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Streik im öffentlichen Dienst
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Elzéard B.
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Anmeldungsdatum: 07.12.2008
Beiträge: 1150

BeitragVerfasst am: 03 März 2009 - 14:54:38    Titel:

Celtic Tiger, das ist kein Argument, ich finde wir sollten bei 3 Millionen Arbeitslosen schon den Anspruch haben, möglichst viele Bestandteile unserer Autos auch in Deutschland zu produzieren. Da nützt es nicht zu sagen, dass die Franzosen, die als einziges Land noch weniger arbeiten als wir (35h Woche ist dort die Regel), die gleichen Probleme haben.
Das ganze ist Wohlstand, den wir verschwenden.


Im Übrigen wird der "Basar-Effekt" längst nicht nur von Prof. Sinn zitiert.
Celtic-Tiger
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Anmeldungsdatum: 04.08.2008
Beiträge: 2079

BeitragVerfasst am: 03 März 2009 - 16:08:03    Titel:

Ich habe nicht gesagt, daß die Francos die gleichen Probleme haben, ich sagte, daß in meinem Auto, das französischer Herkunft ist, Teile verbaut sind, die in Deutschlang gefertigt wurden, das ging in eine ganz andere Richtung!
Aber er hat ihn m. W. geprägt!
Hier mal eine kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff, die einer bestimmt unverdächtigen Quelle: http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur-nachrichten/deutschland-nicht-basar-oekonomie-nr-1;1269560
Nutz
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Anmeldungsdatum: 05.08.2005
Beiträge: 2093

BeitragVerfasst am: 03 März 2009 - 21:56:56    Titel:

Elzéard B. hat folgendes geschrieben:

Ich finde, dass hier zuerst mal alle Leute Arbeit finden sollen und dass wir über Lohnsenkungen versuchen sollten die abgewanderten Arbeitsplätze wieder nach Deutschland zurückzuholen. Wir müssen dazu auch keine Osteuropadumpinglöhne einführen, sondern lediglich x mal teurer sein wie wir x mal besser sind (Produktivität gennant). Das entspricht in der Metallindustrie ca. 90% des heutigen Lohnniveaus.


Grade die Metallindustrie, Motor des letzten Wirtschaftswachstums, durch extrem erfolgreich Exporte als Bsp zu benennen ist da nun tatsächlich ein Witz.

Ich wage auch zu bezweifeln, das durch den Lohnverzicht die Arbeitslosenquote spürbar verändert wird.

Was sich ändern würde, wären die Unternehmensgewinne, mehr nicht. Woher auch, Lohnsenkungen erschaffen eben keine Metallfacharbeiter. Eher im Gegenteil.
Elzéard B.
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Anmeldungsdatum: 07.12.2008
Beiträge: 1150

BeitragVerfasst am: 03 März 2009 - 23:13:27    Titel:

@ Nutz
Natürlich werden dadurch Jobs geschaffen. Die Lohnzurückhaltung der letzten Jahre hat doch gerade zum Aufschwung und somit zur Arbeitsschaffung beigetragen! Bis 2003, also den Anfang der Lohnzurückhaltung ist die Industriebeschäftigung um 10% in 10 Jahren zurückgegangen. Danach ist sie wieder gestiegen !

Kritisch wird das ganze nur, wenn die Löhne tatsächlich so niedrig fallen, dass die Konsumnachfrage empfindlich getroffen wird (Keynes). Diesem kann jedoch abgeholfen werden,da die Sozialkassen durch die niedrigere Arbeitslosigkeit entlastet werden und diese Entlastung an den Bürger weitergegeben werden kann, der ausgleichend mehr Geld in der Tasche hat.

@ celtic

Ohne Zweifel, ist der Begriff der "Basar- Ökonomie" vor Allem bei der Bundesregierung und der Industrie tabu !

Die Studie ist insofern empirisch irrelevant, als dass sie nicht berücksichtig, dass zu der deutschen Industrieproduktion auch die von deutschen Firmen durch Outsourcing generierte Wertschöpfung hinzugerechnet wird. Basar Ökonomie beschreibt ja gerade den Effekt das deutsche Firmen im Ausland produzieren, die Zahlen aber in ihre Bücher schreiben.

Normalerweise müsste sich also die Industrieproduktion (deutsch) proportional mit dem Faktor x=1 zur Wertschöpfung (deutsch) entwickeln. Dies hat sie bis 1993 auch getan. Danach treten jedoch drastische Unterschiede auf. In den folgenden 10 Jahren (bis zum Anfang der Lohnzurückhaltung 2003) ist die Industrieproduktion in Deutschland zwar um 15% gestiegen (ein guter Wert) aber die Wertschöpfung lediglich um 5%.

Herausgerechnet muss zwangsläufig 2/3 der Produktion durch Outsourcing generiert worden sein. Es sind genau diese zwei Größen, an denen sich eine Studie zur Überprüfung der These orientieren muss.
Celtic-Tiger
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Anmeldungsdatum: 04.08.2008
Beiträge: 2079

BeitragVerfasst am: 04 März 2009 - 08:54:22    Titel:

DAs ist für niemanden ein rotes Tuch, denn die These von der Basarökonomie ist anerkanntermaßen wiederlegt, deshalb ist und bleibt sie einfach unSinn, nicht mehr und nicht weniger, genauso wie die These, daß Deutschland durch die USA von den Weltmärkten verdrängt wurde, man dreht sichs halt so wie es einem gerade paßt und wenns noch so evident ist.....
Elzéard B.
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Anmeldungsdatum: 07.12.2008
Beiträge: 1150

BeitragVerfasst am: 04 März 2009 - 16:41:14    Titel:

Falsch celtic. Die These ist sehr wohl ein rotes Tuch für die Industrie, da sie den Etikettenschwindel entlarvt.

Im Übrigen habe ich dir argumentativ erklärt, wieso die von dir vorgebrachte Antithese nicht zutreffen ist. Ich habe es mir also keineswegs leicht gemacht und alles beseite geschoben sondern bin auf den (von dir offensichtlich gegoogelten) Eintrag eingegangen.

Ich würde mich außerdem zurückhalten was generelle Asssagen über eine angebliche WIderlegung der These angeht. Würdest du dich in der Wirtschaftswissenschaft auskennen, wüsstest du auch, dass sie gerade bei den wichtigtsten deutschen Wi- und FiWi Instituten anerkannt ist, wenn auch nicht in Reinform. Ich halte sie in Reinform auch für übertrieben, das Grundproblem lässt sich aber nicht wegreden, schon gar nicht mit zweitklassigen Antithesen.

P.S. Und das Deutschland durch die USA verdrängt wurde, habe ich nie behauptet und findeich auch nicht zutreffend.
Celtic-Tiger
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Anmeldungsdatum: 04.08.2008
Beiträge: 2079

BeitragVerfasst am: 04 März 2009 - 17:19:46    Titel:

Hat auch Herr Sinn behauptet, wenn ich nicht irre sogar im selben Buch, in dem er die These von der Basarökonomie vorgestellt hat!
Ich hatte absichtlich nur einen kleinen und kurzen Artikel verlinkt, es gibt natürlich deutlich umfangreicheres Material, aber das wäre auch egal gewesen, da du vermutlich an jedem etwas auszusetzen gefunden hättest, während das eine zu zweitklassig gewesen ist, wäre bei anderen der Verfasser nicht neutral genug gewesen, oder es wären 1000 andere Gründe angeführt worden. Ich wollte auch nur sagen, daß es an der These starke Zweifel gibt, Material dazu ist öffentlich zugänglich, so kann und soll sich denn jeder sein eigenes Bild machen! In jedem Fall ist die These mehr als umstritten und kann schon deshalb nicht als Fakt oder "ökonomische Wahrheit", wie immer man es bezeichnen mag, gelten!
Elzéard B.
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Anmeldungsdatum: 07.12.2008
Beiträge: 1150

BeitragVerfasst am: 05 März 2009 - 00:34:12    Titel:

Ok, dann sind wir uns einig ! Wink Finde es ja vollkommen OK, wenn du gegen die These bist und du hast ja auch Recht, dass sie oft kontrovers diskutiert wurde.

Ich denke insgesamt ist es genauso falsch zu sagen, dass sie als "ökonomische Wahrheit" anzusehen ist, wie zu behaupten, sie sei längst falsifiziert, ein Grundproblem besteht nämlich mit Sicherheit.
Celtic-Tiger
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Anmeldungsdatum: 04.08.2008
Beiträge: 2079

BeitragVerfasst am: 05 März 2009 - 08:59:45    Titel:

Naja, im Endeffekt dreht sich ja die Grunddiskussion darum ob die These zur Basarwirtschaft als Beleg über die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands herangezogen werden kann oder ob das nicht eine völlig normale Folge wachsender internationaler Verflechtung ist! Wir sind mittlerweile aber doch schwer off Topic unterwegs, zwar mag es im öffentlichen Dienst durchaus manchmal zugehen wie am türkischen Basar, aber mit der These von der Basarökonomie hat er doch nur begrenzt Berührungspunkte! Wink
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