Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Lohndumping bei der Spargelernte
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Lohndumping bei der Spargelernte
 
Autor Nachricht
Bounts
Junior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Junior Member


Anmeldungsdatum: 13.06.2005
Beiträge: 54

BeitragVerfasst am: 30 Jan 2006 - 20:00:58    Titel:

@Freidenker,

nochmal zu deinen Spargelpreisen.

Es sind wir die die höhe des Lohnes bestimmen.

Denk mal aus dieser Perspektive, ich habe schon einmal gesagt dass grad die Spargelindustrie sehr hart ist.

Ein Beispiel, deutscher Spargel gilt als Qualitätsmarke:
Ein deutscher Farmer hat in Deutschland eine kleiner Spargelfarm (produziert 5%seiner Spargelernte), den Rest produziert er in Polen -> auf der Spargelverpackung steht dann drauf "produziert in Spargel".
Jetzt denk mal an die Spargelfarmer die 100% in dld produzieren! die müssen auch einen Gewinn erzielen.

Und die Polen machen des gleiche in der Ukraine usw.

Schau dir mal Deutschland an, wir sind ein absolutes Discountland - Saturn macht mit "Geiz ist geil" Werbung, und den Mitarbeitern von Medion geht es so schlecht weil Aldi so wenig für die PC´s zahlen will. Warum will Aldi so wenig bezahlen? weil die Deutschen wiederum niemals mehr als einen Tausender für ihren Computer ausgeben wollen.

Geh doch mal auf den Markt und schau dir die Spargelpreise und die Menschen an.

Solange es kein Spargelkartell gibt das die Preise kontrolliert sondern ein freier Markt sprich verschiedene Spargelpreise gilt immer das Prinzip der Gewinnmaximierung.
Freidenker
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 344
Wohnort: Auf´m Sofa

BeitragVerfasst am: 30 Jan 2006 - 22:13:19    Titel:

@Bounts

Zitat:
Warum will Aldi so wenig bezahlen? weil die Deutschen wiederum niemals mehr als einen Tausender für ihren Computer ausgeben wollen.
Wie ich im Anfangsposting ja nachgewiesen habe, ist die Ursache für die Dumpinglöhne nicht ein ökonomischer Sachzwang, sondern Profit- bzw. Ausbeutungsgier. Computer würde ich nicht mit Spargel vergleichen. Da könnte es unterschiedlich Verhältnisse geben. Aber wo wir grad bei Aldi sind, frag doch mal, warum die Gebrüder Albrecht mit die Reichsten Deutschlands sind! Weil deren Gewinnmarge größer war, als die der Spargelstecher. Deshalb kann Aldi ruhig etwas weniger verdienen und der Spargelstecher wenigstens 8 € pro Stunde. Mit der Zahlungswilligkeit des Kunden hat das noch gar nicht mal was zu tun.

Damit das der Spargelbauer deutschen mit polnischen Spargel mischt, hast Du sicher recht. Allerdings kostet deutscher Spargel auch 9-13 € und wird auch gekauft! Wie aber entsteht der billige Spargel aus Polen? Durch noch miesere Dumpinglöhne. Man muß also nicht den Lohn hier senken, sondern den in Polen erhöhen!

Aber wie kann man diesem Mißstand beikommen?
Wenn Polen schon in der EU ist, was spräche dagegen wenn wir EU-weit einheitliche Lohnstandards im Bereich Spargelstechen einführen. Für irgendwas muß die uns so teure EU ja schließlich auch gut sein! Dumpinglöhne werden verboten und Mindestlohn für Exportware ist 8€/Std.! Beweislast auf Seiten des Exporteurs.
coffeinjunky
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 30 Jan 2006 - 22:32:51    Titel:

Hier muss ich mal auf Sheeps Welle mitschwimmen. Warum irgendwelche staatlichen Standards, wenn es doch so schon normale Menschen gibt, die aus freiem Willen zu entsprechenden Löhnen arbeiten?

Das Problem ist doch, dass für die deutschen Lebenshaltungskosten einige Löhne als zu gering erachtet werden. Wenn der Staat nun in Form von Kombilöhnen (oder Bürgergeld) den Anspruch des Arbeitnehmers an den Lohn existenzsichernd zu sein unterhöhlt, dann dürfte es doch gar kein Problem mehr sein, oder?
Jogo
Moderator
Benutzer-Profile anzeigen
Moderator


Anmeldungsdatum: 07.12.2004
Beiträge: 742

BeitragVerfasst am: 30 Jan 2006 - 22:49:16    Titel:

Freidenker hat folgendes geschrieben:
Man muß also nicht den Lohn hier senken, sondern den in Polen erhöhen!


Und genau das wird niemals passieren, bestenfalls in den Träumen einiger Verdi & Co. Gewerkschaftler. Die Agrarlobby in Polen, Russland und der Ukraine lachen sich über die deletantische West-EU schlapp, idiotische Gesetzesinitiativen, schnell gemacht, fix verpufft.

Freidenker hat folgendes geschrieben:
Aber wie kann man diesem Mißstand beikommen?
Wenn Polen schon in der EU ist, was spräche dagegen wenn wir EU-weit einheitliche Lohnstandards im Bereich Spargelstechen einführen. Für irgendwas muß die uns so teure EU ja schließlich auch gut sein! Dumpinglöhne werden verboten und Mindestlohn für Exportware ist 8€/Std.! Beweislast auf Seiten des Exporteurs


Wirtschaftliche Anpassungsmechanismen via Stammtisch. Während man immer neue Konzepte gegen Wirtschaftsperspektiven schafft, verschwindet ein Unternehmen nach dem anderen aus Dtschl., aktuell AEG.

Gestehen wirs uns doch ein, zu einer komplexen regionalen Effektivität ist hier keiner mehr fähig, lieber entwickeln wir neue Gestze für Mindestlöhne und vertreiben doch gleich die gesamte Industrie.
Freidenker
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 344
Wohnort: Auf´m Sofa

BeitragVerfasst am: 30 Jan 2006 - 22:50:01    Titel:

@coffeinjunky

Man sollte die Ausbeutung der Polen deshalb abschaffen, da diese Ausbeutung hier das entstehen von normalen Arbeitplätzen verhindert und eine unverhältnismäßige Benachteiligung der Arbeitnehmer, bedingt durch den Mißbrauch einer marktbeherrschenden Stellung durch den Zwischenhandels bedeutet.

Der Gedankenansatz, daß der Staat unnötig hohe Profite des Zwischenhandels subventioniert, indem er Teile der Lohnkosten des Unternehmens übernimmt, geht in die falsche Richtung. Wir können nicht die Subventionen der Zuckerbauern streichen und Subventionen an den Zwischenhandel in Form von Kombilohn zahlen! Nötige Lohnkosten kann und soll der Zwischenhandel selbst übernehmen.

Das Geld für einen 8€/Std.-Lohn und die Wertschöpfung ist vorhanden. Nur die Umverteilung von Zwischenhandel zu Erntehelfer funktioniert noch nicht, da sie durch Billigarbeitskräfteimport verhindert wird. Hier muß der Staat lenkend eingreifen statt die Arbeitslosen zu Zwangsarbeit zu verdonnern und als Menschen mit schlechter Einstellung zu diffamieren!
hosenscheisser
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 23.01.2006
Beiträge: 259

BeitragVerfasst am: 30 Jan 2006 - 23:03:03    Titel:

Freidenker hat folgendes geschrieben:
Man muß also nicht den Lohn hier senken, sondern den in Polen erhöhen!
Zitat:
Warum will Aldi so wenig bezahlen? weil die Deutschen wiederum niemals mehr als einen Tausender für ihren Computer ausgeben wollen.

Ist es nicht so, dass die Discounter die Preise drücken, so wie es nur geht ("bis zum Blut"). Er PC-Hersteller kann seine Produktion abstellen, was aber soll der Spargelbauer mit seienm Spargel machen? Er kann ihn den Hasen füttern!
Sheep
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 31 Jan 2006 - 02:54:29    Titel:

Freidenker hat folgendes geschrieben:
Man sollte die Ausbeutung der Polen deshalb abschaffen, da diese Ausbeutung hier das entstehen von normalen Arbeitplätzen verhindert und eine unverhältnismäßige Benachteiligung der Arbeitnehmer, bedingt durch den Mißbrauch einer marktbeherrschenden Stellung durch den Zwischenhandels bedeutet.


Staaten mit niedrigeren Lohnniveau könnten die von Dir geforderten "Mindestlöhne" aber nicht bezahlen. Was machst Du dann mit den Arbeitslosen dort ? Aus den Augen aus dem Sinn ?
Bürger
Gesperrter User
Benutzer-Profile anzeigen


Anmeldungsdatum: 27.11.2005
Beiträge: 2016
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 31 Jan 2006 - 05:04:18    Titel:

Das Problem ist, dass die Lebenshaltungskosten in Deutschland mit dem Verdienst angewachsen sind, die Preise für Wohnungen, Grundsttücke etc. können nur Menschen bezahlen die viel verdienen.

Zu Dumpinglöhnen können also Arbeitslose, die in Deutschland leben nicht auf den Feldern arbeiten. Dabei spielt es meiner Ansicht weniger eine Rolle, welcher Nationalität ein Arbeiter angehört sondern wo er lebt.

Lebt er in Deutschland und zahlt hier seine Steuern und Sozialabgaben ist es völlig gegenstandslos ob er polnische oder russsicher Abstammung ist, weil er ein Bestandteil unserer Ökonomie ist.

Anders sieht es aus, wenn er in Polen lebt und dort mit einem Bruchteil des Lohnes überleben kann, den ein Arbeitnehmer hier benötigt.
Das sollte gesetztlich geregelt werden, eine Art Abgabe die direkt in die Sozialversicherungssysteme fließen. Ein Mindestlohn wäre ein erster Schritt in diese Ricgrung - meiner Ansicht nach bei 8€ - 10€ pro Stunde liegen muss. Wichtig ist dabei dass dieser Mindestlohn auch von Firmen gezahlt werden muss, die aus der EU bei uns als Dienstleistungsunternehmen auftreten.

Abgesehen davon lösen die Erntehelfer nicht die doppelte Krise des Arbeitsmarktes, zu viele Arbeitslose und zu wenig Facharbeiter und Spezialisten.

Mit Erntehelfern wird keine Industriegesellschaft im 21. Jahrhundert aufgebaut. Daher ist das auch nur eine Scheindiskussion, die die tatsächlichen Probleme verdeckt und die liegen im System der kapitalistischen Wirtschaft. Eine Firma die immer weiter rationalisiert, weil sie das aus betriebswirtschaftlichen Gründen muss, setzt mehr Arbeitsplätze frei als all die berühmten Auslagerungen der Produktion, die das Problem zwar forcieren es aber im Grunde nicht verursachen.

Nehmen wir eine Zementfabrik, die bei einem Zehntel des heutigen Ausstossen in den fünfziger Jahren fünf bis zehnmal soviele Arbeitnehmer beschäftigten konnte. Das bedeutet eine Arbeitsplatzvernichtung von 100:1 in manchen Branchen. So schnell konnte unsere Wirtchaft das letztlich nicht auffangen, insbesondere die Ungebildeten Fabrikarbeiter sind es die als erste auf der Strasse stehen.

Wenn Giganten wie Hoechst u.a. sich zusammenschließen um der gestiegenen Produktivität Rechnung zu tragen sind die Folgen für die Beschäftigten verheerend, der Dortmunder Norden hat sich bis jetzt nicht davon erholt und in anderen Gegenden lässt sich ähnliches beobachten.

Wir können diese Menschen nicht alle als Erntehelfer einsetzen, die Rationalisierung hat auch in der Landwirtschaft schon viele Jahrzehnte zuvor die Arbeitsplätze vernichtet.

Diskussionen um Erntehelfer aus Polen lösen das Problem nicht. Sie dienen nur dazu das Leben der Arbeitslosen zu erschweren. Irgendwann wird es sensorische Maschinen geben die kostengünstig und von ganz allein den Spargel ernten können.

Das Problem ist ein strukturelles Problem und wird nur durch einen ökonomishen Strukturwandel zu lösen sein. Unsere Gesellschaft muss sich damit abfinden dass der erste Arbeitsmarkt nicht alleine die Menschen beschäftigen kann. Wir müssen also andere Formen der Beschäftigung und deren Finanzierung finden. Das erfordert eine Diskussion darrüber wie das aussehen soll. Bisher weigert sich die Politik zuzugeben dass Arbeitslosigkeit ein strukturelles Problem ist. Daher werden nur klassische Lösungen angeboten die nur Scheinlösungen sind.

Die Erhöhung der Löhne lässt die Unternehmer die Produktion ins Ausland verlegen und die Verlängerung der Arbeitszeit zwingt noch mehr Arbeitnehmer in die Arbeitslosigkeit und senkt die Binnennachfrage. Das Erhalten bestimmter Arbeitsplätze durch Subventionen verhindert die Entstehung neuer Arbeitsplätze. Unsere Politik kann an der ein oder anderen Schraube etwas drehen, mehr aber nicht, solange sie sich nicht zu durchgreifenden Veränderungen entschließt.

Solche Änderungen sind aber nicht im Schritt zu nationalen Gebilden zu suchen sondern im Ändern der Geldflüsse. Die Politik muss das Geld, dass in der privaten Wirtschaft verdient wird zu einem wesentlich größeren Teil der Allgemeinheit zukommen lassen ohne Innovationen und Investionen zu bremsen.

Die staatlichen Strukturen müssen flachere Hierarchien erhalten und dafür im Gegensatz mehr Menschen einstellen, die für das Algemeinwohl arbeiten, also mehr Lehrer, mehr Polizeibeamte, mehr Sozialarbeiter, akamedisch geschulte Kindergärtnerinnen, Umweltschutzarbeiter usw. all das was in den letzten 20 Jahren vernachlässigt wurde.

In diesem Kontext sind die Erntehelfer nicht einmal ein Tropfen auf dem heißen Stein und dienen nur eingefleischten Nationalisten sich als Retter des deutschen Arbeiter zu präsentieren, das geht natürlich an der Wirklichkeit meilenweit vorbei.

Mit freundlichen Grüßen
ein
Bürger
A.T.
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 16.01.2006
Beiträge: 46
Wohnort: Moers

BeitragVerfasst am: 31 Jan 2006 - 08:44:45    Titel:

hallo,

Bürger hat folgendes geschrieben:
Das Problem ist, dass die Lebenshaltungskosten in Deutschland mit dem Verdienst angewachsen sind, die Preise für Wohnungen, Grundsttücke etc. können nur Menschen bezahlen die viel verdienen.

Zu Dumpinglöhnen können also Arbeitslose, die in Deutschland leben nicht auf den Feldern arbeiten. Dabei spielt es meiner Ansicht weniger eine Rolle, welcher Nationalität ein Arbeiter angehört sondern wo er lebt.

Lebt er in Deutschland und zahlt hier seine Steuern und Sozialabgaben ist es völlig gegenstandslos ob er polnische oder russsicher Abstammung ist, weil er ein Bestandteil unserer Ökonomie ist.

Anders sieht es aus, wenn er in Polen lebt und dort mit einem Bruchteil des Lohnes überleben kann, den ein Arbeitnehmer hier benötigt.
Das sollte gesetztlich geregelt werden, eine Art Abgabe die direkt in die Sozialversicherungssysteme fließen. Ein Mindestlohn wäre ein erster Schritt in diese Ricgrung - meiner Ansicht nach bei 8€ - 10€ pro Stunde liegen muss. Wichtig ist dabei dass dieser Mindestlohn auch von Firmen gezahlt werden muss, die aus der EU bei uns als Dienstleistungsunternehmen auftreten.

Abgesehen davon lösen die Erntehelfer nicht die doppelte Krise des Arbeitsmarktes, zu viele Arbeitslose und zu wenig Facharbeiter und Spezialisten.

Mit Erntehelfern wird keine Industriegesellschaft im 21. Jahrhundert aufgebaut. Daher ist das auch nur eine Scheindiskussion, die die tatsächlichen Probleme verdeckt und die liegen im System der kapitalistischen Wirtschaft. Eine Firma die immer weiter rationalisiert, weil sie das aus betriebswirtschaftlichen Gründen muss, setzt mehr Arbeitsplätze frei als all die berühmten Auslagerungen der Produktion, die das Problem zwar forcieren es aber im Grunde nicht verursachen.

Nehmen wir eine Zementfabrik, die bei einem Zehntel des heutigen Ausstossen in den fünfziger Jahren fünf bis zehnmal soviele Arbeitnehmer beschäftigten konnte. Das bedeutet eine Arbeitsplatzvernichtung von 100:1 in manchen Branchen. So schnell konnte unsere Wirtchaft das letztlich nicht auffangen, insbesondere die Ungebildeten Fabrikarbeiter sind es die als erste auf der Strasse stehen.

Wenn Giganten wie Hoechst u.a. sich zusammenschließen um der gestiegenen Produktivität Rechnung zu tragen sind die Folgen für die Beschäftigten verheerend, der Dortmunder Norden hat sich bis jetzt nicht davon erholt und in anderen Gegenden lässt sich ähnliches beobachten.

Wir können diese Menschen nicht alle als Erntehelfer einsetzen, die Rationalisierung hat auch in der Landwirtschaft schon viele Jahrzehnte zuvor die Arbeitsplätze vernichtet.

Diskussionen um Erntehelfer aus Polen lösen das Problem nicht. Sie dienen nur dazu das Leben der Arbeitslosen zu erschweren. Irgendwann wird es sensorische Maschinen geben die kostengünstig und von ganz allein den Spargel ernten können.

Das Problem ist ein strukturelles Problem und wird nur durch einen ökonomishen Strukturwandel zu lösen sein. Unsere Gesellschaft muss sich damit abfinden dass der erste Arbeitsmarkt nicht alleine die Menschen beschäftigen kann. Wir müssen also andere Formen der Beschäftigung und deren Finanzierung finden. Das erfordert eine Diskussion darrüber wie das aussehen soll. Bisher weigert sich die Politik zuzugeben dass Arbeitslosigkeit ein strukturelles Problem ist. Daher werden nur klassische Lösungen angeboten die nur Scheinlösungen sind.

Die Erhöhung der Löhne lässt die Unternehmer die Produktion ins Ausland verlegen und die Verlängerung der Arbeitszeit zwingt noch mehr Arbeitnehmer in die Arbeitslosigkeit und senkt die Binnennachfrage. Das Erhalten bestimmter Arbeitsplätze durch Subventionen verhindert die Entstehung neuer Arbeitsplätze. Unsere Politik kann an der ein oder anderen Schraube etwas drehen, mehr aber nicht, solange sie sich nicht zu durchgreifenden Veränderungen entschließt.

Solche Änderungen sind aber nicht im Schritt zu nationalen Gebilden zu suchen sondern im Ändern der Geldflüsse. Die Politik muss das Geld, dass in der privaten Wirtschaft verdient wird zu einem wesentlich größeren Teil der Allgemeinheit zukommen lassen ohne Innovationen und Investionen zu bremsen.

Die staatlichen Strukturen müssen flachere Hierarchien erhalten und dafür im Gegensatz mehr Menschen einstellen, die für das Algemeinwohl arbeiten, also mehr Lehrer, mehr Polizeibeamte, mehr Sozialarbeiter, akamedisch geschulte Kindergärtnerinnen, Umweltschutzarbeiter usw. all das was in den letzten 20 Jahren vernachlässigt wurde.

In diesem Kontext sind die Erntehelfer nicht einmal ein Tropfen auf dem heißen Stein und dienen nur eingefleischten Nationalisten sich als Retter des deutschen Arbeiter zu präsentieren, das geht natürlich an der Wirklichkeit meilenweit vorbei.

Mit freundlichen Grüßen
ein
Bürger



Mehr ist nicht zu sagen glaub ich 1 A Antwort Exclamation

Gruß A.T.

--Der Kluge ärgert sich über die Dummheiten, der Weise belächelt sie--
Curt Goetz (Dt. Schriftsteller 1888-1960)
Freidenker
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 344
Wohnort: Auf´m Sofa

BeitragVerfasst am: 31 Jan 2006 - 10:02:49    Titel:

Sheep schrieb:
Zitat:
Staaten mit niedrigeren Lohnniveau könnten die von Dir geforderten "Mindestlöhne" aber nicht bezahlen. Was machst Du dann mit den Arbeitslosen dort ? Aus den Augen aus dem Sinn ?
Die Lohnbildung muß natürlich den Marktpreisen Rechnung tragen. Deshalb sprach ich auch im Posting davor von Löhnen von 8 € nur beim Export von Polen in Länder wie Deutschland. Für den innerpolnischen Markt können ja niedrigere Löhne gezahlt werden, da dort die Lebenshaltungskosten gering sind.

Die Löhne für den Exportspargel nach Deutschland können ruhig höher sein, da auf dem deutschem Markt auch die Umsätze pro Einheit höher sind und damit die höheren Löhne für den poln. Bauern bezahlbar sind. Es muß natürlich von der EU überwacht werden, daß der Exportspargel mit dem innereuropäischen Lohnstandard hergestellt wird.

Natürlich geht das Ganze ein wenig am Grundgedanken der EU vorbei, da man einen Seperatmarkt schafft. Aber das solche Probleme entstehen, war abzusehen, wenn man ein Billiglohnland in die EU holt. Meiner Meinung nach, hätte das nie passieren dürfen. Aber das ist ein anderes Thema. Jetzt muß man versuchen, die gröbsten Mißstände abzumildern.
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Lohndumping bei der Spargelernte
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3  Weiter
Seite 2 von 3

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum