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Ist die gesamte Geschichte nur erfunden ?
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Foren-Übersicht -> Geschichte-Forum -> Ist die gesamte Geschichte nur erfunden ?
 
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dornbusch
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Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3823

BeitragVerfasst am: 18 Mai 2009 - 04:05:01    Titel:

An unsere Interpretation der Vergangenheit müssen wir glauben. Wir haben dazu keine Alternative.
Unsere Prognosen dagegen können wir überprüfen.

Wink
Nasenbaer1970
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Anmeldungsdatum: 30.03.2007
Beiträge: 35

BeitragVerfasst am: 18 Mai 2009 - 19:14:13    Titel:

Es gibt in der offiziellen Geschichte einen 800-Jahres-Takt, nicht nur in Bezug auf auf Rom und den Teutoburger Wald. Dieser Takt ist auch mit anderen Ereignissen verknüpft wiederzufinden.
Zu Beginn kurz noch einmal zu Rom und dem Teutoburger Wald:

1)
Rom in Italien wurde das erste Mal im Jahre 390 (andere Quellen 387) v.Chr. erobert und geplündert, von den Kelten (die zu dieser Zeit von den Autoren noch nicht von den Germanen getrennt worden sein sollen).
Danach gab es die nächste Eroberung Roms genau 800 Jahre später, im Jahre 410 durch die Westgoten.

Die erste Eroberung Neu-Roms (das griechische Konstaninopel) erfolgte 1204, genau 796 Jahre darauf, durch die Franken bzw. Lateiner aus Westeuropa.

Und da die Römer ihre Herkunft von Troja herleiten, können wir Troja sozusagen als Ur-Rom mit einbeziehen. Nach den Daten von Eratosthenes wurde Troja im Jahre 1184 v.Chr. von den Griechen erobert, also genau 794 Jahre vor der Einnahme Roms durch die Kelten.

Wir haben also 4 die weitere Geschichte verändernde Eroberungen Roms, die jeweils genau 800 Jahre (Abweichung < 1 %) auseinanderliegen, die erste beginnt mit einem Sieg der Griechen und einer Niederlage der Trojaner (von denen das Rom in Italien gegründet worden sein soll, und die Franken abstammen wollen).
Die letzte endet mit einem Sieg der Franken und Lateiner (mit dem römischen Papst) über die Griechen.

2)
Es gibt auch alle 800 Jahre einen Krieg mit Bezug zum Teutoburger Wald, den ein römischer Kaiser führt, und zwar mit Germanen allgemein/Sachsen/Protestanten im speziellen:
Im Jahre 9 findet die in Quellen sogenannte Schlacht im Teutoburger Wald statt, als Teil der Kriege zwischen Römern und Germanen um das Jahr 1 herum.
800 Jahre später finden die Sachsenkriege Karl des Großen (772-804) statt, die im Teutoburger Wald beginnen.
Und 800 Jahre darauf gibt es den Achtzigjährige+Dreißigjährige Krieg (1568-1648), der durch den Westfälischen Frieden in Osnabrück (Teutoburger Wald) beendet wird.

Aber es gibt noch weitere bedeutende Ereignisse,
die ziemlich genau 800 Jahre auseinanderliegen:

3)
Die größte Pestseuche der Antike, die Justinianische Pest, begann im Jahre 542 in Konstantinopel. Danach gab es in den folgenden 150 Jahren immer wieder Ausbrüche der Pest.

Die größte Pestseuche des Mittelalters bricht genau 805 Jahre später, im Jahre 1347, in Konstaninopel aus, und verbreitet sich dann über fast ganz Europa.
Es folgen in den nächsten 150 Jahren weitere Ausbrüche.

4)
Die Hunnen werden 451 in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern besiegt.
Die Mongolen kommen 790 Jahre später angeblich nicht ganz so weit - an der Adria soll nach einem Jahr schon Schluß gewesen sein.

Auch stimmen die Eroberungszüge der Hunnen und Mongolen, die 800 Jahre auseinanderliegen, geografisch gut überein. Sie fallen neben in China und in Europa auch in Indien und Persien ein.
Von älteren Historikern werden auch die Hunnen der "Antike" noch Mongolen genannt, z.B. Kortüm: Geschichte des Mittelalters.

5)
Ca. 800 Jahre liegen auch folgende Ereignisse auseinander:
Zwischen 1655-1661 fand der 2.Nordische Krieg, vor allem auf dem Territorium Polen-Litauenss, statt.
Dazu gehörte damals auch Weißrußland und die westliche Ukraine bis weit östlich von Kiew.
Der polnische König (Urenkel des schwedischen König Gustav I.) erhob zeitweise Ansprüche auf den schwedischen Thron, zwischen 1592-1599 gab es tatsächlich einen schwedischen König auf dem polnischen Thron.
Dieser Krieg wird in Polen auch "Schwedische Sintflut“ genannt.

In der "Nestorchronik" über die Ereignisse genau 800 Jahre zuvor lesen wir Folgendes:
seit ca. 750 skandinavische Siedlungen auf dem Gebiet des heutigen Rußland/Ukraine
854: Fürst Rurik aus Schweden kommt in Kiew an.
862: Einheimische und Waräger kämpfen miteinander. Die Waräger werden vertrieben. Es gibt aber keinen Frieden.
Danach reist eine Delegation der Slawen nach Schweden und lädt die Waräger dazu ein, über die zerstrittenen Stämme zu herrschen.
882 wird die Kiewer Rus von Helgi/Oleg gegründet.
Danach gibt es weitere Kämpfe bis in die 1. Hälfte des 10. Jahrhunderts.

Auch nach dem 2. Nordischen Krieg, 800 Jahre später, hören die Kämpfe nicht auf.
Zwischen 1700 und 1722 folgt der Große Nordische Krieg,
Dabei besetzen die Schweden Teile der Ukraine und Rußlands.
Im Jahre 1709 kommt es dort zu Volksaufständen gegen die schwedische Besetzung.

Geht man vom Anfang des 10. Jahrhunderts wiederum 800 Jahre zurück, also zum Beginn des 2. Jahrhunderts, so sieht man in der Zeit Goten aus Polen in die Ukraine vordringen.
Ursprünglich sollen die Goten aus Schweden stammen.
Der schwedische König nannte sich bis 1973 auch offiziell "König der Schweden, Goten und Vandalen".

6)
Auch die iberische Halbinsel kennt den 800-Jahes-Takt:
Sieht man sich die Geschichte der Halbinsel von 1500, 700 und 100 v.Chr. an, so sieht man:
1500: Die Reconquista wurde vor 8 Jahren, 1492, abgeschlossen.
Im selben Jahr wurden die Juden durch das Alhambra-Edikt vertrieben, es sei denn, sie ließen sich zwangstaufen.

700: Seit einigen Jahrzehnten sind die Oströmer von der Halbinsel vertrieben - von den Westgoten.
Diese hatten noch lange Zeit fast dasselbe Gebiet (Granada) besetzt, das den Moslems auch vor dem endgültigen Sieg der Spanier noch verblieben war.
Und fast genau 800 Jahre vor dem Alhambra-Edikt fand das Konzil von Toledo 694 statt, auf dem der westgotische König die Auslöschung des Judentums mit Vetreibung und Versklavung forderte, was dann auch so umgesetzt wurde.

Noch einmal 800 Jahre zurück, im Jahre 100 v.Chr., haben die Römer gerade den größten Teil der iberischen Halbinsel
erobert. Noch nicht besetzt ist lediglich ein kleiner Teil des Nordens der Halbinsel.
Kurioserweise ist das gerade der Teil der Halbinsel, der später von den Moslems nie besetzt werden soll, und zum Ausgangspunkt der Reconquista werden soll.

7)
Auch im Vorderen Orient und Nordafrika finden wir den 800-Jahres-Abstand, wenngleich hier nur als grobes Raster, und wohl durch Kalenderumrechnungen nicht ganz so exakt: Der türkischen Expansion im 15./16. Jahrhundert entspricht die arabische im 7./8. Jahrhundert.
780 Jahre vor der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen erfolgte im Jahre 674 die erste (erfolglose)Belagerung der Stadt durch die Araber.
Die Osmanen haben viel von den Persern übernommen, ja werden im Westen sogar teilweise mit diesen verwechselt, so daß die türkische+persische Herrschaft im 16. Jahrhundert nahezu das gleiche Gebiet abdeckt wie die arabische 800 Jahre zuvor (mit Ausnahme der iberischen Halbinsel - aber dafür haben die Türken den Balkan).
Auch Araber werden im Westen mit Persern verwechselt. So schreiben die Biografen Karls des Großen Einhard und Notker Balbulus von einem Perser-König Aaron, der über Persien und den Nahen Osten herrscht, erwähnen aber Araber oder Sarazenen nicht. Dieser Aaron wird von der offiziellen Geschichten für den arabischen Kalifen Harun ar-Raschid gehalten - bekannt auch aus den Märchen aus "Tausendundeiner Nacht".

Dieses ist dann auch genau das Gebiet der hellenitischen Staaten um ca. 200 v.Chr.
Wie Fomenko bereits gut herausgearbeitet hat, beginnt der Hellenismus, den wir mit dem Alexanderzug und den nachfolgenden hellenistischen Staaten in Verbindung bringen, wohl im 14./15. Jahrhundert, mit der Eroberung der Reste Ostroms und der damit ausgelösten Flucht vieler Griechen. Diese flohen nicht nur nach Westeuropa, sondern auch nach Syrien, Mesopotamien, Ägypten (die erst später von den Osmanen besetzt werden), Persien und Mittelasien, und verbreiteten griechische Kultur auch dort.

Garantiert findet man noch viele weitere solche Beispiele der Verschiebung von Geschichte um genau 800 Jahre, oder gar mehrmals 800 Jahre, in die Vergangenheit. An diesen Punkten könnte man mit der Untersuchung der "Quellen" und deren Falsifikation beginnen, um danach die tatsächliche Geschichte der Menschheit rekonstruieren zu können.
Blooondie
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Anmeldungsdatum: 23.01.2009
Beiträge: 101

BeitragVerfasst am: 18 Mai 2009 - 19:44:04    Titel:

Jaaa und stell dir vor genau vor 800 Jahren,also im Jahre 1209 wurde Otto IV zum Kaiser des HRRDN gekrönt und dieses Jahr sind wieder Bundestagswahlen Shocked
Du wirst in der Geschichte immer Ähnlichkeiten finden,so lange du sie nur als solche ansehen willst Wink
Nasenbaer1970
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Anmeldungsdatum: 30.03.2007
Beiträge: 35

BeitragVerfasst am: 18 Mai 2009 - 19:58:00    Titel:

Blooondie hat folgendes geschrieben:
Jaaa und stell dir vor genau vor 800 Jahren,also im Jahre 1209 wurde Otto IV zum Kaiser des HRRDN gekrönt und dieses Jahr sind wieder Bundestagswahlen Shocked
Du wirst in der Geschichte immer Ähnlichkeiten finden,so lange du sie nur als solche ansehen willst Wink

Du machst deinem Nickname alle Ehre. Laughing
Erkennst du wirklich nicht den Unterschied ?
Descartes
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Anmeldungsdatum: 22.01.2008
Beiträge: 1924

BeitragVerfasst am: 18 Mai 2009 - 21:41:32    Titel:

Solche Regelmäßigkeiten wirst du immer wieder finden, wenn du explizit danach suchst, ob nun 400 Jahre oder 250 Jahre oder 60 Jahre. Andere User zu diffamieren macht zudem ebenso wenig Sinn, denn es gibt hier recht viele Leute, die ihrem Nicknamen alle Ehre machen Rolling Eyes

Liebe Grüße
Descartes
Lamasshu
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Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beiträge: 4006

BeitragVerfasst am: 28 Mai 2009 - 10:11:17    Titel:

dornbusch hat folgendes geschrieben:

bitte ich dich nochmals um eine Quellenangabe. Die Frau White ist keine Quelle, ihr Schriftwerk ist eher ein Besinnungsaufsatz.


Tja, der Server hat meine etwas ausführlichere Antwort dazu auf dem Gewissen. Vielleicht hilft aber auch er kurz gefasster Beitrag weiter.

Luigi Paschale - seine Schreibweise nuanciert - gilt als historische Person, wenngleich sie aus verständlichen Gründen weniger Einzug in das Curriculum der katholischen Theologie/ Historie gefunden hat. Für die Reihe der protestantischen Märtyrer hat es aber auch nicht ganz gereicht, weshalb der Bruder schlussendlich recht unbekannt geblieben ist.

Unstrittig gilt seine Herausgeberschaft - nicht jedoch Autorenschaft, wie bisweilen noch vertreten wird - für eine italienisch-französische Bibelübersetzung, wobei er zumeist nur mit dem italienischen Teil in Verbindung gebracht wird. Wer einen Blick auf dieses Werk werfen möchte, kann dies etwa in Florenz oder Mailand tun (http://edit16.iccu.sbn.it/scripts/iccu_ext.dll?fn=10&i=5958). Dass sein Feuertod in Rom 1560/61 aufgrund dem Beschluss eines Kirchengerichtes strittig wäre, wüsste ich nun nicht. Interessant wäre allerdings die damalige Klageschrift, über deren Inhalt ich nichts konkretes weiß.
dornbusch
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Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3823

BeitragVerfasst am: 28 Mai 2009 - 13:41:34    Titel:

Hallo Lamasshu, danke für deine Hinweise.

Der Luigi Paschale wurde 1560 ermordet, 1561 vor Gericht gestellt, er wurde gerädert oder er wurde verbrannt. Er hat eine Bibel übersetzt, oder auch nicht und er hat eine Predigt gehalten, weswegen er nach Rom gebracht wurde.

Schön und gut. Die einzige "Quellenangabe" , falls überhaupt in den mir zugänglichen Seiten eine genannt wird, ist wiederum das Buch der Frau White.

Wir sind hier im Geschichtsforum!

Darf ich deshalb nochmal ganz lieb nach einer Quellenangabe fragen?

Gruß Dornbusch
Nasenbaer1970
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Anmeldungsdatum: 30.03.2007
Beiträge: 35

BeitragVerfasst am: 16 Jun 2009 - 21:08:40    Titel:

Lord Ace hat folgendes geschrieben:
hmm, ich würde ja mal gerne wissen, wo du diese ganzen Beispiele her hast. Gibt es bestimmte Bücher, die sowas auflisten, oder hast du dir das selber errechnet?

Wenn man sich ein paar Jahre mit Geschichte beschäftigt, dann fallen vielen Leuten,
die sich eine gewisse Skepsis gegenüber verordneten "Weisheiten" erhalten haben
(man könnte dies auch wissenschaftliches Interesse nennen), gewisse Dinge auf.
Neben einer Reihe von Büchern findet man auch im Internet Seiten und Diskussionsforen zum Thema Chronologie und Chronologiekritik.

Die Idee der Errechnung antiker Daten mit Hilfe der Olympischen Ära und der Ära nach der Gründung der Stadt Rom
stammt allerdings von mir, ebenso die 800-Jahres-Verschiebung.
Ich bin da auch erst vor kurzem drauf gekommen.
Arborius
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Anmeldungsdatum: 07.03.2009
Beiträge: 383
Wohnort: Bin nicht mehr hier,

BeitragVerfasst am: 18 Jun 2009 - 16:09:46    Titel:

Hey, Du Nasenbär! Wink

Eine interessante Geschichtsrekonstruktion! Chapeau, dass das alles auf Deinem Kopf gewachsen ist!

