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problemfall
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Mehmmed
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Anmeldungsdatum: 28.06.2008
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 08 Feb 2012 - 14:53:22    Titel: problemfall

folgender fall:
der meister m befiehlt seinem gesellen g ,unter androhung ihn zu entlassen, die fensterscheibe des x zu zerstören, wozu g letztlich auch bereit ist. vor ausführung der tat ruft m den g ab und weist ihn an die tat nicht auszuführen, was g dem m auch verspricht. dennoch begeht der g einige tage später die tat in dem glauben, dass m sich insgeheim doch über die ausführung freuen würde.

wird der m wegen nötigung bestraft?, da bin ich mir iwie nicht sicher. desweiteren müsste m doch wegen anstiftung zur sachbeschädigung bestraft werden, er hat ja bei g einen tatentschluss hervorgerufen und dieser hat dann eine rechtswidrige-vorätzliche haupttat begangen und der rücktritt des m hat ja den tatentschluss des g nicht beseitigt
Flauschi
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Anmeldungsdatum: 30.06.2008
Beiträge: 505

BeitragVerfasst am: 08 Feb 2012 - 23:08:14    Titel:

oh.... das ist schwierig, weil der vorsatz ja vor tatausführung des g wegfällt.
ich weiß nicht, ob der vorsatz im zeitpunkt der anstiftungshandlung, oder zur ausführung der eigentlichen tat vorliegen muss, da gibts glaub ich mehrere theorien. demnach wärs möglicherweise nur versuchte anstiftung und vielleicht sogar n strafbefreiender rücktritt vom versuch (hat ihn ja wieder zurückgepfiffen).
nötigung müsste aber gehen, da da der vorsatz ja bei der nötigungshandlung vorliegen muss.

der angestiftete muss ja eine vorsätzliche rechtswidrige tat begehen; wenn er aber genötigt ist, dann ist die tat wahrscheinlich gerechtfertigt. wobei er ja die tat dann letztlich nur auführt, um dem m zu gefallen, also wohl dochk kein notstand.
zweites problem: fehlt der doppelte anstiftervorsatz? m will ihn nicht anstiften, sondern nötigen, er stellt sich vor, dass g aufgrund der nötigung losläuft, also die tat eigentlich gerechtfertigt ist. weiß nicht ob es reicht, dass er ihn nur irgendwie zur tat bewegen will.

ich glaub ich hab mehr fragen aufgeworfen als beantwortet ^^
Ronnan
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Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 2295
Wohnort: Karlsruhe, Residenz des Rechts

BeitragVerfasst am: 09 Feb 2012 - 14:44:05    Titel:

"nötigungsnotstand" ist nach h.m. kein rechtfertigungsgrund
allenfalls entschuldigung (stichwort: sonst könnte sich der x nicht auf notwehr berufen)

meiner meinung nach muss der anstiftervorsatz zum zeitpunkt der tathandlung des anstifters, also der einwirkung vorliegen

das ist hier der fall, die spätere umkehr ist (außer für die strafzumessung) unbeachtlich

über einen theorienstreit bin ich nicht im bilde, aber was ich mir vorstellen konnte wäre, dass man wenn man einen unrechtspakt fordert, hier evtl probleme mit einer vollendeten anstiftung hätte
Majestix
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Anmeldungsdatum: 18.03.2008
Beiträge: 113

BeitragVerfasst am: 10 Feb 2012 - 14:14:23    Titel:

Man könnte für den Meister eventuell sogar Mittäterschaft wegen Planungsherrschaft andenken und ebenso wie bei Anstiftung Kausalität und Vorsatz für dessen Tatbeitrag zur Tat kurz problematisieren.
Und man könnte vielleicht Rücktritt bei mehreren Tatbeteiligten erwägen, welcher hier für den Meister u.U. sogar durchgehen könnte, denn wenn er seine Anweisung ausdrücklich ernsthaft widerrufft, könnte dies insoweit gegebenenfalls genügen (was soll er sonst noch machen)?
Vielleicht noch im Rahmen von Rücktrittserwägungen könnte man ebenso andenken, inwieweit der Meister sich den anschließenden "Exzess" des unmittelbaren Täters noch zurechnen lassen muss? Hier könnten die konkreten Umstände des Einzelfalles maßgeblich sein, inwieweit der Meister seinen nun entgegenstehen Willen ernsthaft ausreichend deutlich gemacht hat und er mit einem Exzess rechnen musste?


Nötigunsnotstand für den unmittelbaren Täter würde ich auch eher verneinen, zumal ja im Tatzeitpunkt keine Drohung mehr ausdrücklich fortbestand und im Verhältnis von Gefahr und Verletzungshandlung hier eigentlich doch eventuell eher ein Aushalten der Gefahr verhältnismäßig angemessen zumutbar erwartbar gewesen sein könnte?
Ronnan
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Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 2295
Wohnort: Karlsruhe, Residenz des Rechts

BeitragVerfasst am: 10 Feb 2012 - 19:13:55    Titel:

mit rücktritt muss man aufpassen

schließlich ist der erfolg an sich ja eingetreten
Majestix
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Anmeldungsdatum: 18.03.2008
Beiträge: 113

BeitragVerfasst am: 13 Feb 2012 - 08:41:05    Titel:

Also, ich würde den § 24 II S. 2, 2.Alt. StGB gerade so verstehen, dass er bei mehreren Tatbeteiligten trotz Vollendung eine Rücktrittsmöglichkeit für einen der Tabeteiligten vorsieht?
Ronnan
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Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 2295
Wohnort: Karlsruhe, Residenz des Rechts

BeitragVerfasst am: 18 Feb 2012 - 17:45:44    Titel:

stimmt!
Dschulification
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Anmeldungsdatum: 08.08.2011
Beiträge: 238

BeitragVerfasst am: 18 Feb 2012 - 18:22:20    Titel:

das ist doch die hausarbeit beim kühl Wink

also ich hab schon probleme damit weil es ja keine sachbeschädigung ist sondern nur versuchte sachbeschädigung...

wäre es dann anstiftung zur versuchten sachbeschädigung?
Flauschi
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Anmeldungsdatum: 30.06.2008
Beiträge: 505

BeitragVerfasst am: 18 Feb 2012 - 21:32:16    Titel:

versuchte sachbeschädigung gibts net - steht net im § 303 drin und n verbrechen ist es auch nicht.
sonst hätte die polizei auch echt viel zu tun ^^
Dschulification
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Anmeldungsdatum: 08.08.2011
Beiträge: 238

BeitragVerfasst am: 19 Feb 2012 - 12:37:27    Titel:

was´n des fürn gelaber? natürlich gibts das^^ der versuch is strafbar
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