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Karteikartensysteme, empfehlenswert?
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Daphney
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Anmeldungsdatum: 03.05.2009
Beiträge: 214

BeitragVerfasst am: 26 Jul 2009 - 10:29:11    Titel: Karteikartensysteme, empfehlenswert?

Hallo,

es gibt ja verschiedene Karteikartensysteme, z.B. Alpmann-Schmidt, Hemmer, Münchhausen und Partner. Von letzterem sind mir die Profi-Boxen recht sympathisch.

Alle gemein haben sie sicher, dass sie, wenn für alle Rechtsgebiete gekauft, nicht gerade einen Spottpreis kosten und deshalb entscheidende Vorteile gegenüber selbst gebastelten bringen sollten.

Doch evtl lohnt sich dieser Preis, wenn ich damit wirklich das gesamte examensrelevante Wissen (mündlich wie schriftlich) abdecke. Was sagt ihr, was können diese Karteikartensysteme (z.B. die 9 Profiboxen von Münchhausen und Partner)?
Was bringen die Karten effektiv? Ist es das Wissen aus Büchern, das man sich sowohl über die Karten als auch über Bücher und Skritpe anlesen kann, das dann letztlich nur noch (komplett) abgefragt wird?
Wenn dies so wäre, dann wäre, wenn ich das komplette System dieser Boxen drauf hätte, "nur noch" die (mühsame) Arbeit des Fälle und Klausuren schreibens dran oder ist dies mit Karteikartensystemen keinesfalls zu leisten?
Kann ich sie vom ersten Semster bis zur 1. Juristischen Prüfung bedenkenlos benutzen?

Wenn nicht, gibt es empfehlenswerte Komplettsysteme (möglichst mit unterschiedlichen Lernmethoden), nach denen ich alles drauf habe, was ich drauf haben muss/sollte?

Dankeschön für eure Hilfe!
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
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BeitragVerfasst am: 27 Jul 2009 - 03:28:04    Titel:

Also, bei mir raten sogar die Hemmer-Dozenten selbst mehr oder weniger von ihren eigenen Karteikarten ab Laughing , indem sie empfehlen, selbst welche anzufertigen. Dabei ist der Lerneffekt nämlich immens größer und man blickt auch viel besser durch, d.h. der Sinn des Karteikartenlernens wird dabei viel viel eher erreicht. Karteikarten machen auch nur Sinn, wenn sie nicht in Miniaturschrift auf Vorder- und Rückseite voll beschrieben sind Wink...

Ich kenne die Karteikartensysteme nicht, aber das Lernen mit Büchern wird damit sicherlich niemals ersetzt. Dort werden ja immer nur Einzelprobleme behandelt und nicht die Zusammenhänge.

Und KOMPLETT das Examenswissen kannst du sowieso nirgends abdecken, da es im Studium auch darum geht, die Methodik der Juristerei zu erlernen und im Examen an Unbekanntem (!) anzuwenden.
Daphney
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Anmeldungsdatum: 03.05.2009
Beiträge: 214

BeitragVerfasst am: 27 Jul 2009 - 05:50:49    Titel:

Wenn dem aber so ist, dass man am unbekannten Fall sitzt und einem auswendig gelerntes NICHTS bringt, wieso geben sich Jurastudenten dann monate-, jahrelang die Lernerei? Wenn es genügt die Methodik zu können, dann dürfte sich das Ganze ja auf wenig Fachwissen und viel Üben von Methodik beschränken, was wiederum nicht der Realität entspricht, wenn man Examenskandidaten glaubt, die Unmengen an Stoff lernen (und dafür wie in einem Fall einer Kandidatin dann 16 Punkte schreibt - sie hat das vor allem mit dem Kampf gegen das Vergessen gerechtfertigt --> es kann also nicht nur Methodik sein).
In Hafts Buch wird ja sogar genau das empfohlen: Nichts zu wissen, nur methodisch ranzugehen.
Hört sich ja schön an, scheint aber nicht der Realität zu entsprechen.

Geht es also letztlich darum sich mit der Methodik pinzipiell zum Bestehen zu hangeln und für den Rest an Punkten dann Glück zu haben, weil doch etwas dran kommt, was man bereits gelernt hat? Irgendeinen Sinn muss das Pauken ja dann doch haben, auch wenn immer wieder bestritten wird, dass man alles relevante lernen kann.

Die Karteikarten sollen wohl den Sinn erfüllen 1.) dass man nichts Wichtiges übersieht und 2.) Zeit einzusparen.

Die Karten sind zumindest im Fall der Profiboxen übersichtlich angelegt und nicht mit einem Haufen Wissen drauf.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
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BeitragVerfasst am: 27 Jul 2009 - 07:32:39    Titel:

Ich habe nicht geschrieben, dass man nur die Methodik beherrschen muss; ich habe geschrieben, dass es im Jurastudium auch darum geht, die Methodik zu beherrschen.

Oh ja, man muss auch eine Menge Stoff beherrschen, denn alles an Pflichtstoff kann drankommen (bin selbst in der Examensvorbereitung und weiß daher, wovon ich rede, aber ich denke, man weiß das auch vorher, denn den Stoff lernt man ja schon in 6 Semstern Studium kennen). Je besser vorbereitet man ins Examen geht, desto höher ist natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass die Note akzeptabel ist. ABER: Jura ist kein Auswendiglernen! In Jura muss man auch viel verstehen und die Methodik beherrschen. Denn es kann eben auch sein, dass unbekannte und/oder aktuelle Sachen drankommen, die man im Studium einfach nicht hatte, denn es ist unmöglich, alles zu können. Sinn des Examens ist es ja bzw. soll es sein zu prüfen, ob der jeweilige Kandidat wirklich Jurist sein kann, also unbekannte Fälle lösen kann, denn das wird auch später von Juristen erwartet.

Was ich damit sagen will: Nur weil man alles umfassend gelernt hat, hat man noch keine Garantie für ein gutes Examen. Ohne Fleiß geht es nicht, denn die Stofffülle ist enorm, aber Fleiß ist eben leider nicht der einzige Schlüssel zum Erfolg im Jurastudium. Das ist ja die Sch... im Gegensatz zu anderen Fächern. Im Übrigen kommt ja hinzu, dass jeder Fall anders ist und man somit ohnehin immer schon Probleme genug hat, die Schwerpunkte zu finden und jeden Fall individuell aufzubauen. DAS muss man eben auch im Studium und v.a. in der Examensvorbereitung lernen.

Und meines Erachtens kann man eben mit Karteikarten auf keinen Fall umassend den ganzen Stoff abdecken, da Karteikartenlernen ja rein abstraktes Lernen ist (und zudem, wie oben schon erwähnt, zusammenhanglos), die Falltechnik lernt man damit nicht.
Marina85
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BeitragVerfasst am: 27 Jul 2009 - 07:42:15    Titel:

Ach ja, und es ist nicht unbedingt der beste Weg, jedes noch so kleine Problem auswendig zu lernen. Man kann sich eh nicht alles merken. Warum schreiben denn so viele Leute schlechte Examen? Bestimmt nicht alle, weil sie zu wenig lernen, sondern weil es eben verdammt schwer ist, den richtigen Mittelweg zu finden.
Daphney
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Anmeldungsdatum: 03.05.2009
Beiträge: 214

BeitragVerfasst am: 27 Jul 2009 - 11:47:34    Titel:

Danke dir! Ja, es erscheint mir auch so, als ob das der Knackpunkt ist. Das Wichtige nämlich vom Unwichtigen zu trennen, sich nicht zu verheddern, sich nicht von Problemen und Hm's und Mm's ver(w)irren zu lassen (am Anfang werden einem all diese Tipps ja gegeben, aber wenn man in Panik ist und nach links und rechts schaut und alle sie pauken, dann paukt man sie wahrscheinlich auch?), sondern zu versuchen ein System zu finden, in dem der Grundstock an nötigem Wissen und Definition für eine saubere Methodik gelegt ist. Dies hört sich aber letztendlich wieder nach einer Sache an, die lösbar ist, zumindest, wenn man betrachtet wie lange Juristenausbildung schon betrieben wird. Warum ist es so unendlich schwer den Juristen dafür eine saubere Lernstrategie und Ausbildung (immerhin sogar kommerziell) an die Hand zu geben?
Und wenn das Wissen am Ende gar nicht so groß ist, was für die Methodik gebraucht wird - wie ich es vermute (ich denke die meisten lernen sehr viel, was sie nicht brauchen und einfach hoffen, dass es dran kommt?) - , weshalb sollten diese Karteikartensysteme dann nicht genügen um es letztlich systematisch abzufragen? Immer vorausgesetzt freilich, man hat verstanden was auf der Karte steht, sonst hilft es vielleicht wirklich maximal für die Mündliche. Kann man das vielleicht mit Formeln aus der Mathematik oder Physik vergleichen, die man dann noch anwenden, vor allem wahrscheinlich aber schonmal im Zusammenhang gesehen haben muss?

Ich kann mir bisher nur zwei Gründe dafür denken, weshalb so viele scheitern:
1. Die meisten lernen zu spät überhaupt die Methodik kennen, die Jura ausmacht und sie liegt ihnen nicht
2. Jura ist fast menschenunmöglich schwer (was ich aber eigentlich nicht glaube will)
...

Noch eine kleine generelle Frage: Ist es überhaupt notwendig die HM zu kennen um einen Fall zu lösen? Sollte es nicht möglich sein verschiedene Optionen darzustellen, die man sich selbst herleitet und sich dann für eine zu entscheiden ohne die vorgekauten auswendig zu kennen?
Wenn es darum geht Jurist zu sein muss genau das funktionieren und dann kann man sich das doch schonmal schenken zu lernen. Wird man vielleicht in seinem Studium wegen Seminar- und Hausarbeiten dahingehend einfach "versaut" und glaubt dann, es sei einfach immer wichtig, obwohl es gar nicht so ist?
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
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BeitragVerfasst am: 27 Jul 2009 - 14:31:22    Titel:

Die so genannte h.M. muss man nicht kennen. Man muss in bestimmten klassischen Streitstände die verschiedenen Meinungen kennen, ansonsten muss man eben selbst auslegen. Dann kann man sich einer Meinung anschließen. In bestimmten Fällen ist es vorteilhaft, sich nicht irgendwelchen abgedroschenen Mindermeinungen anzuschließen und daher sinnvoll, die h.M. zu kennen. Aber als solche bezeichnet man sie niemals in einer Klausur!

Wie gesagt, ich persönlich würde mich auf Karteikarten alleine nicht verlassen.
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