Ortung des menschlichen Gehörs
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FanaticBEE Junior Member

 Anmeldungsdatum: 08.12.2004 Beiträge: 40
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Verfasst am: 24 Dez 2005 - 22:07:36 Titel: Ortung des menschlichen Gehörs |
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Hallo!
Ich hoffe ich stelle die Frage bei euch Biologen richtig, bin eigentlich eher der Mathematiker/Physiker. Folgendes Problem: Hab mir mal überlegt warum man, wenn man ein Geräusch hört, sagen kann, woher es kommt. Meine Theorie (weiß aber nicht ob ich da richtig liege) ist, dass wegen den zwei Ohren, die ja die meisten haben, kommt dass Geräusch am einen etwas früher an wie am anderen und man deswegen berechnen kann, woher das Geräusch kam. Wenn diese Annahme zutrifft, dann müsste es aber immer zwei mögliche Punkte der Herkunft des Geräusches geben, z.B. vorne halb rechts, aber auch hinten halb rechts, da die Strecken zu beiden Ohren aus beiden Richtungen gleich sind. Da ich aber wie gesagt nichts mit der Biologie des menschlichen Hörsinns zu tun habe, wollte ich mal fragen ob diese Überlegung richtig ist oder wie das Stereo-Gehör sonst funktioniert.
Danke im voraus |
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Exterminans Full Member

 Anmeldungsdatum: 30.10.2005 Beiträge: 75
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Verfasst am: 24 Dez 2005 - 22:46:55 Titel: |
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Deine Annahme ist richtig. Das Gehirn rechnet aus dem Zeitunterschied, an denen die Schallwellen in die beiden Ohren eintreffen, woher das Geräusch kommt.
Folglich stimmt (bin nicht sicher...) wohl auch deine Annahme mit den 2 verschiedenen Punkten... müsste man mal ausprobieren in nem ruhigen raum, zu dritt... _________________ Die Hände eines Königs sind Hände eines Heilers
If it bleeds we can kill it! |
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FanaticBEE Junior Member

 Anmeldungsdatum: 08.12.2004 Beiträge: 40
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Verfasst am: 24 Dez 2005 - 22:50:32 Titel: |
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danke, dann bin ich ja beruhigt, dass ich da net so falsch liege. Tja, dann wären wohl drei Ohren sinnvoller gewesen, lieber Gott im Himmel . |
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smirakel Junior Member

Anmeldungsdatum: 06.11.2005 Beiträge: 24
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Verfasst am: 24 Dez 2005 - 23:08:14 Titel: |
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Bei der Sache mit den zwei Punkten könnte auch die Form der Ohrmuschel eine Rolle spielen, dass also Schall der von vorne rechts kommt anders auf die Ohrmuschel trifft und in das Innenohr geleitet wird, wie Schall, der von hinten rechts kommt und man deswegen die Richtung "mitbekommt".
Aus der Schule weiß ich noch (allerdings nur noch sehr dunkel), dass nur Töne die entweder direkt von vorne, oder eben direkt von hinten kommen, nicht zu orten sind. Aber wie gesagt, ganz sicher bin ich da nicht mehr. Könnte aber im Hinblick auf die Ohrmuschel Sinn machen, denn in diesen Fällen stimmen sowohl die Entfernungen der Schallquellen zu den Ohren genau überein, als auch die Art wie, bzw. die Stellen an denen der Schall an den Ohren ankommt. |
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ebs Full Member

 Anmeldungsdatum: 03.11.2007 Beiträge: 117
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Verfasst am: 06 Apr 2008 - 15:05:21 Titel: Lokalisation des menschlichen Gehörs |
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Zum Thema "Richtungshören beim Menschen" gibt es ein recht interessantes Buch:
Jens Blauert: Räumliches Hören. S. Hirzel-Verlag, Stuttgart, 1972, ISBN 3-777-60250-7
Seit dieser Veröffentlichung von 1974 sprechen die Fachleute von "Ortung" ausnahmsweise nur, wenn zur Richtungsbestimmung allein Reflexionen anstatt die Direktsignale verwendet werden. Man sendet zum Orten Impulse aus und die Zeit der Rückkehr von einem Objekt (Reflektor) wird bei der Echolot-Ortung und beim Radar beobachtet, sei es ein Fisch-Schwarm oder ein Flugobjekt. Auch Fledermäuse finden sich durch Ausstoßen von hohen Ultraschall-Tönen und der Auswertung von ortbaren Reflexionen zurecht.
Wir Menschen bestimmen dagegen aus den an den Ohren eintreffenden Direktsignalen die Richtung von Schallquellen (Schalleinfallsrichtung). Wir stellen die Hörereignisrichtung fest. Dieses nennt man in der Fachsprache anstatt familiär orten (Ortung) eben eindeutiger lokalisieren ("Lokalisation"); siehe:
Lokalisation und Ortung – gibt es einen Unterschied?
Da sich unsere Ohren an zwei unterschiedlichen Punkten im Schallfeld befinden, können die beiden Ohrmuscheln mit dem Gehörsystem und dem daran angebundenen Gehirn Unterschiede in den beiden Schallsignalen als Laufzeitdifferenz und als Schallpegeldifferenz (Lautstärke) feststellen und daraus die gehörte Richtung lokalisieren; siehe:
Lokalisation (Akustik) bei Wikipedia.
Wenn man als Laie nur das Wort Ortung kennt, kann man nie auf den speziellen Suchbegriff "Lokalisation" kommen; siehe:
Richtungshören in den drei Ebenen beim natürlichen Hören
Das Richtungsbestimmungsthema "Lokalisation des menschlichen Gehörs" ist schon spannend. Da fällt mir noch ein, dass schon 1907 ein englischer Lord sich die gleichen theoretischen Fragen zum Hören stellte, wie der Poster "FanaticBEE". Daraus entwickelte der Lord dann die "Duplex-Theorie"; siehe:
Die Duplex-Theorie von Lord Rayleigh
Viele Grüße ebs
Zuletzt bearbeitet von ebs am 29 Apr 2008 - 07:47:30, insgesamt 3-mal bearbeitet |
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HeinrichsWelt Senior Member

Anmeldungsdatum: 05.04.2007 Beiträge: 293
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Verfasst am: 11 Apr 2008 - 22:49:06 Titel: |
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| smirakel hat folgendes geschrieben: | Bei der Sache mit den zwei Punkten könnte auch die Form der Ohrmuschel eine Rolle spielen, dass also Schall der von vorne rechts kommt anders auf die Ohrmuschel trifft und in das Innenohr geleitet wird, wie Schall, der von hinten rechts kommt und man deswegen die Richtung "mitbekommt".
Aus der Schule weiß ich noch (allerdings nur noch sehr dunkel), dass nur Töne die entweder direkt von vorne, oder eben direkt von hinten kommen, nicht zu orten sind. Aber wie gesagt, ganz sicher bin ich da nicht mehr. Könnte aber im Hinblick auf die Ohrmuschel Sinn machen, denn in diesen Fällen stimmen sowohl die Entfernungen der Schallquellen zu den Ohren genau überein, als auch die Art wie, bzw. die Stellen an denen der Schall an den Ohren ankommt. |
Da hast du recht, das ist recht verblüffend... Mit geschlossenen Augen kann man eigentlich, wenn einer mit dem Schlüssel rasselt, immer sagen ob "oben" oder "unten". Knickt man seine Ohren und verändert dadurch die Form der Ohrmuschel so ist das nicht mehr möglich. Das Gehirn weiß wohl über die Knicke und Falten der Ohrmuschel Bescheid und kann dadurch berechnen wo das Geräusch herkommt.
Noch verblüffender: gießt man sich die Ohrknicke mit Wachs aus (jaa) so ist Richtungshören zunächst nicht mehr möglich. Doch nach ein paar Tagen ist es wieder wie zuvor - das Gehirn hat quasi die neue Ohrmuschelform "gelernt" und sich neu eingerichtet. |
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