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sunshine9001
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Anmeldungsdatum: 05.03.2014
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 05 März 2014 - 15:33:40    Titel: Suche These +Argumente und Stillmittel Syntax...

Text:Die Gedanken sind frei

Verbote und Zensur taugen nicht für die neuen Medien. von Christoph Drösser



Der Gedanke ist so simpel wie wohlfeil: Brutale Computerspiele funktionieren als Drehbücher, die von labilen Jugendlichen nur noch in die Tat umgesetzt werden müssen. Diese volkstümliche Variante der Medienkritik hat im Moment wieder Konjunktur. Es wird nach schärferer Zensur und Verboten gerufen, und nicht nur die Ballerspiele soll es treffen, sondern auch Filme und Bücher. Die Jugend soll geschützt werden vor bösen Bildern und Worten, auf dass sie nicht auf böse Gedanken komme.

Die zu wandelnden Zeitbomben gestempelten Spieler gingen in die Defensive: Ihr Zeitvertreib, sagten sie, habe ja mit Gewalt nichts zu tun. Es gehe ihnen um sportlichen Wettkampf und Geselligkeit, die brutalen Szenerien und spritzenden Eingeweide seien quasi nur die Einkleidung des Spielgedankens.









Was natürlich barer Unsinn ist. Würde in den Spielen auf abstrakte geometrische Figuren geschossen, so verlören sie einen großen Teil ihres Reizes. Es mag sein, dass das Töten nicht die primäre Motivation für die meisten Spieler ist - doch so abgestumpft ist niemand, dass für ihn der Schuss auf eine menschliche Figur nicht von ganz anderen Emotionen begleitet wäre als der auf ein skurriles Trickfilm-Monster oder eine bunte Kugel.

Aber das ist beim rechtschaffenen Bürger, der am Sonntagabend seinen Tatort anschaut, nicht anders. Auch der Krimi hätte weniger Spannung, ginge es nur um Urkundenfälschung statt um Mord. Und kaum jemand würde behaupten, die Gewalt im TV verhöhne die Opfer von Gewaltverbrechen - wenn nicht gerade eine frappierende Parallelität der Handlungen besteht. Kurz nach dem 11. September war es selbstverständlich opportun, Filme aus dem Programm zu nehmen, in denen Flugzeuge in Wolkenkratzer krachen. Und die besonneneren der Computerspieler haben nach der Tragödie von Erfurt zumindest die öffentlichen Lan-Partys abgesagt.

Tod und Sex kitzeln die Fantasie - das gilt für die Literatur schon immer, und dies hat jedem neuen Medium den anfänglichen Schwung gegeben. Auch der Fernsehkrimi füttert die Fantasien. Vielleicht stellt sich der brave Zuschauer im Ohrensessel bisweilen vor, seinen Chef auf dieselbe heimtückische Weise um die Ecke zu bringen wie der Mörder auf der Mattscheibe. Das darf er. Die Gedanken sind frei - nicht nur, weil man sie nicht erraten kann. Abgründe lauern in jeder Bürgerseele. Und literarisch verarbeitete Fantasien geben nicht erst seit dem Marquis de Sade Einblicke in diese Abgründe. Vor den allzu abartigen Varianten sollte man die Kinder schützen, dafür gibt es Altersbeschränkungen bei Filmen und Videospielen und den Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (für den das Bundesverfassungsgericht 1990 im "Mutzenbacher-Urteil" sehr enge Kriterien festgelegt hat - kurz gesagt: Kunst darf nicht auf den Index).

In diesen Tagen muss man es offenbar wieder deutlich sagen: Es besteht ein Unterschied zwischen einer Gewaltfantasie und Gewalt, zwischen einer vorgestellten, medial ausgeschmückten Tat und der Tat selbst. In den USA fällte vor ein paar Wochen der Oberste Gerichtshof ein wichtiges Urteil: Er kassierte ein Gesetz, das "virtuelle Kinderpornografie" der realen gleichstellte. Er untersagte also, Filme, die etwa durch Computermanipulation zustande gekommen sind, genauso zu behandeln wie Filme, für deren Herstellung Kinder real missbraucht wurden. Der "virtuelle" Film mag geschmacklos sein und an niedere Instinkte appellieren - aber er gehört in eine andere Kategorie. Wer reale Kinderpornografie produziert oder vertreibt, der soll mit aller Härte des Gesetzes verfolgt werden. Wer fiktive Fantasien über Sex mit Kindern verbreitet, den mögen wir wie Nabokov in den literarischen Himmel heben oder zutiefst verachten. Das Schlimmste, was ihm aber passieren kann, ist,

Ich habe einen zehnjährigen Sohn, der in den nächsten Jahren (mit oder ohne mein Wissen) Dinge sehen und hören wird, die mir in der behüteten Jugend der sechziger Jahre nicht zugänglich waren. Während wir heimlich in den Unterwäscheseiten des Quellekatalogs blättern mussten, um die vage Ahnung von der Anatomie des anderen Geschlechts zu präzisieren, haben die heute Heranwachsenden via Internet Zugang zu Millionen Bildern, die diese Anatomie in allen Details zeigen, einschließlich der Penetration diverser Körperöffnungen auf jede erdenkliche Weise. Das macht mir Sorgen, und gleichzeitig weiß ich, dass ich es kaum verhindern kann. Und dass auch Jugendschutzparagrafen und Filtersoftware dagegen wenig ausrichten werden.

Die Idee, Jugendliche vor dem schädlichen Einfluss von Medien zu schützen, muss und darf man deswegen nicht aufgeben. Aufgeben muss man aber wohl die Idee, dass Verbote und Zensur die Mittel dazu sind. Das ging nur in einer Zeit, in der die Herausgabe von Massenmedien auf wenige beschränkt und damit ein Verbot der Quellen einfach war. Wie schützt man also Heranwachsende vor dem negativen Einfluss von Bildern und Schriften? Es gibt darauf keine befriedigende Antwort. Die beste ist immer noch ein Stichwort, das zwar sehr nach den gern geprügelten 68ern klingt, aber aktueller ist denn je: "Medienkompetenz". Wenn ich meinem Kind die Medien nicht vollständig vorenthalten kann oder will, muss ich es in die Lage versetzen, mit ihnen umzugehen, ohne Schaden zu nehmen. Das bedeutet: die Kinder begleiten, mit ihnen über ihre Medienerfahrungen reden, mit ihnen die Fähigkeit üben, Wahrheit von Lüge und Schund von Kunst zu trennen. Und sie irgendwann loslassen, weil sie mit den neuen Medien souveräner umgehen als die Generation ihrer Eltern.

Die größte Gefahr, die von den Computermedien ausgeht, ist nicht das angebliche Verschwimmen der Grenze zwischen Fiktion und Realität. Studien mit Jugendlichen, die ausgiebig Ego-Shooter spielen, haben ergeben, dass das Ballern auf Zombies und menschliche Figuren emotional eine viel geringere Wirkung hat als ein traditioneller Spielfilm mit einer komplexen, "lebensnahen" Handlung.

Anstatt Leichen zu zählen, sollten die Medienkritiker sich der wirklich neuen Qualität der Online-Spiele und der virtuellen Gemeinschaften zuwenden: der Möglichkeit, sein soziales Leben fast ausschließlich im Netz zu verbringen. Vor einigen Jahren starb in Norwegen ein Junge bei einem Verkehrsunfall. Erst im Nachhinein stellten seine Eltern fest, dass der gesamte Freundeskreis ihres Kindes aus Mitspielern eines Online-Spiels bestand. Bei der - ergreifenden - Trauerfeier im Netz standen grobpixelige Spielfiguren am virtuellen Grab des Jungen.

Hunderttausende Menschen haben schon heute ihre sozialen Kontakte hauptsächlich im Cyberspace - nicht weil sie den Unterschied zwischen Realität und Virtualität nicht sähen, sondern weil sie es so gewählt haben. Viele finden dadurch überhaupt erst Anschluss. Aber es ist oft ein Anschluss im Wortsinn: ein Leben, das seinen Sinn verliert, wenn man den Stecker zieht. Über dieses Phänomen werden die Soziologen in den nächsten Jahren zu brüten haben.
Generaltoni
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Anmeldungsdatum: 30.12.2005
Beiträge: 1729
Wohnort: Im Ruhrpott

BeitragVerfasst am: 05 März 2014 - 23:26:41    Titel:

Kennst du die Spiel- und eben auch Lernregeln, die hier im Forum gepflegt werden....?

Eben bisserl kannst du hier lernen:
http://www.smul.sachsen.de/laendlicher_raum/img/413_spielregeln.gif
Leoni
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Anmeldungsdatum: 19.05.2005
Beiträge: 1096
Wohnort: Bochum

BeitragVerfasst am: 06 März 2014 - 09:18:30    Titel: Re: Suche These +Argumente und Stillmittel Syntax...

sunshine9001 hat folgendes geschrieben:
Suche These +Argumente und Stillmittel



Nettes Bild zum Thema Mädchen und Stillmittel: Wink

http://tinyurl.com/on8zyqo


Deine Lösung: Razz

http://www.e-hausaufgaben.de/Thema-188686-Suche-These-Argumente-und-Stillmittel-Syntax-von-diesem.php
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