Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Das momentane Demokratiesystem
Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Das momentane Demokratiesystem
 
Autor Nachricht
Sansucal
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 16.06.2007
Beiträge: 220

BeitragVerfasst am: 09 Sep 2008 - 15:22:57    Titel: Das momentane Demokratiesystem

In Anlehnung an den 'Tyrann an die Macht' Thread, der sich leider in 3 Themen aufgesplitter hat würde ich gerne eines dieser Themen herausgreifen und genauer Diskutieren.

Das Demokratische System in Deutschland

Hier ein paar Zitate die in das Thema einleiten sollen

Pauker hat folgendes geschrieben:
Wenn ich sehe, wie die Deutschen einem Obama zujubeln, ohne sich mit Inhalten zu beschäftigen.
Wenn ich sehe, wie viel % die Linke inzwischen hat, obwohl die noch nicht mal ein Parteiprogramm haben.
Wenn ich die platten Parolen sehe, die vor jedem Wahlkampf offensichtlich ausreichen, um die Wähler zu "überzeugen".

Da wird einem ziemlich flau im Magen.


canis hat folgendes geschrieben:
In den entscheidenen Ämtern sitzen Parteibücher die Medienkultur, Mainstream, gestalten, halt Propaganda.


Kölner_VWLer hat folgendes geschrieben:
Das Volk ist, auch wenn Politiker in ihren Reden es gerne anders darstellen, dumm. Dumm im Sinne von Oberflächlich und beinflussbar.

Das ist das Problem einer Demokratie.


wiing701823 hat folgendes geschrieben:
Das sind extrem viele, die lediglich nach der Ausstrahlung oder persönlicher Sympathie ihre Wahlentscheidung treffen. Grundsätzliche volkswirtschaftliche Zusammenhänge sind den wenigsten bewusst, hauptsache allen geht es besser und jeder bekommt mehr Geld versprochen.


Wirtschaftsinformatiker hat folgendes geschrieben:

ja genau. Die Mutter einer Bekannten hat den Schröder hauptsächlich darum gewählt, weil er im Fernsehduell gesagt hat, dass er seine Frau liebt.

Das fand sie so nett, dass sie ihn gewählt hat. Von Parteiprogrammen, Wirtschaft, Konjunktur hat sie keine Ahnung


In dem momentanen System hat die Interessengruppe die Macht, welche am zahlreichsten ist. Unabhängig davon ob dessen Meinung nun dem Volk nutzt oder destruktiv ist.

Diese Macht wird natürlich nur indirekt von der Masse benutzt eben durch die Politiker, die ihre gegebene Macht im Interesse der zahlreichsten Interessengruppe durchführen, eben diese Interessen die von dieser Interessengruppe als für am besten für das Volk empfunden werden. Unabhängig davon ob auf lange Sicht gesehen diese Interessen für das Volk auch wirklich am besten sind.

Es zählt also nicht das was am besten für das Volk ist sondern das was die größte Interessengruppe für am besten für das Volk hält.

Der Abschnitt über die Interessengruppen setzt aber vorraus, dass diese mächtigste Interessengruppe zumindest für Politik interessiert und ihre Wahlen danach richtet, ob die Politiker die Interessen der Interessengruppe auch verfolgen.

Es kommt aber noch viel schlimmer. Es gibt eine weitere sehr zahlreiche Gruppe, welche ich nicht als Interessengruppe bezeichne weil diese Personen ihre Wahlendscheidungen von Politisch unabhängigen Faktoren abhängig machen (siehe Zitate). Durch diese Gruppe werden die Wahlen derart verfälscht und das Wahlprogramm derart abstrus manipuliert (da die Politiker ja eh nur gewählt werden wollen) dass man schon fast an der kompletten Demokratie zweifeln muss.

Kann das wirklich die beste Staatsform sein, die der menschliche Geist hervorbringen kann?

Natürlich ist es nicht leicht einen Lösungsvorschlag zu entwickeln aber es muss doch eine alternative verbesserte Demokratie geben als die momentane.
mapacino
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 29.06.2008
Beiträge: 710

BeitragVerfasst am: 09 Sep 2008 - 15:26:46    Titel:

Pass auf, sonst bekommst du das FBI aufgesetzt. naja das BKK auch. Rolling Eyes
aloa5
Moderator
Benutzer-Profile anzeigen
Moderator


Anmeldungsdatum: 28.02.2007
Beiträge: 1971

BeitragVerfasst am: 09 Sep 2008 - 17:04:23    Titel: Re: Das momentane Demokratiesystem

Sansucal hat folgendes geschrieben:
Es zählt also nicht das was am besten für das Volk ist sondern das was die größte Interessengruppe für am besten für das Volk hält.


Schlimm sind die Interessengruppen welche kleiner sind und erklären Sie wüssten
A) wer "das Volk" ist und
B) was das Volk wirklich will und
C) was "gut" für "das Volk" aus A) ist

Manchen von diesen propagieren auch die Diktatur des Proletariats als die Zwischen-Lösung bis alle einheitliche Vorstellungen von A bis C hätten und hernach wäre das Paradies angebrochen.

Demokratie scheitert wenn dann an uns, den Menschen bzw. an menschlichen Fehlern. Desinteresse, nicht perfekte Intelligenz um alles überblicken zu können, emotionales Handeln usw... - menschliches eben. Daran scheitert aber jede Staatsform - auch und zuvorderst diejenigen wie der Kommunismus welche eben diesen perfekten Menschen verlangen.


Es entscheidet "immer" die Mehrheit - somit ist Demokratie (als Diktatur der Mehrheit) die natürliche Staatsform. Die Mehrheit bestimmt auch z.T. über die moralischen Vorstellungen der Gruppe (Insel, Staat, Volk, Kontinent usw.) und über dieses in Gesetzesform gegossen als Demokratie auch Sanktionierungen und Privilegien. Ohne Demokratie ist das nur schwer vorstellbar. Zurücklehnende Bürger (genügsam - "es geschieht schon nichts schlimmes") gibt es - und das ist schlecht. Ein Rezept um das (oder gar den Menschen) zu ändern kenne ich auch nicht. Sozialisten Leninistischer Prägung haben dafür Mittel und Wege welche ich ablehne.

Grüße
ALOA
Mephistoles
Gesperrter User
Benutzer-Profile anzeigen


Anmeldungsdatum: 06.04.2008
Beiträge: 2193

BeitragVerfasst am: 11 Sep 2008 - 00:56:21    Titel: Re: Das momentane Demokratiesystem

aloa5 hat folgendes geschrieben:

Es entscheidet "immer" die Mehrheit - somit ist Demokratie (als Diktatur der Mehrheit) die natürliche Staatsform.


Ich bevorzuge den Begriff "Diktokratie". Natürlich ist es die natürliche "Staatsform". Das ist aber das Recht des Stärkeren auch.
In der Diktokratie ist halt derjenige stärker, der das Vertrauen des nur aufs eigene Wohl bedachten Volkes (übrigens auch die natürliche Form des menschlichen Gemütes) besser auszunutzen vermag.

Die Demokratie ist die schlechteste (natürliche) Staatsform, ausgenommen allen anderen bisher bekannten...
dornbusch
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3823

BeitragVerfasst am: 11 Sep 2008 - 06:37:12    Titel:

Das wesentliche an der modernen Demokratie ist alleine die Tatsache, daß das Ende einer Regierung unblutig ist.

Da niemand wissen kann, was für das Volk das Beste wäre, kann es auch niemand besser wissen.

dieser Satz

Zitat:
In dem momentanen System hat die Interessengruppe die Macht, welche am zahlreichsten ist. Unabhängig davon ob dessen Meinung nun dem Volk nutzt oder destruktiv ist.


trifft für Deutschland im Moment nicht zu. Die beiden jetzt regierenden Parteien haben die Macht an sich genommen obwohl jede für sich abgewählt wurde. Mehr als 25% hat keine dieser Parteien von der Bevölkerung bekommen.

Ob unsere Demokratie verbesserungswürdig wäre?
Ja, in dem ein Wahlrecht für alle eingeführt wird!

Gruß Dornbusch
aloa5
Moderator
Benutzer-Profile anzeigen
Moderator


Anmeldungsdatum: 28.02.2007
Beiträge: 1971

BeitragVerfasst am: 11 Sep 2008 - 06:52:26    Titel:

dornbusch hat folgendes geschrieben:
Mehr als 25% hat keine dieser Parteien von der Bevölkerung bekommen.

Nichtwähler haben sich theoretisch und auch praktisch der Mehrheit angeschlossen. Das ist eine Folge der Wahlfreiheit auch "nicht wählen" gehen zu dürfen (es ist nicht überall so - Bsp. Belgien). Dieses Argument ist daher nicht schlüssig.

Nicht
wählen bedeutet also nicht "keine Wahl". Das Wähler das nicht so erkennen ist deren Versagen.


Grüße
ALOA
dornbusch
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3823

BeitragVerfasst am: 11 Sep 2008 - 07:06:36    Titel:

Hallo aloa,

ich kann dir nicht ganz zustimmen bei deiner Interpretation der Nichtwähler.
Ich gehe vielmehr davon aus, daß derjenige nicht wählt, der sich durch keine der politischen Parteien vertreten fühlt.

Aber ich dachte oben gar nicht mal an die Nichtwähler, sondern an die Nicht-Wahlberechtigten, z.B. Kinder und Nicht-Deutsche.

Daß diese Bevölkerungsgruppen (zusammen etwa 30%) in D kein Wahlrecht haben, widerspricht meinem Demokratieverständnis zutiefst:
Wer regiert wird, soll über Regierung mitentscheiden dürfen!

Gruß Dornbusch
J.C.Denton
Gesperrter User
Benutzer-Profile anzeigen


Anmeldungsdatum: 10.12.2006
Beiträge: 6279

BeitragVerfasst am: 11 Sep 2008 - 07:35:43    Titel:

Kurz zusammengefaßt ergibt sich für diesen Staat nur eine Bezeichnung - Bananenrepublik. So viel Korruption gab es noch nie. Auch die Politiker sind darin enthalten, welche diverse Nebentätigkeiten bei Firmen haben und dehalb ihre Lobbyarbeit im Parlament betreiben.
aloa5
Moderator
Benutzer-Profile anzeigen
Moderator


Anmeldungsdatum: 28.02.2007
Beiträge: 1971

BeitragVerfasst am: 11 Sep 2008 - 08:19:33    Titel:

dornbusch hat folgendes geschrieben:
Hallo aloa,

ich kann dir nicht ganz zustimmen bei deiner Interpretation der Nichtwähler.
Ich gehe vielmehr davon aus, daß derjenige nicht wählt, der sich durch keine der politischen Parteien vertreten fühlt.

Ich glaube die "Egal-Fraktion" ist wesentlich größer. Wenn wir einmal von 25% Nichtwählern ausgehen und unterstellen das 15mio wahlberechtigte Bürger "keine wählbare Partei" für sich finden, dann wäre es trotz allem das Versagen der (dieser) Bürger der Demokratie. Mit dieser Masse sollten sich ausreichend Parteien bilden lassen. Ich behaupte sogar einmal das es ausreichend gemeldete Parteien gibt.

Bei den frustrierten sehe ich ein anderes Problem welches über diese Gruppe hinaus geht. Wähler wollen eigentlich überhaupt keine Parteien - sondern sind "ergebnisorientiert". Ich glaube das man Wählern alles verkaufen kann - vom Sozialismus bis zum restriktiven rechten Polizeistaat... und sie sind glücklich damit. Als Voraussetzung dafür benötigt man nur eines: Erfolg.
Zitat:
Aber ich dachte oben gar nicht mal an die Nichtwähler, sondern an die Nicht-Wahlberechtigten, z.B. Kinder und Nicht-Deutsche.

Daß diese Bevölkerungsgruppen (zusammen etwa 30%) in D kein Wahlrecht haben, widerspricht meinem Demokratieverständnis zutiefst:
Wer regiert wird, soll über Regierung mitentscheiden dürfen!

Gruß Dornbusch

Na ja - Ausländer werden nur z.T. direkt regiert. Z.T. unterliegen sie imho auch ihrem Heimatrecht und werden über die Botschaft regiert bzw. von dieser "beschützt". (ich glaube diese machen rd. 8 mio aus)

Kinder können schon per Definition nicht wirklich für sich selbst entscheiden. Sollten also die Eltern das übernehmen? Das ergibt qualitativ auch nur mäßig einen Sinn, weil die Ansichten der Kinder sich eher nicht mit denen der Eltern decken sollten. Eher benutzen Eltern die Stimmen der Kinder um Ihre eigenen Ansichten durchzudrücken (und nicht etwa dafür, das Kindeswohl zu berücksichtigen).

Worüber man reden könnte wäre ein Wahlrecht ab 16. Dazu habe ich etwas ein gespaltenes Verhältnis. Und es macht in der Menge nicht wirklich etwas aus - zumal die Wahlbereitschaft dort imho am geringsten ist.

Grüße
ALOA
VWL-Student
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 02.04.2007
Beiträge: 236
Wohnort: Uni

BeitragVerfasst am: 11 Sep 2008 - 13:45:15    Titel:

aloa5 hat folgendes geschrieben:
VWL-Student hat folgendes geschrieben:
Ich hab ja gesagt, man kann auch Vereine unterstützen, die meine Meinung teilen. Dann habe ich nicht nur gemeckert.

Und in den etablierten Parteien engagieren. Ja klar. Ich will, dass die Parteien Macht an die Bürger abtreten. Ich kann mich da engagieren, bis ich schwarz bin, das bringt gar nichts, denn das werden die nie machen.


Du widersprichst Dir selbst.

Wenn Parteien das NIE machen, dann macht es auch keinen Sinn sich in einem Verein dafür zu engagieren - denn der Verein macht es bestimmt auch NIE... ihm fehlt die Gesetzgebungs-Kompetenz Wink.

Grüße
ALOA
Hab ich gesagt, dass der Verein Gesetzgebungskompetenz besitzt? Natürlich nicht. Die können allerdings Öffentlichkeitsarbeit leisten.
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Das momentane Demokratiesystem
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4  Weiter
Seite 1 von 4

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum