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Psychologie Studium: Harte Fakten statt Seelenkunde
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D. Ariely
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Anmeldungsdatum: 13.08.2011
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BeitragVerfasst am: 17 Aug 2011 - 10:32:59    Titel: Psychologie Studium: Harte Fakten statt Seelenkunde

Psychologie Studium: Harte Fakten statt Seelenkunde


Zitat:


studieren
FAKTOR MENSCH

Von Lakotta, Beate

ANGEHENDE PSYCHOLOGEN BRAUCHEN EIN STABILES SEELENLEBEN, UM ERFOLGREICH DURCHS STUDIUM ZU KOMMEN.


Eigentlich gehört Dorothee Richter zu der Sorte Mensch, denen andere gern mal ihr Herz ausschütten. Mit einer Ausnahme: Kaum offenbart sie in einem zwanglosen Gespräch neuen Bekannten ihr Studienfach, erstirbt kurzfristig deren Mitteilungsbedürfnis. "Die glauben, ich durchschaue gleich ihre ganze Persönlichkeit und fühlen sich ertappt - wobei auch immer."

Richter, 26, studiert in Jena Psychologie, doch ihre Mitmenschen versteht sie auch kurz vor dem Diplom "noch nicht ganz". Zum Glück war ihr das schon vorher klar. Zwar bedeutet Psychologie "Seelenkunde", aus dem Griechischen von "psyche" und "logos", doch Seelenkundler gehen heute unzähligen Fragen nach, von denen sich die alten Griechen noch keinen Begriff machten.

Zehn Semester Psychologie führten Richter direkt in die Werkshalle von BMW Motorrad in Berlin. Für den Automobilkonzern begleitet die Studentin zwei Dutzend Industriemechanik-Azubis beim "Lernen lernen". Statt im Frontalunterricht zu pauken, sollen die sich ihr Wissen selbst erarbeiten - Stoff für Richters Diplomarbeit. "Natürlich möchte ich dann Karriere machen", sagt Richter, "am liebsten als Personalerin."

"Bei uns ist die gesamte Autoindustrie vertreten", freut sich Rüdiger Trimpop, in Jena Professor für Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie, kurz: ABO. Sein Lehrstuhl hat aber auch schon Projekte für die Deutsche Telekom, Siemens oder eine Großbäckerei angeworben.

Der Professor sieht beste Chancen für sein Fach: "Der Faktor Mensch gewinnt überall an Bedeutung: In den Unternehmen wird durch die Verdichtung der Arbeitswelt alles stressreicher. Die Führungskräfte kommen nicht mehr klar." Familiäre Probleme, Scheidung, Leistungsdruck, Unsicherheit, Zukunftsangst - "der Bedarf, sich mit Zwischenmenschlichem zu beschäftigen, wächst".

In vielen Bereichen seien die Fähigkeiten von Psychologen künftig gefragt. Im Gesundheitswesen etwa helfen sie sparen: Motivierte Patienten nehmen gewissenhafter ihre Pillen und liegen kürzer im Krankenhaus; in der Schule leisten sich die Finnen, die bei Pisa so erfolgreich waren, fünfmal mehr Psychologen als die Deutschen.

Psychologen entwickeln Lerntests, Marketing- oder Umfragemethoden. Sie suchen nach Strategien gegen Stress, untersuchen Verkehrsrisiken oder Suchtgefahren. Sie beraten Menschen in Lebenskrisen, Firmen bei der Einführung von Teamarbeit oder erstellen bei der Kripo Täterprofile.


Mit Analyse oder Traumdeutung haben Psychologiestudenten dagegen kaum etwas zu tun. Ohne weiteres können sie bis zum Diplom gelangen, ohne je von Sigmund Freud gehört zu haben. Wer anschließend Psychotherapeut werden will, muss eine teure Ausbildung anhängen, die zwei bis sechs Jahre dauert.

Für manchen Anfänger
, der Selbsterfahrung oder gruppendynamische Übungen erwartet, ist das ein Schock. Immerhin gaben bei einer Umfrage über die Motive für die Wahl des Studienfachs 60 Prozent an, sie wollten "anderen Menschen helfen". In Wirklichkeit dauert es aber ziemlich lange, bis angehende Psychologen in ihrem Studium einen echten Menschen vor sich haben.

In den ersten vier Semestern besteht das Studium zu einem gewichtigen Teil aus Mathe, vor allem Statistik. Dazu kommen Biologie, Neurophysiologie, aber auch differenzielle Psychologie, Entwicklungs- und Sozialpsychologie. Als verrufen gilt unter manchen Studierenden die Methodenlehre: Fragebögen, Interviewtechnik, Testverfahren.

"Danach ist jeder Psychologiestudent in der Lage, das Telefonbuch auswendig zu lernen", witzelt Trimpop. Er empfiehlt, die ersten vier Semester stur durchzuhalten. "In der Zeit springen 30 Prozent ab. Das sind die, die gleich jemanden aufs Sofa legen wollen und stattdessen lernen sollen, wie ein Gehirn funktioniert. Danach macht es Spaß."

Im Hauptstudium, so spotten manche, trennen sich die Wege - zwischen Helfertypen, die sich zur Not auch für ein dürftiges Sozialarbeitergehalt anderer Leute Probleme aufhalsen, und denjenigen, die in der Industrie Geld verdienen wollen und vom ersten BMW träumen
. Trimpop formuliert das lieber anders: "Der Kliniker konzentriert sich auf das Einzelschicksal - ein psychosomatisch erkranktes Mobbingopfer. Der Arbeitspsychologe fragt, was das Unternehmen gegen Mobbing machen kann. Die einen reparieren, die anderen gestalten."

Mit dem Klischee vom Helfersyndrom braucht dem Jenaer Institutsdirektor Rainer Riemann erst gar keiner zu kommen. "Das ist genauso platt wie die Vorstellung, Psychologiestudenten hätten alle selbst eine Macke." Leicht genervt steckt sich Riemann eine knittrige Selbstgedrehte an. "Man erwartet nicht mehr, dass wir uns im ersten Semester im Stuhlkreis an den Händen fassen", sagt er paffend. Schließlich sei auch die Wirkung des Numerus clausus nicht zu unterschätzen.

Schon lange ist die Psychologie eine Domäne der Einserabiturienten. Wer die derzeit geforderten 1,5 bis 2,1 im Abi schafft, gehört erfahrungsgemäß nicht zu denjenigen, die mit ihren Problemen nicht fertig würden. Selten zuvor war der Ansturm auf Riemanns Fach größer: In diesem Wintersemester hatte die ZVS bundesweit 3717 Studienplätze unter 14 487 Bewerbern zu verteilen. Nur jeder Vierte bekam einen Platz.

Maria Puschbek, 19, hatte Glück. Schon im zweiten Semester durfte sie mit Test-Bilderbüchern durch Jenaer Kindergärten ziehen, um die Entwicklung von Vorschulkindern zu untersuchen. Jetzt hat sie bei Riemann ihren ersten Hiwi-Vertrag unterschrieben: Eine Zwillingsstudie soll Aufschluss darüber geben, in welchem Maß Gene soziale Einstellungen beeinflussen. "Das CDU-Gen gibt es natürlich nicht", erklärt Riemann, "aber Konservatismus oder Autoritarismus lassen sich in ihrer Herkunft durchaus nach Anlage und Umwelt trennen."

Eins von Riemanns Spezialgebieten ist die Persönlichkeitsmessung, ein methodisch kompliziertes Verfahren, an dessen Ende der Mensch als Punkt in einem Koordinatensystem aus fünf Persönlichkeitsachsen hervorgeht. "Ein Fass ohne Boden", stöhnt Henrik Turk aus dem fünften Semester. "40 Variablen. Welche davon ist wichtig?" Dass Psychologie ein Laberfach ist, meint Henrik, könne wirklich nur denken, wer keine Ahnung hat.

Warum das Fach trotzdem unter diesem Ruf leidet, erklärt Amélie Mummendey: "Jeder Mensch ist Sozialpsychologe", eröffnet die Professorin ihre Vorlesung. "Nehmen Sie an, im Bus setzt sich ein komischer Typ Ihnen gegenüber. Sie machen sich Gedanken, bilden eine Theorie - schon sind Sie psychologisch tätig."

Der Küchenpsychologe kommt jedoch oft zu Fehleinschätzungen. "Das Kapital des Profis ist seine Methodenkompetenz. In der Wirtschaft ist das oft gefragter als Kenntnisse im Handelsrecht", trichtert Mummendey den Anfängern im Hörsaal ein und gibt ein Beispiel: Auf die Frage: "Haben Sie was gegen Ausländer?", werde kaum jemand eine ehrliche Antwort geben. Um herauszubekommen, ob in einer Wohngegend fremdenfeindliche Einstellungen vorherrschen, ließen Forscher in Telefonzellen frankierte Briefe liegen, teils mit einheimisch klingenden Adressaten und Absendern, teils mit fremdländischen. Am Ende hatten deutlich mehr Telefonzellenbesucher "einheimischen" Absendern den Gefallen getan, den verlorenen Brief einzuwerfen.

Exaktere Antworten verlangt die Biopsychologie auf ihre Fragen: Wie funktionieren Nervensystem, Sinnesorgane und der Stoffwechsel? Wie fühlt, denkt, lernt oder kommuniziert der Mensch?

Als Wilhelm Wundt 1879 in Leipzig das weltweit erste Institut für experimentelle Psychologie gründete, glaubten seine Kollegen, der berühmte Naturwissenschaftler werde in ein paar Jahren die menschliche Psyche erforscht haben. Heute ahnen Wundts Erben, dass sie dieses Ziel wohl nie ganz erreichen werden.

"Ihr Neocortex enthält 10 bis 20 Milliarden Neuronen und Ihr Kleinhirn noch mal so viel", rechnet Stefan Kölsch den Anfängern im Hörsaal 18 vor. "Bei 1000 Synapsen pro Neuron übersteigt die Zahl der Verschaltungsmöglichkeiten in Ihrem Kopf wahrscheinlich die Anzahl der Atome des Universums."

Raunen geht durch den Saal, ein Anflug von Verzweiflung. "Was ist ein Neocortex?", fragt jemand. Kölsch, nach ein paar Semestern in Harvard nun mit 32 Jahren ans Leipziger Max-Planck-Institut berufen, ist sich dessen bewusst, dass am Ende nur eine kleine Gruppe den Neurowissenschaften treu bleiben wird: "Das ist was für Idealisten."

In Leipzig ist die Psychologie den Naturwissenschaften zugeordnet. Anderswo, etwa in Jena, gehört sie zu den Geistes- und Sozialwissenschaften. Um aus etwa 50 Studienorten den richtigen auszuwählen, ist es gut, so etwas vorher zu wissen. Anika Scheube etwa wechselte von Potsdam über, weil die klinische Psychologie in Leipzig mit ihrer gediegenen diagnostischen Ausbildung einen guten Ruf genießt - für Karrieristen trotzdem kein gutes Sprungbrett: Im Krankenhaus machen die mächtigen Mediziner den Psychologen häufig ihren Kompetenzbereich streitig.

Dennoch sehen hier viele ihre Zukunft als Kliniker. So ist kein Platz mehr frei im Seminarraum 12: Harry Schröder führt in die Gesundheitspsychologie ein. Heute geht es um die subjektiven Seiten des Krankseins bei Krebspatienten: "Wie nehme ich einem Kranken seinen Ekel vor Essen? Wie kann ich sein Schmerzerleben beeinflussen?"

Der Professor, der selbst mit Krebskranken arbeitet, beschreibt, wie die Krankheit Integrität und Würde des Patienten angreift. Wer in solche Themen eintaucht, für den kann das Studium doch noch sehr persönliche Erfahrungen bereithalten. Scheube, 23, hat eine Ferienfreizeit für Geschwister von krebskranken Kindern mitgemacht. Jetzt untersucht sie in ihrer Diplomarbeit deren Ängste und Aggressionen, aber auch die Energien, die solch eine schlimme Situation bisweilen freisetzt. "Ich habe doch viel über mich selbst gelernt", meint Scheube, "nicht in Vorlesungen, aber in den Praktika."

Wie Scheube sind viele Kommilitonen unzufrieden damit, dass ganzheitliche Ansätze im Studium manchmal weniger Wertschätzung genießen als der biologistisch-zergliedernde Blick auf den Menschen, etwa, wenn Psychologen die Gefühlswelt mit Reaktionszeitmessungen erkunden.

Theda Ohlenbusch schreckt das wenig. Ein Bündel Kabel mit EEG-Elektroden in der Hand des Dozenten weckte ihren Forschergeist. Jetzt sitzt Ohlenbusch, 26, im Zimmer ihres Profs und bespricht mit Erich Schröger ihre Diplomarbeit: "Behaviourale und elektrophysiologische Distraktionseffekte bei Musikern und Nichtmusikern". Welche Elektroden soll sie für die Reaktionszeitmessungen verwenden? Wie sind die Standardreize definiert?

Am Ende könnten die Messungen zeigen, ob bestimmte Strukturen im Arbeitsgedächtnis bei Musikern besser ausgebildet sind. Wenn ja, hofft die Amateurmusikerin, könnte das ein Argument für mehr Schulmusik sein. "Aber das ist Grundlagenforschung, von der Praxis meilenweit entfernt."

Ohlenbuschs Kommilitonin Daniela Sammler, 24, testet, wie Emotionen im Gehirn freigesetzt werden, wenn sie Probanden etwas Heiteres von Bach oder Schwermütiges von Dvorák präsentiert.

Im ersten Semester, erinnert sich Sammler, hatte sie "die klassische Vorstellung von der Couch im Kopf. Menschen helfen war mir wichtig". Jetzt, nach etlichen Semestern Neuroforschung, erinnerte sie sich wieder an ihren anfänglichen Impuls für die Studienfachwahl. Bei Sprachtests mit hirngeschädigten Schlaganfallpatienten und Unfallopfern merkte sie: Um Menschen unter solchem Leidensdruck fördern zu können, braucht sie wiederum psychologisches Einfühlungsvermögen. "Mein Wunsch, Menschen zu helfen, wird sich doch erfüllen", sagt Sammler, "wenn auch ganz anders, als ich mir das anfangs vorgestellt hatte."



http://www.psycho.uni-duesseldorf.de/studium/Dokumente/Studium_und_Beruf/PsychologieStudium_Harte_Fakten_statt_Seelenkunde.pdf
D. Ariely
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BeitragVerfasst am: 17 Aug 2011 - 10:45:15    Titel:

Ich fand den Artikel recht interessant und dachte mir er ist hilfreich, um falschen Illusionen vorzubeugen (deshalb die eklatante Hervorhebung) - obwohl er bereits 2002 verfasst wurde.

Ich war etwas erschrocken festzustellen, daß es tatsächlich ernsthaft noch angehenende Studenten gibt die ein Psychologiestudium als Therapieersatz ansehen oder ein universitäres Psychologiestudium mit Sozialer Arbeit an einer FH gleichsetzten. Shocked

Es ist schon verblüffend, daß sich noch immer diese Mythen um das Fach ranken. Rolling Eyes
D. Ariely
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Anmeldungsdatum: 13.08.2011
Beiträge: 176

BeitragVerfasst am: 17 Aug 2011 - 11:14:09    Titel:

Zitat:
Psychologie-Studium: Als Eigentherapie ungeeignet


Wer Psychologie studiert, will Menschen verstehen und helfen lernen. Was die meisten nicht wissen: Mathe und Statistik stehen auf dem Studienplan ganz oben. Und wer als klinischer Psychologe arbeiten will, beginnt eigentlich erst nach dem Studium mit der Ausbildung.



Von Anne-Ev Ustorf

Das Studienfach Psychologie erlebt derzeit einen regelrechten Boom. Jedes Jahr bewerben sich Tausende Abiturientinnen und Abiturienten auf die wenigen Studienplätze. Nur jeder 13. bekommt einen Platz. Simone Tschesch gehört zu den gut informierten StudienanfängerInnen. Die 19jährige plant, ab dem Wintersemester Psychologie zu studieren und weiß schon ziemlich genau, auf welchen Schwerpunkt sie hinaus will: "Mich interessiert vor allem, wie ich ein Produkt erfolgreich an eine gewisse Zielgruppe bringe – Werbepsychologie, Marktpsychologie oder Wirtschaftspsychologie, das ist mein Ding".




Bei der Berufsberatung vom Arbeitsamt und auf der Internetseite www.psychostudium.de informierte sich die Abiturientin genau und richtete ihre Bewerbung dementsprechend zielgerecht an Unis mit diesem Schwerpunkt. Was sie dort erwarten wird, ahnt sie bereits: "Viel Mathe, viel Statistik, viele Lehrtexte auf Englisch – ein bisschen fürchte ich mich schon davor".

Das Studium ist erstmal ziemlich trocken: Methodenlehre und Statistik

Mit dieser Art von Vorbereitung steht Simone Tschesch ziemlich alleine da. Rund 60% der StudienanfängerInnen wählen das Fach, um "Menschen helfen zu können". Ein ehrbares Unterfangen. Doch was die meisten Studis nicht wissen, ist, dass zumindest das Grundstudium herzlich wenig mit dieser Vorstellung zu tun hat. "Ich kann angehenden Studenten nur raten, nicht zu glauben, dass sie in den ersten Jahren viel über Psychotherapie erfahren werden", sagt Diplompsychologe Sven Kluth, der vor wenigen Monaten sein Studium an der Uni Hamburg abschloss, "Gerade die ersten Semester sind superhart und trocken, da werden Methodenlehre und Statistik rauf und runter studiert".

Bis zum Vordiplom sind vor allem Mathekenntnisse gefragt, danach ist das Hauptstudium das "gelobte Land", erklärt Sven Kluth: "Da erfährt man endlich was über Therapieformen und Interventionen". Doch trotz interessanter Seminare ist auch diese Zeit nicht ohne: Erst nach einer Vielzahl von Scheinen und einem unbezahlten Halbjahrespraktikum dürfen sich die Studierenden für die mündlichen Prüfungen und die Diplomarbeit anmelden. Unter der Regelstudienzeit von neun Semestern bleibt kaum jemand, der Großteil der Studenten schließt frühestens nach vierzehn Semestern ab. "Psychologie ist ein leistungsorientiertes Studium und definitiv kein Laberfach", warnt Sven Kluth, "Man braucht einen langen Atem".

Auch bei Psychologie wurde auf Bachelor/Master umgestellt


Doch die Zeiten ändern sich. Inzwischen haben praktisch alle Universitäten vom Diplom auf Bachelor umgestellt und verkürzen damit die Regelstudienzeit auf sechs Semester. Damit verbunden ist aber auch ein spezialisierteres, inhaltlich verkürztes Studium. Erst mit dem Master kommt man auf eine dem früheren Diplom vergleichbare Qualifikation.

Wer sich entschließt, Psychologie auf Bachelor studieren, sollte sich allerdings vorher ganz genau über die Ausrichtung des Studiengangs informieren. Während die Diplom-Studiengänge breit gefächert waren, spezialisieren sich manche Bachelors nur noch auf eine Fachrichtung. An der RWTH Aachen zum Beispiel bezieht sich der neue Bachelor schwerpunktmäßig auf die Bereiche Arbeits- und Organisationspsychologie. Wer sein Wissen vertiefen und seine Chancen erhöhen will, wird ohnehin – mindestens – einen Master absolvieren müssen.

Je nach Berufsbild sind nach dem Studium noch Fortbildungen nötig

Viele junge Leute entschließen sich für das Fach Psychologie, weil nach dem Abschluss eine ganze Reihe von Berufsbildern zur Verfügung stehen: PsychologInnen sind in der Marktforschung, Personalberatung oder Weiterbildung tätig, arbeiten als Kommunikationcoach, Neuropsychologen, niedergelassene Therapeuten oder in der Klinik.

Worauf viele angehende Studierende allerdings nicht vorbereitet sind, ist, dass in diesem Berufsfeld ein Diplom oder Master erst der Anfang ist. "Mit dem Abschluss ziehst Du Dir lediglich 'ne Fahrkarte", sagt Sven Kluth. Meistens sind diverse Fortbildungen nötig, um das weitgehend theoretische Wissen auch in die Praxis umsetzen zu können – egal, in welchem Bereich. Wer gar PsychotherapeutIn werden will, muss eine bis zu fünfjährige weiterführende Ausbildung in Kauf nehmen, die in der Regel privat bezahlt wird. Die Kosten dafür belaufen sich zwischen 10.000 und 50.000 Euro - es sei denn, man ergattert einen der begehrten, schlecht bezahlten Ausbildungsplätze in Kliniken.

Studium keine Eigentherapie - aber wer Krisen selbst kennt, kann oft besser helfen

Dennoch würden die meisten AbsolventInnen immer wieder Psychologie studieren. Claudia Graf, Psychologiestudentin im Examen, findet ihr Fach toll, "weil es viele Möglichkeiten bietet, sich mit sich selber auseinander zu setzen". Sven Kluth hat im Studium gelernt, richtig zuzuhören, "nicht nur in Form von Aufmerksamkeit, sondern auf ganz vielen Ebenen, also quasi die Aussagen hinter den Aussagen zu erkennen". In einem sind die beiden Psychologen sich aber einig: Als Eigentherapie ist das Studium gänzlich ungeeignet. Bei einer Umfrage gaben zwanzig Prozent aller angehenden Studierenden an, das Fach studieren zu wollen, um ihre eigenen Probleme zu lösen. Das kann das Studium aber nicht leisten. Doch im Umkehrschluss bedeutet dies nicht, dass man als PsychologiestudentIn keine Probleme haben darf: Im klinischen Bereich werden erfahrungsgemäß gerade diejenigen PsychologInnen, die selbst mal die eine oder andere Krise durchgemacht haben, später die besten TherapeutInnen



http://www.studis-online.de/Studienfuehrer/psychologie.php
D. Ariely
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Anmeldungsdatum: 13.08.2011
Beiträge: 176

BeitragVerfasst am: 17 Aug 2011 - 11:30:04    Titel:






Zitat:


Uni-Scout für Psychologie





Warum Psychologie?

Ich persönlich studiere Psychologie, weil mich der Mensch und dessen Verhalten fasziniert. In keinem anderen Studiengang lernt man so viel über sich selbst und seine Mitmenschen wie bei einem Psychologiestudium. Wichtig ist aber, dass man Spaß am Studium hat, egal was man studiert! Denn sich sechs Jahre zu quälen ist auch keine Lösung!

Man findet schnell Anschluss

Im Schloss studieren - das ist einfach das Beste! Außerdem sind Psychologen grundsätzlich nette und offene Leute, da findet man schnell Anschluss. Sympathische Kommilitonen sind also garantiert! Die Professoren und Dozenten an der Uni Mannheim haben stets ein offenes Ohr für Probleme und Fragen, und da der Fachbereich Psychologie klein und überschaubar ist, findet man sich auch gut zurecht. Wenn Ihr also Fragen zum Studium der Psychologie habt, oder vielleicht sogar Lust mal mit in Vorlesungen zu kommen und die Uni hautnah zu erleben, dann könnt Ihr Euch gerne an mich wenden.

Meine E-Mail-Adresse ist: psychologie@scout.uni-mannheim.de

Scheut Euch nicht, mir eine Email zu schreiben, ich helfe Euch gerne weiter! Außerdem empfehle ich euch mal eine Vorlesung zu besuchen, denn dann weiß man auch, was einen später im Studium erwartet.
Oder nutzt die Möglichkeit, am Studieninformationstag einfach mal nach Mannheim zu kommen und die Uni zu erkunden.



Wie hoch ist der NC für Psychologie an der Uni Mannheim?

Im Jahrgang vor mir ergab sich ein NC von 1,7. Einige wenige Bewerber mit besonderen Praktika-Erfahrungen wurden mit einem Schnitt von 1,8 noch aufgenommen. Nähere Informationen zum Auswahlverfahren findet Ihr auf der Uni-Homepage.

Kann ich an der Uni Mannheim auch klinische Psychologie machen?

Obwohl sich ein Großteil der Mannheimer Psychologie-Studenten in Richtung Wirtschaft orientiert, gibt es auch die Möglichkeit klinische Psychologie als Schwerpunkt zu wählen
und durch die Kooperation mit dem Zentralinstitut für seelische Gesundheit - ZI in Mannheim auch praxisnahe Inhalte kennen zu lernen.

Jeder warnt vor Statistik - ist es wirklich so schwer?

Man muss sich eben ranhalten! Wer in der Schule massive Probleme mit Mathe hatte, wird sich sicherlich auch in Statistik sehr schwer tun.
Ansonsten schafft es aber jeder Studienanfänger, der bereit ist sich anzustrengen und die nötige Zeit in die Prüfungsvorbereitung investiert. Man wird auch erkennen, dass es keine unnötige Quälerei ist, sondern zentraler Bestandteil der Ausbildung zum Psychologen - man braucht Statistik einfach! Außerdem ist noch zu sagen, dass die Methodenausbildung im Psychologiestudium in Mannheim einen hohen Stellenwert hat, was sich auch im Umfang der Statistikveranstaltungen innerhalb des Studiengangs niederschlägt. Dafür hat man später gute Berufs-Chancen, da die Statistik-Ausbildung sehr anerkannt ist. Wer Psychologie studieren möchte, wird sich auch mit Statistik anfreunden (müssen). Es gibt aber viele andere interessante Studieninhalte - also keine Angst =)

Wie gut sollte ich Englisch können?

Englisch ist die Sprache, in der in der Psychologie fast ausschließlich publiziert wird. Als Student muss man allerdings vorerst nur englische Texte lesen und verstehen können - was, sobald man die Fachwörter kennt, kein großes Problem darstellt. Normale Englischkenntnisse aus der Schule reichen aus.

Wo kann ich später einmal arbeiten?

Für Psychologieabsolventen bietet sich ein breites Spektrum an Arbeitsfeldern. Grob lässt es sich in klinische Psychologie, Psychologie in der freien Wirtschaft und Forschung einteilen.
Klinische Psychologen arbeiten meist als Therapeuten in psychiatrischen Kliniken oder lassen sich als Psychotherapeuten mit eigener Praxis nieder. Wichtiger Hinweis: Um als Psychotherapeut arbeiten zu können, muss man erstens einen Masterstudiengang absolvieren und zweitens die Psychotherapeutenausbildung machen, die nochmal mindestens drei Jahre (in Teilzeit ca. fünf Jahre) in Anspruch nimmt und privat finanziert werden muss.
Wirtschaftspsychologen arbeiten z.B. in Personal- oder Marketingabteilungen, Unternehmensberatungen oder Coaching-Unternehmen.
Wer Interesse an Forschung hat, kann entweder an der Uni bleiben oder in anderen Instituten in der Forschung mitarbeiten.

Wie sieht es mit den Masterplätzen in Mannheim aus?

Mannheimer Bachelor-Absolventen haben aufgrund ihrer guten Methodenkenntnisse erfahrungsgemäß gute Ergebnisse im Zulassungstest für die Psychologie-Master-Studiengänge in Mannheim. Man kann seinen Master in Wirtschaftspsychologie machen, wobei die Schwerpunktthemen auf Arbeits- und Organisationspsychologie (also Einsatz im Personalwesen) und auf Markt- und Werbepsychologie liegen. Auch kann man seinen Master in Sozial- und Kognitionspsychologie absolvieren, wo man eher Entscheidungsverhalten erforscht. Das Masterstudium dauert noch einmal vier Semester. Es ist aber auch keine Seltenheit, dass viele nach dem Bachelor-Studium die Uni wechseln, da sie sich auf ein anderes Thema spezialisieren wollen.



http://www.uni-mannheim.de/studieninteressierte/schueler/schuelerportal/beratung_events/uni_scouts/psychologie/index.html[/img]
wumm
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Anmeldungsdatum: 31.08.2011
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 31 Aug 2011 - 04:11:07    Titel:

so in etwa sehen dann die merksätze aus:
Zimbardo Psychologie http://dokumente-online.com/zimbardo-psychologie-zusammenfassung.html
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