Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Die marode FDP
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5 ... 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91 ... 100, 101, 102, 103, 104  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Die marode FDP
 
Autor Nachricht
koenig_ludwig73
Valued Contributor
Benutzer-Profile anzeigen
Valued Contributor


Anmeldungsdatum: 30.07.2009
Beiträge: 11564
Wohnort: Neuschwanstein

BeitragVerfasst am: 07 Apr 2015 - 10:03:35    Titel:

http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article139175505/Vergesst-das-Maerchen-vom-kaltherzigen-Kapitalisten.html

>>Hank spricht von den emotionalen "Pathosformeln" der Linken und meint, dass es sich die Kapitalismuskritiker oft zu leicht machen. Sie gewichten den Einzelfall stärker als das Ganze. Die individuellen Opfer einer liberalen Politik sind emotional erzählbar, der gesamtwirtschaftliche Nutzen ist es nicht, da hat Hank recht. Wer gegen den Freihandel protestiert, kann den französischen Schafzüchter heranziehen, der im globalen Wettbewerb seine Arbeit verliert. Wer die Globalisierung unterstützt, muss abstrakt argumentieren, dass Frankreich am Ende besser dasteht, wenn sich Schafzüchter zu Systemadministratoren umschulen lassen. Das ist schwieriger.

In kleinen Exkursen wendet Hank die liberale Theorie auf andere Lieblingsthemen der Kapitalismuskritiker an. Er findet, dass der ökonomische Nutzen des Amazon-Vertriebsmodells die Nachteile für den stationären Buchhandel bei weitem überwiegt. Und dass Bangladesch von der Billigproduktion für H&M und Primark mehr profitiert als von jeder Form der Entwicklungshilfe. Man muss Hank nicht überall zustimmen. Aber seine Position ist schlüssig – und konsequenter als die vieler seiner Gegner, die Konzerne wie Amazon und H&M verteufeln und aus Bequemlichkeit trotzdem dort einkaufen.


Können Linke neoliberal lernen?

Fast rührend wirkt die Hoffnung Hanks, die Linken zum Neoliberalismus zu bekehren. Er glaubt nämlich, dass er seinem früheren Ideal einer gerechten Gesellschaft auch als Liberaler treu geblieben ist. Die Linken – so sieht es Hank – sollten endlich begreifen, dass freie Märkte, unterstützt durch einen zurückhaltenden Staat als Ordnungsgarant, fairer sind als eine Gesellschaft, die durch Umverteilung immer neue Ungerechtigkeiten schafft. <<
jo icke eben
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 08.09.2010
Beiträge: 4208

BeitragVerfasst am: 07 Apr 2015 - 14:12:34    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:

Die individuellen Opfer einer liberalen Politik sind emotional erzählbar, der gesamtwirtschaftliche Nutzen ist es nicht, da hat Hank recht.


Ja ne is klar. die 25 Mio. Arbeitslosen in der EU, die 6,5 Mio. Harzt4 Empfänger in Deutschland und die Millionen von befristet Beschäftigten, unfreiwillig Teilzeitbeschäftigten, usw. sind natürlich alles Einzelfälle.

Zitat:
wenn sich Schafzüchter zu Systemadministratoren umschulen lassen. Das ist schwieriger.


So in etwa sieht auch das Ludwigsche Weltbild aus. Er glaubt ja, das man aus einem Flüchtling, der in seinem Heimatland Goldschmied ist, übermorgen einen Systemingenieur mit 2 Jahren Führungserfahrung für Siemens basteln kann.
bernadette
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 02.05.2014
Beiträge: 349

BeitragVerfasst am: 07 Apr 2015 - 20:02:55    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article139175505/Vergesst-das-Maerchen-vom-kaltherzigen-Kapitalisten.html

>>Hank spricht von den emotionalen "Pathosformeln" der Linken und meint, dass es sich die Kapitalismuskritiker oft zu leicht machen. Sie gewichten den Einzelfall stärker als das Ganze. Die individuellen Opfer einer liberalen Politik sind emotional erzählbar, der gesamtwirtschaftliche Nutzen ist es nicht, da hat Hank recht.
Angesichts der Tatsache, dass du hier in der Regel Kommentare und keine Artikel verlinkst, die in luftiger, faktenarmer, leicht verdaubarer, emotional ansprechender Weise das Hohelied der freien Marktwirtschaft singen, eine ziemliche Ironie.
koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
Wer gegen den Freihandel protestiert, kann den französischen Schafzüchter heranziehen, der im globalen Wettbewerb seine Arbeit verliert. Wer die Globalisierung unterstützt, muss abstrakt argumentieren, dass Frankreich am Ende besser dasteht, wenn sich Schafzüchter zu Systemadministratoren umschulen lassen. Das ist schwieriger.
Ja, dann heul doch. Kriegst auch ein Taschentuch...

Zitat:
In kleinen Exkursen wendet Hank die liberale Theorie auf andere Lieblingsthemen der Kapitalismuskritiker an. Er findet, dass der ökonomische Nutzen des Amazon-Vertriebsmodells die Nachteile für den stationären Buchhandel bei weitem überwiegt. Und dass Bangladesch von der Billigproduktion für H&M und Primark mehr profitiert als von jeder Form der Entwicklungshilfe.
Mhm. Ja, und der preußische Rohrstock war gegen ide neunschwänzige Katze der Engländer das eigentliche Humanum
Zitat:
Man muss Hank nicht überall zustimmen. Aber seine Position ist schlüssig – und konsequenter als die vieler seiner Gegner, die Konzerne wie Amazon und H&M verteufeln und aus Bequemlichkeit trotzdem dort einkaufen.
Auf gut deutsch: das einzig moralisch verwerfliche ist Scheinheiligkeit. Man kann so böse sein, wie man will, solange man nichts anderes vorgibt.


Zitat:
Können Linke neoliberal lernen?

Fast rührend wirkt die Hoffnung Hanks, die Linken zum Neoliberalismus zu bekehren. Er glaubt nämlich, dass er seinem früheren Ideal einer gerechten Gesellschaft auch als Liberaler treu geblieben ist. Die Linken – so sieht es Hank – sollten endlich begreifen, dass freie Märkte, unterstützt durch einen zurückhaltenden Staat als Ordnungsgarant, fairer sind als eine Gesellschaft, die durch Umverteilung immer neue Ungerechtigkeiten schafft. <<
Ja, immer diese dummen Nichtsnutze, die die eigene Ansicht so partout nicht teilen wollen Rolling Eyes
koenig_ludwig73
Valued Contributor
Benutzer-Profile anzeigen
Valued Contributor


Anmeldungsdatum: 30.07.2009
Beiträge: 11564
Wohnort: Neuschwanstein

BeitragVerfasst am: 08 Apr 2015 - 04:30:43    Titel:

bernadette hat folgendes geschrieben:
Auf gut deutsch: das einzig moralisch verwerfliche ist Scheinheiligkeit.


Das reicht doch, oder möchtest Du weiterhin den Angehörigen der Absturzopfer die leistungslos erschlichenen Soforthilfen wegbesteuern?? Du warst so scheinheilig schweigsam seit ich diesen Aspekt Deines Gerechtigkeitsfeldzuges gegen leistungsloses Erben angebracht hatte.
bernadette
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 02.05.2014
Beiträge: 349

BeitragVerfasst am: 08 Apr 2015 - 19:07:43    Titel:

A) Versteuerung von leistungslosem Einkommen

B) Verschanzen hinter der Trauer, um sich vor der Steuerpflicht zu drücken.

Was fällt in den Bereich der Scheinheiligkeit: A oder B? B scheint aber zur Kernkompetenz der FDP zu gehören.

Anosnten war ich hier eher still, da du auf meine Argumente seit meinem ersten Posten entweder ignorierst oder zu blöd bist, um den Unterschied zwischen Steuern und Zinsen zu begreifen.

Brauchst du jetzt noch ein Taschentuch oder willst du lieber vor einem Schiedsgericht gegen die erbschaftssteuer klagen?
koenig_ludwig73
Valued Contributor
Benutzer-Profile anzeigen
Valued Contributor


Anmeldungsdatum: 30.07.2009
Beiträge: 11564
Wohnort: Neuschwanstein

BeitragVerfasst am: 09 Apr 2015 - 08:24:07    Titel:

bernadette hat folgendes geschrieben:
A) Versteuerung von leistungslosem Einkommen

B) Verschanzen hinter der Trauer, um sich vor der Steuerpflicht zu drücken.

Was fällt in den Bereich der Scheinheiligkeit: A oder B? B scheint aber zur Kernkompetenz der FDP zu gehören.

Anosnten war ich hier eher still, da du auf meine Argumente seit meinem ersten Posten entweder ignorierst oder zu blöd bist, um den Unterschied zwischen Steuern und Zinsen zu begreifen.

Brauchst du jetzt noch ein Taschentuch oder willst du lieber vor einem Schiedsgericht gegen die erbschaftssteuer klagen?


Eine Erbschaft ist kein Einkommen, sie ist Eigentum und dieses geht, bereits mehrfach versteuert, in Folge des Ablebens des Eigentümers, auf den Erben über. Zusammen mit diesem Eigentum geht natürlich die Steuerpflicht auf Einkommen aus diesem Eigentum auf den Erben über. Es ist also durch die Erbschaft zu keiner Zeit jemals dem Sozialausgleich entzogen worden. Eine Besteuerung von Eigentum als Einkommen senkt natürlich den Ertrag und somit auch das Einkommen aus diesem Eigentum und am Ende natürlich die daraus resultierenden Steuereinnahmen. Außer Verwaltungsaufwand, noch ein paar tausend Beamte, die mit dem Taschenrechner über die Friedhöfe streichen, wird auch der Finanzminister nicht profitieren. Im Gegenteil, die Erbschaftssteuer führte bisher zu fiskalischen Verlusten, weil die Kosten der Eintreibung und der von mir beschriebene Steuerverlust an anderer Stelle die Einnahmen übersteigen. Also nichts anderes als neidbasierte Symbolpolitik!

http://www.misesde.org/?p=9605

>>Fiskalischer Aufwand und Ertrag sind im Missverhältnis

Aber bei aller (bestreitbaren) Rechtfertigung, bleibt doch immer auch abzuwägen, ob bürokratischer Aufwand (bei Ämtern wie Bürgern) und fiskalischer Ertrag wirklich in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Das lässt sich zumindest bezweifeln. Mit den neuen Korrekturvorgaben der Verfassungsrichter wird dieser Aufwand, um die Steuer zu berechnen, noch zunehmen. Nach Joachim Lang führt die Steuer sogar zu einem fiskalischen Verlust. Er verwies damals (2008) auf das nur bescheidene Steueraufkommen von jährlich gut 4 Milliarden Euro (2013 waren es 4,63 – Quelle hier). Dies werde allein schon durch unverhältnismäßig hohe Kosten für Verwaltung und Gerichtsbarkeit geschmälert. Hinzukämen aber die Ertragssteuerausfälle als Folge erbschaftssteuerbedingter Kapitalflucht und erbschaftssteuerbedingten Verlust von Arbeitsplätzen wegen Abwanderung, Liquidation und Insolvenz von Unternehmen. Diese Ausfälle würden die 4 Milliarden abzüglich der Kosten, also den Nettoertrag, in Milliardenhöhe sogar noch übersteigen. Damit werde die Erbschafts- und Schenkungssteuer zum Fiskalverlust. Dazu trage besonders die Erbschaftssteuerfreiheit Österreichs bei. Von der wiederum sei besonders Bayern betroffen.

Was sonst noch gegen die Erbschaftssteuer spricht

Was Lang in seinem damaligen Gutachten gegen die Erbschafts- und Schenkungssteuer anführte, ist auch heute noch zu bedenken. Darunter dies: Immer mehr Staaten schaffen sie ab, weil sie wie keine andere Steuer Kapitalflucht bewirkt. Hauptsächlich ihr ist es zu verdanken, dass viele hundert Milliarden Euro deutsches Kapital im Ausland liegen. Keine Steuer erzeugt mehr Widerstand als sie. Folglich sind die Anstrengungen groß, sie zu vermeiden. Selbst für Immobilien, mit denen man nicht ins Ausland flüchten kann, gibt es Lösungen, der Steuer zu entkommen: „Man bringt Grundstücke in eine Kapitalgesellschaft ein, die ihren Sitz in einem erbschaftssteuerfreien Land hat. Tritt der Erbfall ein und leben Erblasser und Erbe im erbschaftssteuerfreien Land mit meist hoher Lebensqualität, so hat der deutsche Fiskus keinen Zugriff auf das in Deutschland belegene Betriebskapital der Kapitalgesellschaft.“<<


Und wie löst Du die von mir beschriebenen Probleme der Bewertung eines Vermögens? Wir sind wieder da, wo ein neuer staatlicher Eingriff, der angeblich Gerechtigkeit schaffen soll, hierbei gibst Du der ungerechten Ergebnisgleichheit den Vorzug vor der Chancengleichheit, neue Ungerechtigkeiten schafft. Wie sagtest Du so schön, die zu berechnende Steuerlast liegt dann irgendwo zwischen Pech gehabt oder Glück gehabt je nachdem an welchem Tag die Oma stirbt. Steuern zahlen als Lotteriespiel. Was soll denn daran gerecht sein??
bernadette
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 02.05.2014
Beiträge: 349

BeitragVerfasst am: 09 Apr 2015 - 19:12:57    Titel:

Alles am Thema "Zinsbelastung und zinsfreies Wirtschaftssystem als Alternative" komplett vorbei - wie ich schon schrieb, genau der Grund, warum ich nicht weiter geantwortet habe.
koenig_ludwig73
Valued Contributor
Benutzer-Profile anzeigen
Valued Contributor


Anmeldungsdatum: 30.07.2009
Beiträge: 11564
Wohnort: Neuschwanstein

BeitragVerfasst am: 10 Apr 2015 - 03:12:05    Titel:

bernadette hat folgendes geschrieben:
Alles am Thema "Zinsbelastung und zinsfreies Wirtschaftssystem als Alternative" komplett vorbei - wie ich schon schrieb, genau der Grund, warum ich nicht weiter geantwortet habe.


Ja natürlich, weil, wenn ich Dir zu Deinem Zinssystem etwas schreibe, Deine Antwort lautet, "Das hat aber mit Erbschaftssteuer nichts zu tun"...

Was ja auch beides richtig wäre. Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun. Darum möchte ich ja beide Dinge getrennt mit Dir diskutieren. Wenn Du meinen Argumenten nichts entgegenzusetzen hast, ist es tatsächlich nicht weiter sinnvoll für Dich an dieser Diskussion teilzunehmen.
bernadette
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 02.05.2014
Beiträge: 349

BeitragVerfasst am: 10 Apr 2015 - 20:30:01    Titel:

Ja genau. Erbschaftssteuer hat nichts mit dem Zinsproblem zu tun. Um signifkante Zinseinnahmen zu erhalten, muss allerdings erst einmal ein entsprechender Vermögensstock vorhanden sein. Und signifikanter Vermögensaufbau erfolgt in erster Linie durch Erben.

http://www.focus.de/finanzen/news/beunruhigender-wissenschaftstrend-keine-chance-auf-aufstieg-arbeit-macht-nicht-reich_id_3820806.html

Zitat:
Jetzt machen ein französischer Wirtschaftsprofessor und ein britischer Historiker die Zukunftsträume der deutschen Mittelklasse vollends zunichte:
Wohlstand, Elite, Soziale Mobilität
Arbeit nützt nichts: Das Buch des französischen Ökonomen Thomas Piketty sorgt für Furore.
Die Rendite auf Privatvermögen ist größer als das Wirtschaftswachstum, damit lässt die Oberklasse der arbeitenden Bevölkerung in Sachen Aufstieg keine Chance, schreibt der Ökonom Thomas Piketty in seinem Bestseller “The Capital of the 21. Century”. Für seine Studie analysierte Piketty historische Daten der vergangenen Jahrhunderte. Er kommt zu dem Schluss: Arbeit lohne sich nicht. Die einzigen Chancen auf den Aufstieg haben die, die reich heiraten oder erben. Denn die Zinsen auf Kapital seien deutlich höher als die Wirtschaftsleistung eines Staates.


Die Erbschaftssteuer kann man unabhängig davon diskutieren. Stellen wir das aber erst einmal zurück. Letzten Endes war das hier, nämlich die Zinsproblematik das, was ich am Anfang auch klar angesprochen hatte.

Ich hatte Quellen verlinkt, die Zinsproblematik aufgreifen (s. vorherige Posts).

https://www.credit-suisse.com/de/de/news-and-expertise/news/economy/global-trends.article.html/article/pwp/news-and-expertise/2013/10/de/world-will-be-40-percent-richer-by-2018.html

Wachstum der Vermögen in den letzten 15 Jahren: im Schnitt 6.6 %

http://en.wikipedia.org/wiki/Gross_world_product

im Mittel 3.5 % pro Jahr seti 2006.

Zusammengefasst:

- dier Vermögen wachsen schneller als die reale Wirtschaft
- auf die Vermögen sind Zinsen zu zahlen (leistungsloses Einkommen)
- die Zinskosten werden auf alles aufgeschlagen (Kreditkosten des Unternehmers, damit alle Produkte des täglichen Bedarfs, auf Mieten, Steuern, Sozialabgaben etc)
- ab einem Zinseinkommen von jährlich 20000 Euro ist man netto-Empfänger (bekommt mehr Zinsen als man bezahlt)

Eine Lösung ist ein zinsfreies Wirtschaftssystem (hat mit Erbschaftssteuer null zu tun). Die Kosten der Bank (Gehälter, Verwaltungskosten, Risikoausfallsicherung, Marge) zahlst du natürlich weiterhin mit. Was du nicht mehr zahlst, sind die Guthabenzinsen auf Vermögen.

Sowohl die Wirtschaft als auch die Vermögen wachsen exponentiell. Da die Vermögen mit einer höheren Rate wachsen als die Wirtschaft wächst auch der Abstand Vermögen/reale Wirtschaftsleistung exonentiell. Und damit auch die Zinslast.

Die Alternativen zur Abschaffung von Zins und Zinseszins, die auch in der Vergangeheit immer wieder vorkamen, bestanden in der Vernichtung großer Vermögen durch
- Inflation
- Krieg
- Schuldenschnitt

Kriege und Inflation werden recht unangenehm, ich rate jetzt einfach einmal, dass du den Schuldenschnitt mit einem Aufschrei ENTEIGNUNG!!! zurückweisen wirst. Abschaffung von Zins und Zinseszins ist da die deutlich bessere Variante.
koenig_ludwig73
Valued Contributor
Benutzer-Profile anzeigen
Valued Contributor


Anmeldungsdatum: 30.07.2009
Beiträge: 11564
Wohnort: Neuschwanstein

BeitragVerfasst am: 11 Apr 2015 - 08:37:17    Titel:

bernadette hat folgendes geschrieben:
Ja genau. Erbschaftssteuer hat nichts mit dem Zinsproblem zu tun. Um signifkante Zinseinnahmen zu erhalten, muss allerdings erst einmal ein entsprechender Vermögensstock vorhanden sein. Und signifikanter Vermögensaufbau erfolgt in erster Linie durch Erben.

http://www.focus.de/finanzen/news/beunruhigender-wissenschaftstrend-keine-chance-auf-aufstieg-arbeit-macht-nicht-reich_id_3820806.html

Zitat:
Jetzt machen ein französischer Wirtschaftsprofessor und ein britischer Historiker die Zukunftsträume der deutschen Mittelklasse vollends zunichte:
Wohlstand, Elite, Soziale Mobilität
Arbeit nützt nichts: Das Buch des französischen Ökonomen Thomas Piketty sorgt für Furore.
Die Rendite auf Privatvermögen ist größer als das Wirtschaftswachstum, damit lässt die Oberklasse der arbeitenden Bevölkerung in Sachen Aufstieg keine Chance, schreibt der Ökonom Thomas Piketty in seinem Bestseller “The Capital of the 21. Century”. Für seine Studie analysierte Piketty historische Daten der vergangenen Jahrhunderte. Er kommt zu dem Schluss: Arbeit lohne sich nicht. Die einzigen Chancen auf den Aufstieg haben die, die reich heiraten oder erben. Denn die Zinsen auf Kapital seien deutlich höher als die Wirtschaftsleistung eines Staates.


Die Erbschaftssteuer kann man unabhängig davon diskutieren. Stellen wir das aber erst einmal zurück. Letzten Endes war das hier, nämlich die Zinsproblematik das, was ich am Anfang auch klar angesprochen hatte.

Ich hatte Quellen verlinkt, die Zinsproblematik aufgreifen (s. vorherige Posts).

https://www.credit-suisse.com/de/de/news-and-expertise/news/economy/global-trends.article.html/article/pwp/news-and-expertise/2013/10/de/world-will-be-40-percent-richer-by-2018.html

Wachstum der Vermögen in den letzten 15 Jahren: im Schnitt 6.6 %

http://en.wikipedia.org/wiki/Gross_world_product

im Mittel 3.5 % pro Jahr seti 2006.

Zusammengefasst:

- dier Vermögen wachsen schneller als die reale Wirtschaft
- auf die Vermögen sind Zinsen zu zahlen (leistungsloses Einkommen)
- die Zinskosten werden auf alles aufgeschlagen (Kreditkosten des Unternehmers, damit alle Produkte des täglichen Bedarfs, auf Mieten, Steuern, Sozialabgaben etc)
- ab einem Zinseinkommen von jährlich 20000 Euro ist man netto-Empfänger (bekommt mehr Zinsen als man bezahlt)

Eine Lösung ist ein zinsfreies Wirtschaftssystem (hat mit Erbschaftssteuer null zu tun). Die Kosten der Bank (Gehälter, Verwaltungskosten, Risikoausfallsicherung, Marge) zahlst du natürlich weiterhin mit. Was du nicht mehr zahlst, sind die Guthabenzinsen auf Vermögen.

Sowohl die Wirtschaft als auch die Vermögen wachsen exponentiell. Da die Vermögen mit einer höheren Rate wachsen als die Wirtschaft wächst auch der Abstand Vermögen/reale Wirtschaftsleistung exonentiell. Und damit auch die Zinslast.

Die Alternativen zur Abschaffung von Zins und Zinseszins, die auch in der Vergangeheit immer wieder vorkamen, bestanden in der Vernichtung großer Vermögen durch
- Inflation
- Krieg
- Schuldenschnitt

Kriege und Inflation werden recht unangenehm, ich rate jetzt einfach einmal, dass du den Schuldenschnitt mit einem Aufschrei ENTEIGNUNG!!! zurückweisen wirst. Abschaffung von Zins und Zinseszins ist da die deutlich bessere Variante.


Ja, die Revolution verschieben wir dann aber erst mal auf morgen.

Nach Deiner Alternative läge Kreditkostenberechnung auch oberhalb des Wirtschaftswachstums. Kreditsumme, plus Inflationsausgleich plus Verwaltungskosten plus anteiliger Risikoausgleich für möglichen Verlust (bisher kurz "Zinsen" genannt) ist ja erst mal nur eine Umbenennung.

Ich hab aber einen Vorschlag für Dich, gründe das "zinsfrei" Label. Finde Mitstreiter unter Einzelhändlern, Handwerkern, Industrie, wo nach entsprechenden Vorgaben nur auf Guthabenbasis gewirtschaftet wird. Ich bin mir sicher in Deutschland ist das keine zu vernachlässigende Größenordnung. Bewerbe den zinsfrei Handel, mach ihn zum neuen Bio!! Dann wären da ja nur noch die Zinsen für die Staatsschulden die Ihr immer noch zu tragen hättet, aber hier kämpfe ich ja quasi allein gegen einen ausufernden Staat und seine Steuergier!
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Die marode FDP
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5 ... 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91 ... 100, 101, 102, 103, 104  Weiter
Seite 88 von 104

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum