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Erörterung - Kontrolle
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Corax
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Anmeldungsdatum: 03.11.2006
Beiträge: 142

BeitragVerfasst am: 12 Jan 2010 - 00:07:06    Titel: Erörterung - Kontrolle

Hi alle, ich habe hier eine Textgrundlagen, zu der ich eine Erörterung schreiben muss.
Das ist der Text : http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1999/1103/lokales/0139/index.html


Hier ist meine Erörterung
In dm Text "Gleiche Chancen durch getrennten Unterricht" von Christine Dankbar geht es um die Schwächen des deutschen Bildungssystems, weshalb sie eine zeitweise Reorganisation des Unterrichts anfordert.
Laut Statistiken hat das Zusammenführen von Jungen und Mädchen in eine Klasse, welches "in den 60er-Jahren eingeführt wurde", das Ziel der Gleichberechtigung der Geschlechter nicht erreicht (Z.7-Cool.
Es ist nämlich so, "dass in den technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen" der Hochschulen sehr wenige Studentinnen anzutreffen sind, von denen die meisten ihr Abitur an reinen Mädchenschulen gemacht haben (Z.10ff). Ursache für dieses Phänomen ist die Sichweise, "dass gemeinsamer Unterricht Chancengleichheit herstellt" (Z.17).
Dabei wird jedoch vernachlässigt, dass in der Pubertät Schüler sich ändern können.
Mädchen mit dreizehn, vierzehn Jahren lassen sich lieber einschüchtern, überlassen Fächer wie Mathematik den Jungen und widmen sich eher dem sprachlichen Bereich.
Der zeitweise getrennte Unterricht hätte positive Auswirkungen auf beide Parteien und würde zum Entdecken neuer Stärken beitragen.

Christine Dankbar stützt ihre Behauptung durch zahlreiche Plausibilitäts- und rationale Argumente. Letztere belegt sie durch Statistiken, in denen nachgewiesen wird, "dass in den technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen der Universitäten Studentinnen immer noch mit der Lupe gesucht werden müssen" (Z.10ff).
Das Besondere an Statistiken ist die Überzeugungskraft, mit dem die Autorin gezielt versucht, Leser auf ihre Seite zu bringen, denn so zeigt sie sich mit dem Thema befasst zu haben. Außerdem wirkt der Text durch dieses stilistische Mittel professioneller.
Desweiteren argumentiert die Autorin mit dem Gesetz der Natur - die Pubertät. Viele Teenager fangen an sich in dieser Zeit persönlich zu ändern. Es werden andere Wertvorstellungen wahrgenommen, die negative Auswirkungen auf das Lernverhalten und auf die Bildung haben könnten. Viele Jungen und Mädchen fallen in dieser Zeit in ein gewisses Verhaltensraster. Als letztes Argument führt die Autorin auf, dass so von keinem Geschlecht Druck herrscht. Es ist nämlich oft so, dass der naturwissenschaftliche Schüler "der sprachlich überlegenen Mädchen" die Antworten auf naturwissenschaftliche Fragen vorwegnimmt, sodass der Lerneffekt bei diesen eben Minimal bleibt. In sprachlichen Fächern ist dies der umgekehrte Fall. Während eher Mädchen den Unterricht führen, sitzin die Jungen gelangweilt ihre Zeit ab. Der zeitweise getrennte Unterricht würde das Lernvermögen und -verhalten maximieren. So könnten dadurch neue Berufsperspektiven für beide Geschlechter aufzeigen. Durch die verbesserten Kommunikationsfähigkeiten bzw. Schlüsselkompetenzen würden die männlichen Schüler auch in den Tätigkeitsfeldern eingesetzt werden, in denen hauptsächlich das andere Geschlecht vertreten ist, wie z.B. im Kindergarten. So wäre die Chance größer, dass die männliche Welt nicht nur in naturwissenschaftlichen Studiengängen zu finden sein wird, sondern auch in linguistischen und sozialen Studiengängen. Insgesamt verfolgt die Autorin einen deduktiven Gedankengang.
Das Verfassen des Textes auf einem hohen Sprachniveau und das Verwenden von Fremdwörter, wie "Statistiken" (Z.3), "Koedukation" (Z.4), "Pubertät" (Z.19), "Plädoyer" (Z.39), bewirkt, dass eher die erwachsene Welt, insbesondere die Politiker angesprochen werden, um diese von ihrer Meinung zu überzeugen. Dies wird durch die hypotaxischen Formulierungen intensiviert. Die Autorin verwendet sehr viele beschreibende Adjektive, um die Situation und das Problem aus ihrer Sicht besser zu veranschaulichen. Dadurch entsteht beim Leser ein schärferes Gesamtbild.

Meiner Meinung nach.....
Leoni
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Anmeldungsdatum: 19.05.2005
Beiträge: 1096
Wohnort: Bochum

BeitragVerfasst am: 13 Jan 2010 - 02:56:18    Titel:

Hi Corax!

Meiner Meinung nach ist deine Erörterung eine einzige Baustelle.

1) Du erörterst mir zu wenig die typischen W-Fragen: Wer hat was wann wo an wen warum geschrieben?

Was ist denn die BZ? Und wer ist bitteschön Christine Dankbar? Ich lese, sie ist Diplompolitologin, ja? Und sie war Sprecherin der Grünen im Bayerischen Landtag. Es macht doch einen Unterschied, ob eine Pädagogin oder eine Politologin die Forderung nach reflexiver Koedukation erhebt. Und wieso 1999? Das ist ja schon 10 Jahre her! Was ist denn im November 1999 passiert und wie sieht die Situation heute aus? Hat nicht die neue CDU/FDP-Koalition soeben ein eigenes Referat im Familienministerium zur Förderung von Jungen eingerichtet (anstatt für Mädchen)? Wink

2) Deine Inhaltsangabe stimmt überhaupt nicht. Vieles steht doch so gar nicht im Zeitungsartikel:

Corax hat folgendes geschrieben:
In dm Text "Gleiche Chancen durch getrennten Unterricht" von Christine Dankbar geht es um die Schwächen des deutschen Bildungssystems, weshalb sie eine zeitweise Reorganisation des Unterrichts anfordert.

Es ist ein Zeitungsartikel und sie fordert keine zeitweise Reorganisation des Unterrichts.

Zitat:
Laut Statistiken hat das Zusammenführen von Jungen und Mädchen in eine Klasse, welches "in den 60er-Jahren eingeführt wurde", das Ziel der Gleichberechtigung der Geschlechter nicht erreicht (Z.7-Cool.

"Laut Statistiken" ist doch Unsinn. Du gibt die Meinung der Autorin wieder und nicht irgendwelcher Statistiken.

Zitat:
Es ist nämlich so, "dass in den technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen" der Hochschulen sehr wenige Studentinnen anzutreffen sind, von denen die meisten ihr Abitur an reinen Mädchenschulen gemacht haben (Z.10ff).

"Es ist nämlich so" ist keine Inhaltsangabe. Außerdem sagt sie gar nicht, dass "die meisten ihr Abitur an reinen Mädchenschulen gemacht" hätten.

Zitat:
Ursache für dieses Phänomen ist die Sichweise, "dass gemeinsamer Unterricht Chancengleichheit herstellt" (Z.17).

Ursache für dieses Phänomen ist die Sich(t)weise? Das ist doch kein Deutsch!

Zitat:
Dabei wird jedoch vernachlässigt, dass in der Pubertät Schüler sich ändern können.

So steht das nicht im Text!

Zitat:
Mädchen mit dreizehn, vierzehn Jahren lassen sich lieber einschüchtern, überlassen Fächer wie Mathematik den Jungen und widmen sich eher dem sprachlichen Bereich.

Von Einschüchterung der Mädchen ist gar nicht die Rede.

Zitat:
Der zeitweise getrennte Unterricht hätte positive Auswirkungen auf beide Parteien und würde zum Entdecken neuer Stärken beitragen.

Sie sagt doch konkreter, wo und wie lange getrennt werden soll und welche Wirkungen sie sich davon erhofft.

3) Deinen Erörterungsteil kann ich nicht nachvollziehen. Die Autorin erwähnt zwar mal das Wort "Statistiken", aber in Wirklichkeit führt sie doch überhaupt keine an. Das ist ein ganz persönlich gefärbter, subjektiver Text, der nur so von Rhetorik strotzt. Ein assoziatives Erlebnis in der Berliner U-Bahn wird etwa als verallgemeinertes Beispiel hingestellt.

Schon von seiner Länge her ist der Text gar nicht auf Argumentation ausgerichtet. Er hat den Charakter eines Zwischenrufs oder persönlichen Kommentars, wie man ihn in einer Kommentarspalte findet. Er scheint es gar nicht nötig zu haben, irgendjemanden überzeugen zu müssen und scheint gar nicht auf Beweisführung angelegt zu sein.

Aber was kommentiert er denn eigentlich? Er erweckt ja den Eindruck, er sei direkt aus einer aktuellen Diskussion heraus entstanden.

Das Geheimnis lüftet sich, wenn man im Archiv der BZ ein bisschen weiterblättert:

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1999/1103/lokales/0105/index.html

Studie: Mädchen lernen in Physik und Chemie besser ohne Jungen

Es ist also wie folgt abgelaufen: Die BZ berichtet über das erste Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie der Humboldt-, Freien Universität sowie der Universität Dortmund und eine Redakteurin nimmt das zum Anlass, einen Kommentar zu diesem Thema zu schreiben und das erste Ergebnis der Studie gleich in den Rang einer politischen Forderung zu erheben.

Sie geht davon aus, dass der Leser diesen Artikel schon gelesen hat. Daher braucht sie sich nicht mehr lange mit den Hintergründen aufzuhalten.

Jetzt könnte man auch schön vergleichen, was in dem Artikel steht und was die Kommentatorin daraus macht.

Eine Frage wäre für mich zum Beispiel, ob die ersten Ergebnisse der Studie wirklich eine solche Forderung nach reflexiver Koedukation zulassen, zumal dort ja steht: "Ob die Mädchen nur besser und mit mehr Spaß oder tatsächlich auch mit überprüfbar größerem Erfolg lernen, können die Wissenschaftler derzeit nicht sagen." Wink
Corax
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Anmeldungsdatum: 03.11.2006
Beiträge: 142

BeitragVerfasst am: 13 Jan 2010 - 18:30:34    Titel:

Ich bin neu in dem Gebiet und möchte das mal wirklich lernen, deshalb habe ich eine neue Inhaltsangabe geschrieben:


In dem Kommentar "Gleiche Chancen durch getrennten Unterricht" von Christine Dankbar geht es um die Forderung nach getrenntem Unterricht, aufgrund von verschiedenen Lernverhalten der beiden Geschlechter.
Es wird über das Thema "Gleichberechtigung der Geschlechter" viel disktiert, weil Statistiken gezeigt haben, "dass der gemeinsame Unterricht von Jungen und Mädchen genau das nicht erreicht hat, wofür er in den 60er-Jahren eingeführt wurde" (Z.5-Cool.
Ein sehr kleiner Anteil derjenigen, die technische und naturwissenschaftliche Studiengänge belegen, sind weibliche Studentinnen, die zum größten Teil die Hochschulreife "an einer reinen Mädchenschule gemacht haben" (Z.14-15).
Der Grund liegt in der neuen Koedukation, "dass gemeinsamer Unterricht Chancengleichheit herstellt" (Z.17-1Cool.
In der Pubertät ändern sich die Verhaltensweisen der Teenager. Dabei führt die Verfasserin ein Beispiel aus dem alltäglichen Leben auf.
Für das weibliche Geschlecht "mit dreizehn, vierzehn" ist es heute besser sich leistungsmäßig nicht allzu auffällig zu machen (Z.27).
Das Resultat ist, dass sie in sprachlichen Fächern eine gute und in naturwissenschaftlichen Fächern eine schlechte Note kriegen.
Daher sollte die "Forderung nach getrenntem Unterricht" ernst genommen werden, denn dadurch könnten laut Christine Dankbar beide Geschlechter profitieren (Z.37).

------------------------

Muss ich wirklich schreiben, wer oder was die Verfasserin ist?..
Nehmen wir mal an, dass man in der Klausur eine textgebundene Erörterung schreiben muss. Was passiert nun, wenn ich nur den Namen des Verfassers habe, jedoch nicht seine Biografie, oder wenn ich gar nicht weiß, was im Jahre xyz passiert ist...


Nach der Inhaltsangabe kommt nun die Erörterung. Wie muss ich diese verfassen? Zunächst schreibe ich die Thesen und Argumente des Verfassers in eigenen Worten auf ein Stück Papier sage ich jetzt mal.
Danach schreibe ich diese Thesen doch runter und erkläre was damit gemeint ist, den Hintergrund und füge weitere passen Argumente zu dieser These hinzu, wenn ich der gleichen Meinung bin.

