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Psychologie-Studium trotz eigener Psychotherapieerfahrung?
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Foren-Übersicht -> Psychologie-Forum -> Psychologie-Studium trotz eigener Psychotherapieerfahrung?
 
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anti_gone
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Anmeldungsdatum: 03.09.2008
Beiträge: 16
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 01 Nov 2008 - 08:44:32    Titel: Psychologie-Studium trotz eigener Psychotherapieerfahrung?

Lange schon interessiere ich mich sehr für ein Studium der Psychologie, in den letzten Monaten (ich werde im Mai in Bayern Abi machen) hat dieser Wunsch sich weiter konkretisiert. Die Noten müssten auch ausreichen, für Freiburg vielleicht nicht, aber mit 1,1-1,3 müsst ich schon irgendwo unterkommen. Jedoch hab war ich leider mehrere Jahrer wegen bulimischer Anorexie und einem Verdacht auf eine emotional instabile PS, Borderline Typ sowohl in stationärer als auch in ambulanter Behandlung. Bedauerlicherweise sind mir auch einige Selbstverletzungsnarben an beiden Unterarmen geblieben, was mich heute sehr stört, immerhin bin ich mittlerweile seit mehr als einundhalb Jahre völlig symptomfrei.
Ich möchte Psychologie nicht um meiner selbst Willen studieren, keine "Selbsttherapie", wie ja einige Klischees meinen - ich habe ehrliches Interesse an wissenschaftlicher Arbeit, bin fasziniert von Neurophysiologie und gar nicht mal so schlecht in Statistik. Ich weiß, was mich erwartet.

Nun meine Frage: Ist es problematisch, mit solchen Episoden im Lebenslauf Psychologie zu studieren? Wird man auf Diskriminerung stoßen a la "die will Psychologie studieren, die braucht doch selber nen Therapeuten"? Gäbe es Schwierigkeiten bei der Zulassung zum Psychotherapeuten?

Vielen Dank fürs lesen und hoffentlich bald antworten!
Vonnsche
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Anmeldungsdatum: 22.09.2008
Beiträge: 135

BeitragVerfasst am: 01 Nov 2008 - 11:24:21    Titel:

Hallo anti_gone,

Psychologie studieren kannst du problemlos. Da besteht kein Zweifel. Wenn du dich echt für die wissenschaftliche Arbeit interessierst, wird die Frage nach deinen Motiven gar nicht aufkommen, weil die für jederman klar sind. Am Anfang des Studiums wird ganz oft gefragt, was sich die Studenten unter dem Psychologiestudium vorstellen, bzw. fragen die Dozenten, womit sich die Psychologie befasst und was man dann als Psychologe macht. Viele antworten, dass sie anderen Menschen gerne helfen wollen. Aber das ist natürlich nicht mal ein Bruchteil dessen, was die Psychologie ausmacht. Das Psychologiestudium befasst sich ganz allgemein mit dem menschlichen Verhalten und Denken.

Wenn du Psychotherapeutin werden willst, musst du nach dem Psychologiestudium noch eine "Extraausbildung" zur Psychotherapie machen. Und das ist noch ein ganzes Stückchen hin. Wenn du bis dahin keine weiteren Anzeichen einer psychischen Krankheit aufweist und "symptomfrei" bleibst, glaube ich nicht, dass dir da irgendwas im Wege steht. Aber selbst wenn du nach dem Psychologiestudium feststellst, dass du für die Arbeit als Psychotherapeutin nicht geeignet bist, hast du ganz viele andere Möglichkeiten, denn es stehen dir dann Wege in vielen Bereichen offen. Beispielsweise in der Forschung (an der Uni selbst oder irgendwo anders), in der freien Wirtschaft, in der Schule oder oder oder.
Für vieles brauchst du aber noch eine Zusatzausbildung oder ein Aufbaustudium. Mit dem Psychologiestudium allein ist es oft nicht getan.

Also studiere Psychologie und lass dich nicht beirren, wenn du echt an der Wissenschaft interessiert bist. Danach wird sich der weitere Weg ergeben.
Fuzzel
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Anmeldungsdatum: 17.04.2005
Beiträge: 397

BeitragVerfasst am: 02 Nov 2008 - 21:58:28    Titel:

Gegenfrage: Würdest du dich von jemandem therapieren lassen wollen, der einen Knacks weg hat? Also ich ehrlich gesagt nicht.
Stratham
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Anmeldungsdatum: 27.10.2008
Beiträge: 122

BeitragVerfasst am: 02 Nov 2008 - 22:03:16    Titel:

Fuzzel hat folgendes geschrieben:
Gegenfrage: Würdest du dich von jemandem therapieren lassen wollen, der einen Knacks weg hat? Also ich ehrlich gesagt nicht.


Ein "Knacks" ist relativ. Ich denke es gibt nicht weniger Psychologen mit "Knacks" als bspw. BWLer. Es geht darum ob er sein Handwerk versteht.
my_precious
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Anmeldungsdatum: 06.01.2006
Beiträge: 2117

BeitragVerfasst am: 02 Nov 2008 - 22:10:53    Titel:

also 1,5 jahre symptomfrei finde ich nicht allzu lang. und wie du schon schreibst, symptomfrei... ja die symptome sind grad nicht da, aber wer weiß schon, was die ursachen fuer deine erkrankung sind und dass du nicht nochmal symptome zeigst?

wie bist du denn auf die psychologie gekommen? durch deine eigenen erfahrungen damit, nehme ich an. auch wenn jetzt hier nicht der selbsttherapiebedarf bei dir besteht, wie du selbst meinst, finde ich das schon sehr sehr heikel.
denn du wirst dich zwangläufig selbst irgendwo evaluieren und dich irgendwo in die krankheiten, mit denen du zu tun hast, einordnen. das kann ziemlich nach hinten losgehen.

ich war in einer aehnlichen situation und rate dir davon ab. dein entschluss scheint ja allerdings schon fest zu stehen.

im studium wird dir sicherlich niemand irgendwie im weg stehen. ist nur die frage, was du spaeter machen willst. fuer eine laufbahn mit aprobation koennte es schwierig werden, aber das kann ich jetzt nur vermuten. ich meine, selbst ich bekomme nie in die krankenakte jetzt aktuell depressionen geschrieben, weil ich "nur" biologie studiere, das da aber auch nicht gern gesehen wird fuer die beamtenlaufahn oder in nem institut. andererseits gibts auch wieder die aerztliche schweigepflict, ich weiß nicht genau, wie das gehandhabt wird. um in den staatsdienst zu kommen koennen die ja jedenfalls nach dem gesundheitszeugnis der letzten jahre verlangen.

ich an deiner stelle wuerde mich da mal ganz genzielt an einen psychologen oder eine klinik wenden. im forum wird dir das bestimmt niemand exakt sagen koennen.
§§reiter08
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Anmeldungsdatum: 11.10.2008
Beiträge: 92
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 02 Nov 2008 - 22:34:10    Titel:

Wie war das, 30% der Psychologiestudenten haben selber nen Dülütütü, hab ich mir sagen lassen.
Vonnsche
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Anmeldungsdatum: 22.09.2008
Beiträge: 135

BeitragVerfasst am: 02 Nov 2008 - 22:50:26    Titel:

@ my_precious:
Ich finde nicht, dass sie sich jetzt schon darüber Gedanken machen sollte, was in fünf bis sechs Jahren mal sein wird. Die Psychologie hält so viele Wege offen, es muss ja nicht zwingend die Psychotherapie sein, sie kann doch auch in ganz andere wissenschaftliche und wirtschaftliche Bereiche der Psychologie gehen. Fast kein anderer Studiengang hält so viele Varianten und Wege offen.

Wenn sie wirklich motiviert ist und sich für die Wissenschaft interessiert, außerdem noch den nötigen Notenschnitt mitbringt, dann hat sie alles, was sie braucht. Die Richtung nach dem Abschluss ist ja mit dem Psychologiestudium allein nicht entschieden.
Warum sollte sie ihr Interesse jetzt in den Sand stecken? Weil sie fürchtet, irgendwann könnte eventuell mal ein Problem auftauchen, das ihr eine Richtung der vielen möglichen verbaut? Weil du, my_precious, damit schlechte Erfahrungen hast?
Entschuldige, aber das fände ich gewagt. Ich glaube kaum, dass man eins mit dem anderen vergleichen kann, wenn man nicht die ganze Geschichte kennt.

Was ich damit sagen will:
Anti_gone hat im Moment keine Probleme und folgt ihren Interessen... sollte sie irgendwann merken, dass ihre Probleme zurückkehren oder sie sich in der Richtung Psychotherapie den Anforderungen nicht gewachsen fühlt, dann kann sie immer noch in eine andere Richtung gehen, die diese Anforderungen nicht zwingend stellt, zumindest nicht mehr als jeder andere Beruf auch (z.B. in der Forschung).
Vonnsche
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Anmeldungsdatum: 22.09.2008
Beiträge: 135

BeitragVerfasst am: 02 Nov 2008 - 22:52:05    Titel:

§§reiter08 hat folgendes geschrieben:
Wie war das, 30% der Psychologiestudenten haben selber nen Dülütütü, hab ich mir sagen lassen.


Hast du dir sagen lassen... Laughing Was die Leute alles reden... Wink
my_precious
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Anmeldungsdatum: 06.01.2006
Beiträge: 2117

BeitragVerfasst am: 02 Nov 2008 - 23:05:57    Titel:

komisch, dass mir kein arzt atteste ausschreibt, die eine psychische diagnose stellen, hinsichtlich einer anstellung spaeter... und das bei bio!


wichtig ist denke ich, woher das interesse kommt. wie es geweckt wurde. und da wird antigone ja noch rede und antwort stehen.

es ist alles nicht so einfach, wie ihr das immer glaubt... den interessen nachgehen hoert sich immer so idealistisch, selbstverwirklichungsmaeßig und richtig an...
Vonnsche
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Anmeldungsdatum: 22.09.2008
Beiträge: 135

BeitragVerfasst am: 02 Nov 2008 - 23:33:15    Titel:

Und was würdest du vorschlagen?
Irgendwas machen, weil das, was man will, eventuell nicht klappen könnte?

Na ja, jedenfalls muss anti_gone am Ende selber wissen, was sie kann und will und wieso sie etwas will.
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