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Kommt der Mindestlohn?
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Kommt der Mindestlohn?
 

Brauchen wir einen gesetzlichen Mindestlohn?
Nein
47%
 47%  [ 29 ]
Ja (~4€)
9%
 9%  [ 6 ]
Ja (~7€)
21%
 21%  [ 13 ]
Ja (~10€)
21%
 21%  [ 13 ]
Stimmen insgesamt : 61

Autor Nachricht
Marmic
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Anmeldungsdatum: 27.07.2007
Beiträge: 192

BeitragVerfasst am: 29 Jun 2009 - 18:19:46    Titel: Kommt der Mindestlohn?

Seit Jahren streiten die Politiker und sind sich bis heute nicht einig geworden.
Nun frage ich, wie lange wir einfachen Bürger noch warten sollen?

Sollte Schwarz-Gelb 2009 an die Macht kommen, rückt der Mindestlohn wohl in weite Ferne, oder!?

Tut sich etwas? Ist ein gesetzlicher Mindestlohn in Aussicht?
empty space
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Anmeldungsdatum: 03.05.2009
Beiträge: 714

BeitragVerfasst am: 29 Jun 2009 - 18:56:09    Titel:

Zitat:
Sollte Schwarz-Gelb 2009 an die Macht kommen, rückt der Mindestlohn wohl in weite Ferne, oder!?
Nicht so pessimistisch. Smile Auch Schwarz/Gelb braucht das Wahlvieh. Allerdings können sie es sich derzeit leisten, auf das Prekariat zu pfeifen; zerfleischen sich doch SPD und LINKE wunderschön allein.

Dennoch: Mittelfristig kann die Bundesrepublik nicht ignorieren, was in den meisten anderen Ländern der EU bereits gang und gebe ist. Und da wir derzeit bei westeurpäischen 8,50 Euro Durchschnitts-Mindestlohn sind, bleibt nur die Option ~10 Euro. Allerdings mehren sich die Stimmen in den Hochlohn-Mindestlohn-Ländern, den Durchschnitts-Mindestlohn zu senken. Dem steht jedoch die Erkenntnis dann einbrechender Binnennachfrage entgegen.

Zitat:
Tut sich etwas? Ist ein gesetzlicher Mindestlohn in Aussicht?
Gemessen an den Erfahrungen der letzten Jahre postuliere ich: Wann der Mindestlohn kommt, hängt ganz stark vom Wahlergebnis der LINKEN ab. DASS er jedoch kommt, ist bereits so gut wie fast schon Faktum. Selbst in der CDU hat man erkannt, dass Außenhandels-Weltmeisterschaft die Kassen des Bundes nur unter relativ eng gefassten Bedingungen füllt. Warte ab und harre aus, bis man auch in konservativen Kreisen erkennt, wie man auch ohne einen ersten Außenhandels-Platz gute Marktbedingungen schaffen kann.
Elzéard B.
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Anmeldungsdatum: 07.12.2008
Beiträge: 1150

BeitragVerfasst am: 29 Jun 2009 - 19:08:39    Titel:

Wir bräuchten einen Mindestlohn, der wie in den anderen Ländern außer Frankreich ca. 1% der Erwerbsbevölkerung erfasst, also tatsächlich eine Lohnuntergrenze darstellt ohne Beschäftigung zu gefährden.

Dieser liegt aber nicht bei 10€, sondern umgerechnet bei 4-5 €; enstprechende Rechnung haben ja alle Wirtschaftsforschungsinstitute mehrmals veröffentlicht.
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 29 Jun 2009 - 20:44:38    Titel:

... werden aber von interessierter Seite auch immer wieder gerne ignoriert Wink. Im Übrigen gibt es den Mindestlohn ja bereits.

Gruß
Pauker
Julius_Dolby
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Anmeldungsdatum: 22.06.2008
Beiträge: 3856

BeitragVerfasst am: 29 Jun 2009 - 20:54:42    Titel:

empty space hat folgendes geschrieben:
da wir derzeit bei westeurpäischen 8,50 Euro Durchschnitts-Mindestlohn sind, bleibt nur die Option ~10 Euro.

Und die "Logik" dafür lieferst du uns jetzt hoffentlich noch nach?

Wenn sich da nicht mal einige Träumer gewaltig verheben, die glauben, Deutschland könne sich "alles" leisten. Man sollte dabei auch bedenken, dass Deutschland im Gegensatz zu allen anderen westeuropäischen Nachbarn ein wirtschaftlich relativ marodes Obstblock-Land integrieren musste.

empty space hat folgendes geschrieben:
Dem steht jedoch die Erkenntnis dann einbrechender Binnennachfrage entgegen.

Soso... Arbeitslose tragen also mehr zur Binnennachfrage bei, als Arbeitende?

Polen: Mindestlohn 2,10 EUR
Tschechien: Mindestlohn 1,93 EUR
Entfernung beider Länder von Deutschland: 0 Kilometer (gemeinsame offene Grenze)
Julius_Dolby
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Anmeldungsdatum: 22.06.2008
Beiträge: 3856

BeitragVerfasst am: 29 Jun 2009 - 21:09:01    Titel:

PS:

Habe mir gerade mal ein paar Statistiken angeschaut: Ein deutscher Mindestlohn von 8,50 EUR dürfte höher sein als ein Durchschnittslohn (!) in Tschechien und Polen.

Einfach mal ein 1 und 1 zusammenzählen und nachdenken, was es bedeuten kann, wenn unmittelbare Nachbarn einen durchschnittlichen (!) Lohn verdienen, den ein deutscher Arbeitgeber ein paar Kilometer nicht mal legal anbieten darf. Vermutlich können wir da einige Regionen im östlichen Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen vermutlich gleich brandroden, in die Steinzeit zurückbomben, oder in Wohlstandsrentnerwohnparadiese umwandeln.
Elzéard B.
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Anmeldungsdatum: 07.12.2008
Beiträge: 1150

BeitragVerfasst am: 29 Jun 2009 - 21:39:12    Titel:

Von einem Lohn, den man nicht ausgezahlt bekommt, weil Beschäftigung für den Unternehmer unrentabel wird oder dieser lieber ins Ausland ausweicht, kurbelt man auch keine Binnennachfrage an.

Noch nicht mal Neo-Keynesianer plädieren für einen "living wage", also einen Mindestlohn, der zum Leben reicht, weil er ökonomischer Unsinn ist und den Schwächsten schadet. Löhne hängen nunmal nicht von Wunschdenken oder von Moral ab, sondern spiegeln lediglich Knappheitsverhältnisse wieder, die durch Angebot und Nachfrage bestimmt werden. Dagegen kann man (leider) nichts unternehmen.

Umso bezeichnender ist es für den ökonomischen Wissensstand des deutschen Volkes, dass 90% einen 7,50 € Mindestlohn, der 16% der Beschäftigen betrifft, gut heißen.
Pauker
Moderator
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Moderator


Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 30 Jun 2009 - 16:30:39    Titel:

Vielleicht ist das deutsche Volk mit einer Antwort "da kann man halt nichts machen" nicht zufrieden zu stellen. Das Problem, dass Menschen von einer Vollzeitarbeit nicht mehr leben könne ist gegeben. Wenn unser System nicht mehr Antworten parat hat als "ist halt so", dann ist was am System falsch.

Gruß
pauker
Elzéard B.
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Anmeldungsdatum: 07.12.2008
Beiträge: 1150

BeitragVerfasst am: 30 Jun 2009 - 17:43:55    Titel:

Hat die reine Marktwirtschaft aber leider nicht.

Aber: Die "Schuld" der Marktwirtschaft in die Schuhe zu schieben, ist wohl ein bisschen zu kurz gedacht. Würde bei höheren Löhnen noch entsprechende Nachfrage existieren, hätte ja niemand ein Problem.

Warum existiert sie nicht ? Weil kein Unternehmer mehr Geld in etwas investiert, als er als Rendite erwartet. Ich zahle niemandem 1000 €/ Monat, wenn er mir nur 600 € wieder erwirtschaftet. Ist wohl eher der Mensch an sich, der dieses Problem verursacht.
koenig_ludwig73
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Anmeldungsdatum: 30.07.2009
Beiträge: 11588
Wohnort: Neuschwanstein

BeitragVerfasst am: 31 Jul 2009 - 07:02:33    Titel:

Wirtschaftsinformatiker hat folgendes geschrieben:
ich bin eher gegen einen einheitlichen Mindestlohn, denn dazu sind die Berufe, Lebenskosten, Lebensumstände der Menschen einfach zu verschieden. Z.B. wäre ein Lohn von 1200 Euro netto in München fast nix, in Gera dagegen wäre das sehr gut.

Dass ein zu hoher Mindestlohn Arbeitsplätze vernichtet, ist auch unstreitig, streitig wäre ja nur der Betrag, ab dem dies geschieht.

Nun aber mal ein anderer Gedankengang von mir :

Zitat:
Von einem Lohn, den man nicht ausgezahlt bekommt, weil Beschäftigung für den Unternehmer unrentabel wird oder dieser lieber ins Ausland ausweicht, kurbelt man auch keine Binnennachfrage an


klar, das dachte ich eigentlich auch sehr lange.

Aber man muss sich mal überlegen, welche Branchen den typischerweise ausgelagert werden ! Das sind meistens Produktionsbranchen, und da lachen selbst einfachste Arbeiter über 10 oder gar nur 7,50 Euro die Stunde.
In der Chemie, Auto - und Autozulieferindustrie bekommen selbst Hilfsarbeiter deutlich mehr, d.h. ein Mindestlohn hätte auch solche Branchen sowieso kaum einen Einfluss.
Allerdings sieht man an diesen Branchen deutlich, dass zu hohe Löhne für einfachste Arbeit dafür sorgen, dass Arbeitsplätze abwandern.

Nun, wo hätte den ein Mindestlohn einen Einfluss ? in erster Linie in chronisch schlecht bezahlten Branchen wie Friseurgewerbe, Gastronomie, Sicherheitsdienste. Aber genau diese Tätigkeiten kann man gar nicht auslagern !


stimmt man kann sie nicht auslagern aber man sie schwarz ausüben, Gastronomie, Friseur oder ersetzen, Wachdienst durch Überwachungstechnik.
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