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Jura - der Unterschied zwischen Theorie und Praxis
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derjim
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Anmeldungsdatum: 29.01.2006
Beiträge: 906

BeitragVerfasst am: 14 März 2008 - 00:57:33    Titel:

wie wärs mit Rehabilitationsinteresse? ich habe auch schon an Fällen gearbeitet die von der Klageerhebung bis zum Termin für die mündliche Verhandlung weit über zehn Jahre brauchten.. ob nun an den rechtsbruchvorwurf was dran ist oder nicht kann man ohne jeden Sachverhalt nicht nachvollziehen. ein Zeitungsbericht reicht dafür kaum
Winfried Sobotta
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Anmeldungsdatum: 13.03.2008
Beiträge: 3
Wohnort: Lünen

BeitragVerfasst am: 14 März 2008 - 00:58:08    Titel:

Ich sehe einen Unterschied zwischen erwarten und erhoffen.
Und im Gegensatz zu manchen anderen ist es mir eben wirklich klar,
dass es so, wie es derzeit läuft, nicht weitergehen darf.

Ansonsten kann man das Jurastudium auf ein Jahr verkürzen.

Ihnen macht es offenbar nichts aus, "Schwarze Strümpfe", wenn die
Moral der Justiz über alle Grenzen hinaus verloddert ist?
derjim
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Anmeldungsdatum: 29.01.2006
Beiträge: 906

BeitragVerfasst am: 14 März 2008 - 11:06:56    Titel:

zur Vertiefung empfehle ich

Prof. Dr. Braun: über die Unbeliebtheit des Juristen

http://www.jurawelt.com/sunrise/media/mediafiles/13600/unbeliebtheit.pdf

sollte jeder mal gelesen haben. damit ist alles gesagt.
Winfried Sobotta
Newbie
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Anmeldungsdatum: 13.03.2008
Beiträge: 3
Wohnort: Lünen

BeitragVerfasst am: 14 März 2008 - 22:16:25    Titel:

Zeitungsartikel auf "BILD"-Niveau?

In dem Zeitungsratikel wird wortwörtlich aus einem Urteil des OLG-Hamm und aus einem Befundbericht eines Oberarztes zitiert, zudem ist der Bericht erkannbar sachlich gehalten und war der damaligen psychiatrischen Amtsärztin des Kreises Unna, der der Vorwurf der unbegründeten Zwangseinweisung zu machen war, vor Veröffentlichung mit Bitte um Stellungnahme vorgelegt worden.

Sie wollte nicht Stellung nehmen.
Parallelwertung
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Anmeldungsdatum: 17.09.2007
Beiträge: 169

BeitragVerfasst am: 14 März 2008 - 23:00:27    Titel:

Kurz gegoogelt:

http://www.google.de/search?hl=de&q=+%22Winfried+Sobottka%22+L%C3%BCnen+&btnG=Suche&meta=
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2638

BeitragVerfasst am: 15 März 2008 - 10:14:33    Titel: Re: Jura - der Unterschied zwischen Theorie und Praxis

Winfried Sobotta hat folgendes geschrieben:
(...) Das Bundesverfassungsgericht lehnte die Annahme der Beschwerde zur Entscheidung ohne Angabe von Gründen ab. Erst seit 1992 oder 1993, so teilte der Dr. jur. mir damals mit, dürfe das Bundesverfassungsgericht solches überhaupt: Anträge ohne Angabe von Gründen ablehnen!

Und dies ist notwendig. Wie man am Beispiel des EGMR, dessen Verfahren sehr schwerfällig ist, sieht, braucht es ein scharfes Schwert des Verfassungsgerichtes. Sonst muss man sich mit offensichtlich aussichtslosen Beschwerden beschäftigen, während die wichtigen, weil möglicherweise in der Tat gegen verfassungswidrige Maßnahmen gerichteten, Beschwerden Wochen und Monate warten müssen. Es gibt im Prozessrecht wenig Ungerechteres, als eine Beschwerde, die wegen Überlastung schlicht nicht bearbeitet werden kann. Will man dieser Ungerechtigkeit keinen Vorschub leisten, braucht das Verfassungsgericht die entsprechenden Instrumente, um Beschwerden schnell wieder vom Tisch zu bekommen. Sonst versinkt es - wie der EGMR momentan - in Akten.

Zitat:
Im vorliegenden Falle hatte es erstens dazu geführt, dass massive Rechtsbrüche der ordentlichen Gerichtsbarkeit fortwirken konnten, zweitens dazu, dass der Dr. jur. wahrhaft traumatisiert war - er wollte nur noch an die Uni zurück, mit solcher Rechtspraxis wollte er nichts zu tun haben. (...)

Nun, dieser Weg steht theoretisch jedem Juristen offen. Wer mit der harten Rechtsrealität nicht zurecht kommt, der muss es sich in der Forschung bequem machen. Dass ein Unterschied zwischen Theorie und Praxis besteht, unterliegt keinerlei Zweifel. Manchmal habe auch ich den Eindruck, dass das zwei unterschiedliche Welten sind. Aber man braucht die Rechtswissenschaft, damit die Rechtspraxis sicht fortentwickelt. Und das natürlich auch dann, wenn die Wissenschaft sich manchmal von der Praxis recht weit entfernt. Denn das ist legitim, sozusagen das Privileg der Wissenschaft. Unterschied zwischen Theorie und Praxis: Na hoffentlich, alles andere würde zu einer wohl nur sehr schleppenden Fortentwicklung des Rechts führen.
derjim
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Anmeldungsdatum: 29.01.2006
Beiträge: 906

BeitragVerfasst am: 17 März 2008 - 19:45:41    Titel:

Zitat:

Nun, dieser Weg steht theoretisch jedem Juristen offen. Wer mit der harten Rechtsrealität nicht zurecht kommt, der muss es sich in der Forschung bequem machen. Dass ein Unterschied zwischen Theorie und Praxis besteht, unterliegt keinerlei Zweifel. Manchmal habe auch ich den Eindruck, dass das zwei unterschiedliche Welten sind. Aber man braucht die Rechtswissenschaft, damit die Rechtspraxis sicht fortentwickelt. Und das natürlich auch dann, wenn die Wissenschaft sich manchmal von der Praxis recht weit entfernt. Denn das ist legitim, sozusagen das Privileg der Wissenschaft.


sehr wahr. Das ist es ja auch, was der Student am Meinungsstreit oft erleben muss: die Ansichten der Literatur (und oft genug des eigenen Profs Cool ) sind nicht selten durchdachter und dogmatisch reifer, aber in der Praxis meist schlicht unpraktikabler. Dennoch kann man gerade wegen ihrer Exaktheit schon wegen des Einflusses auf die Fortentwicklung des Rechts nicht auf sie verzichten. Diese Gefahr besteht aber, wenn die Stellung in der Rechtswissenschaft einen immer geringeren Stand erhält im Vergleich zu 6stelligen Gehältern, die in den Sozietäten der Rechtsanwender winken.
Christine_M
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Anmeldungsdatum: 27.01.2006
Beiträge: 81

BeitragVerfasst am: 17 März 2008 - 20:21:07    Titel:

Ist doch klar, dass Juristen so unbeliebt sind.

Der Abstand zwischen Wort und Tat ist, ähnlich wie bei vielen Politikern, jawohl unermesslich.

Das was man im Studium lernt, kann man vor Gericht und im wahren Leben vergessen.

Wir leben weder in einem Rechtsstaat noch in einer Demokratie, wie sie im Grundgesetz verankert wurde.

LG + guten Abend...
derjim
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Anmeldungsdatum: 29.01.2006
Beiträge: 906

BeitragVerfasst am: 17 März 2008 - 21:45:16    Titel:

was für einen Aneinanderreihung von Plattitüden. Darf ich mal ergänzen?

Die da oben machen ja doch was sie wollen..

die Steuern müssen runter..

ich hab die Schnauze voll..




Zitat:

Ist doch klar, dass Juristen so unbeliebt sind.


Du hast den Beitrag offensichtlich nicht gelesen.
Christine_M
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Anmeldungsdatum: 27.01.2006
Beiträge: 81

BeitragVerfasst am: 18 März 2008 - 20:03:30    Titel:

Nee, nur einen geringen Teil.

Bei mir sind sie unbeliebt, weil von denen die ich kenne, sind 90 % oberflächlich, nicht kinder- und tierlieb und generell keine Menschen mit besonders hohen moralischen Werten.

Das können Andere ja gerne anders sehen.

Als ich angefangen habe Jura zu studieren (mit Begeisterung) wurde ich äusserst unbeliebt - zum schwarzen Schaf sozusagen.

Nach Gerichtspraktika und der richtigen Literatur wusste ich auch warum und sehe das heute genauso.

LG
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2638

BeitragVerfasst am: 18 März 2008 - 21:41:20    Titel:

Gehörst du zur Sorte "endgültig nicht bestanden" und bist hier auf Rachefeldzug oder ist es einfach nur Verwirrtheit?
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 19 März 2008 - 09:33:39    Titel:

Christine_M hat folgendes geschrieben:
Nee, nur einen geringen Teil.

Bei mir sind sie unbeliebt, weil von denen die ich kenne, sind 90 % oberflächlich, nicht kinder- und tierlieb und generell keine Menschen mit besonders hohen moralischen Werten.


Schon interessant, dass man, sobald man nicht auf Blagen und Viecher abfährt, in das Racheraster mancher Krampfhenne fällt. Kein Wunder, dass du "zum schwarzen Schaf" wurdest, wenn du dich da so gegeben hast wie hier.
_________________
... bis unter den Rock.
TanteKäthe
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Anmeldungsdatum: 15.03.2008
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 19 März 2008 - 10:02:33    Titel:

Wenn man dem mal glauben schenkt, dass juristen generell die schlechteren (weil weniger tier- und kinderlieben) menschen sind, stelle ich mir die frage: ist das jurastudium dann ursache oder symptom?
damit meine ich: werde ich zum moralischen Arschloch, weil ich jura studiere oder studiere ich jura, weil ich eben schon so ein moralisches Arschloch bin?
Versteht mich nicht falsch: ich mag Kinder und durchaus auch einige tiere - studiere ich demnach das falsche??? (wenn man jetzt mal der zweiten Theorie folgt)
oder, um der ersten theorie zu folgen: werde ich anfangen, Kinder und letztendlich alle Tiere zu hassen, weil ich Jura studiere? und was wäre dann der Grund dafür? die Inhalte des Studiums? vielleicht die professoren oder die lehrbücher? die hörsäle? die mitstudenten?

oder vielleicht doch die "juristischen laien", die einen in eine bestimmte rolle drängen wollen (und wir wissen ja alle: wird man mal in eine bestimmte rolle gedrängt, verhält man sich dieser auch entsprechend...)

so. weisste bescheid, schätzelein Laughing
derjim
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Anmeldungsdatum: 29.01.2006
Beiträge: 906

BeitragVerfasst am: 19 März 2008 - 11:38:05    Titel:

Zitat:

Schon interessant, dass man, sobald man nicht auf Blagen und Viecher abfährt, in das Racheraster mancher Krampfhenne fällt


Very Happy Very Happy der war gut!


Aber ich muss ihr einräumen, der Arschlochanteil bei den Juristen liegt auch nach meinen Erfahrungen nicht selten oberhalb des erträglichen.. Cool

zur Verdeutlichung mal ein aktueller Artikel:

http://justament.de/archiv/2008/01_2008/html/Justament_01-2008.html

Zitat:


ist das jurastudium dann ursache oder symptom?
damit meine ich: werde ich zum moralischen Arschloch, weil ich jura studiere oder studiere ich jura, weil ich eben schon so ein moralisches Arschloch bin?


