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Traditionelle Werte in der Literatur vor der Moderne
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MaverickII
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Anmeldungsdatum: 20.05.2008
Beiträge: 20
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 20 Mai 2008 - 15:43:17    Titel: Traditionelle Werte in der Literatur vor der Moderne

Hallo!

Gleich vorweg, Suche ist leider erfolglos!

Dies ist mein erster Post und zugleich ein Hilferuf! Ich bin langsam mit Deutsch am Verzweifeln!
Vlt. könnt ihr mir ja bei meinem Problem helfen.
Ich muss wissen was in der deutschen literatur traditionelle Werte sind und in wieFern sich die Moderne davon unterscheidet.

Bisher weiss ich folgende tradionelle Werte:
- Das Ich/Individuum steht im Vordergrund
- Es werden traditionelle lyrische Formen verwendet: Metrum, Reimschema

dass wars dann leider auch schon! Könnt ihr mir bitte bitte weitere sagen und mir den Unterschied ziwschen zur Moderne erklären!

Bitte! Ich bin verzwiefelt!
Big Thanks in Advance!!!!


Gruß,
Phillip
Sorjana
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Anmeldungsdatum: 19.05.2008
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 20 Mai 2008 - 18:53:28    Titel:

Hi! Wie ich weiss, viele moderne duetsche schriftsteller schreiben über den 2. weltkrieg, womit ist es verbunden kann ich nur vermuten... Cool dies in erster linie, dann die frauenliteratur immer wieder femistische themen Smile , und generationenkonflikt. besser ist in google nachschlagen (wie immer Wink )
MaverickII
Newbie
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Anmeldungsdatum: 20.05.2008
Beiträge: 20
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 20 Mai 2008 - 19:39:03    Titel:

Danke für deine Antwort! Leider blieb auch die Suche bei google erfolglos. Könnt ihr mir trotzdem weiterhelfen?

Gruß,
Phillip
Vesar
Senior Member
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Anmeldungsdatum: 24.04.2008
Beiträge: 1360
Wohnort: Toulouse/Frankreich

BeitragVerfasst am: 20 Mai 2008 - 21:51:56    Titel:

Es gibt nicht "die" traditionellen Werte sondern sie differieren je nach der literarischen Strömung. Genauso sieht es in der Moderne aus.
Melishe
Full Member
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Full Member


Anmeldungsdatum: 15.05.2008
Beiträge: 277

BeitragVerfasst am: 21 Mai 2008 - 09:49:00    Titel:

Für viele "traditionellen" Strömungen kann man sagen, dass:
- der Mensch als Gestalter seines Schicksals gilt
- eine gültige Wahrheit (die man als Mensch natürlich nicht unbedingt kennen muss) angenommen wird
- im Zentrum steht eher der Held

wohingegen für viele "moderne" Strömungen gilt, dass:
- der Mensch reagiert, nicht agiert, er ist nicht Herr seines Schicksals
- es alternative Wahrheiten gibt, das heißt, es wird nicht mal mehr angenommen, dass es eine allgemeingültige Wahrheit gibt, sondern eben je nach Situation, je nach Wertesystem, mögliche Wahrheiten
- im Zentrum steht eher der Antiheld

Das ist jetzt natürlich etwas plakativ

lg
Melishe
Leoni
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Anmeldungsdatum: 19.05.2005
Beiträge: 1096
Wohnort: Bochum

BeitragVerfasst am: 22 Mai 2008 - 20:19:08    Titel: Re: Traditionelle Werte in der Literatur vor der Moderne

MaverickII hat folgendes geschrieben:
Bisher weiss ich folgende tradionelle Werte:
- Das Ich/Individuum steht im Vordergrund
- Es werden traditionelle lyrische Formen verwendet: Metrum, Reimschema


Hi Philipp!

Das ist so eine Universalfrage, über die man ganze Doktorarbeiten schreiben kann.

Worum geht es denn genau? Aus deinem Ansatz lese ich heraus, dass es um Lyrik geht, ja?
Bruno58
Junior Member
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Junior Member


Anmeldungsdatum: 15.03.2008
Beiträge: 91

BeitragVerfasst am: 22 Mai 2008 - 23:09:31    Titel:

@Leoni

DIE Frage wollte ich eigentlich auch schon lange stellen (hab' mich nur nicht getraut...)! - Mit dem "Werte"-Begriff verknüpfe ich eigentlich nicht literarische Formen und Konventionen, sondern gesellschaftliche Werte, die in der Literatur zum Ausdruck kommen, respektive reflektiert werden.

Ich war schon drauf und dran, MaverickII die Lektüre von Hermann Brochs "Schlafwandlern" ans Herz zu legen. Diese Roman-Trilogie (angesiedelt zwischen 1888 und 1913, also die Regierungszeit Wilhelm II. umfassend) widmet sich nämlich ganz der "Wertezerfall"-Thematik; im dritten Teil finden sich sogar einige hochtheoretische Essays. Das 1930/32 entstandene Werk ist jedoch eine so komplexe und schwierige Angelegenheit, dass wir armen Studenten ein ganzes Semester lang daran herumkauen mussten. --- Man kann die Frage also wohl nur mit Impulsen beantworten.

Ich denke etwa an Nietzsches (schon von Feuerbach vorbereiteten) Satz "Gott ist tot!", die den Menschen aus einem religiös begründeten Zusammenhang in eine Art Anarchie (nicht im politischen Sinn!) stürzte, immer wieder thematisiert in der Lyrik des 20.Jahrhunderts (Rilkes "...aber ausgesetzt auf den Bergen des Herzens..."). In den "Schlafwandlern", deren erster Teil sich noch Fontaneisierendem Erzählen anzunähern versucht, trägt der zweite Teil auch den Titel "Esch oder die Anarchie".

Im ersten Teil des Romans findet sich auch das berühmte "Uniformkapitel", in welchem der Held (Pasenow) beim Anziehen der Uniform darüber nachdenkt, welche "Sicherheit" vor dem allgemeinen Zerfall ihm dieses Kleidungsstück bietet. Die Soldaten der beteiligten Länder zogen dann ja auch mit Freudengesängen in den I.Weltkrieg. Nach der Ernüchterung, zu der dieser Krieg führte, gingen auch bestimmte traditionelle Vorstellungen von "Ehre und deren Wiederherstellung" verloren.

Im Vergleich zum 19.Jahrhundert (aber eben sicher nicht zur ganzen Literatur seit dem Paradigma-Wechsel im 18.Jahrhundert) wurde in der frühen Moderne auch mit den scheinheiligen Moralvorstellungen Schluss gemacht (Wedekinds "Frühlingserwachen" etc.), und die Anonymisierung in der Grosstadt (bereits in Baudelaires "A une passante" thematisiert) wird nicht mehr verschwiegen: Man denke an die Gedichte von Arno Holz oder die Beschreibung des Identitätsverlusts in Paris in Rilkes "Malte Laurids Brigge".

Aber ich bin mir nicht sicher, ob wir MaverickII mit solchen Impulsen überhaupt weiterhelfen können. Vielleicht geht es tatsächlich eher um literarische Formen und Darstellungsweisen (Stream-of-consciousness im Roman etc.). - Mir will jedoch nicht einleuchten, was der "Werte"-Begriff da zu suchen hat. Und letztlich: Was ist "die Moderne" für MaverickII?

Gruss
Bruno
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