Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

[Alltag] Schlagzeug-Trittschalldämmung
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Physik-Forum -> [Alltag] Schlagzeug-Trittschalldämmung
 
Autor Nachricht
Ade
Junior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 02.04.2005
Beiträge: 43

BeitragVerfasst am: 03 Aug 2005 - 21:57:54    Titel: [Alltag] Schlagzeug-Trittschalldämmung

Hi,
ich hab mir gedacht, ich poste hier mal ne richtig praxisnahe Frage (ich hab das Problem grad^^): Ich hab ein elektronisches Schlagzeug. Die hohen Frequenzen, also die, die durch die Luft im Zimmer übertragen werden, sind so schön leise, wie sie sein sollen. Wenn ich jetzt aber die Base-Drum oder generell ein Pedal spiele, werden die tieferen Frequenzen durch den Boden an den Mieter unter mir weitergegeben. Wie kann ich das am besten verhindern?
Meine Lösung wäre: Das ganze Set auf eine möglichst feste, schwere Platte stellen, die also schön wenig schwingt, und diese Platte dann mit ein paar möglichst weichen "Füßen" vom Boden abkoppeln, weich damit sie die Wellen großteils in Verformungsenergie umwandeln. Dabei sollte unter der Platte kein abgeschlossener Luftraum sein, der die Schwingung weitergeben könnte.

Na dann, wenn jemand noch ne Idee hat, ich bin für alles dankbar (gerne auch Anregungen, wie man das ganze möglichst billig herstellen könnte^^).

Ade

Titel editiert von Caillean - Präfix hinzugefügt.
_________________
Sein Gehirn fing an, leise zu summen und am Daumen zu lutschen
Douglas Adams - Der elektrische Mönch
Whoooo
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 9161

BeitragVerfasst am: 03 Aug 2005 - 22:29:47    Titel:

aufgeschnittene tennisbälle absorbieren meines wissens nach am besten (vom preis-leistungsverhältnis her) tiefe frequenzen. im allgemeinen ist gummi ein guter isolator für tiefe frequenzen.
algebrafreak
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 28.10.2004
Beiträge: 4143
Wohnort: Passau

BeitragVerfasst am: 03 Aug 2005 - 22:39:55    Titel:

Zitat:
Wie kann ich das am besten verhindern?


Ich hatte jahrelang selbst eine Band geleitet und räumlich untergebracht. Sogar, wenn Du ein Pedal benutzen würdest, so hört man das in einer normalen Wohnung durch alle Wände hindurch. Ich glaube, Du solltest dem weniger Achtung schenken, sondern mit deinen Nebenmietern eine Zeit ausmachen, wo Du spielen kannst. Du kannst Dich dabei auf dein Recht berufen, mehrere Stunden üben zu können. Informiere dich mal in einschlägigen Foren darüber (homerecording.de).
ShintoRitter
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 28.04.2005
Beiträge: 308
Wohnort: Paderborn

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2005 - 05:39:25    Titel:

Versuch es doch durch destrucktive interferenz von wellen !!!

Ich habe von einem Autobahn projekt gehört wo man versucht die tiefen bässe der Autos mit anderen den entgegen kommenden tiefen bässen zu eleminieren !!

Das könnte nähmlich dann gehen wenn du andere boxen an den Wänden aufstellst und die entfernung soweit wählst das dann immer Wellentief auf Wellenhoch stösst !!!

Aber ich denke diese Idde ist nicht so leicht umsetzt bar also vergesse es einfach !!! Embarassed

Das mit den tennisbällen hat sich schon gut angehört !!! Wink

Cool Cool Cool Cool
algebrafreak
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 28.10.2004
Beiträge: 4143
Wohnort: Passau

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2005 - 08:40:05    Titel:

Also ich habe das so verstanden: Das ganze Ding hat (mindestens) ein Bass-Pedal aus Metall. Eine Nachbildung eines echten Instruments, bloß ohne der Trommel, aber mit einem Pendel, das gegen eine Druckempfindliche Platte bei jedem Schlag stößt. Man kann ja das elektrische Schlagzeug komplett "lautlos" spielen, indem man den Klangerzeuger einfach an einen Kopfhörer anschließt. Das einzig doofe ist, dass das Bass-Pedal echt ist und genau so einen Krach produziert, wie das echte.

Wenn ich das richtig verstanden habe, helfen da keine üblichen Schallabsorptionen, da der "Klang" direkt über den Boden geht. Mein erster Gedanke war, das ganze in ein Tuchkarton mit einem Loch einwickeln oder so, aber dann kann man nicht so gut spielen. Da muss, wie der Theraersteller schon sagt, eine Durckabsorptionsplatte her oder so, aber da kennt sich der Physiker besser aus.

Und ich bleibe bei meinem Vorschlag: Hau einfach 2 Stunden von 10 bis 12 Uhr oder so drauf und dann ist Sense. Zum Üben reicht's ja und zu Spielen mit der Band brauchst Du sowieso einen extra Raum, weil das keine Nachbarschaft mitmacht. Auch wenn die Band nur über Kopfhörer spielt, ist es wie eine Party, wo 5 Leute ständig tanzen.
Ade
Junior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 02.04.2005
Beiträge: 43

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2005 - 10:13:00    Titel:

@algebrafreak: Ja, richtig verstanden
Ich finde das mit den Tennisbällen hört sich gut an. Werde das mit der Platte verbinden denk ich, also erst von oben nach unten: Schlagzeug, feste Platte, Tennisbälle. Eigentlich ist die Größe der Platte doch egal, wenn man davon ausgeht, dass sie eh fast nicht schwingt, oder? Wobei, dann könnte man das Set ja auch einfach auf Marmorklötzchen stellen, und mein Gefühl sagt mir, dass das nicht funktionieren sollte.
Was haltet ihr von dem Ansatz: Man stellt das Schlagzeug auf eine Platte, die gut schwingt. An den Eckpunkten dieser Platte legt man z.B. Tennisbälle unter, um sie vom Boden zu entkoppeln. Wenn jetzt unter der Platte kein abgeschlossener Luftraum ist, müsste sie die Schwinguingen doch an die Luft unter ihr weitergeben, die dann eher nach außen als auf den Boden drücken sollte (geringerer Widerstand). Ich hoffe ihr versteht was ich meine, wenn nicht, nachfragen^^. Denkfehler irgendwo?

Ade
_________________
Sein Gehirn fing an, leise zu summen und am Daumen zu lutschen
Douglas Adams - Der elektrische Mönch
Ade
Junior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 02.04.2005
Beiträge: 43

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2005 - 10:27:42    Titel:

Was haltet ihr davon, einfach ne Lage Styropor zu verwenden? Verformt sich das Styropor --> wird der Welle die Energie genommen? Oder pflanzt sich die Welle durch die Luft in den Zwischenräumen fort?

Ade
_________________
Sein Gehirn fing an, leise zu summen und am Daumen zu lutschen
Douglas Adams - Der elektrische Mönch
algebrafreak
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 28.10.2004
Beiträge: 4143
Wohnort: Passau

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2005 - 10:32:28    Titel:

Wenn Du das Bass-Pedal in die Hand nimmst und mit der Hand mal trittst. Wie laut ist denn das Geräusch dabei?
Ade
Junior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 02.04.2005
Beiträge: 43

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2005 - 12:01:47    Titel:

Oh Gott, da muss ich schätzen, das wird ganz böse enden.... Ich hab ne Tabelle gefunden, in der Gespräche mit 60 dB angegeben wurden. Es ist schon noch ein wenig leiser, also ich denke so im Bereich um die 50 dB +- 10.
Ade
_________________
Sein Gehirn fing an, leise zu summen und am Daumen zu lutschen
Douglas Adams - Der elektrische Mönch
xaggi
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 15.03.2004
Beiträge: 1190

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2005 - 12:06:46    Titel:

Ich schließe mich algebrafreak an. Ich denke nicht, dass du mit einer mechanischen Isolierung des Schlagzeugs etwas erreichst.
Hab bei mir das selbe Problem mit meiner Stereoanlage, selbst wenn ich verhältnismäßig leise (ich nenn es mal "mittlere Zimmerlautstärke") Musik höre, hören meine Nachbarn die tiefen Töne. Die Lautsprecher haben keinen Kontakt zur Wand, aber ich vermute, die Resonanzfrequenz der Wand liegt einfach in diesem Bereich, so dass die Wand durch die Schallwellen selbst zum Schwingen gebracht wird und das Geräusch auf der anderen Seite fast genauso laut ankommt wie es in meinem Zimmer ist.

Wenn dem so ist, dann ist das einzige was hilft eine Isolierung des Bodens, so wie man in Tonstudios Wände isoliert. Das allerdings dürfte recht aufwändig sein.
algebrafreak
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 28.10.2004
Beiträge: 4143
Wohnort: Passau

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2005 - 12:12:22    Titel:

Naja. 50 dB geht ja. Bei unserer Abi-Feier waren es 116 dB in einem geschlossenen Raum laut Messgerät Smile Zur Sache: Ich glaube, das ist so oder so zu laut. Wir hatten auch mal so ein Drum-Pad und ich habe zuhause versucht drauf zu spielen. Unsere Nachbaren haben sich beschwert, weil sie die Sticks gehört haben!!! Ich habe daraufhin mich in einen Keller tief unter die Erde verschanzt und alle Fenster mit 40-50cm dicken Isolierungsplatten verdeckt.

Aber wenn Du es unbedingt versuchen möchtest, dann ist Styropor am billigsten. Es gibt auch so Poly-Was-Weiß-Ich-Was, so ähnlich wie Styropor, was nicht bröselt. Schwerere Konstruktionen würde ich nicht empfehlen. Es ist billiger und streßfreier einen Übungsraum zu finden, als sowas zuhause zu bauen. Glaube es mir. Ich habe's versucht.
ShintoRitter
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 28.04.2005
Beiträge: 308
Wohnort: Paderborn

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2005 - 17:09:38    Titel:

Was hällt ihr von Destrucktiver Interferenz !!(siehe ersten Post von mir)

Ich weiss ist nicht leicht umsetztbar aber es müsste doch eigentlich funktioniren !!

Cool Cool Cool Cool Cool
Whoooo
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 9161

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2005 - 17:46:43    Titel:

das wär physikalisch das anspruchsvollste und das praktisch abwegigste.
die umsetzung dürfte schon tierisch aufwändig werden. besonders aus einem grund: der schall breitet sich kugelförmig vom ursprung aus. d.h. man müsste in einem kugelförmigen gebiet um die quelle herum eine (naja eigentlich sogar tierisch viele) genau entgegengesetzte welle erzeugen. wenn man sich nur für den boden entscheidet, so kann man unmöglich alle mittlerweile reflektierten und interferierten wellen abfangen. destruktive interferenz ist mit einem kompakten wellenpaket in einer bestimmten raumrichtung technisch möglich, aber nicht mit so einem unberechenbaren system.
algebrafreak
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 28.10.2004
Beiträge: 4143
Wohnort: Passau

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2005 - 17:56:50    Titel:

Zitat:
Was hällt ihr von Destrucktiver Interferenz


Destruktive Interferenz ist vom Raum-Punkt zum Raum-Punkt unterschiedlich. Es ist sehr schwierig die "Gegenwelle" so zu modellieren, dass die genau die gegebenen auslöscht. Aber die Idee finde ich cool. Habe ich auch oft versucht: Einfach ein "Loch" mit dem Mikro im Raum suchen Smile
ShintoRitter
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 28.04.2005
Beiträge: 308
Wohnort: Paderborn

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2005 - 18:39:26    Titel:

naja es wurde schon annähe4rt durch gesetzt !!

An einer Autobahn wurde so etwas schon versucht !!!

Mann muss ja nicht die nach oben und unten gehendesn Wellen auslöschen !!

Und das problem mit der vielseitigkeit der unterschiedlichen Wellen :
Es wird ein mittelwert ausgesendet so wird der meiste teil abgeschirmt !!
Ade
Junior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 02.04.2005
Beiträge: 43

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2005 - 19:31:44    Titel:

Zum Thema destruktive Interferenz jetzt für den Spezialfall punktförmige unbewegte Schallquelle (ja, man kann das auch basedrum-Pedal nennen^^): Man bräuchte doch nur eine andere punktförmige Schallquelle an der gleichen Stelle, die entgegengesetzte Schallwellen ausssendet. Da das Pedal sowieso ein elektrisches Signal erzeugt, sollte es ja nich so schwer sein das abzufangen und via PC einen Lautsprecher die benötigte Welle erzeugen zu lassen. Also eigentlich ne Kleinigkeit, wer Lust hat mir so ein Ding zu bauen kann sich gerne bei mir melden^^.
Ade
_________________
Sein Gehirn fing an, leise zu summen und am Daumen zu lutschen
Douglas Adams - Der elektrische Mönch
Whoooo
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 9161

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2005 - 20:46:07    Titel:

Zitat:
nur eine andere punktförmige Schallquelle an der gleichen Stelle, die entgegengesetzte Schallwellen ausssendet.

ja aber wir sind hier in der realität, und da kann an einer stelle nur eine sache sein. wo das pedal ist, kann nicht die 2te schallquelle sein. du hast in so fern recht, als eine sehr nahe daran angebrachte schallquelle einen grossteil der störenden frequenzen eliminieren sollte. so ein teil kann ich dir bestimmt nach ein paar semestern technischer akustik bauen. warte noch so 2-3 jahre..
algebrafreak
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 28.10.2004
Beiträge: 4143
Wohnort: Passau

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2005 - 21:22:35    Titel:

Ich habe noch ein ähnliches Beispiel. Ich habe ein Klavier-Keyboard (Technics SX-PR602) mit drei Pedalen. Ich versuche sie mit "Zähenspitzen" zu berühren, wenn ich spiele, denn die Schläge vom Pedal gegen den Rumpf vom Klavier gehen voll in den Boden. Und das sind bei weitem keine 50 dB. Aber man hört das, wenn man will, ganz gut einen Stockwerk tiefer.

Zu deinem Vorschlag: Du wirst die Gegenwelle auch nicht richtig erschaffen können, denn kein Lautsprecher kann die Klangfeinheit von einem Bass-Drum nachbilden.
ätznatron
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 16.05.2005
Beiträge: 381

BeitragVerfasst am: 05 Aug 2005 - 12:20:48    Titel:

hallo,

ich hab ma wieder eine ziemlich dumme Frage an euch (zum Thema Destruktive Interferenz):

Ich glaube mal gelesen zu haben, dass Schallwellen masselos sind (eigentlich war die rede von Lichtwellen, aber müsste doch das gleiche sein, oder?)
Wie können sich denn 2 Masselose "Körper" neutralisieren/eliminieren ? (Ich weiss, dass sich Schallwellen in wirklichkeit eliminieren können, sonst würde das mit der destruktiven Interferenz nicht klappen, nur versteh ich nicht wie das funktioniert)

EDIT: Zitat "Wie können sich denn 2 Masselose "Körper" neutralisieren/eliminieren ?" ich hab mal nachgedacht :
1 mal nichts prallt auf 1 mal nichts --> 2 mal nichts = nichts = 0 <-- ist es das?

Oder ist mit eliminieren eigentlich überlagern gemeint, also dass ein "lauterer" Ton einen weniger lauten Ton überspielt?!

kleine Frage am rande : Wenn ein Ton von 80db einen Ton von 60db eliminiert/überspielt, wieviel db bleiben dann übrig ? 80db oder
80db-60db=20db ?

Ich muss irgendwo einen Denkfehler haben, bitte helft mir auf die Sprünge!
_________________
Fascinated by the Spectrum of Light [€u®øMåñ]

Rest in Peace Albert Einstein † 18.04.1955
xaggi
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 15.03.2004
Beiträge: 1190

BeitragVerfasst am: 05 Aug 2005 - 13:50:17    Titel:

> Ich glaube mal gelesen zu haben, dass Schallwellen masselos sind
> (eigentlich war die rede von Lichtwellen, aber müsste doch das gleiche sein, oder?)


Nein,das ist absolut nicht das gleiche. Schallwellen sind bewegte Luftteilchen (bzw Wasser- / Stahl- / Betonteilchen etc. je nachdem, von welchem Material der schall übertragen wird).

Licht ist eine elektromagnetische Welle, d.h. es besteht aus sich wechselseitig erzeugenden elektrischen und magnetischen feldern, die haben natürlich keine masse.
Whoooo
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 9161

BeitragVerfasst am: 05 Aug 2005 - 14:40:32    Titel:

und zur zweiten frage:
Zitat:

kleine Frage am rande : Wenn ein Ton von 80db einen Ton von 60db eliminiert/überspielt, wieviel db bleiben dann übrig ? 80db oder
80db-60db=20db ?

das dezibel ist eine logarithmische einheit, mit der kann man nicht ganz so rechnen wie mit normalen einheiten. z.b. ist ein knall mit 100 dB nicht 5 mal sondern mehrere tausend mal lauter als ein leises geräusch mit 20 dB. die genaue berechnung will ich jetzt ma nicht herleiten, hier gibts n paar ansätze:
http://de.wikipedia.org/wiki/Dezibel
ich geh mal ohne rechnen davon aus, dass dann menr als 30 dB übrig bleiben werden.
Thaddäus
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 18.04.2008
Beiträge: 3
Wohnort: Hoyerswerda

BeitragVerfasst am: 18 Apr 2008 - 09:30:42    Titel:

Zitat:
Ich weiss, dass sich Schallwellen in wirklichkeit eliminieren können, sonst würde das mit der destruktiven Interferenz nicht klappen, nur versteh ich nicht wie das funktioniert.


Also, Interferenz ist die Überlagerung von Wellen. Destruktive Interferenz bedeutet, dass sich Wellen mit gleichen Amplituden (also Auslenkungen) und Wellenlängen überlagern und zwar so, dass die Wellentäler der einen genau auf die Wellenberge der anderen treffen. (Das kannst du dir auch hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Interferenz_%28Physik%29 ankucken.) Bei der Überlagerung werden nicht die Intensitäten (Lautstärken), sondern die Ampiltuden addiert. Da das Wellental der einen Welle eine negative Auslenkung hat und der Wellenberg der anderen eine positive mit genau dem gleichen Betrag, kommt man durch Addition auf 0. Die Wirkungen der Wellen löschen sich also gegenseitig aus.

Man muss also theoretisch nur den gleichen Schall mit der gleichen Lautstärke um eine halbe Phase verschoben ausstrahlen, damit sich beide gegenseitig auslöschen.

Soweit zur Theorie der Wellen. Wenn jemand das in der Praxis (z.B. mit den Luftteilchen oder einem vereinfachten Vergleich) erklären kann, würde mich das auch sehr interessieren.
Thaddäus
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 18.04.2008
Beiträge: 3
Wohnort: Hoyerswerda

BeitragVerfasst am: 18 Apr 2008 - 09:31:59    Titel:

Zitat:
Ich weiss, dass sich Schallwellen in wirklichkeit eliminieren können, sonst würde das mit der destruktiven Interferenz nicht klappen, nur versteh ich nicht wie das funktioniert.


Also, Interferenz ist die Überlagerung von Wellen. Destruktive Interferenz bedeutet, dass sich Wellen mit gleichen Amplituden (also Auslenkungen) und Wellenlängen überlagern und zwar so, dass die Wellentäler der einen genau auf die Wellenberge der anderen treffen. (Das kannst du dir auch hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Interferenz_%28Physik%29 ankucken.) Bei der Überlagerung werden nicht die Intensitäten (Lautstärken), sondern die Ampiltuden addiert. Da das Wellental der einen Welle eine negative Auslenkung hat und der Wellenberg der anderen eine positive mit genau dem gleichen Betrag, kommt man durch Addition auf 0. Die Wirkungen der Wellen löschen sich also gegenseitig aus.

Man muss also theoretisch nur den gleichen Schall mit der gleichen Lautstärke um eine halbe Phase verschoben ausstrahlen, damit sich beide gegenseitig auslöschen.

Soweit zur Theorie der Wellen. Wenn jemand das in der Praxis (z.B. mit den Luftteilchen oder einem vereinfachten Vergleich) erklären kann, würde mich das auch sehr interessieren.[/url]
Thaddäus
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 18.04.2008
Beiträge: 3
Wohnort: Hoyerswerda

BeitragVerfasst am: 18 Apr 2008 - 09:42:19    Titel:

Mal zum praktischen Teil:
Ist das vielleicht ungefähr das Gleiche, wenn zwei bewegte Luftteilchen (die den Schall erzeugen) mit der gleichen Energie aber genau entgegengesetzter Richtung aufeinander treffen, wie wenn man zwei (unelastische) Bälle gegeneinander wirft und diese dann ihre Energie verlieren und auf den Boden fallen? Und bei konstruktiver Interferenz würde das dann so aussehen, wie zwei Schnebälle, die in die gleiche Richtung geworfen werden: Der eine trifft den anderen von hinten, überträgt ihm seine Energie und fällt runter. Der andere hat nun mehr Energie, aber die gleiche Masse und fliegt schneller.
Interessant ist dann aber: Mal angenommen, die Schneebälle pappen beim Aufeinandertreffen zusammen; dadurch würden sich die Energien, aber auch die Massen addieren, würde dann eine Geschwindigkeit in der Mitte der beiden entstehen, oder würden beide die Geschw. von Schneeball 1 annehmen?

Übrrigens wird an der Schallauslöschung durch Antischall geforscht. Sie wird auch schon erfolgreich bei Kopfhörern für Flugzeugpiloten angewendet. http://de.wikipedia.org/wiki/Interferenz_%28Physik%29
ebs
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 03.11.2007
Beiträge: 215

BeitragVerfasst am: 25 Aug 2008 - 20:49:58    Titel: Antischall - Schlagzeug - Trittschalldämmung

Unter Antischall - auch „aktive Lärmkompensation“, engl.: Active Noise Reduction [ANR] oder Active Noise Cancellation [ANC] - versteht man umgangssprachlich Schall, um mittels destruktiver Interferenz (Gegenschall) störenden Lärm auszulöschen. Um das zu erreichen, ist die Erzeugung eines Signals nötig, das dem des störenden Schalls mit entgegengesetzter Polarität exakt entspricht. Bei der Bassdrum ergeben sich sicher sehr große Schwierigkeiten; siehe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Antischall

Viele Grüße ebs

PS: Der normale Mensch kennt nur Lautstärke und hat ein etwas komisches Gefühl bei dem Wort Lautheit.
Lautheit ist ein künstlicher Begriff (engl. loudness) aus der Psychoakustik, der nicht zu unserer Umgangssprache gehört.
Lautstärkepegel LN in phon und Lautheit N in sone
Wieviel dB ist denn zweimal (doppelt, halb) oder dreimal so lauter Schall?
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Physik-Forum -> [Alltag] Schlagzeug-Trittschalldämmung
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum