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Vergleich dB und dB(A)
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ebs
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Anmeldungsdatum: 03.11.2007
Beiträge: 237

BeitragVerfasst am: 16 Jun 2010 - 23:21:54    Titel: Re: Vergleich dB und dB(A)

mydigitalme hat folgendes geschrieben:
Wir haben von unserem Prof. einen Katalog mit Prüfungsfragen bekommen, in dem mich eine Frage besonders wurmt.
"Für ein tieffrequentes Signal werde der Schalldruckpegel 74 dB gemessen. Nun wird für dasselbe Signal der Pegel in dB(A) angegeben – ist der Wert größer oder kleiner als 74 dB?
Begründen Sie Ihre Antwort."

Ich würde jetzt antworten, dass tieffrequenter Schall zwischen 16 - 20 Hz liegt und somit für den Menschen nicht hörbar ist. Ist das so korrekt? Denn irgendwie habe ich das Gefühl, ich würde die Frage missverstehen.

Angenommen, man hätte eine Frequenz von 100 Hz, wobei ein Schalldruckpegel von 74 dB (ohne dBA-Filter) gemessen wird. Schaltet man jetzt das A-Bewertungsfilter ein, dann wird ein um 18 dB geringerer Schalldruckpegel, also 56 dB(A) gemessen und vom Schalldruckpegelmesser auch so angezeigt, weil das Filter ja tiefe Frequenzen wegfiltert, wie es angeblich unser Gehör auch tut. Unser Hörsystem ist für tiefe Frequenzen bekanntermaßen unempfindlicher. Das A-Filter soll dieses grob nachbilden. Nur war die dBA-Filterkurve ursprünglich allein für leise Signale, also leiser als etwa 30 dB gedacht. Dieses Filter nimmt bei einem lauteren Geräusch, wie hier von 74 dB zu viel an hörbaren tiefen Frequenzen weg und täuscht uns damit einen "besseren", also einen geringeren Messwert vor, was besonders die Marketingabteilung der Rasenmäherhersteller freut, da sie jetzt in den "technischen Daten" ihres Katalogs einen recht niedigen Wert angeben kann; siehe:
"Kurven gleichen Lautstärkepegels (Isophone)":
http://www.sengpielaudio.com/Acoustics226-2003.pdf
und auch
"Bewertungsfilter nach DIN EN 61672-1 2003-10 (DIN-IEC 651)":
http://www.sengpielaudio.com/Rechner-dba-spl.htm

Üblicherweise wird nur das Dezibel-A-Filter verwendet, das ungefähr die Hörkurve bei 30 dB Pegel der "Kurven gleicher Lautstärkepegel" für die menschlichen Ohren nachbildet. Der Schallpegelmesser wird damit besonders für die Messwertanzeige von tiefen Frequenzen weniger empfindlich.
Eine A-Kurve ergibt immer "geschönte" Werte, wenn im Signal starke tiefe Störungen enthalten sind. Ein mit dem A-Filter gemessenes lautes Motorradgeräusch muss einfach unwahr sein. Das sollte man wissen. Man darf von dB-A-Messungen keine zutreffende Beschreibung der menschlichen Empfindung bei höheren Lautstärken erwarten.
Worte an helle Köpfe: Immer fragen, was ein Hersteller denn wohl zu verbergen hat, wenn die A-Frequenzbewertung angegeben wird.
Der Vertrieb und das Marketing mag zu gern die niedrigen geschönten dBA-Angaben die sich bei bei höheren Schalldruckpegeln zeigen.

Viele Grüße ebs

PS1: Uns interessiert allein der Hörschall (!) im Bereich zwischen 20 Hz und 20000 Hz.
PS2: Hier gibt es noch einen ähnlichen Thread:
"Frequenzbewertungskurve (dBA)"
http://forum.physik-lab.de/viewtopic.php?p=13804#13804
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