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EU als Verhinderer von Konflikten?
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> EU als Verhinderer von Konflikten?
 
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Weltumrunder
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Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 23

BeitragVerfasst am: 30 Aug 2008 - 14:15:44    Titel: EU als Verhinderer von Konflikten?

Hallo Leute,

ich wollte euch gerne nach eurer Meinung fragen zu der These, ob eine Vertiefung der EU, d. h. mehr Treffen (der Außenminister), beschleunigte (Ost-)Erweiterung etc. zu einer Eingrenzung/Verhinderung bei Konflikten auf regionaler Ebene (z. B. Regierungskrise in Bosnien-Herzogowina) betragen könnte.

Meiner Meinung nach, ist dies durchaus logisch und plausibel. Gäbe es häufigere Treffen der Regierungsvertreter der EU-Länder, käme es zu einem regelmäßigen Austausch von Meinungen, Interessen, Wünschen bla bla bla und "man könnte auch mal richtig Dampf ablassen" und muss nichts weiter vor sich her schieben. Auch der zweite Aspekt der Erweiterung ist durchaus angebracht. Vergleicht man einmal die ruhige Lage in Westeuropa mit dem ständigen Krisenherd im Osten, ist es wohl jedem klar, warum man in dieser Hinsicht eine Erweiterung vorrantreiben sollte.
Auf der anderen Seite hängen Konflikte bzw. Kriege immer mit der Verletzung der Souveränität zusammen (Beispiel: Georgien vs. Russland). Und die EU als supranationale Organisation kann bei einem solchen verhärteten Konflikt nicht mehr machen, als wild mit den Händen zu wedeln und die Auseinandersetzung mit bösen Wörtchen zu verurteilen. Gehen die Meinungen und Interessen zu weit auseinander, hilft wohl auch kein ständiger Dialog weiter.

Was haltet ihr davon?
MfG
rohbart
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Anmeldungsdatum: 07.11.2006
Beiträge: 534

BeitragVerfasst am: 30 Aug 2008 - 23:38:11    Titel:

nunja, zuerst einmal müssen ja bestimmte Auflagen erfüllt werden, bevor ein Land der EU beitreten kann. Eine stabile Regierung, wahrung der Menschenrechte und und und. Deshabl ist ja z.B. die Türkei noch nicht in der EU und wird es aus europäischer Seite momentan nicht werden. Der Austausch von Meinungen interessen etc. würde glaube ich keinen großen Unterschied machen, weil ich denke, dass zumindest die Politiker schon wissen, was die Meinungen/interesesen der anderen Entscheidungsträger sind.
Des weiteren muss man sich fragen, ob Europa will, dass diese unstabilen Länder in die EU kommen. Schließlich würde das auf ökonomischer Seite wieder einen Nachteil bedeuten.
Leider ist das hier wichtiger als ein Frieden. Man müsse dafür nur die Beziehungen zu China oder vielen Afrikanischen Ländern betrachten. Wir finanzieren quasi deren Kriege, obwohl wir sie verhindern und dadurch den Ländern eine Chance geben könnten einen höheren Lebensstandard zu kriegen. Aber dann würde hier alles teurer werden, und das wird erfolgreich versucht zu verhindern.

Tut mir leid dass ich ein bisschen off topic geworden bin. Muss die Uhrzeit sein, ich denke ich geh mal schlafen.
Jan999
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Anmeldungsdatum: 30.01.2008
Beiträge: 272
Wohnort: Leipzig

BeitragVerfasst am: 31 Aug 2008 - 16:56:27    Titel:

Was die Erweiterung angeht, geht es wohl auch um neue Absatzmärkte für die Unternehmen, die Erweiterung des wirtschaftlichen Einflusses, die Vergrößerung der militärischen Macht und den politischen Einfluss. Warum steht denn in der EU-VErfassung die Festschreibung einer jährlichen Aufrüstung und MOdernisierung? Kurz gesagt, meiner Meinung nach sollen die Unternehmen gestärkt werden, durch mehr Umsatzmöglichkeiten (weltweiter wirtschaftlicher Einfluss, Global Player), die militärische Kraft soll vergrößert werden, der Einflussbereich vergrößert werden. Und dass nicht immer sonderlich geprüft wird sieht man am Beispiel Bulgarien.
Huginn
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Anmeldungsdatum: 08.05.2008
Beiträge: 126

BeitragVerfasst am: 31 Aug 2008 - 17:18:18    Titel:

EU-Erweiterung ist finde ich keine Lösung. Mehr Mitgliedsstaaten bringen auch meist mehr Probleme. Der Entscheidungsprozess wird dadurch verzögert und die EU noch handlungsunfähiger. Mehr Treffen würden da auch nicht unbedingt helfen, wenn diese nicht auch zu Entscheidungen führen. Außerdem müssen doch schon, wie bereits von anderen gesagt, Voraussetzungen für einen Beitritt gegeben sein.
Versteh irgendwie nicht, wieso jedem klar sein soll, dass eine Osterweiterung vorangetrieben werden soll? Führt doch wohl ehr zu einer Destabilisierung der EU als zu Stabilisierung des Osten.

Die EU muss erstmal eine Verfassung bekommen und sich selbst reformieren, bevor sie noch mehr Länder aufnimmt.
Jan999
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Anmeldungsdatum: 30.01.2008
Beiträge: 272
Wohnort: Leipzig

BeitragVerfasst am: 31 Aug 2008 - 17:45:18    Titel:

Eben, meiner Meinung nach geht es wirklich nur darum den Unternehmen Absatzmärkte zu schaffen um echte Global Player zu schaffen und noch weiter zu stärken. Zum anderen glaube ich dass die EU einfach nur scharf drauf ist politischen, wirtschaftlichen und militärischen Einfluss und STärke zu gewinnen. Ich meine die Gewinnmöglichkeiten in einem wenig industrialisierten Land sind fast unerschöpflich. Ein polnischer BAuer (nur als Beispiel) hat bisher nicht mal ansatzweise unseren materiellen STandard, dem kann man noch so gut wie alles andrehen. Vielleicht hängt es auch mit der Globalisierung zusammen. Ein STaat hat heute in der WElt immer weniger Einflussmöglichkeiten und ist alleine enorm abhängig vom Willen der anderen STaaten. Die wenigen Einflussmöglichkeiten können sich die Staaten wahrscheinlich nur noch erhalten wenn sie gemeinsam in eine grobe Richtung arbeiten. Langfristig glaube ich geht es auch darum im Spiel der kommenden WEltmächte nicht unterzugehen und vielleicht als EU selbst eine Weltmacht zu werden. Ist aber spekulativ.
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 01 Sep 2008 - 07:15:04    Titel:

So lange die EU nicht in der Lage ist, sich eine Verfassung zu geben, in der klar geregelt ist wie in Zukunft Mehrheitsentscheidungen auch über die Partikularinteressen einzelner abweichender Staaten hinweg durchgeführt werden können, lohnt es sich nicht das Problem noch weiter zu verschärfen, indem man noch mehr Clubmitglieder einlädt. Eine gemeinsame "Stimme" Europas in der Außenpolitik wäre wünschenswert, ist aber leider weit weit entfernt. Ich erinnere daran, wie leicht man zum Irakkrieg die Spaltung in ein "neues" und in ein "altes" Europa betreiben konnte. Denkt an die unterschiedlichen Interessen in Sachen Raketenschutzschild in Polen oder auch der Haltung zu den Großmachtambitionen Russlands.

Mehr Reden hilft da auch nicht mehr. Das ist nicht das Kernproblem. Es ist ja nicht so, dass es nicht bereits heute eine rege Pendeldemokratie gäbe. Nur muss sich z.B. Merkel halt hin und wieder gefallen lassen, dass Herr Sarkozy sein eigenes Süppchen kocht.

Gruß
Pauker
Jan999
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Anmeldungsdatum: 30.01.2008
Beiträge: 272
Wohnort: Leipzig

BeitragVerfasst am: 02 Sep 2008 - 22:39:42    Titel:

Was die Verfassung angeht, ist es aber so dass man eine abweichende Meinung akzeptieren muss. Es ist schließlich eine freiwillige Vereinigung. Meine Weltmachtvermutung ist aber auch eine Entwicklung die sich erst in Jahrzehnten entwickeln kann. Die Methode der USA die EU zu spalten wurde bzw. wird im FAll des Raketenabschirmschildes wieder genutzt. Inmitten des HOheitsgebietes der EU wird praktisch eine strategische Raketenbasis errichtet. Mit Hilfe von Dollarmilliarden und Truppen gelingt es den Amis ihre Pläne umzusetzen. Nebenbei kann man ja so die EU als KOnkurrent schwächen und gleichzeitig neue Truppen strategisch günstig gegenüber Russland und den USA stationieren. Was Russland angeht, glaube ich dass man bei Russland damit leben muss. Russland war immer ein starker STaat und eine Hegemonialmacht und lässt sich das nicht streitig machen. Ich habe auch gelesen dass die Russen in den letzten Jahren wieder diese Politik der STärke gefordert. Ist auch nicht verwunderlich. Seit dem Aufstieg im Mittelalter Russlands waren sie immer eine Großmacht und mindestens eine Hegemonialmacht. Zu Sowjetzeiten waren sie ein echtes Imperium. Auch die russische BEvölkerung kennt es nicht anders und erwartet es von ihrer REgierung. Und welcher STaat der dazu in der Lage ist hat keine Großmachtansprüche?
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 02 Sep 2008 - 23:54:17    Titel:

Ob man das hinnehmen muss, halte ich für fraglich. Stichwort Appeasement.

