nein, man könnte nicht irgendwelche Töne nehmen!
Die Abstände der einzelnen Töne in der Teiltonreihe sind durch die physikalischen Gesetzmäßigkeiten des Schalls genau vorgegeben.
Mein Lehrer hat es uns damals in der Schule mit einem Musikschlauch erläutert: das ist ein Kinderspielzeug, meist ein knallroter Plastikschlauch, der Töne von sich gibt, wenn man ihn in der Luft herumwirbelt. Dabei entstehen aber nicht irgendwelche Töne, sondern genau die Töne der Obertonreihe.
Und diese Reihe ist auch nicht schwer zu verstehen: Denn der Abstand eines Teiltons (Obertons) zum nächsten ist jedesmal kleiner als der vorhergehende. Außerdem sind die ersten Töne der Obertonreihe ausschließlich Töne des Dur-Dreiklangs, dessen Grundton der Basiston der jeweiligen Obertonreihe ist.
z.B.: Wenn du die Obertonreihe des großen C aufschreibst, sind die ersten 5 Obertöne alle Bestandteile des C-Dur-Dreiklangs (C - E - G)
Hier kommen sie:
Basiston: großes C
1. Oberton: kleines c
2. Oberton: kleines g
3. Oberton: c'
4. Oberton: e'
5. Oberton: g'
6. Oberton: b'
7. Oberton: c''
Wie die Reihe danach weitergeht, weiß ich nicht mit Sicherheit, denn weiter musste ich sie bislang weder in der Schule noch im Studium (Musik an der Uni) lernen...
Deine Beispieltöne passen jedenfalls, wie du sicher gemerkt hast, zwar zu der Obertonreihe des großen C, allerdings fehlen dabei die ersten beiden... Kann es sein, dass du vergessen hast, sie mit abzuschreiben, oder dass sie noch irgendwo anders auf deinem Blatt stehen?
Um übrigens nochmal auf die immer kleiner werdenden Abstände zu sprechen zu kommen, die ich oben erwähnte: hier nochmal der Beweis:
Abstand der Töne im obigen Beispiel:
0-1 (C-c): eine Oktave (= 12 Halbtöne)
1-2 (c-g): eine Quinte (= 7 Halbtöne)
2-3 (g-c'): eine Quarte: (= 5 Halbtöne)
3-4 (c'-e'): eine große Terz (= 4 Halbtöne)
4-5 (e'-g'): eine kleine Terz (= 3 Halbtöne)
5-6 (g'-b'): eine kleine Terz (= 3 Halbtöne)
6-7 (b'-c''): eine große Sekunde (= 2 Halbtöne)
Du siehst, die Abstände werden immer kleiner. Diese Abstände (Intervalle) sind übrigens immer die gleichen, egal, von welchem Ton du die Reihe startest (welchen du als Basiston wählst).
Z.B. wäre die Obertonreihe des kleinen g die Folgende:
g
g'
d''
g''
h''
d'''
f'''
g'''
Du siehst: was sich ändert, sind Tonnamen der Obertöne, aber niemals die Abstände der einzelnen Obertöne zueinander! _________________ Wenn dir das Leben eine Zitrone gibt, mach Limonade draus!
ebs Full Member Anmeldungsdatum: 03.11.2007 Beiträge: 117
Verfasst am: 21 Feb 2008 - 14:24:03 Titel:
Zum Grundton mit einer bestimmten Frequenz f gehören eine Reihe von immer mehr oder weniger mitschwingenden Obertönen, die üblicherweise genau ein ganzahliges Vielfaches der Grundfrequenz darstellen: 2f, 3f, 4f, 5f ... (Glockenklänge mit unharmonischen Obertönen wären z. B. eine Ausnahme.)
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