Das ist die Frage nach der Henne und dem Ei. Aber nach meiner Erfahrung würde ich sagen, dass das Jurastudium einen große Anziehungskraft auf Personen mit fragwürdiger Moralität ausübt - zum Leidwesen vieler Profs. Kann mich noch gut erinnern, das einer bei meiner Einführung damals bemerkte, dass leider die beschissensten mit gutem Ergebnis bestehen während die die man menschlich dringend bräuchte schon vor dem Examen das Handtuch werfen .. so etwa sinngemäß Cool

Zitat:


oder vielleicht doch die "juristischen laien", die einen in eine bestimmte rolle drängen wollen


Das einzige was noch Schlimmer ist als die Juristen sind die Laien. wie Prof Braun oben schon sagt: Jeder Mensch ist ein geborener Rechthaber..ich habe am Anfang des Studiums auch nie kapiert warum Juristen immer unter sich sein müssen..aber die Gründe habe ich schnell am eigenen Leib erfahren. Ich frag mich nur wie die Richter ihre Schöffen aushalten, ohne zur Axt zu greifen

Zitat:


so. weisste bescheid, schätzelein


nää isch hab kreislauf Very Happy Very Happy
Christine_M
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Anmeldungsdatum: 27.01.2006
Beiträge: 81

BeitragVerfasst am: 20 März 2008 - 20:03:44    Titel:

Nee...also so war dat ja nun nicht gemeint.

Ich wollte damit lediglich sagen, dass sich in diesem Studiengang und auch bei denen im Beruf viele finden lassen, auf die die Merkmale zutreffen - allem voran, das fehlende Gewissen


Das kann ja sein, dass das in anderen Studiengängen und anderen Berufsgruppen auch so ist. Weis ich nicht, da kenn ich eben nicht so viele.

Ich habe kein Problem damit, wenn jemand keine Kinder oder Tiere mag - ich verstehe es halt nicht, weil diese FÜR MICH das einzig Wahre sind.


Vielleicht sehe ich das auch nur so krass, weil sich meine Meinung diesbezüglich innerhalb von 4 Jahren immens gewandelt hat und es mir jetzt einfach nur auffällt, dass die Menschen (viele Juristen darunter), die ich früher (und auch deren Meinung) sehr geschätzt habe und von denen ich heute einfach denke, dass die Wesentliche verpasst haben - weil sie eben allem Anschein nach die Erfüllung in Geld und materiellen DIngen sehen.

LG & nen schönen Abend
Schwarze Strümpfe
Senior Member
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 20 März 2008 - 21:04:41    Titel:

Christine_M hat folgendes geschrieben:

Ich habe kein Problem damit, wenn jemand keine Kinder oder Tiere mag - ich verstehe es halt nicht, weil diese FÜR MICH das einzig Wahre sind.


Wenn du kein Problem damit hast, dass jemand keine Kinder und Tiere mag, wieso sind dann diese Leute bei dir unbeliebt? Von mir aus kannst du soviele Blagen kriegen wie du werfen kannst und so viele Viecher wie du füttern kannst, nur lass mich mit diesem Geflenne in Ruh'.
_________________
... bis unter den Rock.
Christine_M
Full Member
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Anmeldungsdatum: 27.01.2006
Beiträge: 81

BeitragVerfasst am: 21 März 2008 - 19:34:59    Titel:

Hu hu hu

das ist ja witzig.

*kopfschüttelnd*

Wenn Du meinst
Christine_M
Full Member
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Anmeldungsdatum: 27.01.2006
Beiträge: 81

BeitragVerfasst am: 21 März 2008 - 19:38:11    Titel:

Unbeliebt?

1.) Habe ich oben schon geschrieben, dass in dieser Gruppe die oberflächslichsten und materiell Orientiertesten Menschen sind, die ich kenne

2.) Das fragst gerade DU? --> Weil die Gruppe solche Antworten gibt wie Du ! Und ich das einfach abwertend und beurteilend finde
Das_Gewissen
Newbie
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Anmeldungsdatum: 26.03.2008
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 22 Aug 2010 - 02:34:27    Titel:

Nun hat Sobottka endlich erreicht, was er will. Laughing
Sein Verfahren ist in vollem Gange.

http://dasgewissen.wordpress.com/
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