Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Welchen Beruf würdet Ihr wählen...?
Gehe zu Seite Zurück  1, 2
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Sonstige Berufe -> Welchen Beruf würdet Ihr wählen...?
 
Autor Nachricht
Elijah
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 25.03.2005
Beiträge: 752

BeitragVerfasst am: 22 Okt 2013 - 11:12:23    Titel:

hansomat hat folgendes geschrieben:
BWL: Manager braucht es schließlich immer


Bei der inflationären Vergabe von BWL-Abschlüssen (und artverwandten Studiengängen) führt der Weg über einen BWL-Abschluss in den seltensten Fällen zum Manager. Häuptlinge braucht man nur wenig, Indianer hingegen viele.

Zu den Ausgewählten Berufen (wobei man so sein Studium eher nicht auswählen sollte...)

1. Arzt

Weil:

- Gute Jobaussichten (fernab von Tiermedizin und Psychologie)
- Wenig Plätze (Absolventen), deshalb wenig Konkurrenz
- So ein Medizinstudium kostet den Staat schnell mal 500 000 Euro, also pro Person. Das ist eine teure Ausbildung, daher wird man die Leute nicht verschwenden (ein Jura-Studienplatz Platz hingegen kostet so gut wie nichts)
- angesehener Berufsstand
- auch im Ausland gefragt

Nachteile: miese Arbeitszeiten (oft Nachtschicht, anstrengendes Studium (von nichts kommt nichts)...

2. Informatiker

Weil:

- hohe Nachfrage derzeit
- sehr mathematisches Studium. Das packen viele Anfänger nicht, weshalb gut gesiebt wird. Weniger Angebot auf dem Markt bei hoher Nachfrage (so sollte das für einen Absolventen eigentlich sein)
- technologischer Fortschritt
- angesehener Beruf (mehr oder weniger)

Nachteile: Spitzengehälter (> 80 000 Euro im Jahr schwer erreichbar, selbst für die allerbesten Absolventen) schwer zu erreichen.

__

Abraten

Weil (grob):

Rechtsanwalt (uu viele Absolventen, der Markt ist wohl auf Jahre mehr als nur gesättigt. Ohne Prädikatsexamenund/oder Promotion/LL. M. oder Beziehungen wirds schwer...), BWL (mittlerweile auch zu viele Absolventen, dies bedeutet viele BWler müssen schlechte Jobs antreten.. BWL als gehobene Berufsausbildung... wobei man eben vielseitig einsetzbar ist, aber dies ist eben nicht alles...), Architekt (ebenso überlaufener Arbeitsmarkt)...
Gozo
Valued Contributor
Benutzer-Profile anzeigen
Valued Contributor


Anmeldungsdatum: 11.09.2007
Beiträge: 5740
Wohnort: Mainz

BeitragVerfasst am: 22 Okt 2013 - 11:52:57    Titel:

Elijah hat folgendes geschrieben:
Häuptlinge braucht man nur wenig, Indianer hingegen viele.

Gibt es irgendeinen Beruf/Studium etc. wo das anders ist? Mir war bislang immer so, dass es mehr Indianer als Häuptlinge gibt (geben muss).

...und zudem, wer sagt denn, dass jeder auch immer Häuptling werden will?

Letztlich ist die Eingangsfrage sehr hypothetisch, denn ich persönlich würde, selbst wenn ich wollte, nicht zu jedem dieser Berufe "taugen". So finde ich Architekt sehr spannend, die nötige Kreativität lasse ich allerdings vermissen. Anwalt - super - aber ständig trockene Gesetzestexte sind mir ein Graus usw.

Worauf ziehlt also die Frage? Das, was ich, unabhängig von meinen Stärken und Schwächen gerne können möchte? Das, was ich abhängig davon machen würde? Warum ich nicht einen anderen Schwerpunkt gewählt habe?

Meine Reihenfolge (ohne Rücksicht auf meine Person):

1. Arzt - weil dieser Beruf schlicht nicht langweilig werden kann. Übrigens, wenn dann, dann Pathologe. Smile

2. BWL/ Jura - Weil man so schön viel damit anfangen kann.
Elijah
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 25.03.2005
Beiträge: 752

BeitragVerfasst am: 22 Okt 2013 - 14:09:36    Titel:

[quote="Gozo"]
Elijah hat folgendes geschrieben:


Gibt es irgendeinen Beruf/Studium etc. wo das anders ist?

2. BWL/ Jura - Weil man so schön viel damit anfangen kann.


Zum Häuptling:

Das mit den Häuptlingen bekommt man allerdings besonders mit BWL zu spüren. Ist man Arzt, so ist man eher ein Häuptling als ein Sachbearbeiter. Die Warnscheinlichkeit als Arzt ein "Häuptling" zu werden ist einfach größer.

Zu Jura:

Was kann man denn mit einem mittelmäßigen bzw. durchschnittlichen Examen in Jura anfangen? Nicht viel... das reicht dann oft nicht mal mehr für den öffentlichen Dienst und für eine gute Kanzlei auch nicht.

Zur Studienwahl nach Interesse oder seinen Fähigkeiten:

Auch gefährlich. Das endet oft in der Sackgasse, wie man z. B. bei den vielen Geisteswissenschaftlern sieht. Da sollte man nicht blauäugig sein. Man sollte schon ein wenig den Bedarf bzw. den Arbeitsmarkt berücksichtigen, wenn man nicht gerade für Studiengang X "geboren wurde".
Gozo
Valued Contributor
Benutzer-Profile anzeigen
Valued Contributor


Anmeldungsdatum: 11.09.2007
Beiträge: 5740
Wohnort: Mainz

BeitragVerfasst am: 22 Okt 2013 - 14:59:28    Titel:

Elijah hat folgendes geschrieben:

Zum Häuptling:

Das mit den Häuptlingen bekommt man allerdings besonders mit BWL zu spüren. Ist man Arzt, so ist man eher ein Häuptling als ein Sachbearbeiter. Die Warnscheinlichkeit als Arzt ein "Häuptling" zu werden ist einfach größer.

Das ist eine locker-flockige Fehlannahme. Natürlich ist ein normaler Assistenzarzt nichts mehr als ein sehr qualifizierter Sachbearbeiter...
Wenn man natürlich den Blick auf Selbstständige und sonstige Ärzteberufe (bspw. in der Pharmaforschung) schwenkt, ja, da gibt es vielleicht relativ gesehen mehr Häuptlinge auf die Masse an Ärzten als BWLer in Führungspositionen.

...aber macht das alleine das Glück, den Erfolg im Beruf aus?! Bezweifel ich.

Zudem bleibt dann schon die Frage übrig, ob wir hier "Wünsche" in Reihenfolge bringen sollen oder "reale" Aspekte bezogen auf uns antwortende Personen.

Zitat:
Zu Jura:

Was kann man denn mit einem mittelmäßigen bzw. durchschnittlichen Examen in Jura anfangen? Nicht viel... das reicht dann oft nicht mal mehr für den öffentlichen Dienst und für eine gute Kanzlei auch nicht.

Och - ich kenne viele "durchschnittliche" Juristen die ihren Weg sehr gut gefunden haben. Probleme hatten vor allem die mit unterdurchschnittlichen Abschlüssen und das würde ich für jedes andere Fach auch unterschreiben.

Zitat:

Zur Studienwahl nach Interesse oder seinen Fähigkeiten:

Auch gefährlich. Das endet oft in der Sackgasse, wie man z. B. bei den vielen Geisteswissenschaftlern sieht. Da sollte man nicht blauäugig sein. Man sollte schon ein wenig den Bedarf bzw. den Arbeitsmarkt berücksichtigen, wenn man nicht gerade für Studiengang X "geboren wurde".

Das Geisteswissenschaften immer eine Sackgasse sind ist ein weitverbreitetes Vorurteil. Die meisten Geisteswissenschaftler finden schon einen Job, wenn er auch eher selten in den typischen Bereichen liegt.

"ein wenig" ist hier der absolut richtige Punkt und wahnsinnig wichtig.
Das EIN WENIG auch damit geplant werden sollte, korrekt, aber man sollte es nicht überbewerten, denn wer kann schon das Wetter in vier Wochen vorhersagen, geschweige denn, je nach Studienfach, die Arbeitsmarktsituation in 3 bis 10 Jahren? Das sollte man immer mit Vorsicht genießen. Die Zukunft konnte noch niemand klar erkennen aber irgendeinen Deppen der zufällig richtig lag.

Nur mal so als Beispiel: Uns haben sie zum Abi (Mitte 1990er) dringenst von Informatik abgeraten. Sei so überlaufen, findet man keine Jobs...ach und Mathe bitte auch nicht. Smile Ja ja, es gibt eben nichts mehr zu erfinden.

Das zweite Problem ist ein sehr praktisches: Je besser man als der Durchschnitt der Absolventen ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass man einen Job findet, der einem liegt und der einem Spaß macht. Die Auswahl ist meist einfach größer. Das gilt übrigens für jedes Studienfach. Die wirklichen "Sucher" rekrutieren sich meist aus den unterdurchschnittlichen Absolventen.

Fakt ist aber auch, je mehr Spaß und Interesse ein Student an seinem Fach hat, desto wahrscheinlicher ist ein überdurchschnittlicher Abschluß.

Das perfekte Beispiel, wo ich mich auch am besten auskenne, als Student und Dozent, ist BWL. Es gibt soviele, teils echt smarte BWL-Studenten, die das Fach aus a) Arbeitsmarktüberlegungen, b) Karrieregesichtspunkten oder c) weil ihnen sonst nichts einfiel/ sie BWL für leicht hielten, gewählt haben. Der Anteil derjenigen a-c, die das Studium nach wenigen Semestern schmeißen oder es nicht schaffen, entgegen denen, die es als Überzeugungstäter wählten ist sehr deutlich höher.

Zudem merkt man bei der Korrektur von Klausuren/ Haus- und Abschlußarbeiten sehr schnell, wer sich mit der Materie identifizieren kann und wer nicht. Die allermeisten, die es nicht können (mangels wirklichem Interesse), liegen notentechnisch eher im durchschnittlich bis unterdurchschnittlichem Bereich, im Verhältnis dazu nur ganz, ganz wenige im guten Bereich. Keiner meiner Studenten, die es trotz passablen "Desinteresses" bei mir schafften haben es zu einer respektablen Karriere gebracht. Wie auch? Kein Interesse am Fach, woher soll das Interesse und Herzblut im Job kommen?

Und damit kommen wir zu dem Aspekt, der mir persönlich am wichtigsten wäre: Das Abitur ist gegen ein Studium pisselig, was habe ich gehasst für Fächer zu lernen, die mich nur bedingt interessierten. Will ich aber jetzt mich durch ein Fach kauen, jahrelang, höher-breiter-tiefer, was mir nur halb liegt? Und viel schlimmer...will ich in dem Job, der mir dann u.U. winkt, wenn meine Konjunkturprognose stimmt, dann vierzig und mehr Jahre machen?! Danke...kein Bedarf.

Machen wir es kurz: Wenn ich zwei oder mehr Fächer habe, zwischen denen ich mich partout nicht entscheiden kann, was mir mehr liegt oder mehr Spaß macht, dann kann ich evtl. auch Aspekte wie potentieller Arbeitsmarkt, Verdienstmöglichkeiten etc. mit einfließen lassen. Ich aber persönlich würde NIE dazu raten auf das zweit- oder drittbeste Fach zurückzugreifen, nur weil es heißt, es könnte in drei, fünf, 10 Jahren benötitgt werden...
student_Safe
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 09.10.2013
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 24 Okt 2013 - 14:57:29    Titel:

[quote="Gozo"]
Elijah hat folgendes geschrieben:


Fakt ist aber auch, je mehr Spaß und Interesse ein Student an seinem Fach hat, desto wahrscheinlicher ist ein überdurchschnittlicher Abschluß.



Richtig, der Spass am Job bringt auch den Spass im Job und darüber hinaus Spass am Leben, aber auch das lernt man erst wenn man paar Jahre auf dem Buckel hat.
Der Gozo sagt es schon; "Kein Interesse am Fach, woher soll das Interesse und Herzblut im Job kommen? "
Elijah
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 25.03.2005
Beiträge: 752

BeitragVerfasst am: 25 Okt 2013 - 10:03:39    Titel:

[quote="student_Safe"]
Gozo hat folgendes geschrieben:
Elijah hat folgendes geschrieben:


Fakt ist aber auch, je mehr Spaß und Interesse ein Student an seinem Fach hat, desto wahrscheinlicher ist ein überdurchschnittlicher Abschluß.




Der Gozo sagt es schon; "Kein Interesse am Fach, woher soll das Interesse und Herzblut im Job kommen? "


Das ist immer so eine Sache. Ich kenne halt Leute, die sich durchs Studium gequält haben (z. B. Ingenieursstudium). Das Studium hat denen kaum Spaß gemacht, war ein echter Kampf. Im Vorstellungsgespräch hieß es dann, sie sind Ingenierur... das ist toll, da sie eine Top-Ausbildung haben und etwas im Kopf haben. Zudem stimmt die Reputation im Ausland.

Die haben (es sind zwei Personen bei denen es so gelaufen ist) dann sehr gute Jobs bekommen, sind im Beruf zufrieden. Arbeiten allerdings auch überwiegend fachfremd, brauchen nur wenig aus ihrem Studium. Das sind eigentlich Jobs für Bwler. Aber da man den BWL-Kram (der dafür nötig war... waren Jobs im Marketing) schnell lernen kann, stellten die lieber diese Ingenieure ein. Was auch im Nachhinein die richtige Entscheidung war (für beide Seiten).

Würde das so nicht pauschalisieren. Wichtig ist doch lediglich, was man mit dem Abschluss später machen kann und wie er am Markt akzeptiert wird. Was nützt mir Interesse am Fach, wenn man danach in der Sackgasse landet oder unterbezahlte Jobs macht. Man sollte schon ein Zeil haben, sich über die Perspektiven klar sein.
student_Safe
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 09.10.2013
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 25 Okt 2013 - 10:48:03    Titel:

Zitat:
Arbeiten allerdings auch überwiegend fachfremd, brauchen nur wenig aus ihrem Studium.

Willkommen in der Realität Very Happy

Zitat:
Aber da man den BWL-Kram .... schnell lernen kann

Shocked oooookkkkkk...... (ich nicht.....schnell)

Zitat:
Würde das so nicht pauschalisieren. Wichtig ist doch lediglich, was man mit dem Abschluss später machen kann und wie er am Markt akzeptiert wird. Was nützt mir Interesse am Fach, wenn man danach in der Sackgasse landet oder unterbezahlte Jobs macht. Man sollte schon ein Zeil haben, sich über die Perspektiven klar sein.

Sicherlich wichtig, aber wie gesagt, wenn kein Spass dabei ist, ist man auch nicht Erfolgreich in dem was man tut. Wenn man das Einkommen als Bewertungsprinzip seiner eigenen Zufriedenheit nimmt ist deine Ausführung allerdings absolut richtig Elijah.
Irgendwann ist das aber nicht mehr das wichtigste Kriterium - Geld ist keine Motivation.
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Sonstige Berufe -> Welchen Beruf würdet Ihr wählen...?
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2
Seite 2 von 2

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum