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Kein Zusammenhang auffindbar
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wallew
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Anmeldungsdatum: 06.10.2008
Beiträge: 165

BeitragVerfasst am: 20 Okt 2010 - 23:52:38    Titel: Kein Zusammenhang auffindbar

Guten tag.

Ich halte einpaar Wochen nach den Ferien ein Referat mit meiner Gruppe, in Biologie. Und ich wollte schonmal ein vorarbeiten damit ich nach den Ferien nicht an der Arbeitswelle, die da ankommt, zerborste und elendig sterbe Cool .
Das Thema ist glaube ich Ausscheidungsorgane bei Wirbeltieren... Und DAS interessiert mich einen Dreck Laughing
VIEEL mehr interessiert mich die Molekularbiologie die dahinter steckt.
Ok, jetzt hab ich in den letzten paar Tagen ziemlich viel schon dazu gefunden, zu Proteinkomlexen und Transportvorgängen, "KontraktileVakuolenKomplexe" usw...

und jetzt muss ich leider zum thema kommen, also was hat das ganze mit Ausscheidung zu tun? z.b Nephridium? ich finde im internet nichts brauchbares dazu.

Meine frage ist, könnt ihr mir helfen Ausscheidung auf molekularer ebene zu erklären? also die molekularbiologischen grundlagen dazu. ich hab ja wie schon oben gesagt was dazu aufgearbeitet, aber ich kann nach diesen paar tagen immernoch nicht erklären, was das ganze jetzt mit Ausscheidung bei Würmer zu tun hat...


einfaches beispiel:

Ausscheidung, heißt Abfallstoffe loswerden. OK, das was ich bisher an "Loswerden" gelernt hab, ist wie Zellen Wasser loswerden. Undzwar durch kontraktile Vakuolen, die einen speziellen aufbau haben, wobei Proteinkomplexe durch Energiezufuhr (ATP hydrolyse) in der Lage sind, Protonen z.B zusammen mit Carbonat in die Sammelrohre der Vakuole zu pumpen, womit der Salzgehalt in der Vakuole steigt, und Wasser aus dem Cytoplasma durch die Vakuolenwand durch diffundiert, dann ist die Vakuole aus einem mysteriösen Grund in der Lage, sich zusammenzufalten und den gazen inhalt aus einer Pore,die in der Zellwand verankert ist und ein Tor nach außen bildet, rauszuwerfen... usw.

Aber das war wie gesagt nicht mein ursprüngliches Ziel.
DasAtom
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Anmeldungsdatum: 06.11.2007
Beiträge: 337
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 21 Okt 2010 - 15:22:53    Titel:

Hallo,

ich bin zwar kein Biologe, sondern Mediziner, deshalb korrigiert mich, wenn ich mich irre, aber Wirbeltiere haben doch gar keine Vakuolen an sich, so wie Pflanzen, oder das Pantoffeltierchen...

Bei Wirbeltieren wie Dir und mir gibt es spezialisierte Organe, die sich mit der Ausscheidung beschäftigen. Hier sind vorrangig die Leber und die Nieren zu nennen. Die Leber an sich ist kein nennenswertes Ausscheidungsorgan (abgesehen von der Ausscheidung von Cholesterin über die Galle, was sehr, sehr wichtig ist), aber sie dient dem Körper als "Aufbereitungsanlage", welche viele (giftige) Stoffe in transportable Form verstoffwechselt, welche, dann mit den Nieren ausgeschieden werden können.

Die Nieren an sich sind auch faszinierende Organe, die meist zu Unrecht unterschätzt werden. Falls Du auf dieses Organ eingehen möchtest solltest Du Dir daher anschauen, wie die Nieren mikroskopisch aufgebaut sind - sprich: was ist ein Nephron, Glomerulum, tubuläres System etc.
Anschließend kannst Du auf die Funktionsweise dieser Teile eingehen, die teilweise sehr physiologisch und teilweise sehr sehr molekular sind (z.B. die Transportsysteme im tubulären System).
Hier kann man schon vorab sagen, dass es nur so ähnlich abläuft wie mit den Vakuolen. Nieren haben nämlich polar gebaute Zellen. Die obere (apikale) Seite der Zelle ist von der unteren (basolateralen) Seite getrennt, so dass hier optimale Bedingungen für eine Ausscheidung geschaffen sind. Die Niere tut dies meist mit Ionengradienten. Durch die Na-K-ATPase wird viel Natrium aus der Zelle hinaus transportiert, dadurch entsteht ein großer Grandient für Natrium in die Zelle hinein. Nun hat die Niere in ihrer oberen Membran viele Transporter die Natrium mit einem anderen Molekül hinein transportiert (z.B. Na-Glucose-Cotransporter). Anschließend gelangt das Natrium durch die Na-K-ATPase wieder nach draußen und die Glucose bleibt drin, bzw. kann später auf der anderen Seite der Zelle wieder ins Blut abgegeben werden. So ähnlich funktioniert das auch mit anderen Ionen, die an die basolaterale Seite transportiert werden und da sie osmotisch aktiv sind, ziehen sie Wasser hinter sich her. Somit kann die Niere die wichigen Bestandteile des Blutes behalten und die unwichtigen werden ausgeschieden. Das wäre das Grundprinzip.
Das ganze läuft bei einem Nephridium (glaube ich) ähnlich ab, aber zu den Nieren findest Du natürlich viel, viel mehr Infos im Internet Wink

Hier kannst Du dann auf spezielle Aspekte der Ausscheidung eingehen, z.B.:

- was passiert, wenn die Niere kaputt geht und wieso? (z.B. gestörtet Säure-Base-Haushalt, hepatische Enzephalopathie - wobei hier eher die Leber z.B. durch Alkohol zerstört ist und somit Ammoniak nicht zu Harnstoff verstoffwechselt werden kann und dadurch nicht mit der Niere ausgeschieden wird)
- wie schafft es die Niere die komplette Glucose aus dem filtrierten Blutplasma zu holen, den Harnstoff jedoch zu konzentrieren? (Wieso wird bei einem Diabetiker doch Glucose im Harn ausgeschieden?)
- wieso kann die Niere problemlos die Vitamine C, B und Folsäure problemlos ausscheiden, die Vitamine E, D, K und A jedoch nicht?
- wieso sterben wir nicht wenn wir zu viel Salz essen bzw. wieso bleibt unser Herz nicht stehen, wenn wir zu viele Bananen essen, wie es z.B. bei einem Nierenkranken der Fall wäre

ich könnte Stunden so weiter machen Smile
ich fand die Nieren früher auch ziemlich lahm, aber mittlerweile habe ich sie wirklich schätzen gelernt und man kann bei ihnen gut mit allgemeinen Regelkreisläufen anfangen und sehr molekularbiologisch werden Wink

Ich hoffe ich konnte ein paar gute Stichpunkte einwerfen^^

Viele Grüße

DasAtom
wallew
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Anmeldungsdatum: 06.10.2008
Beiträge: 165

BeitragVerfasst am: 22 Okt 2010 - 17:26:31    Titel:

Gut vielen Dank. Du hast mir einpaar gute Punkte gegeben, an denen ich ansetzen kann, jetzt weiß ich wenigstens wo ich anfangen muss.
Und es freut mich zu hören, dass das ganze Zeug was ich vorher gemacht hab (Transportvorgänge usw) nicht völlig umsonst war.

Ich schau mir erstmal das Nephron und Unterpunkte (Tubuluszellen, Nierenkörperchen und Untepunkte [...] usw.) an, und melde mich dann später auf jeden Fall nochmal, weil bestimmt irgendwas unklar sein wird.
Falls euch nochwas einfällt könnt ihr es gerne noch dazuergänzen, wenn ihr lust habt.

Noch eine kleine Frage nebenbei:

Die Gruppe, mit der ich das Ref halte, besteht aus 6 Leuten. Nehmen wir an wir wollen jetzt das Thema Ausscheidung bei Wirbellosen detailiert besprechen, ist es angebracht erstmal ein Teil des Referats für die Grundlagen und Transportmethoden die sich allgemein im Laufe der Zeit in den Zellen entwickelt haben, einzurichten.... und später erst speziell für die Niere was zu machen?

Ich meine wir sind 6 Leute, dann kann ich nicht die Hälfte alleine machen.
Ich weiß noch nicht was alles zu diesem Thema dazugehört
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