Ich bin kein Historiker, nicht einmal Hobbyhistoriker, sondern „nur“ Philologe. Deswegen nehme ich mir raus, laienhafte Fragen zu stellen – wenn Du erlaubst.

Ich glaube nämlich (auch weil ich, obwohl Philologe, manchmal unheimlich lesefaul bin), ich habe nicht genau mitbekommen, was Deine These ist.
Ist Deine These: Die Antike ist nur erfunden worden, und zwar in der frühen Neuzeit?

Soweit ich das nämlich verstehe, „errechnest“ Du in einer willkürlichen Rechenoperation die Abstände von antiken, mittelalterlichen und neuzeitlichen Ereignissen. Diese Rechenoperationen sind, je nachdem, wie es passt:
Zitat:
x - 1000 – 777, das entspricht x -1777
-x + 1000 - 776 + 753, das entspricht -x -529
x + 1000 - 776 + 1000, das entspricht x + 1224
x - 1000 - 1000 + 754 + 754, das entspricht x - 492
x - 776 - 776 + 1000, das entspricht x - 542
x - 1000 - 776 + 753 + 753, das entspricht x + 270

(Hoffentlich habe ich mich nicht verrechnet, ich bin ja Philologe!)
Und dabei kommst Du erstaunlicherweise darauf, dass es eine 800-Jahre-Entsprechung gibt.

Aber von der Geschichte habe ich eigentlich keine Ahnung; was mich als Philologen interessiert ist eher:
Wenn die Antike erfunden sein sollte, was stellen wir dann mit den antiken Texten an? Man muss doch – nach dem „alten Geschichtsbild“ - annehmen, dass sich die so genannten Toten Sprachen tatsächlich in den fehlenden 800 / 1600 / x Jahren entwickelt haben, oder? Man muss doch annehmen, dass Karl V. nicht auf die Idee gekommen sein wird, Historie über Caesar in einer Sprache verfassen zu lassen, es so nicht 800 +/- 1776 Jahre zuvor gegeben hat (weil Caesar selbst ja nur sein Abbild ist).
Das gleiche bei der Pest in Athen. Die ist ja nicht aus der Luft gegriffen, sondern wurde von Thukydides in einen Griechisch geschrieben, das nicht einmal mehr in denn 550er Jahren benutzt wurde. Geschweige denn um 1350.

Dasselbe gilt für die Schlacht an den Thermopylen. Aber hierbei würde ich ja als Philologe (ohne Kenntnis der Geschichte) vermuten, dass Jean de la Roche und sein Umfeld evtl. die antike Begebenheit kannte, und da irgendwie heroisierend berichtet wurde.

Was meinst Du? Ging die Geschichtsfälschung so weit, dass ganze Sprachstufen erdacht wurden, dass Inschriften im gesamten Mittelmeerraum gefälscht wurden? Passt Dein Geschichtsbild eigentlich zur Archäologie, die ja aufgrund von Ausgrabungen tatsächlich antike Menschen zu antiker Zeit vermutet, deren Architektur ... nun, nicht so weit von dem abweicht, was sich in antiken Schriften mit antiker Sprache geschrieben findet.
Nasenbaer1970
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Anmeldungsdatum: 30.03.2007
Beiträge: 35

BeitragVerfasst am: 18 Jun 2009 - 19:40:19    Titel:

Arborius hat folgendes geschrieben:
... ich habe nicht genau mitbekommen, was Deine These ist.
Ist Deine These: Die Antike ist nur erfunden worden, und zwar in der frühen Neuzeit?.

Ich halte die seit dem 16./17. Jh. bis heute geltende Chronologie der davorliegenden Ereignisse für falsch.
Viele Ereignisse, die heute der sogenannten Antike zugeordnet werden,
fanden in Wirklichkeit im Mittelalter und in der frühen Neuzeit statt.
Viele liefen auch ganz anders ab, oder sind erfunden.
Daher ist auch das Mittelalter nicht so abgelaufen, wie es die offizielle Geschichte beschreibt.
Die der Antike zugeordneten Texte wurden in dieser Zeit erstellt.

