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"demokratischer Sozialismus" = Etikettenschwindel
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> "demokratischer Sozialismus" = Etikettenschwindel
 
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koenig_ludwig73
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Anmeldungsdatum: 30.07.2009
Beiträge: 11820
Wohnort: Neuschwanstein

BeitragVerfasst am: 16 Mai 2010 - 19:47:24    Titel:

cyrix42 hat folgendes geschrieben:
Nur sind beide nicht demokratisch legitimiert? Wink

Cyrix


für mich ausreichend...
Steve2525
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Anmeldungsdatum: 19.06.2008
Beiträge: 1465

BeitragVerfasst am: 16 Mai 2010 - 20:14:38    Titel:

Knalltüte hat folgendes geschrieben:
Warum hat uns der liebe Gott eigentlich nicht zwei Erden geschenkt, damit es wenigstens zwei Wettbewerber gibt?


Keine Ahnung, wäre aber für die Einführung des Sozialismus vorteilhaft. So könnte man sich Mauer, Stacheldraht und Schießbefehl sparen und wenigstens den Anschein von Rechtsstaatlichkeit wahren. Rolling Eyes
Lamasshu
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Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beiträge: 4006

BeitragVerfasst am: 16 Mai 2010 - 20:15:36    Titel:

Kognitive Dissonanz hat folgendes geschrieben:
Wie auch immer, ich habe mich immer gefragt, ob beide Konzeptionen nicht einfach verschiedene Seiten der gleichen Medaille sind? Gehen wir weiterhin vom Handeln aus, das durch die individuellen Präferenzen bestimmt wird. Ist der soziologische Ansatz nicht einfach - zumindest zu einem großen Teil - der Versuch die Evolution der Präferenzordnung zu erklären, während die Wirtschaftswissenschaft die Präferenzordnung als exogen gegeben annimmt, unter anderem, um ontologische Diskussionen zu vermeiden? Oder anders gefragt: gibt es bei einer solchen Interpretation wirklich einen Gegensatz zwischen den beiden methodischen Ansätzen?


Eine schöne und diskussionswürdige Fragestellung, die sicherlich an dieser Stelle von uns nicht erschöpfend beantwortet werden kann. Persönlich habe ich immer leichtes Baugrimmen, von einem "soziologischen Ansatz" zu sprechen. Das wird in der deutschen wie in der englischen Fachliteratur bis heute zwar gerne getan, jedoch eher von den Ökonomen und weniger von den Soziologen selbst. Dies deshalb, da es eben durchaus auch eine mikrofundierte Soziologie gibt und wir deshalb auch von den "zwei Soziologien" sprechen, wenn wir hier den Paradigmenstreit heranziehen möchten. Die Ökonomie ist im deskriptiven Sinne etwas eindimensionaler.
Ich würde es verkürzt so beantworten, dass allein das Vorhandensein einer (entscheidungsrelevanten) Präferenzordnung für den Homo sociologicus schon erklärungsbedürftig ist. Er mag durchaus über eine verfügen, aber sie kann eben nur sehr bedingt zur Erklärung des Handelns bzw. des Explanandums herangezogen werden. Der Homo sociologicus legt eben doch schon nahe, dass die entscheidenden Kriterien außerhalb des personalen Systems des Akteurs, nämlich in der Umwelt zu finden sind.

Es gibt meines Wissens keine Schule, die eindeutig beide Modelle als sinnverwandt beschreibt. Aber es gibt eine sehr schöne Synthese, die sich im RREEMM-Modell niederschlägt. Gerade für die Ökonomie hat dieses Modell als Grundlage einer "weiten Rational Choice Theorie" (Ökonomen bevorzugen zumeist "enge" Theorien) in meinen Augen noch sehr großes Potentiaö, ist aber auch deutlich komplexer und damit schwieriger zu operationalisieren. Dieses Modell vom Menschen erhebt den Anspruch, beide Modelle in eines zu überführen. Hartmut Esser stellt dies recht nett heraus.
Knalltüte
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Anmeldungsdatum: 31.08.2007
Beiträge: 2932
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BeitragVerfasst am: 16 Mai 2010 - 20:29:47    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
einen Menschen brauchen, den es so von Natur aus nicht gibt.

Der Witz ist doch, dass das menschliche Gehirn flexibel genug ist, sich an jede erdenkliche Umwelt anzupassen. Ja auch das Leben in unserer Gesellschaft erfordert einiges an Anpassung, mit Natürlichkeit hat das nichts zu tun. Warum schicken wir unsere Kinder nicht in Koranschulen? Letztlich nur weil wir Angst haben, dass nicht die Menschen herauskommen, die wir uns wünschen.

Und zum Wettbewerb: dieser ist nicht die einzige Möglichkeit Probleme zu lösen. Es gibt noch einen weiteren Pol: Kooperation. Warum sich also nur auf Konkurrenz festzulegen? Zudem ist Wettbewerb teuer: was würde wohl ein zweite Erde kosten?
Knalltüte
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Anmeldungsdatum: 31.08.2007
Beiträge: 2932
Wohnort: gleich um die Ecke

BeitragVerfasst am: 16 Mai 2010 - 20:39:22    Titel:

Steve2525 hat folgendes geschrieben:
Rolling Eyes

Gelangweilt von seinem eigenen Scherz ... so wird das nichts!
koenig_ludwig73
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Anmeldungsdatum: 30.07.2009
Beiträge: 11820
Wohnort: Neuschwanstein

BeitragVerfasst am: 17 Mai 2010 - 09:18:55    Titel:

makro3 hat folgendes geschrieben:
xmisterDx hat folgendes geschrieben:
makro3 hat folgendes geschrieben:

Sicherlich geht manches schief, gerade in Sachen Umweltschutz. Aber das hat wenig mit dem System Kapitalsimus zu tun und viel mit politischem Opportunismus und Lobbyismus.


Ohje ohje...

Mangelnder Umweltschutz ist wohl das Problem, welches am Deutlichsten auf den Kapitalismus zurückzuführen ist...

Umweltschutz kostet nämlich in aller Regel Geld, bringt aber keinen (kurzfristigen) zusätzlichen Profit. Urkapitalistiche Denkweise Wink


Hinsichtlich Umweltschutz ist unsere Ökonomie zweifellos unterreglementiert. Das lehren wir unseren Studenten übrigens im dritten Semester. Lösungen liegen parat, aber die sind politisch (national gegen Lobbyisten und international gegen "Free Rider") schwer durchzusetzen. Leider.


Ja hier mal ein Beispiel für den Umweltschutz wie er aussieht, wenn sich "Die Partei" ganz allein darum kümmert.

http://de.news.yahoo.com/2/20100517/tts-zwei-millionen-kinder-sterben-in-chi-c1b2fc3.html

Sieght doch ganz so aus, als ob auch da der Kapitalismus überlegen wäre, zwar nicht perfekt aber immer noch besser als in den Sozialismen dieser Welt.
Kognitive Dissonanz
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Anmeldungsdatum: 08.02.2010
Beiträge: 216

BeitragVerfasst am: 17 Mai 2010 - 09:44:48    Titel:

Natürlich gibt es auch in der Vwl Leute, die zu entsprechenden Sachen forschen, wobei solche Ansätze oftmals empirisch sind und es dabei nicht selten bei der Aufforderung bleibt, die Entscheidungstheorie möge Präferenzen endogenisieren. Natürlich ist in der Entscheidungstheorie selbst auch die Instabilität sowie die Intransitivität und die Abhängigkeit von irrelevanten Alternativen, ebenso wie die Unkenntnis der eigenen Präferenzen Forschungsgegenstand einer mittlerweile umfassenden Literatur, die im Grunde genommen versucht das Konzept des rationalen Maximierers wieder herzustellen.

Dennoch haben die dortigen Einsichten bisher kaum den Mainstream bzw andere Felder erreicht. Solange wir eine "normale" Nutzenfunktion sehen und diese mit den üblichen Verfahren maximieren, gehen wir von stabilen exogen vorgegebenen Präferenzen aus. Sonst könnten wir die Nutzenfunktion gar nicht postulieren. Es kommt eigentlich noch schlimmer. Vor kurzem sprach ich mit relativ bekannten Spieltheoretikern aus den USA, die die bisherigen Alternativen die Berechtigung aufgrund "mangelnder mathematischer Eleganz" absprachen. Es kann also kaum gesagt werden, dass die Endogenität von Präferenzen außerhalb gewisser Nischen-Bereiche diskutiert wird. Ebenso wird man in der Vwl nicht grade berühmt für die Arbeit zu kulturellen Transmissionsmechanismen oder ähnlichem. Solche Forschung wird nicht selten als "zu soziologisch" abgestempelt (obwohl andere Forscher bei anderen Themen wiederrum jahrzehntealte soziologische und psychologische Literatur mehr oder weniger recyclen und damit berühmt werden wie z.B. Ernst Fehr oder Arnim Falk).

Die Ausbildung deutscher Volkswirte lässt auch vermuten, dass viele davon gar keine Ahnung haben, was sie eigentlich so den ganzen Tag über implizit annehmen. Überarbeitete Professoren unter schlechten Lehr- und Forschungsbedingungen können auch kaum etwas anderes machen als die Studenten ständig stumpf und stupide irgendwelche Funktionen maximieren oder minimieren zu lassen. Das dahinterstehende philosophische Gerüst ist jedoch selten Gegenstand der Diskussion. Wenn es hoch kommt, dann kennen deutsche Volkswirte ja grade mal Friedman's Essay über die positive Vwl (und glauben erschreckenderweise oft, dies sei stand der Wissenschaft...). In dem Sinne hat Lamasshu recht, dass ontologische und generell wissenschaftstheoretische Fragen zu kurz kommen.
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 7571

BeitragVerfasst am: 17 Mai 2010 - 11:43:32    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:

Ja hier mal ein Beispiel für den Umweltschutz wie er aussieht, wenn sich "Die Partei" ganz allein darum kümmert.

http://de.news.yahoo.com/2/20100517/tts-zwei-millionen-kinder-sterben-in-chi-c1b2fc3.html


China ist weder eine Demokratie, noch ein gutes Beispiel für Sozialismus. China kann man eher als gutes Beispiel dafür heranziehen, dass (aufkeimender) Kapitalismus keineswegs automatisch mit Menschenrechten, Demokratie usw. einhergeht...

Am Sozialismus sind wir Deutschen wahrscheinlich näher dran, als die Chinesen...
koenig_ludwig73
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Anmeldungsdatum: 30.07.2009
Beiträge: 11820
Wohnort: Neuschwanstein

BeitragVerfasst am: 17 Mai 2010 - 11:46:03    Titel:

xmisterDx hat folgendes geschrieben:
koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:

Ja hier mal ein Beispiel für den Umweltschutz wie er aussieht, wenn sich "Die Partei" ganz allein darum kümmert.

http://de.news.yahoo.com/2/20100517/tts-zwei-millionen-kinder-sterben-in-chi-c1b2fc3.html


China ist weder eine Demokratie, noch ein gutes Beispiel für Sozialismus. China kann man eher als gutes Beispiel dafür heranziehen, dass (aufkeimender) Kapitalismus keineswegs automatisch mit Menschenrechten, Demokratie usw. einhergeht...

Am Sozialismus sind wir Deutschen wahrscheinlich näher dran, als die Chinesen...


Was die Eingriffe in die Wirtschaft angeht tatsächlich, jedoch nicht im Bereich der Demokratie.
Bauchfett
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Anmeldungsdatum: 25.02.2009
Beiträge: 996

BeitragVerfasst am: 17 Mai 2010 - 12:58:34    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
xmisterDx hat folgendes geschrieben:
koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:

Ja hier mal ein Beispiel für den Umweltschutz wie er aussieht, wenn sich "Die Partei" ganz allein darum kümmert.

http://de.news.yahoo.com/2/20100517/tts-zwei-millionen-kinder-sterben-in-chi-c1b2fc3.html


China ist weder eine Demokratie, noch ein gutes Beispiel für Sozialismus. China kann man eher als gutes Beispiel dafür heranziehen, dass (aufkeimender) Kapitalismus keineswegs automatisch mit Menschenrechten, Demokratie usw. einhergeht...

Am Sozialismus sind wir Deutschen wahrscheinlich näher dran, als die Chinesen...


Was die Eingriffe in die Wirtschaft angeht tatsächlich, jedoch nicht im Bereich der Demokratie.


Was ist denn Demokratie?
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