Die EU kann nicht tatenlos zusehen, wenn Russland in Zukunft wieder in völkerrechtlich unabhängige Staaten einmarschiert und mit Gewalt Politik betreibt. Oder will Europa es hinnehmen wenn im theoretischen Fall Russland versuchen sollte, sich seine alte Sowjet-Gebiete mit Gewalt zurückzuerobern. Die baltischen Länder zittern bereits. Auch dort gibt es zahlenmäßig große russische Minderheiten von bis zu 30 % der Bevölkerung.

Leider hat die ach so empörte US-Regierung mit ihrem absurde Irakkrieg ein schlechtes Vorbild abgegeben. Auch hier stellt sich die Frage, ob man das als EU einfach so hinnehmen muss, wenn andere an der Lunte zündeln, die irgendwann die Welt explodieren lassen könnte oder ob man hier nicht ernsthafter intervenieren müsste.

Je stärker und geeinter Europa dann auftritt um so mehr Chancen gibt es dafür. So wie Europa derzeit verfasst ist, gibt es aber wenig Möglichkeiten.

Gruß
Pauker
Blaubarschbube
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Anmeldungsdatum: 20.08.2006
Beiträge: 657

BeitragVerfasst am: 03 Sep 2008 - 07:26:15    Titel:

Pauker hat folgendes geschrieben:
Ob man das hinnehmen muss, halte ich für fraglich. Stichwort Appeasement.

Die EU kann nicht tatenlos zusehen, wenn Russland in Zukunft wieder in völkerrechtlich unabhängige Staaten einmarschiert und mit Gewalt Politik betreibt. Oder will Europa es hinnehmen wenn im theoretischen Fall Russland versuchen sollte, sich seine alte Sowjet-Gebiete mit Gewalt zurückzuerobern. Die baltischen Länder zittern bereits. Auch dort gibt es zahlenmäßig große russische Minderheiten von bis zu 30 % der Bevölkerung.

Leider hat die ach so empörte US-Regierung mit ihrem absurde Irakkrieg ein schlechtes Vorbild abgegeben. Auch hier stellt sich die Frage, ob man das als EU einfach so hinnehmen muss, wenn andere an der Lunte zündeln, die irgendwann die Welt explodieren lassen könnte oder ob man hier nicht ernsthafter intervenieren müsste.

Je stärker und geeinter Europa dann auftritt um so mehr Chancen gibt es dafür. So wie Europa derzeit verfasst ist, gibt es aber wenig Möglichkeiten.

Gruß
Pauker


Wer hat zuerst gehandelt ? Georgien oder Russland ? Gehören die abtrünnigen georgischen Provinzen nicht schon seit gut zehn Jahren zu Russland ? Zumindest verwaltungstechnisch ! Ist der georgische Präsident ein Demokrat ? Warum rüstet/ bildet die amerikanische Armee die georgische Armee aus ?
Zuletzt....würdest du dir das als Russland gefallen lassen ?

Fragen über Fragen !

BB
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 03 Sep 2008 - 08:16:39    Titel:

Saakaschwilli ist sicherlich nicht unschuldig an der Situation. Dass die Russen seit Jahren in den abtrünnigen Provinzen russische Pässe verteilen und jetzt natürlich "Russen" verteidigen ist eine tolle Methode zur weiteren Destabilisierung eines Landes.

Demokrat oder nicht, Hasardeur oder nicht. Ossetien und Abchasien gehören zu Georgien. Wir können es nicht hinnehmen, dass Länder aus irgendwelchen Gründen militärisch übereinander herfallen. Und das hat zunächst einmal nur Russland gemacht. Das können wir im Übrigen auch nicht, wenn die Weltpolizei USA ähnliches betreibt.

Ausnahmen kann ich nur bei einem UNO-Mandat erwägen.

Das hinzunehmen wäre ein Persilschein für weitere Überfälle.

Die EU kann dazu nicht schweigen und sie sollte ihre Aktionen koordinieren. Nciht nur wir sind abhängig von russischen Rohstoffen. Russland verdient mit Europa gutes Geld und ein großer Teil des Aufschwungs dort entstammt dem Handel mit Europa. Da können wir schon etwas souveräner auftreten.

Gruß
Pauker
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