Wenn sich z.B. ein Historiker diese Website anguckt (heute oder in einigen Jahrhunderten im google-Archiv)
http://www.galantewelt.de/PDF/Privatim.pdf
könnte er auf die Idee kommen, es habe schon Anfang des 18. Jh. das Internet gegeben. Das Dokument ist mit 1708 datiert,
und auch die Sprache entspricht der dieser Zeit zugeordneten Sprache. Genauso kann man das auch mit antiken Texten tun.
Für das mittelalterliche Griechisch vermerkt z.B. der entsprechende wikipedia-Artikel:
"Medieval Greek is a cover term for a whole continuum of different speech and writing styles,
ranging from vernacular continuations of spoken Koine that were already approaching Modern Greek in many respects,
to highly learned forms imitating classical Attic."

Nun, da paßt ja so ziemlich alles rein, was wir kennen. Auch finde ich als Nicht-Philologe z.B. das Latein von Descartes
und das angeblich fast 1700 Jahre zuvor geschriebene Latein von Caesar ähnlicher,
als das Deutsch auf der obigen Website (vor 300 Jahren) und das heutige Deutsch.
Dabei ist mir natürlich klar, daß Latein über mehr als 1000 Jahre hinweg eine reine Verwaltungs- und Gelehrtensprache gewesen sein soll
- dafür aber in einem weit größeren Territorium als Deutsch.
Aber dafür kann man sowieso keine Regeln aufstellen, vergleicht man z.B. die großen Dialektunterschiede
des relativ kleinen schwedischen Sprachraums mit dem riesigen russischen, der weit einheitlicher ist.

Aber Chronologiekritik ist nichts Neues. Eine Einführung in die Problematik vom kürzlich verstorbenen Dr. Gabowitsch
(für Philologen ist Teil 2 wohl interessanter):
http://www.forumromanum.de/member/forum/forum.php?action=ubb_show&entryid=1098413186&mainid=1098413186&USER=user_412765&threadid=1170521877
http://www.artemodus.de/cars/Antikenschwindel.html

Meine These ist nun:
Die Jahreszahlen einer Reihe von auf den ersten Blick sehr ähnlichen Ereignissen lassen sich mit Hilfe der Olympischen Ära (776/777),
der Ära seit Gründung der Stadt Rom (753/754) und der Zahl 1000 ineinander umrechnen.
Sie sind daher als identisch anzusehen.
Zwangsläufig ist dann zumindest ein Teil der Beschreibungen zu den Ereignissen falsch.
Und dies sind keine unbedeutenden Ereignisse, sondern sie gehören zu den die weitere Geschichte prägenden.
Das ist kein Zufall, sondern ein Indiz für eine falsche Chronologie.

Die 800-Jahres-Verschiebung ist ein Spezialfall von Umrechnungsfehlern mit diesen beiden antiken Ären. (754-777-777=-800),
mit dem ein Grundgerüst der heute gültigen Chronologie im 800-Jahres-Abstand erzeugt wird.
Dies hat "Floßhilde" hier ganz kurz und knapp zusammengefaßt:
http://www.uni-protokolle.de/foren/viewtopic.php?p=1870157&highlight=#1870157
(Für Details bitte meine davorliegenden Beiträge lesen)

Einige Beispiele zu weiteren Verschiebungen:
http://www.uni-protokolle.de/foren/viewtopic.php?p=1877964&highlight=#1877964

Die These erfüllt natürlich die Anforderung an eine wissenschaftliche These, falsifizierbar zu sein. Das Kriterium ist:
Wenn mit einer großen Anzahl von jeweils drei anderen, beliebig gewählten Zahlen die gleiche Anzahl von Übereinstimmungen
für vergleichbar wichtige Ereignisse erzielt wird (Abweichungen in Einzelfällen max. 1% des betrachteten Gesamtzeitraums, iin den meisten Fällen wesentlich kleiner),
wie mit den drei Zahlen 753, 776 und 1000, gilt die These als widerlegt. (Dann wäre es nämlich Zufall.)
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