Wenn ich nicht der gleichen Meinung sein sollte, stelle ich zunächst eine Gegenthese mit passenden Argumenten auf und stelle diese dann gegenüber.
Also zunächst die These der Verfassers + Argumentation danach meine Gegenthese + Argumentation.
Anschließend kann auch die Sprache, stilistische Mittel etc herausgesucht werden und zum Schluss muss man ein Fazit schreiben?
Corax
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Anmeldungsdatum: 03.11.2006
Beiträge: 142

BeitragVerfasst am: 13 Jan 2010 - 21:34:53    Titel:

Meine Erörterung würde so aussehen.

Im Folgenden werde ich mich kritisch mit dem Kommentar befassen.
Christine Dankbar stützt ihre Thesen durch zahlreiche Plausibilitäts- und rationale Argumente.
Letztere belegt sie durch Statistiken, in denen nachgewiesen wird, "dass in den technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen der Universitäten Studentinnen immer noch mit der Lupe gesucht werden müssen" (Z.10ff).
Das Besondere an Statistiken ist die Überzeugungskraft, mit dem gezielt versucht wird, Leser auf die eigene Seite zu bringen, denn so zeigt man sich mit dem Thema befasst zu haben. Außerdem wirkt der Text durch dieses stilistische Mittel professioneller. Da die Verfasserin jedoch keine Quelle nennt, wirkt dieser Effekt nur zum Teil. Weiterhin wurde festgestellt, dass Studentinnen in technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen zum größten Teil aus reinen Mädchenschulen kommen. Hinzuzufügen ist, dass heutzutage viele soziale Berufe z.B. in Kindergärten und Schulen vom weiblichen Geschlecht ausgeübt werden. Der Grund hierfür ist, dass viele Jungen sich schon während der Schulzeit von sozialen und sprachlichen Fächern fernhalten und ihre Stärken eher in naturwissenschaftlichen Fächern beweisen, da Fächer wie z.B. Deutsch vom anderen Geschlecht geführt werden, weil diese sprachlich begabter sind. Dies führt jedoch dazu, dass im Unterricht Druck zwischen den Geschlechtern aufgebaut wird, was im Nachhinein negative Auswirkungen auf das Lernverhalten und Moral hat.
Dies stärkt die Ansicht, dass die in den 60er-Jahren eingeführte Gleichberechtigung der Geschlechter durch gemeinsamen Unterricht, gescheitert und aufgrund dieser Tatsache die beste Lösung die zeitweise Trennung des Unterrichts ist, denn dadurch würden die Jungen und Mädchen profitieren.
Im Unterricht könnte dadurch ein angenehmeres und ruhigeres Lernklima entstehen, da in der Pubertät erfahrungsgemäß beide Geschlechter „unruhig“ werden bzw. die Sichtweisen variieren und so möglicherweise negativ auf die Klassengemeinschaft auswirken.
Erfahrungsgemäß ist das andere Geschlecht in dieser Zeit am interessantesten. Dies führt dazu, dass Prioritäten falsch gesetzt werden, und das Lernen hindern.
Mit getrenntem Unterricht ist die Chance größer, dass z.B. das Interesse von Jungen gegenüber sprachlichen Fächern oder das von Mädchen gegenüber naturwissenschaftlichen Fächern erweckt wird.
Viele Abiturientinnen aus reinen Mädchenschulen belegen technische und naturwissenschaftliche Studiengänge, welches ein Beweis dafür ist, dass solche Gegebenheiten das Lernverhalten fördern, auch wenn man sich auf der anderen Seite fragen muss, ob und wie beide Geschlechter es schaffen werden, sich nicht nur auf das berufliche Leben sondern auch auf das soziale Leben vorzubereiten. Denn wie können sich beide Parteien sonst kennenlernen. In einem solchen Fall müssen die Familie und der Freundeskreis weiterhelfen.
Bei getrenntem Unterricht müsste jedoch viel mehr in die Bildung investiert werden, z.B. für die Beschaffung von Lehrmaterialien, Personal, Verwaltung, zusätzliche Kosten durch Heizung, Strom, Wasser und Wartung, welches langfristig gesehen katastrophal enden könnte, und eine
Regulierung erforderlich wäre.
Insgesamt verfolgt die Autorin einen deduktiven Gedankengang.
Das Verfassen des Textes auf einem hohen Sprachniveau und das Verwenden von Fremdwörter, wie "Statistiken" (Z.3), "Koedukation" (Z.4), "Pubertät" (Z.19), "Plädoyer" (Z.39), bewirkt, dass eher die erwachsene Welt, insbesondere die Politiker angesprochen werden, um diese von ihrer Meinung zu überzeugen. Dies wird durch die hypotaxischen Formulierungen intensiviert. Die Autorin verwendet sehr viele beschreibende Adjektive, um die Situation und das Problem aus ihrer Sicht besser zu veranschaulichen. Dadurch entsteht beim Leser ein schärferes Gesamtbild.

Meiner Meinung nach ist die Forderung der Verfasserin nach getrenntem Unterricht durchaus gerechtfertigt. Zwar ist es so, dass die Mehrheit der Studentinnen in sprachlichen und der Studenten in technischen Studiengängen vertreten ist, jedoch Tendenz fallend.
Man könnte versuchen, in den Klassen 8 bis 12, Schüler vom gleichen Geschlecht in eine Klasse zu versetzen, jedoch auf der gleichen Schule. Somit würde die in der Pubertät auftretenden Probleme minimiert werden, sodass sie sich nicht mehr stören würden.
Das Interesse gegenüber nicht populären Fächern könnte dadurch erweckt werden, welches entscheidend für die spätere berufliche Tätigkeit wäre. Gleichzeitig würde man in Pausen oder Projekten mit dem anderen Geschlecht kommunizieren und so die sozialen Kompetenzen wahren.
Diese Regelung würde nicht so erhebliche Kosten verursachen bzw. es finanzierbar machen.
Leoni
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Anmeldungsdatum: 19.05.2005
Beiträge: 1096
Wohnort: Bochum

BeitragVerfasst am: 15 Jan 2010 - 12:44:56    Titel:

Corax hat folgendes geschrieben:

In dem Zeitungsartikel "Gleiche Chancen durch getrennten Unterricht" von Christine Dankbar in der Berliner Zeitung vom 03. November 1999 geht es um die Frage der Koedukation von Jungen und Mädchen.

Christine Dankbar sieht das Ziel des gemeinsamen Unterrichts in der Gleichberechtigung der Geschlechter und hält dieses Ziel für nicht erreicht. Ihrer Meinung nach gibt es in den technischen und naturwissenschaftlichen Jahrgängen zu wenig Studentinnen, von denen sie glaubt, dass sie auch noch zum großen Teil aus reinen Mädchenschulen kämen.

Eine Hauptursache für das Misslingen der Koedukation sieht Dankbar in der Pubertät begründet. Mädchen in diesem Alter würden Jungen imponieren wollen und würden dazu ihre Klugheit zu verbergen suchen, weil dies bei Jungen nicht angesagt sei. Auch wenn dieses Verhalten nur für eine kurze Zeitspanne von zwei bis drei Jahren gelte, würden gute Noten in den Sprachen und schlechte Noten in Mathematik damit schon festgelegt werden.

Christine Dankbar fordert daher in den Schulen einen zeitweisen nach Geschlechtern getrennten Unterricht in den Fächern Mathe, Physik und Deutsch von ein bis zwei Jahren, und sieht dabei auch den Vorteil für die Jungen, welche in dieser Zeit ihre sprachlichen Fähigkeiten freier entwickeln könnten.
Leoni
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Anmeldungsdatum: 19.05.2005
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BeitragVerfasst am: 15 Jan 2010 - 14:38:54    Titel:

Ich habe jetzt keine Lust, dir die Erörterung zu schreiben. Ich würde nur auf einige Punkte hinweisen wollen: nimm den Text bitte nicht als gottgegeben hin!!! Diesen Text hat eine bestimmte Person in ihrer Zeit zu einem gegebenen Anlass an einem Ort mit einer bestimmten Absicht an einen Adressaten geschrieben und du musst diese Umstände aufdecken und erläutern. Damit beginnt schon die Erörterung. Und man versteht den Text wesentlich besser, wenn man diese Umstände kennt! Wenn du in einer Klausur keine Begleitinformationen hast, stelle heraus, was du weißt und erschließe, was du kannst. Im Grunde steckt fast alles in dem Text schon drin.

Überhaupt würde ich an deiner Stelle zeigen, was du weißt. Zum Beispiel über den Aufbau eines Zeitungsartikels (Dachzeile, Überschrift (Hauptzeile), Unterzeile, Vorspann (Lead), Fließtext, Zwischenüberschriften, BUZ, etc.). Eine Formanalyse gehört auch zur Erörterung.

So würde ich vielleicht anfangen:

Zitat:

Christine Dankbar ist Diplom-Politologin und war 1999 Redakteurin bei der Berliner Zeitung (BZ). Die Berliner Zeitung ist mit täglich 400.000 Lesern die größte Abonnementzeitung in der Region Berlin-Brandenburg. Am 3.11.1999 erschien in der BZ ein Artikel über die Ergebnisse einer Studie von verschiedenen Hochschulen, in welcher Uni-Psychologen Achtklässler in den Fächern Physik und Chemie nach Geschlechtern getrennt hatten und dabei ihr Lernverhalten beobachteten.

Christine Dankbar nimmt den Artikel über die Studie zum Anlass einen Kommentar zu verfassen, der noch an demselben Tag gedruckt wurde. Ihr Text ist daher relativ kurz, besteht nur aus vier kleinen Absätzen, so dass er bequem in eine Kommentarspalte passt. Zu finden war er zusammen mit dem Artikel über die Studie in der Rubrik "Lokales", vermutlich weil zwei Berliner Universitäten an der Studie mitwirkten. Dementsprechend lautet auch die Dachzeile "Stadtbild".

Dankbar ist mit ihrem Kommentar bemüht, die Ergebnisse der Studie gleich in eine politische Forderung zu heben. Die Überschrift ihres Kommentars lautet daher kurz und prägnant "Gleiche Chancen durch getrennten Unterricht".

In einem Kommentar gibt es keinen Vorspann. Die Kommentatorin braucht sich auch nicht lange mit einer Einführung in das Thema aufzuhalten, sie setzt beim Leser den Artikel über die Studie als gelesen voraus. Insgesamt geht sie von einer aktuellen politischen Diskussion aus, so dass der Zeitungsleser über das Thema informiert ist.

Nachdem sie schon in der Überschrift eindeutig Position bezogen hat, beginnt sie ihren Kommentar gleich mit der Diskreditierung der Gegner. Sie zeigt sich erstaunt, "dass über diese Frage so oft und vehement diskutiert" werde (Z. 1-2) und unterstellt den "Verfechtern der Koedukation" indirekt, dass sie noch keinen richtigen Blick auf die Statistiken geworfen hätten (Z.3), denn dann hätte der Sachverhalt eigentlich schon klar sein müssen: Das Hauptziel der Koedukation, die Gleichberechtigung der Geschlechter, sei nicht erreicht, weil es in den "technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen" wenig Frauen gäbe (Z.8-11). Dieses Argument unterstützt sie durch eine Metapher ("mit der Lupe suchen", Z.11), welche die geringe Zahl der Studentinnen veranschaulichen soll und damit als Hyperbel fungiert. Und sie setzt noch einen drauf, indem sie die wenigen Studentinnen in den naturwissenschaftlichen Disziplinen "reinen Mädchenschulen" zuordnet (Z.13). Irgendeine Argumentationskraft hat der letzte Satz des Abschnitts nicht, denn er ist freie Spekulation der Autorin ("ist die Chance groß", Z. 12), aber der Kommentar bekommt auf diese Weise einen leicht satirischen Unterton und unterstützt die Belustigung über die Verfechter der Koedukation.

Der Hinweis auf "die Statistiken" dient als Beleg und soll wissenschaftliche Genauigkeit und Nachweisbarkeit implizieren. Allerdings entpuppt sich dieser Verweis auf die Statistiken (im Plural!) als reine Rhetorik, denn sie werden weder näher benannt noch in irgendweiner Weise ausgeführt. Auch das von ihr genannte Ziel der Koedukation, die "Gleichberechtigung der Geschlechter", ist eine Verkürzung der Kommentatorin. Die Einführung der Koedukation hat viele pädagogische Gründe und lässt sich nicht auf einen einzigen reduzieren. Aber auf diese Weise gewichtet die Kommentatorin ihre Argumente und passt sie der kurzen Darstellungsform des Kommentars an. Bereits die Verbindung von Gleichberechtigung und der Anzahl der Studentinnen in naturwissenschaftlichen Disziplinen ist eine bewusste Reduktion der Autorin, so als ob sich Gleichberechtigung allein auf diese Weise messen ließe. Nur in diesem gekürzten Zusammenhang gewinnen beide Argumente überhaupt Plausibilität.

...



Über sowas kannst du eine 10-seitige vierstündige Klausur schreiben. Wink
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