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Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein?
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500e
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Anmeldungsdatum: 20.01.2007
Beiträge: 347

BeitragVerfasst am: 28 März 2010 - 20:08:50    Titel: Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein?

Hallo,


Was genau bedeuten die Begriffe? habe schon im I-net (Wikipedia usw.) geschaut doch ich weiß nicht genau was damit gemeint ist


1.) Selbstwertgefühl? Stärken? Schwächen?

2.) Selbstvertrauen?

3.) Selbstbewusstsein?

4.) Selbstsicher?


Gruß 500e
iKohol
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Anmeldungsdatum: 25.03.2010
Beiträge: 179

BeitragVerfasst am: 28 März 2010 - 20:22:10    Titel:

Alles keine offiziellen Definitionen, sondern meine Ansicht:

1.) Selbstwertgefühl?

Der "Wert" den du dir selbst und deinem Dasein zuordnest.
Könnte man drüber diskutieren in was sich dieser Wert ausdrücken soll.

2.) Selbstvertrauen?

Wie groß dein Vertrauen in dich und deine dir bewussten Stärken ist.

3.) Selbstbewusstsein?

Ob und inwieweit du dir deiner Stärken überhaupt bewusst bist.

4.) Selbstsicher[heit]?

Imo ein Synonym für 3.).

Bin mal drauf gespannt, wie die Psychologen da differenzieren.
Pacifico
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Anmeldungsdatum: 03.07.2007
Beiträge: 551
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 28 März 2010 - 21:04:28    Titel:

Liebe Kinder,
es folgt eine Unterbreitung meines für das Studium auswendig gelernten Wissens...

Selbstwert/-gefühl ist ein Teil des Selbstkonzeptes, das wiederum als Einstellung zu sich selbst definiert werden kann, bestehend aus einer kognitiven, affektiven und handlungssteuernden Komponente. Eben diese affektive Komponente ist der Selbstwert, also die Positivität der Einstellung zu sich selbst. Es repräsentiert die Spiegelung des Selbstkonzepts am Anderen in sozialer Interaktion, also eine aktive, sich je nach Situation ändernde Komponente. Beispiel: Es resultiert hohes Selbstwertgefühl aus für dich als relevant erachtete Domänen. Hat eine Person den Anpruch in einer Domäne (z.B. Schule, Beruf, anderes Geschlecht) erfolgreich zu sein, scheitert aber, resultiert niedriges Selbstwertgefühl. Allerdings gibt es neben dem bereichsspezifischen auch das globale Selbstwertgefühl. Bei zwei Personen, die z.B. beide unattraktiv sind und keine Freunde haben, kann die eine trotzdem ein hohes SWG, die andere ein niedriges SWG haben, weil "attraktiv sein" eine wichtige Domäne für letztere darstellt, in der sie Erfolg haben möchte. Der anderen Person ist Attraktivität hingegen nicht so wichtig, da für sie andere Domänen (z.B. gute Noten) relevanter sind, in der sie Erfolg hat (d.h. sie ist hässlich, aber gut in der Schule und deshalb zufrieden). Natürlich dienen diese Beispiele nur zum besseren Verständnis und es gibt sicher Leute, die gut in der Schule, hässlich und trotzdem unzufrieden sind...

Selbstvertrauen würde ich mich Rotters "Generalisierte Erwartungen" in Zusammenhang bringen. Er unterscheidet hierbei interpersonales Vetrauen und internale vs. externale Kontrolle der Verstärkung. Letztere lassen sich als zwei Pole eines eindimensionalen Kontinuums darstellen, das Rotter als locus of control definierte. Bei der internalen Kontrollüberzeugung erfolgt die Verstärkung als Folge von eigenem Verhalten bzw. eigenen relativ überdauernden Eigenschaften. D.h. ich habe ein hohes Selbstvertrauen, wenn ich den locus of control "in mir" sehe und davon überzeugt bin, dass ich Dinge erreichen kann, weil ich fähig dazu bin (und nicht, weil ich Glück hatte). Bei der externalen Kontrollüberzeugung sehe ich Geschehnisse als Folge von Glück, Zufall, Schicksal etc. Geringeres Selbstvertrauen, weil ich den Locus außerhalb meiner Fähigkeiten sehe. Ist aber nur eine These, das Selbstvertrauen als LoC zu sehen.

Selbstbewusstsein würde ich ganz einfach mit "Bewusstheit der eigenen Person" übersetzen, also eine kognitive Komponente des Selbstkonzepts. Ich bin mir dessen bewusst, dass ich ein Mann/Frau/Deutscher/Student/Schüler/Hartz IV-Empflänger etc. bin.

Selbstsicherheit sehe ich nicht als eigenständiges Konstrukt. Kann ugs. für Selbstbewusstsein sein.

Zum Weiterlesen empfehle ich "Psychologie des Selbst" von William James aus dem Jahre 1890. Er differenziert das Selbst in I und Me, also Selbst als Subjekt und gleichzeitig Objekt. Man reflektiert und wird reflektiert, überkrass.

Ein Hoch auf die Hochschul-Bulimie.
iKohol
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Anmeldungsdatum: 25.03.2010
Beiträge: 179

BeitragVerfasst am: 28 März 2010 - 21:14:38    Titel:

Und das zweite Buch, das ich mir heute bestellt habe.
Sag mal, kann es sein, dass du bloggst oder eine Kolumne schreibst?
Falls ja, Link plz. :>
Pacifico
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Anmeldungsdatum: 03.07.2007
Beiträge: 551
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 28 März 2010 - 21:30:29    Titel:

Freut mich, dass ich der Wirtschaft hiermit einen Beitrag leisten konnte.
Blogs und Kolumnen - das wäre eine Idee. Aber es reicht lediglich für jugendfreie Kurzgeschichten ._. Zurück zum Selbstwert.
adriana.kluge
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Anmeldungsdatum: 19.03.2010
Beiträge: 15
Wohnort: berlin

BeitragVerfasst am: 31 März 2010 - 13:30:45    Titel: was..

kann ich machen um selbstbewusster zu wirken und mich selbst mehr zu mögen? Letztens habe ich schlechte Erfahrungen gehabt und finde mic seitdem blöd, unattraktiv und einsam...was kann ich machen?
Dissonanz2
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Anmeldungsdatum: 13.02.2008
Beiträge: 341

BeitragVerfasst am: 01 Apr 2010 - 06:00:55    Titel:

Weiterhin wäre noch die Unterteilung in expliziten und impliziten Selbstwert interessant. Expliziter Selbstwert ist, wenn ich das richtig verstanden habe(und dafür geb ich garantiert keine Garantie Wink ) das, was bewusst abgerufen und berichtet werden kann, möglicherweise die kognitive Komponente der Einstellung zu sich selbst. Impliziter Selbstwert ist schwerer zu erheben und wird einigen(könnten auch mehr sein, aber ich hab bisher nur von einer Forschergruppe davon gehört und von denen abgesehen null Überblick über dieses spezifische Themengebiet) Forschern zufolge hauptsächlich in der frühen Kindheit durch Lob, Tadel und Ähnliches von den Eltern geprägt.

Interessant ist nun, dass bei Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung ein inkongruentes Selbstwertgefühl vorliegt. Soll heissen: Leute mit NPS lassen sich in expliziter Selbstwert hoch, impliziter Selbstwert niedrig und eSw niedrig, iSw hoch einteilen.

Pacifico, denkst du, dass man Selbstvertrauen nicht auch mit Need for Cognitive Closure assoziieren könnte?
Oder, ganz primitiv, mit Neurotizismus? Ängstlichkeit, Schüchternheit..

Während ich dies schreibe fällt mir auf: Eigentlich lassen sich Phänomene, die Alltagssprachlich mit Selbstvertrauen in die eine oder andere Richtung assoziiert sind doch mit den meisten Persönlichkeitsdimensionen der Big Five in Verbindung bringen. Wer wegen seiner hohen Extraversion auf die Bühne geht oder in der Gruppe laut ist könnte selbstvertrauend wirken, selbst wenn er eigentlich wegen seiner hohen Trait-Anxiety totales Muffensausen hat. Agreeableness: Wer in Diskussionen um des Friedens Willen nachgibt könnte als wenig selbstbewusst rüberkommen.

Oder: Psychopathie nach Hare. Psychopathen(bzw auf Psychopathy hoch scorende) sind extrem gut darin, voller Selbstvertrauen zu wirken, da angstfrei.

Oder: Bindungsstil nach Bowlby. Leute mit sicherem Bindungsstil explorieren mehr.

Ich denke, dass Selbstvertrauen eine Vielzahl von Phänomenen umfasst, die von "Kann nicht anders" zu "Sieht keinen Grund es nicht so zu tun" reichen können.

Selbstsicherheit würd ich übrigens eher Selbstvertrauen zuordnen. Wink

Adriana: Von welcher Größenordnung reden wir? Probleme mit dem Selbstwert können alles von "Manchmal find ich, dass x bei mir besser sein könnte" zu "Ich denk den ganzen Tag nur daran, wie allumfassend abgrundtief mies ich doch bin!" sein.. Einige benötigen mitunter ernsthafte Psychotherapie, einige vielleicht einfach mal 'ne Woche Zeit um drüber hinweg zu kommen.

Ich geh mal schlafen. Falls mir mehr einfällt schreib ich's vielleicht später am Tag.
adriana.kluge
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Anmeldungsdatum: 19.03.2010
Beiträge: 15
Wohnort: berlin

BeitragVerfasst am: 01 Apr 2010 - 09:58:39    Titel: ok

danke trotzdem..
ich fange dann mit einer freien woche,um über alles nachzudenken usw...

ich fahre nach Hause für Ostern Smile
maren1191
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Anmeldungsdatum: 04.08.2018
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2018 - 18:04:16    Titel: Gut erklärt!

Die zweite Antwort beschreibt eigentlich alles, was man zu diesen Begriffen wissen und nennen sollte.
Es ist natürlich schon etwas her, doch der Selbstwert und die Selbstliebe sind immer noch und vielleicht sogar noch präsenter als je zuvor!
Für mich ist Selbstliebe eines der wichtigsten Themen in meinem Leben.
Ich habe dazu auch einen tollen Youtubekanal gefunden.
Hier geht es bevorzugt um Persönlichkeitsentwicklung und Glücklich werden.
Kann ich allen also wirklich nur ans herz legen, wenn sie Interesse daran haben, glücklicher zu leben.

https://www.youtube.com/channel/UCtxPiuq8a5vdvqtany_5LsQ


Lieben Gruß,
Maren
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