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Doch private Uni?
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AlexDo
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Anmeldungsdatum: 24.09.2012
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 24 Sep 2012 - 20:31:22    Titel: Doch private Uni?

Bei einem NC zwischen 1,2 und 1,5 hätte man die Chance sowohl auf eine staatliche als auch auf eine private Uni oder FH zu gehen. Bloß wo wäre da der Unterschied (abgesehen vom Finanziellen)?

Für private spricht die kleine Größe der Gruppen und evtl. der Praxisbezug, für staatliche - Gründlichkeit und Stabilität.

Die Staatlichen sind im CHE-Ranking gelistet, http://ranking.zeit.de/che2012/ und privaten- gar nicht?

Da hab ich nur eine Aufzählung gefunden http://www.dgps.de/studium/abschluesse/aus-uebersicht.php:

Hat jemand nen Rat, ob:

1. Es ein Ranking der Privaten Hochschulen gibt?
2. Es einen weiteren wichtigen Unterschied zwischen den beiden Hochschul-Typen gibt, außer dem oben Beschriebenen?

Worauf würdet ihr achten, wenn ihr Angewandte Psychologie bzw. Klinische studieren möchtet? Klinische gibts ja fast überall, und wenn man später Psychotherapeut werden möchte muss man sie studiert haben, aber die Angewandte wird explizit in 1-2 Hochschulen angeboten. Vielleicht, muss man das Studium ja nicht so eng sehen und sich doch nicht auf die Angewandte einschränken?

Danke für jeden Rat!
gyrus
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Anmeldungsdatum: 30.01.2007
Beiträge: 247

BeitragVerfasst am: 25 Sep 2012 - 05:33:17    Titel:

Private Hoschschulen haben keine Erfahrung und keine Tradition in Psychologie. Damit v.a. auch keine Anbindung an das, worum es bei der Psychologie und im Psychologiestudium nun mal geht, nämlich der Forschungsanbindung.

Außerdem sind die Studiengänge an den privaten Hochschulen sehr sehr weit von dem entfernt, was inhaltlich und v.a. methodisch an den staatl. Unis mit Tradition des Dipl.-Psych. angeboten wird, oder anders ausgedrückt, legte man die geseztlichen Bestimmungen für das Diplomstudium Psychologie an (denn die Psycholopgenausbildung war ja vor Bologna gesetzlich streng geregelt), würde es sich bei diesen Studiengängen faktiswch gar nicht um Studiengänge in Psychologie handeln (sondern um Studiengänge in BWL, Pädagogik, Sozialwissenschaften u.a.).

Im Übrigen sei aber auch erwähnt, dass auch einige Studiengänge an staatl. Hochschulen in diese genannte Kategorie fallen (die prominenstesten wohl die der Fernuni Hagen).
AlexDo
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Anmeldungsdatum: 24.09.2012
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 25 Sep 2012 - 08:44:50    Titel:

Danke für Deine Rückmeldung!

gyrus hat folgendes geschrieben:
Private Hoschschulen haben keine Erfahrung und keine Tradition in Psychologie. Damit v.a. auch keine Anbindung an das, worum es bei der Psychologie und im Psychologiestudium nun mal geht, nämlich der Forschungsanbindung.


Wir schauen mal auf die Webseite von Fresenius:

Ihre Vorteile an der Hochschule Fresenius

Praxisnahe Lehre durch erfahrene Berufspraktiker
Einbeziehung der Forschungsprojekte in die Lehre
Markt- und Bedürfnisorientierte Ausbildung
Kleine Gruppen & persönliche Lernatmosphäre
Enge Partnerschaften in der Gesundheitsbranche, mit Unternehmen aus der Wirtschaft und dem öffentlichen Leben
Umfangreiches Partner-Netzwerk in fast allen europäischen Ländern
http://www.hs-fresenius.de/studium/psychology-school/studiengaenge/angewandte-psychologie-bsc/frankfurt/bachelor-vollzeit/


gyrus hat folgendes geschrieben:
Außerdem sind die Studiengänge an den privaten Hochschulen sehr sehr weit von dem entfernt, was inhaltlich und v.a. methodisch an den staatl. Unis mit Tradition des Dipl.-Psych. angeboten wird, oder anders ausgedrückt, legte man die geseztlichen Bestimmungen für das Diplomstudium Psychologie an (denn die Psycholopgenausbildung war ja vor Bologna gesetzlich streng geregelt), würde es sich bei diesen Studiengängen faktiswch gar nicht um Studiengänge in Psychologie handeln (sondern um Studiengänge in BWL, Pädagogik, Sozialwissenschaften u.a.).



Nun schauen wir mal auf die Webseite von IPU Berlin:

Der grundständige Studiengang Bachelor of Arts (BA) Psychologie vermittelt die Psychologie als eine Wissenschaft, die den Menschen als soziales und kulturelles Wesen abbildet. Der Lehrplan umfasst sowohl die "klassischen" psychologischen Fächer wie Allgemeine Psychologie, Entwicklungspsychologie, Sozialpsychologie und empirische Methoden, als auch Biopsychologie und neurokognitive Psychologie sowie Arbeits- und Organisationspsychologie. Die "klinischen" Fächer mit differentieller Psychologie, Diagnostik sowie Theorie und Methoden psychologischer Intervention bilden einen Schwerpunkt dieses Studiums, denn erfahrungsgemäß arbeiten die meisten Absolventen psychologischer Studiengänge auf dem Feld der Beratung oder Psychotherapie.

http://www.ipu-berlin.de/studierende/studiengaenge.html

Die meisten privaten (wie Fresenius als auch SRH Heidelberg oder IPU) betreiben verständlicherweise enorm viel Aufwand mit den Werbekampagnen, die auch sehr informativ und überzeugend scheinen, bloß ob die Werbeinhalte der Wirklichkeit entsprechen - da fehlen mir eigentlich wie objektive Kriterien (so was wie Ranking) als auch subjektive (Berichte der Studenten)...
gyrus
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Anmeldungsdatum: 30.01.2007
Beiträge: 247

BeitragVerfasst am: 25 Sep 2012 - 16:38:55    Titel:

Was die IPU Berlin betrifft, so würde ich dieser allerdings einen Sonterstatus zusprechen. Es handelt sich dabei um ein (sehr ehrgeiziges) Konzept einer Frau Rhode-Dachser, einer auch international bekannten Psychoanalytikerin. Hintergrund ist, die "Freiheiten" von Bologna zu nutzen, was notwendig ist, weil dieser Studiengang zu Zeiten der gesetzlichen Regelung ganz bestimmt nicht als Psychologie-Studiengang akzeptiert worden wäre. Hintergund ist, dass es sich um einen primär psychoanalytisch orientierten Studiengang handelt. Und da (akademische) Psychologie und Psychoanalyse nix miteinander zu tun haben ... nun ja. Aber was die Psychoanalyse betrifft, scheint das (wenn man denn diese Sekte gutheisst und sich über die viel diskutierte Pseudowissenschaftlichkeit der Psychoanalyse hinwegsetzt) ein sehr rennomiertes und ernsthaftes Angebot zu sein. Aber dessen mal ungeachtet: wer die Psychoanalyse schätzt und hier ein Studium absolvieren möchte, ist da also sicher gut aufgehoben. Ich denke, da zieht die IPU gleich mit der privaten Sigmund-Freud-Universität in Wien. Ich hätte es allerdings mutiger gefunden, wenn man dann auch BA und MA in Psychoanalyse draufgeschrieben hätte, aber das wäre dann vielleicht doch zu mutig (oder absolventenschädigend?) gewesen.

ABER: das hat KAUM ETWAS mit einem Psychologiestudium zu tun, d.h. Studienortswechsel, Master oder Promotion außerhalb der IPU (auch an internationalen Psychology Departments) oder eine akademische Karriere außerhalb usw. dürften sehr mau ausschauen und das ist auch schon optimischtisch beurteilt. Andere berufliche Möglichkeiten scheinen mir auch eher fraglich, da auch inzw. die Mehrheit der Kliniken verhaltenstherapeutisch arbeitende KollegInnen suchen und auch auf eine akademische empirisch-quantitative Psychologenausbildung bestehen. Bleibt sicher nur die postgraduale Vollzeitausbildung an einem psychoanalytischen Institut und danach die freiberufliche Tätigkeit.
AlexDo
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Anmeldungsdatum: 24.09.2012
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 26 Sep 2012 - 13:03:00    Titel:

gyrus hat folgendes geschrieben:
Was die IPU Berlin betrifft, ... es sich um einen primär psychoanalytisch orientierten Studiengang handelt. Und da (akademische) Psychologie und Psychoanalyse nix miteinander zu tun haben ... nun ja.


Ehrlich gesagt, war ich als Laie bis dato der Meinung, dass die Psychoanalyse ein Teil der Psychologie ist und dementsprechend an den guten Unis ja auch gelehrt wird. Dabei muss ich jedoch gestehen, nie mit dieser Materie je zu tun gehabt zu haben, und bin davon ausgegangen, dass die Psychoanalyse eine der Qualifikationen ist, auf die man dann (genau wie die Arbeits, Sozial- oder Entwicklungspsychologie) nach dem 3-4. Semester spezialisiert wird. Dem ist jedoch offensichtlich nicht so...


gyrus hat folgendes geschrieben:
Andere berufliche Möglichkeiten scheinen mir auch eher fraglich, da auch inzw. die Mehrheit der Kliniken verhaltenstherapeutisch arbeitende KollegInnen suchen und auch auf eine akademische empirisch-quantitative Psychologenausbildung bestehen.


Danke, also die IPU sollten wir streichen, gelle?


gyrus hat folgendes geschrieben:
Private Hoschschulen haben keine Erfahrung und keine Tradition in Psychologie. Damit v.a. auch keine Anbindung an das, worum es bei der Psychologie und im Psychologiestudium nun mal geht, nämlich der Forschungsanbindung.


Ähm.. Ist es denn so? Wenn man sich ein Bild des klassischen Psychotherapeuten wie Siegmund Freud oder des Dr. Sobel aus der "Reinen Nervensache" (Analyze This) oder auch der Protagonisten der wunderbaren US-Fernsehserie "Lie to me" wie Dr. Lightman vorstellt (das wären ja die Idole), so haben sie in ihrer täglichen Tätigkeit recht wenig mit der Forschung zu tun... Irre ich mich da?
gyrus
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Anmeldungsdatum: 30.01.2007
Beiträge: 247

BeitragVerfasst am: 26 Sep 2012 - 18:38:30    Titel:

AlexDo hat folgendes geschrieben:

Ähm.. Ist es denn so? Wenn man sich ein Bild des klassischen Psychotherapeuten wie Siegmund Freud oder des Dr. Sobel aus der "Reinen Nervensache" (Analyze This) oder auch der Protagonisten der wunderbaren US-Fernsehserie "Lie to me" wie Dr. Lightman vorstellt (das wären ja die Idole), so haben sie in ihrer täglichen Tätigkeit recht wenig mit der Forschung zu tun... Irre ich mich da?


Das eine ist Kino und TV, das andere Realität. Außerdem ging es um Psychologie, nicht Psychotherapie. Die von dir genannten Therapeuten sind übrigens Ärzte und keine Psychologen, außerdem mW sogar Psychiater und Psychoanalytiker, also was ganz anderes.

In Deutschland können auch Psychologen durch eine postgraduale Weiterbildung Psychotherapeuten werden (sie müssen sich dann aber zur Abgrenzung zu Ärzten "Psychologische Psychotherapeuten" nennen); in einigen Staaten Europas ist Psychotherapie aber z.B. ausschließlich Arztsache; in UK, Australien und einige asiatischen Staaten z.B. ist Psychotherapeut hingegen ein eigenständiger Beruf, für den kein Studium erforderlich ist, losgelöst von Medizin und Psychologe, rangiert also auf der Stufe wie bei uns z.B. Krankengymnastik, Ergotherapie usw.
In Deutschland wird es ja voraussichtlich (zumindest nach dem Willen der derzeitigen Bundesregierung) neben den ärztlichen Psychotherapeuten künftig an Hochschulen direkt ausgebildete nicht-ärztliche Psychotherapeuten geben; nicht-ärztliche Psychotherapie soll also als eigenständiger akademischer Heilberuf etabliert werden und damit wohl aus der Psychologie herausgelöst werden (die ja nunmal auch tatsächlich "nur" eine empirische Naturwissenschaft zur Beschreibung und Erklärung (und damit naturwissenschaftlichen Theoriebildung) beobachtbaren menschlichen Verhaltens ist).

Aufgrund der Nähe zur Forschung ist unter (klinischen) Psychologen die psychotherapeutisch sich qualifizieren und arberiten eine primär verhaltenstherapeutische Ausrichtung vorherrschend. Hinzu kommt, dass die Verhaltenstherapie wissenschaftlich gut abgesicherte und sehr differenzierte Wirksamkeitsnachweise belegen kann, was der Psychoanalyse nicht gelingt, da sie eher ein philosophieähnliches Denkgebäude ist, dass sich empirischer Forschung nahezu entzieht und schon deshalb inkompatibel mit Psychologie ist (weshalbn die guten Unis die Psychoanalyse auch aus dem Studium komplett verbannt haben, wie z.B. der Ranking-Führer Uni Bochum oder auch Universitäten wie Münster, Magdeburg, Jena, Dresden, Mannheim, Bielefeld usw.). In der kliinisch-psychologischen und verhaltenstherapeutischen Arbeit spielen, anders als in der Psychoanalyse, auch psychologische Theorien eine Rolle. Außerdem auch eine psychologische Tätigkeit, als forschungsbezogenes Arbeiten, angefangen von der Art der Informationsgewinnung, der Therapieplanung, der Durchführung und - anders als bei der Psychoanalyse - die Evaluation des Prozesses und des Ergebnisses; daher spielen psychologische Tests, wissenschaftlich-fundierte Interviews zur Diagnostik, evidenz-basierte störungsspezifische Interventionen eine große Rolle. Außerdem findet in klinisch-psychologischen / verhaltenstherapeutischen Einrichtungen (z.B. Dornier
-Klinik, Klinik Roseneck, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim u.a.) psychologische Forschung Hand in Hand mit der psychotherapeutischen Arbeit statt.

Natürlich gab und gibt es Psychologen, die nach dem Studium Psychoanalytiker werden. Aber das ist dann eher eine Abkehr von der Psychologie. Durch die Direktausbildung an Hochschulen soll aber eine verbreiterung erfolgen, indem neben Verhaltenstherapie auch Psychoanalyse in den Lehrplan aufgenommen werden soll. Aufgrund der wissenschaftlichen Absicherung gibt es in anderen Staaten aber faktisch nur noch Verhaltenstherapie (z.B. Skandinavien), bzw. wird nur noch Verhaltenstherapie von Krankenversicherungen oder staatlichen Gesundheitssystemen bezahlt (z.B. Irland, UK, Australien, Dänemark u.a.). Auch daher ist der TV- oder Kino-Psychotherapeut nicht Realität. Einen fürs TV (!!!! - also immer noch sehr eingeschränkt) ganz guten Einblick in die Tätigkeit eine us-amerikanischen modernen Psychoanalytikers gibt die Serie "In Treatment", die auf 3Sat gelaufen ist. Aber: das ist nicht so 1:1 auf deutsche Verhältnisse zu übertragen und außerdem ist es ja ein Analytiker, während die Mehrheit der in eigener Praxis arbeitenden Psychologischen Psychothereuten Verhaltenstherapeuten sind. Außerdem sind auch Analytiker durch das deutsche Gesundheitssystem anderen Bedingungen unterworfen, als der Protagonist der Serie, was neben den dramaturgischen Abänderungen eine Vergleichbarkeit zusätzlich erschwert.

Dr. Lightman wurde angeblich durch Paul Ekman beeinflusst, der jedoch ganz normaler akademischer empirischer Psychologe war und aus seinem Labor nicht rausgekommen ist. Die TV Serie hat ansonsten überhaupt nichts mit Psychologie (und auch nichts mit Paul Ekman) zu tun, das ist reine Fiktion und hat so viel mit der Realität zu tun wie Schimanksi mit Arbeit der Kriminalpolizei.
AlexDo
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Anmeldungsdatum: 24.09.2012
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 06 Okt 2012 - 21:13:16    Titel:

Vielen lieben Dank für Deine Ausführungen.



gyrus hat folgendes geschrieben:
Aufgrund der Nähe zur Forschung ist unter (klinischen) Psychologen die psychotherapeutisch sich qualifizieren und arberiten eine primär verhaltenstherapeutische Ausrichtung vorherrschend.


Ich war bis dato eher geneigt, die Verhaltenstherapie als Therapie im "klassischen" Sinne zu sehen, also als Betrachtung, Beobachtung, Bewertung und evtl. die Beeinflussung menschlichen Verhaltens von außen. Und die Forschung war für mich eher die "trockene" Arbeit mit Statistiken und den biologischen Vorgängen in dem menschlichen Hirn.... Habe ich mich denn tatsächlich so geirrt und stehen sich diese beiden Gebiete in der Tat so nahe?



gyrus hat folgendes geschrieben:
Hinzu kommt, dass die Verhaltenstherapie wissenschaftlich gut abgesicherte und sehr differenzierte Wirksamkeitsnachweise belegen kann, was der Psychoanalyse nicht gelingt, da sie eher ein philosophieähnliches Denkgebäude ist, dass sich empirischer Forschung nahezu entzieht und schon deshalb inkompatibel mit Psychologie ist (weshalbn die guten Unis die Psychoanalyse auch aus dem Studium komplett verbannt haben, wie z.B. der Ranking-Führer Uni Bochum ...


Hmm... Ist es denn so? Welches Ranking wird denn von der Uni Bochum geführt? CHE ist es definitiv nicht, oder habe ich mich total vertan?

Und in puncto Psychoanalyse ist anzumerken, dass man sich (wenn ich mich wiederum nicht irre) erst in der Weiterbildung nach dem Psychologiestudium auf dem Weg zur Approbation des Psychotherapeuten speziaisieren kann (wobei u. a. noch die Verhaltenstherapie und Kinder- und Jugendtherapie zur Auswahl stehen)... Also kann man die Psychoanalyse nicht an der Uni erlernen - werde ich mir merken, danke sehr!



gyrus hat folgendes geschrieben:
Natürlich gab und gibt es Psychologen, die nach dem Studium Psychoanalytiker werden. Aber das ist dann eher eine Abkehr von der Psychologie.


Sicher, gibt es sie! Aber "eher eine Abkehr von der Psychologie"?? Hmm..



gyrus hat folgendes geschrieben:
Außerdem auch eine psychologische Tätigkeit, als forschungsbezogenes Arbeiten, angefangen von der Art der Informationsgewinnung, der Therapieplanung, der Durchführung und - anders als bei der Psychoanalyse - die Evaluation des Prozesses und des Ergebnisses; daher spielen psychologische Tests, wissenschaftlich-fundierte Interviews zur Diagnostik, evidenz-basierte störungsspezifische Interventionen eine große Rolle. Außerdem findet in klinisch-psychologischen / verhaltenstherapeutischen Einrichtungen (z.B. Dornier -Klinik, Klinik Roseneck, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim u.a.) psychologische Forschung Hand in Hand mit der psychotherapeutischen Arbeit statt.



Ist es eine Anspielung auf die Unis, die mit diesen Kliniken kooperieren (wie. z. B. die Uni Mannheim)?
gyrus
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Anmeldungsdatum: 30.01.2007
Beiträge: 247

BeitragVerfasst am: 21 Okt 2012 - 20:10:24    Titel:

AlexDo hat folgendes geschrieben:
Vielen lieben Dank für Deine Ausführungen.




Ich war bis dato eher geneigt, die Verhaltenstherapie als Therapie im "klassischen" Sinne zu sehen, also als Betrachtung, Beobachtung, Bewertung und evtl. die Beeinflussung menschlichen Verhaltens von außen. Und die Forschung war für mich eher die "trockene" Arbeit mit Statistiken und den biologischen Vorgängen in dem menschlichen Hirn.... Habe ich mich denn tatsächlich so geirrt und stehen sich diese beiden Gebiete in der Tat so nahe?


Ja.



Zitat:

Hmm... Ist es denn so?


Ja.

Zitat:

Und in puncto Psychoanalyse ist anzumerken, dass man sich (wenn ich mich wiederum nicht irre) erst in der Weiterbildung nach dem Psychologiestudium auf dem Weg zur Approbation des Psychotherapeuten speziaisieren kann (wobei u. a. noch die Verhaltenstherapie und Kinder- und Jugendtherapie zur Auswahl stehen)... Also kann man die Psychoanalyse nicht an der Uni erlernen - werde ich mir merken, danke sehr!


Auch bei Weiterbildung zum Kinder- und Jugentherapeuten muss man ein Vertiefungsgebiet wählen (also z.B. Verhaltenstherapie)


Zitat:

Sicher, gibt es sie! Aber "eher eine Abkehr von der Psychologie"?? Hmm..


Ja.



Zitat:

Ist es eine Anspielung auf die Unis, die mit diesen Kliniken kooperieren (wie. z. B. die Uni Mannheim)?


Nein. In sehr vielen / den meisten Kliniken wird auch geforscht, nicht nur bei Uni-Kooperation. Deswegen haben die meisten Chefärzte auch den Prof. vorm Namen. Heutzutage ist es außerdem wichtig, dass die Klinik in Veröffentlichungen auftaucht. Gerade die Psychologen werden wegen ihrer wissenschaftlichen Ausbildung und Methodenkompetenz dort besonders eingesetzt (der Psychologe forscht, der Chefarzt steht auf der Veröffentlichung), was noch mal betont, wie wichtig es für Psychologen ist, diese Kompetenzen aus dem Efef drauf zu haben, wenn man in Arbrit kommen und bleiben will. Wer darauf keinen Bock hat und primär mit Patienten therapeutisch arbeiten möchte (und schon weis, dass er/sie mal eine eigene psychoth. Praxis betreiben möchte), sollte eh besser direkt Medizin studieren, da macht Psychologie gar nicht (mehr) so den Sinn. Im Gegensatz zur Psychologie hart die Medizin insbes. die Psychosomatik einen direkten Draht zur Tiefenpsychologie.
AlexDo
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Anmeldungsdatum: 24.09.2012
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 25 Jun 2014 - 13:03:14    Titel:

Hallo gyrus!

gyrus hat folgendes geschrieben:
Ich denke, da zieht die IPU gleich mit der privaten Sigmund-Freud-Universität in Wien. Ich hätte es allerdings mutiger gefunden, wenn man dann auch BA und MA in Psychoanalyse draufgeschrieben hätte, aber das wäre dann vielleicht doch zu mutig (oder absolventenschädigend?) gewesen.


Tja, mittlerweile gibt es die private Sigmund-Freud-Universität (SFU) auch in Berlin. http://sfu-berlin.de/

Liegen da evtl. bereits Erkenntnisse bzw. Erfahrungen vor? Weiß jemand was außerdem, was so in der Presse steht?

"Der Bachelor soll verschiedene Wege öffnen, zur klinischen Psychologie oder zur Arbeits- und Sozialpsychologie. Die Studenten lernen in sehr kleinen Gruppen. Sie erhalten auch Einblicke in Neuro-, Sprach- und Wirtschaftswissenschaften oder Soziologie."

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/privatuniversitaet-berlin-freud-zieht-nach-tempelhof,10809148,22355546.html
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