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§34 StGB geschütztes Interesse - beeinträchtigtes Interesse
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India
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Anmeldungsdatum: 26.03.2007
Beiträge: 55
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 29 Okt 2009 - 16:20:11    Titel: §34 StGB geschütztes Interesse - beeinträchtigtes Interesse

Hallo,

ich hab eine kurze Frage.

Ärztin A verordnet krebskrankem K, der sich bereits im Terminalstadium befindet, äußerst hoch dosiertes Morphium, das den Todeseintritt erheblich beschleunigt, im vorliegenden Fall den Todeseintritt sogar herbeiführt.
Wir gehen davon aus: K wäre ohne das Morphium drei Tage später gestorben.

Hier ist ja der Tatbestand der vorsätzlichen Tötung erfüllt.
Auf der Rechtswidrigkeitseben greift aber dann §34 StGB.

Ich kann noch nicht ganz zuordnen, welches im vorliegenden Fall das "geschützte Interesse" und welches "das beeinträchtige Interesse" ist?

Geschütztes Interesse: einen körperlichen Zustand ohne starke Schmerzen, der durch das Morphium hergestellt wird
beeinträchtigtes Interesse: das menschliche Leben?
Rhyeira
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Anmeldungsdatum: 18.03.2008
Beiträge: 3012

BeitragVerfasst am: 29 Okt 2009 - 18:24:44    Titel:

Ich würd's in etwa so angehen:

Auf der einen Seite steht das Interesse an der Ermöglichung eines schmerzfreien Todes und eines Todes in Würde nach dem eigenverantwortlichen Willen des Patienten (geht in Richtung Menschenwürde, daher hat man mit Art. 1 GG eine gute Unterstützung für die Argumentation); auf der anderen Seite steht als Interesse zwar das menschliche Leben, das aber im konkreten Falle nicht überwiegt, weil es nur noch um ein Weiterleben unter starken Schmerzen für einen sehr kurzen Zeitraum bei sicher bevorstehendem Tod geht.

Die genauen Formulierungen kannst du sicher auch in irgendwelchen einschlägigen BGH-Urteilen nachschauen.
Ronnan
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Anmeldungsdatum: 08.09.2008
Beiträge: 2295
Wohnort: Karlsruhe, Residenz des Rechts

BeitragVerfasst am: 30 Okt 2009 - 12:12:54    Titel:

du meinst also aktive sterbehilfe ist gerechtfertigt?
man sagt doch immer, dass aktive sterbehilfe strafbar ist und nur passive nicht
wenn man hier die rechtfertigung annimmt, müsste man das in der vielzahl der ensprechenden fälle ja auch tun
Rhyeira
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Anmeldungsdatum: 18.03.2008
Beiträge: 3012

BeitragVerfasst am: 30 Okt 2009 - 17:14:14    Titel:

Man unterscheidet meines Wissens hier danach, ob es sich um aktive Sterbehilfe (also z.B. die Verabreichung von Medikamenten mit dem Ziel der Tötung) handelt oder um indirekte Sterbehilfe (wo es das eigentliche Ziel der Medikamentenverabreichung ist, dem Patienten Schmerzfreiheit zu verschaffen, aber diese Medikation quasi als Nebenwirkung auch dazu führen kann, den sowieso sicheren Tod zu beschleunigen - was aber eben nur Nebenfolge und nicht das eigentliche Ziel ist).
Ersteres wäre strafbar, zweiteres nicht.

Soweit allerdings nur meine Erinnerung... ist schon ziemlich lange her, dass ich mich zuletzt mit dem Thema befasst habe. Ich kenne auch die jüngere Rechtsprechung nicht wirklich.
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