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kann man ärzten überhaupt noch trauen?
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Foren-Übersicht -> Medizin-Forum -> kann man ärzten überhaupt noch trauen?
 
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Haraldzzz
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Anmeldungsdatum: 13.11.2005
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 13 Nov 2005 - 13:00:32    Titel: kann man ärzten überhaupt noch trauen?

hallo forum!

Jedes mal wenn ich einen arzt brauche, wird mein vertrauen in den berufsstand erneut erschüttert. deswegen möchte ich die frage auch ein wenig provokant formulieren.

Zitat:
"Sind Ärzte eigentlich nur noch zum Ausstellen der Rezepte zu gebrauchen?"


Ich möchte damit Angehörige der Berufsgruppe keinesfalls beleidigen, vielmehr offe ich einige Antworten derselbigen, in einer Offenheit, die die Anonymität des Internets bieten kann, und kein Arzt vermutlich je in eine persönlichen Gespräch (mit einem Patienten) äußern würde.

In meinem engsten Umfeld häufen sich Situationen, die einem an der Fähigkeit einige Ärzte zweifeln lassen.
Ich werde den Verlauf so kurz wie möglich beschreiben, um die Chance auf ein objektives Urteil zu ermöglichen, aber auch nicht zu sehr auszuschweifen zu müssen.


1.) Der Erste Fall betrifft mich selbst. Mit 12 hatte ich aufgrund des schnellen Wachstums (nicht Übergewicht) einen Bandscheibenvorfall. Ohne die Befunde heute noch zu haben, würde ich es heute als Wölbung bezeichnen. Eine OP wurde angeraten, allerdings wußten meine Eltern das zu verhindern. Ich lebte damit rund 15 Jahre gut,bis 1999 beim Skifahren ein massiver Bandscheibenvorfall begann.
Anfänglich waren es nur die schon seit Jahren bekannten Schmerzen, doch diese waren nun permanent und wurden auch immer schlimmer.

Ein Besuch beim Facharzt sollte Abhilfe schaffen. Ich erzählte meine Vorgeschichte und äußerte meine Vermutung --> Selbstdiagnose Bandscheibenvorfall.

Trotzdem bekam ich 20 Infusionen und rund 5-8 Infiltrationen. Weiters meinte der Facharzt, ich hätte keinen Bandscheibenvorfall. Erst nach rund 3 Wochen täglicher Infusion drängte ich auf ein MR. Und Sie da, der Arzte meinte nach der Auswertung der Bilder: "Sie haben ja wirklich einen Bandscheibenvorfall".

Ich fand es beruhigend, dass ein Facharzt für Ortoph. einen massiven Disusprolaps nach 3 Wochen und Hinweis des Patienten nicht diagnostizieren konnte. Scheinbar hat er die naheliegenste Diagnose ignoriert.


2.) Grundsätzlich habe ich gute Zähne und nur eine kleine Füllung. Doch aufgrund meiner Allergie neige ich zu einer Entzündung der Kieferhöhlen, die dann Zahnschmerzen verursachen.

Als medizinischer Laie fragte ich 3-5 mal bei meinem Zahnarzt nach und klagte mein Leid. Die Antwort war er könne nichts für mich tun. Da ich zu diesem Zeitpunkt nicht wußte, wer mir helfen könnte, hätte mir der Hinweis "das muss sich ein HNO-FA ansehen" ausgereicht. Leider kam der Hinweis nicht. Abgesehen davon dachte ich immer, ein Zahn- und Kieferheilkundler, kümmert sich auch um meinen Kiefer. Ich "war" eben damals jung und ein Laie.

3.) Die Großmutter meiner Frau verstarb letztes Jahr an Leberkrebs. Die Diagnose war für uns total überraschend (ca. 1 Woche vor Ihrem Tod).
Grundsätzlich kann da kein Mensch was dafür, aber wir hatten eben schon Urlaub gebucht, der in 3 Tagen anzutreten war (nur 1 Woche).

Auf die Frage wie es der Patientin geht, wurde uns nur mitgeteilt, sie werde jetzt stationär aufgenommen und man beginnt eine Chemotherapie. Man muss wirklich sagen, dass wir natürlich alle besorgt waren, das es aber so schnell gehen würde, davon ahnte niemand etwas. Deshalb dachten wir, niemanden sei geholfen, den dringend notwendigen Urlaub abzusagen.

Grundsätzlich hätten wir Ihn abgesagt, hätten wir von dem Gesundheitszustand gewußt. Kurz nach der Einlieferung erhielt sie die Chemo, die laut den später eingeholten Infos den Krebs beschleunigte und die Leber total zersetzten.
Wir hätten es begrüßt, wenn uns ein Arzt darauf vorbereitet hätte. So fuhren wir auf Urlaub, wo uns 4 Tage später die Nachrichte des Ablebens erreichte. Ich denke die Selbstvorwürfe werden bis ans eigene Lebensende nagen.

4.) Ein leider noch aktueller Fall. Meine 83-jährige Großmutter brauchte ein neue Hüfte. Sie wurde von starken Schmerzen geplagt.
Das Risiko einer OP in dem Alter ist uns bewußt. Deshalb sollte ein Kreuzstich die Vollnarkose ersparen. Ich weiß nicht ob man eine Hüfte mittels Kreuzstich implantieren kann. Ich weiß nur, dass der Arzt eine Vollnarkose vorschlug. Weiters bekommt sie leicht Wasser in die Lunge und hatte daher schon einmal eine Lungenentzündung.

Fazit: Hüften-OP sehr erfolgreich, derzeit liegt sie auf der Intensivstation mit massiver beidseitiger Lungenentzündung. Die kurz nach der OP mit Wasser angeschwollenen Beine wurde aus meiner Sicht "halbherig" behandelt. Scheinbar wurden 2 Entwässerungstabletten verabreicht.
Grundsätzlich leiste die Intensivpfleger sehr gute Arbeit. Viel Hoffnung mach ich mir nicht, da sie derzeit das 3 Antiboitika erhält und es noch nicht gewiß ist, ob sie darauf anspricht. Das Lungenröntgen zeigt nur wenige dunkler Stellen (da ja anscheindendie weißen Stellen Entzündungen sind), was nicht wirklich erfreulich ist.

Ein Intubation wird überlegt, aber stellt wahrscheinlich nur noch eine Qual für eine alte Frau dar.

Grundsätzlich muss man sich die Situation so vorstellen, dass meine Großmutter Lebenwillen hat, sehr erschöpft ist, um Luft ringt (Lungenautomat mit Maske ist temporär im Einsatz) und völlig klar die Situation miterlebt.

Als die Ärztin gestern sagte, dass eine leichte Verbesserung am Röntgenbild zu erkennen ist, mußte meine Mutter die Ärztin erst darauf aufmerksam machen, dass Sie diese "kleine" positive Nachricht doch der Patientin mitteilen sollte. "Sie haben recht, das werde ich tun", war die Antwort.
Grundsätzlich ein menschlicher Zug von der Ärztin, den Vorschlag meiner Mutter anzunehmen, aber ist das nicht normal in diesem Beruf???
Da meine Großmutter eher mehr auf Ärzte hört, und unser gutes Zureden von Ihr als nervend abgelehnt wird.
Ist es nicht grundsätzlich Bestandteil der Behandlung Patienten auch Mut zuzusprechen??? Man bekommt den Eindruck, dass Patienten so sachlich "ab-behandelt" werden, dass solche motivierenden Worte keinerlei Stellenwert haben.

5.) Der letzte Fall: Meine Frau hatte einen Auschlag auf der Hand. 1 Facharzt und 2 Dermato. Abteilungen, darunter das Univ. Krankenhaus in Wien (AKH) haben sich das angesehen.
Der Ausschlag hat mittlerweile den ganzen Körper mit roten Pickel überzogen und juckt fürchterlich. Man kann kein Auge zum Schlafen zumachen.
Eine Milch mit Kortison bewirkt zusätzlich noch schlimmere Beschwerden. Gesten fuhr sie rund 35 Kilometer mit dem Taxi in die Notaufnahme, da Sie es nicht mehr aushielt. Auf die Äußerung das verabreichte Rezept (Kortisonmilch) nicht zu vertragen, meinte sie nur, sie könne sie stationär aufnehmen und eine Infusion mit Kortison geben.
Ein Pilizsalbe scheint besser anzusprechen, aber darauf gehen die Ärzte nicht ein. Sie machten Proben, die 10 Tage dauern. 10 Tage sind bei solchen Juckbeschwerden eine lange Zeit.

Eigentlich haben die Ärzte keine Ahnung was es ist und experimentieren herum. Für haben die den eigentlich studiert???


Ärzte sind sicher keine Wundermenschen in Weiß, aber ich frage mich manchmal ob sie überhaupt noch Menschen sind, da die Art und Weise, wie sie im Umgang mit Patienten umgehen, oft wenig Menschlichkeit erkennen lassen.

Würde mich auf fachliche Antworten zu den Erkrankungen mit evt. Hypothesen freuen aber auch allgemein zu der Meinung: "Sind Ärzte überhaupt noch Menschen".

Herzlichen Dank, er diesen langen Text bis hier gelesen hat.
borabora
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Anmeldungsdatum: 05.06.2005
Beiträge: 6273

BeitragVerfasst am: 13 Nov 2005 - 16:18:08    Titel:

ich bin ja auch etwas ärzte-kritisch und finde sie gehen wenig auf ihre patienten ein. doch andererseits darf man auch nicht übersehen welcher arbeitsbelastung sie gerade in den krankenhäusern ausgesetzt sind - glaube mir, die dachten auch sie würden studieren um den menschen zu helfen und sie fühlen sich selbst wie verwalter!
wir brauchen mehr ärzte. ohne frage. und auch eine bessere verzahnung der fachärzte untereinander. außerdem eine krankenhausverwaltung die den ärzten die schreibarbeit weitestgehend abnimmt.

immerhin haben wir dei freie arztwahl. persönlich habe ich nun einen hausarzt gefunden, der sich sehr für meine symptome interessiert und der eher selten rezepte ausstellt, sondern erklärt wie man wadenwickel etc. macht, oder auch einfach mal eine inhalation mit kamillenblüten empfiehlt, statt hustenstaft. Wink

wer sucht der findet.

nur ins krankenhaus möchte ich gerade nicht eingeliefert werden...
DerBuerger
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Anmeldungsdatum: 28.11.2004
Beiträge: 496

BeitragVerfasst am: 13 Nov 2005 - 17:18:33    Titel:

Das manche Ärzte Beschwerden falsch deuten liegt oft auch daran das sie sich nicht fortbilden. Es ist dann oft ratsam wenn möglich in Universitätskliniken o. ä. zu gehen (z.B. Charité) da dort halt geforscht wird und ich meine die Ärzte dort auf einem besseren Wissensstand sind als manch alteingesessener Allgemeinarzt.

Wegen der Großmutter der Ehefrau...die Großmutter hätte genauso gut auch noch länger geben können. Ob die Ärzte vor der Chemo gewusst haben das diese so schlecht anschlägt?

Ich bin zwar kein Arzt aber hab täglich mit Epikrisen von Krankenhäusern, Allgemeinärzten, Fachärzten, Berufsgenossenschaften und Rehakliniken zu tun. Manchmal frage ich mich ob die Ärzte das eigentlich verstehen was sie so schreiben.
Patinkin
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Anmeldungsdatum: 25.09.2005
Beiträge: 61
Wohnort: Marburg

BeitragVerfasst am: 15 Nov 2005 - 10:54:22    Titel:

Das einzig richtige was ich hier lese, ist die Tatsache, dass ein(e) MedizinerIn in einem Krankenhaus mit etwa 90% Verwaltungsaufgaben und etwa 10% mit der Krankenversorgung beschäftigt sind. In den deutschen Krankenhäusern werden jährlich 50 Millionen Überstunden geleistet, die nicht einmal vergütet werden. Darüber hinaus hat sich in den letzten fünf Jahren die durchschnittliche Verweildauer der Patienten in den Krankenhäusern von 14 Tage auf 7 tage reduziert. Das bedeutet aber auch eine Verdopplung der Patientenzahlen, da die Kliniken jetzt ja nicht leer sind, sondern der "Durchsatz" steigt. Es ist einfach keine Zeit für das, was hier gefordert wird. Es ist nur ungmein schwer, dass dem Patienten zu vermitteln. Wer sagt schon gerne "Ich habe gerade keine Zeit für Sie, ich muss noch die Datenbanken pflegen, Befunde kopieren, den Verlauf niederschreiben, einen Arztbrief diktieren, das Labor anrufen und anschließend zu einem Notfall in der Ambulanz, nachdem ich im Stehen mein halbes Brötchen von heute morgen aufgegessen habe...".
Auch teile ich die Meinung von DerBuerger nicht, dass in einem Krankenhaus das forscht eine bessere Krankenversorgung durchgeführt wird. Ich frage Dich selber, ob Du dich von einem 30 jährigen Arzt behandeln lassen möchtest, der nach seinem Studium 4 Jahre im Labor verschwunden ist und geforscht hat. Gerdade der Druck auf junge Mediziner an einer Uniklinik ist erheblich. Neben der Krankenversogung müssen die auch noch Forschung betreiben und den Unterricht für die Studenten sicher stellen. Nach dem Motto "Wer schreibt, der bleibt" werden die jungen Kollegen zum wissenschaftliche Arbeiten gezwungen und diese Arbeit findet nach wie vor in der Freizeit statt. Nach Hause gehen und auspannen ist da nicht. Jetzt gehts erst richtig los. Und so sind 14-17 Stunden Tage und 36 Stunden Arbeitszeit am Stück in den chirurgischen Fächern die Regel und keine seltene Ausnahmeerscheinung. Die Erfahrungen die Haraldzzz gemacht hat, sind traurig und sicherlich nicht die Regel. Du bist ein Patient mit einer Krankengeschichte, die ÄrztInnen sehen im Jahr an einer größeren Klinik etwa 1200-1600 Patienten stationär und da fallen zum Glück nicht alle Krankengeschichten so unglücklich aus, wie Du das schreibst. Zu deinem Discusprolaps: Natürlich hätte man gleich ein MRT machen können. Nun frage Dich mal, was das dann verändert hätte. Auch der Prolaps wird versucht konservativ zu behandeln, wenn er nicht gerade Nerven abdrückt und mit Lähmungserscheinungen einhergeht. Und auch dann wird es eine elektive OP sein, die durchaus einen Zeitverzug von mehreren Wochen duldet. Zum Leberkrebs: Leberkrebs ist eine absolut seltene Erkrankung, deshalb neme ich mal an, sie hatte Lebermetastasen. Und wenn es Metastasen waren, muss irgendwo ein Primärtunor sein. Es gibt keine Krebs-Chemotherapie im allgemeinen, sie ist immer eine Therapie nach dem Primärtumor. Natürlich können gleiche Chemotherapeutika für verschiedene Tumoren genutzt werden. Und eine Hüftoperation in Lokaler Betäubung ist eine Qual, wenn man mal einer solchen OP beigewohnt hat. Da wird gesägt, gehämmert, gefräßt, der Körper wird durch durchgeschüttelt. Dann ziehen zwei kräftige Männer wie die wahnsinnigen an dem Bein, damit das Implantat in den Oberschenkelknoch passt. Und was nicht passt wird eben passend gemacht, also wird wieder aufgefräßt. Darüber hinaus ist das eine extrem blutige Angelegenheit. Knochensplitter und Fettgewebe fliegen durch den Saal...also wer das miterleben möchte...Eine Pneumonie ist leider immer die gefürchteste Komplikation, keine Frage. Aber woher weißt Du, dass sie die nicht trotzdem bekommen hätte? Egal warum, sobald ein alter Mensch liegt, läuft er Gefahr in einem Krankenhaus eine Pneumonie zu entwickeln. Es gibt sogar den Begriff der nosokomialen Pneumonie, speziell die, die im Krankehaus erworben wird. Und das betrifft nicht nur operoerte. Ich hoffe, dass es bald zur Besserung des Gesundheitszustandes kommt und wünsche mir mehr Verständnis und weniger Kritik.
Binica
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Anmeldungsdatum: 05.06.2005
Beiträge: 294
Wohnort: Kassel

BeitragVerfasst am: 15 Nov 2005 - 14:43:38    Titel:

Ich finde es auch schlimm das Ärzte so wenig Zeit für ihre Patienten haben.
Wie es scheint bist du ja angehende/r (oder fertige) Ärzt/in.
Dennoch kann ich auch zu Geschichten beitragen, die sind noch nichtmal so Schlimm, aber man macht sich als Patientin dann schon so seine gedanken !

Im November vergangenem Jahres musste ich nach einem Handballspiel ins Krankenhaus, da ich kurz zuvor ohne Fremdeinwirkung beim Rückwärtslaufen umgeknickt war und nicht laufen konnte.
In der Notaufnahme ließ man Röntgenbilder machen und nachdem ich 2 Std. gewartet habe kam dann endlich der Arzt. Der war nämlich zuvor noch in einer OP - spricht für dich: wir brauchen unbedingt mehr Personal !!! – mal abgesehen davon dass ich nicht wissen möchte was geschehen wäre, wenn jemand mit Blinddarmdurchbruch oder schlimmeren Sachen gekommen wäre.
Question Naja jedenfalls meinte dieser Arzt dass meine Bänder gerissen wären und ich jetzt gehen sollte. Mo. Morgen sollte ich dann gleich wiederkommen zur Operation !
Ich war geschockt. Dazu muss man sagen dass ich schon mal einen Bänderriß hatte 95 und der nicht operiert wurde und alles gut verheilt ist. Ich weiß also auch wie die schmerzen sind und merkte selber dass es nicht sooo schlimm war wie damals. Auch die nacht konnte ich relativ gut schlafen. Ich bin, auch auf anraten meiner mannschaftskollegen dann mo, morgen nicht in das Krankenhaus, sondern habe mir die röntgenbilder abholen lassen und bin dann zu einem anderen Arzt um mir eine 2. Meinung einzuholen: der sagte dann, ach was Operation, die Bänder sind angerissen und da reicht ne schiene !
Gesagt getan, sollte aber bitte zu meinem Hausarzt und mir dort die Krankmeldung holen ! Saß dann also Mo. Mittag beim 3. Arzt und wollte eigentlich ja nur die Krankmeldung - der riss schiene und verband ab und meinte nach eingehender betrachtung: ach, dass ist eine bänderüberdehnung, 3 Tage Ruhe und dann geht’s wieder.
3 Ärzte – 3 meinungen ! Naja im Nachhinein bin ich froh bei weiteren Ärzten gewesen zu sein, denn bereits 1 Woche später konnte ich wieder richtig laufen und eine weitere woche später war ich bereits wieder auf dem Spielfeld.
Nicht auszudenken, dass die mich operiert hätten obwohl keine op nötig gewesen wäre.
Idea Exclamation
Haraldzzz
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Anmeldungsdatum: 13.11.2005
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 17 Nov 2005 - 00:19:43    Titel:

hallo patinkin!

vorerst danke für deine offenen worte.


Patinkin hat folgendes geschrieben:
"Ich habe gerade keine Zeit für Sie, ich muss noch die Datenbanken pflegen, Befunde kopieren, den Verlauf niederschreiben, einen Arztbrief diktieren, das Labor anrufen und anschließend zu einem Notfall in der Ambulanz, nachdem ich im Stehen mein halbes Brötchen von heute morgen aufgegessen habe...".


kenne das aus meinem beruf (bankwesen), dort ist immer wenig zeit für den kunden, um den selbstverwaltungsaparat am leben zu erhalten.


Zitat:
Die Erfahrungen die Haraldzzz gemacht hat, sind traurig und sicherlich nicht die Regel. Du bist ein Patient mit einer Krankengeschichte, die ÄrztInnen sehen im Jahr an einer größeren Klinik etwa 1200-1600


klar werden bei diesen storys die 10.000 gut ausgegangen fälle nicht erwähnt.

Zitat:
Zu deinem Discusprolaps: Natürlich hätte man gleich ein MRT machen können. Nun frage Dich mal, was das dann verändert hätte. Auch der Prolaps wird versucht konservativ zu behandeln, wenn er nicht gerade Nerven abdrückt und mit Lähmungserscheinungen einhergeht.


ok, da hast du recht, dass er in jedem fall konservativ behandelt worden wäre. aber ist es nicht notwendig, einmal eine richtige diagnose zu stellen??? welchen stellenwert hat dann die diagnostik???

dazu einen weiteren sehr aktuellen fall: eine arbeitskollegin fährt in unterleibsschmerzen ins krankenhaus. ein facharzt für radiolgie hat einen blinddarmentzündung diagnostiziert. heute wurden endoskopien gemacht und man vermutet entweder blutungen an der eierstockschleimhaut Question , oder bauchspeichelentzündung, oder blinddarm. die bilder vom Facharzt und der befund werden überhaupt nicht zur kenntnis genommen. dafür wird morgen eine CT gemacht.

die bettnachbarin in ihrem zimmer wurde nach schwerzen am donnerstag in der vorwoche nach hause geschickt. am montag nochmals nach hause geschickt, da keine entzündungswerte vorhanden waren. sie wurde als simulantin dargestellt. jezt liegt sie mit blinddarmdurchbruch und die ärzte haben den A. hoch!

da frag ich mich, wie das nur passieren kann??? ignoranz, überheblichkeit??? mündigkeit patienten absprechen???


Zitat:
Und auch dann wird es eine elektive OP sein, die durchaus einen Zeitverzug von mehreren Wochen duldet.


nochmals zu meinem DP, ich hatten den vorfall im nov. 1999. märz 2001 wurde ich óperiert und bin froh darüber. ich hatte 7 wochen krankenstand um eine konservative therapie zu machen. davon 3 wochen ein "gipspanzer". die schmerzen nicht zu beschreiben. hab trotzdem alles versucht um nicht operieren zu gehen. ich war froh als ein arzt endlich ERSTMALS den rat gab, dass für mich nur noch eine OP helfen würde. ich muss sagen, in ortoph. spital speising waren auch wirklich top ärzte, fachlich, wie auch menschlich.
aber der erst facharzt meinte nur, " warum soll sich das ein neurochirug ansehen, bis sie einen termin bekommen, ist es eh schon vorbei. das kostet mich gute 6 Monate schmerzen, ohne sinnvolle versuche einer therapie.

insofern hätte ich dann doch gerne die diagnose und vor allem beratung zur behandlung!!!



Zitat:
Zum Leberkrebs: Leberkrebs ist eine absolut seltene Erkrankung, deshalb neme ich mal an, sie hatte Lebermetastasen. Und wenn es Metastasen waren, muss irgendwo ein Primärtunor sein. Es gibt keine Krebs-Chemotherapie im allgemeinen, sie ist immer eine Therapie nach dem Primärtumor................


ich kann das nicht mehr sagen, meines wissen hatte sie keinen tumor anderswo, aber es ist auch egal.

Zitat:
Und eine Hüftoperation in Lokaler Betäubung ist eine Qual, wenn man mal einer solchen OP beigewohnt hat. Da wird gesägt, gehämmert, gefräßt, der Körper wird durch durchgeschüttelt..................


naja, da wirst du schon recht haben. leider ist das mittlerweile auch schon egal. heute wurde die krankensalbung verabreicht, die organe versagen.



Schlußendlich habe ich für mich festgestellt, dass frauen oft die besseren ärzte sind, da männer sehr fachlich und sachlich an das thema gehen. frauen haben da doch OFT feingefühl

das ist jetzt mal wieder so eine schlimme verallgemeinerung, aber das sind eben persönliche erfahrungen.
außer mein prakt. arzt, das ist ein mann, er sagt dir aber auch offen und klar, was er tun kann und wo seine grenzen sind. das empfinde ich als den richtigen weg.
Legwarmer
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Anmeldungsdatum: 10.11.2005
Beiträge: 20

BeitragVerfasst am: 19 Nov 2005 - 14:50:37    Titel:

Zitat:
3.) Die Großmutter meiner Frau verstarb letztes Jahr an Leberkrebs. Die Diagnose war für uns total überraschend (ca. 1 Woche vor Ihrem Tod).
Grundsätzlich kann da kein Mensch was dafür, aber wir hatten eben schon Urlaub gebucht, der in 3 Tagen anzutreten war (nur 1 Woche).


sry, aber für so ein ernstes thema finde ich das mit dem urlaub ein bisschen sehr makaber!!
Haraldzzz
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Anmeldungsdatum: 13.11.2005
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 19 Nov 2005 - 16:19:47    Titel:

Legwarmer hat folgendes geschrieben:
Zitat:
3.) Die Großmutter meiner Frau verstarb letztes Jahr an Leberkrebs. Die Diagnose war für uns total überraschend (ca. 1 Woche vor Ihrem Tod).
Grundsätzlich kann da kein Mensch was dafür, aber wir hatten eben schon Urlaub gebucht, der in 3 Tagen anzutreten war (nur 1 Woche).


sry, aber für so ein ernstes thema finde ich das mit dem urlaub ein bisschen sehr makaber!!


makaber??? bevor du da ohne gedanken einige worte hinschreibst, solltest du dir genug gedanken machen das auch zu begründen.

abgesehen davon zeigt es doch ein wenig unreife, wenn man bestimmt sätze aus dem forum zitiert und den rest, der einiges erklärt wegläßt.

mir ist das thema zu wichtig, um es von forenlesern, die nicht alles lesen, diskretieren zu lassen.

nur für den fall, dass ich deine wortemeldung mißverstanden habe (was mir dann leid tun würde), nochmals die situation wie sie war.

am dienstag war der flug in den urlaub, am sonntag kam die großmutter meine frau in krankenhaus (auf eigenen wunsch). sie wußte selbst nicht was sie hatte und wunderte sich noch, warum sie auf einer station mit lauter krebskranken liegen würde. nach langem suchen fanden wir einen arzt, der lange um den heißen brei herumredete. nach 10 minuten besprechung, die noch immer keine klarheit über den gesundheitszustand brachte, fragte meine frau ganz direkt: "bitte beruhigen sie meine großmutter, sie redet nämlich auch mittlerweile davon, dass sie meint sie hätte krebs".
darauf erst sagt der arzt, sie hätte tatsächlich krebs.

niemand wußte, wie weit das stadium war. jeder glaubte, noch wochen oder monate der therapie würden folgen. doch scheinbar verursachte die chemo eine beschleunigung. hätten wir das gewußt, hätten wir den urlaub abgesagt, ohne mit der wimper zu zucken. wir wußten es nicht und sind in guten glauben gefahren, sie nach 1 woche wieder besuchen zu können.
Falki
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Anmeldungsdatum: 20.11.2005
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 20 Nov 2005 - 13:09:41    Titel:

Guten Morgen

auch ich kann so ein nettes Thema beitragen....

Seit 4 Jahren steigende Leberwerte (Ursache unbekannt) also Einweisung vor 3 Monaten in eine Uni-Klinik in die Ambulanz.

Bei den Untersuchungen wurde dann eine Stauleber endeckt....ab zum Herz-Doc (ohne Befund)
Am ersten Tag wurden 14 Röhrchen Blut entnommen,jeden weiteren um die 4-5
Ich wurde sofort Stationär aufgenommen!!!

Man wurde zum Frauenarzt geschickt....es wurden Feigwarzen gefunden und der Verdacht auf PCO Syndrom.(Verordnet Aldara Creme, und Diabetes Tabl)

Man wurde zum Hautarzt geschickt....ohhh Feigwarzen da machen wir mal einen HIV Test das steht ja im zusammenhang und der Mann bitte sofort zum Urologen schicken......

Bei der Visite wurde man 10 Tage lang jeden Tag aufs neue gefragt ob man Alkohol trinkt,Chinesische Tees oder Hömoöpatiesche Tropfen (nein sowas nehm ich nicht)

Am 10 Tag hab ich dann gesagt das ich es nicht mehr witzig finde jeden Tag diese Frage!!!
Am Abend hab ich dann von der Nachtschwester erfahren das ich morgens gehen kann.

Das ist jetzt 3 Mon. her ich bin genau so schlau wie vorher....ich mußte mir 4 wochen später den vorläufigen Arztberricht selber abholen....mein Mann ging zum Urologen nichts von Feigwarzen....ich ging zum Frauenarzt nichts von Feigwarzen..kein PCO Syndrom(bin ich froh nichts von den verordneten Medis genommen zu haben)

Im gegenteil im Artzbefund steht auf Arztdeutsch..das ich wohl trinke....
Vielen lieben Dank..meine Hausärztin ist sowas von entsetzt wie es mir geht muß ich nicht erwähnen.....

Ich sehe den Arztberuf nur noch als Prestigeobjekt....es gibt leider nur noch wenige Ärzte die den beruf wählen um den Menschen zu helfen...

Ich habe bis heute noch nicht den entgültigen Arztbrief.....weiß keine Ergebnisse......aber die Probleme sind immer noch da....

lg
Falki
Haraldzzz
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Anmeldungsdatum: 13.11.2005
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 20 Nov 2005 - 20:53:57    Titel:

@falki: vor allem eine so lange wartezeit wegen hiv-verdacht ist ja wirklich krass!

deinen ansichten über den beruf kann ich voll unterstreichen. natürlich gibt es auch die echt guten ärzte, aber die zulaufzahlen an den unis, die ja eine inflationäre uniauswurfrate produziert läßt den anteil an schwarzen schafen sicher tendenziell ansteigen.
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