Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Streiks im Öffentlichen
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Streiks im Öffentlichen
 
Autor Nachricht
Sheep
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 24 Feb 2006 - 16:23:06    Titel:

Man muss aber Steuerverschwendung zeitnah kritisieren und nicht im Nachhinein. Die Pfosten raussreissen bringt jetzt auch nichts mehr. Man muss jederzeit als Bürger aufmerksam aufhorchen, wenn der Staat "Geschenke" macht, denn erst mit einiger Verzögerung bekommt man die negativen Auswirkungen leerer Kassen zu spüren.

Ich höre aber an den aktuellen Themen unterfinanzierter Staatsleistungen keine Kritik. Will die Familienministerin z.B. die Betreuungskosten für Kinder von 1000 Euro an steuerlich absetzbar machen, fordern die SPDler die Subvention bereits vom ersten Euro an, und die Familienministerin kontert mit der Wahnsinnsidee "Kitas kostenlos", als ob es öffentliche Güter kostenlos gäbe und nicht der Steuerzahler irgendwann einspringen müßte.
Philskow
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 01.02.2006
Beiträge: 221

BeitragVerfasst am: 24 Feb 2006 - 18:29:57    Titel:

Bläääh, genau, immer die selbe Leier: Die korrupten Politiker sind schuld. Damit macht man es sich schon einfach. Ich glaube durchaus, dass die Personalkosten all der Menschen, die beim Staat beschäftigt sind, höher sind, als all die Verpeiltheiten, die sich Politiker ausdenken können. Auf die Beispiele, die gebracht wurden, will ich gar nicht eingehen. Sind viel zu polemisch! Rolling Eyes
DerBuerger
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 28.11.2004
Beiträge: 496

BeitragVerfasst am: 24 Feb 2006 - 18:40:47    Titel:

Was zählt alles für dich zum Staat wenn du auf die Personalkosten abzielst? Also Kommunen würde ich davon ausschliesen weil dort bereits seit mehreren Jahren aufgrund der prikären Haushaltslage Konsolidierungsprogramme laufen und daraus Einstellungsstopp und massiver Stellenabbau u.a. durch Altersteilzeitregelungen resultieren. Die Arbeit bleibt und wie überall bewältigt dann nur noch eine Kraft die Arbeit von 2.. Es gibt genug Verschwendung anderswo und ich verstehe nicht das es nicht einen Politiker gibt der endlich mal das Problem anpackt und es wagt neue Wege zu gehen und Verschwendung zu stoppen. Aber ich nehme auch einfach mal an das es solche Politiker doch gibt nur das diese wiederum durch andere Gremien ausgebremst werden getreu dem Motto "Das war schon immer so und das wird auch immer so bleiben."
born_to_be_wild
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 22.02.2006
Beiträge: 16
Wohnort: Wildthing

BeitragVerfasst am: 24 Feb 2006 - 21:44:14    Titel:

VFA17 hat folgendes geschrieben:
Ich schließe mich meinen Vorrednern an. Die Streiks sind gerechtfertigt. Exclamation Exclamation

dito
Man darf sich nicht alles bieten lassen, denn sonst geht die Tretmühle immer weiter.

Wie bei Kindern die ihre Grenzen testen
Guido
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 717
Wohnort: Süddeutschland

BeitragVerfasst am: 27 Feb 2006 - 20:34:00    Titel:

Sheep hat folgendes geschrieben:
Wenn die Kommune öffentliche Aufgaben ausschreibt, hat sie durch Festlegung von Standarts, die sich in Verträgen formulieren lassen, gute Einflussmöglichkeiten auf die Qualität der angebotenen Dienste.


Das ist zumindest in der Theorie zutreffend. In der Praxis bekommen Stadträte und Kommunalverwaltungen sowas meist nicht hin. Das Abfassen, Controllen und Einfordern von SLAs (Service Level Agreements - Vereinbarungen über Art und Güte zu erbringender Leistungen) überfordert die Kommunalverwaltungen regelmäßig.

Ganz abgesehen davon ist das Streikrecht ebenso elementar für das Funktionieren unserer Demokratie wie das Demonstrationsrecht. Und auch bei ausgelagerten Dienstleistungen komt irgendwann in der Kette derjenige der die Arbeit letztlich macht. Und der kann streiken - egal ob er nun für die Kommune oder für irgendeinen Krauter arbeitet.
Guido
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 717
Wohnort: Süddeutschland

BeitragVerfasst am: 28 Feb 2006 - 14:47:18    Titel: Re: 5 Millionen Arbeitslosen müssen sich doch bei Streiks ve

banker25 hat folgendes geschrieben:
5 Millionen Arbeitslosen müssen sich doch bei Streiks veräppelt vorkommen oder?


Das ist eine Frage der Anschauung. Wenn die von ver.di bestreikte Arbeitszeitverlängerung kommt, braucht der ö.D. für die gleiche Menge Arbeit weniger Leute und kann den Rest abbauen. Und wir reden hier nicht über Sesselpubser und Kultusbürokraten (die sind alle verbeamtet) sondern über Krankenschwestern, Pflegepersonal, die Leute vom Klärwerk, die Müllfahrer, den Nahverkehr, Personal der Kommunen ...

Nben den abgebauten Arbeitsplätzen, deren Besitzer nun die 5 Millionen Arbeitslosen um +X Leute "bereichern", kommen auch wegfallende Ausbildungsplätze hinzu, die mangels Bedarf nicht mehr benötigt werden.

Daneben fehlen natürlich auch die Sozialabgaben und Steuern der abgebauten Leute im Staatssäckel. Stattdessen darf nun von der (zahlenmäßig reduzierten) Beitragszahlergemeinschaft noch mehr Geld für Arbeitslosenunterstützung, Sozialhilfe, vorzeitige Verrentung etc. aufgebracht werden. Da ist die nächste Lohnnebenkostensteigerung schon absehbar, was dann wieder Jobs kostet ... usw. usf.

Unterm Strich also ein sattes Minus. Nur weil man es auf den Einzelnen bezieht (18 min Mehrarbeit), sieht es nach wenig bis nichts aus. Im Grunde eine trickreiche Manipulation bei der die Unwissenheit und Denkfaulheit der breiten Masse ausgenutzt wird.
Freidenker
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 344
Wohnort: Auf´m Sofa

BeitragVerfasst am: 28 Feb 2006 - 15:11:24    Titel:

Guido schrieb:
Zitat:
Unterm Strich also ein sattes Minus. Nur weil man es auf den Einzelnen bezieht (18 min Mehrarbeit), sieht es nach wenig bis nichts aus. Im Grunde eine trickreiche Manipulation bei der die Unwissenheit und Denkfaulheit der breiten Masse ausgenutzt wird.
Mir scheint, Du hast da einen kleinen Rechenfehler eingebaut.

Die Arbeitslosenhilfe, wie auch der Staatsbedienstete werden aus einem Topf bezahlt. Die Zuflüsse zu diesem Topf kommen vom Steuerzahler, der in der freien Wirtschaft tätig ist. Wenn nun die gleiche Arbeit mit weniger Staatsbediensteten ausgeführt wird und ehemalige Staatsbedienstete in die Arbeitslosigkeit geschickt werden, sinken die Staatsausgaben um den Betrag, um den das Arbeitslosengeld geringer als das Angestelltengehalt ist.

Die Einzahlungen an Einkommenssteuern durch den Staatsbediensteten können wir ignorieren, da er einzahlt, was er vorher vom Staat erhalten hat. Dieses Geld läuft praktisch im Kreis.

Unterm Strich also ein Plus - erwirtschaftet durch Erhöhung des Arbeitspensums des staatl. Angestellten und Konsumverzicht des arbeitslos gemachten Angestellten.
Philskow
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 01.02.2006
Beiträge: 221

BeitragVerfasst am: 28 Feb 2006 - 18:08:05    Titel:

Hä? Du stellst ja Konsumverzeicht als was Positives dar? Ist aber für die Volkswirtschaft alles andere als gut...mal abgesehen von der Krankenversicherung, die der Staat ab jetzt für den Arbeitslosen übernehmen muss, eventuelle Rentenansprüche, und den sozialen Zündstoff, wenn die Arbeitslosenquote zu hoch wird
Freidenker
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 344
Wohnort: Auf´m Sofa

BeitragVerfasst am: 28 Feb 2006 - 18:43:42    Titel:

@Philskow

Nein, nein, nicht als etwas Positives. Ich wollte nur wertfrei die rechnerischen Zusammenhänge verdeutlichen.

Zitat:
Ist aber für die Volkswirtschaft alles andere als gut...mal abgesehen von der Krankenversicherung, die der Staat ab jetzt für den Arbeitslosen übernehmen muss, eventuelle Rentenansprüche, und den sozialen Zündstoff, wenn die Arbeitslosenquote zu hoch wird
Hierbei muß man sich vergegenwärtigen woher das Geld des Staates kommt - nämlich vom Arbeitnehmer der freien Wirtschaft.

Für den Arbeitslosen muß der Staat weniger Sozi-Vers. und später weniger Renten als für den Staatsbediensteten zahlen, da sich die Beiträge prozentual vom Einkommen berechnen. Ein Staatbediensteter zahlt mehr in die Sozi-Vers. ein als ein Arbeitsloser. Da beide Beiträge aber letzlich vom Arbeitnehmer der freien Wirtschaft über Steuern abgehalten werden, bleibt bei Arbeitszeiterhöhung im Staatsdienst mehr Geld in den Taschen des Arbeitnehmers der freien Wirtschaft, da weniger Steuern zur Bezahlung der Staatsbediensteten erhoben werden müssen.

Die im Umlauf befindliche Lohn- bzw. Geldmenge bleibt konstant, das einzige, was sich ändert, ist die Verteilung zwischen Staatsbediensteten und Arbeitnehmer der freien Wirtschaft - somit auch nachfrageneutral. Eine Arbeitszeiterhöhung in Staatsbetrieben ist somit eine Umverteilung vom Staatsbediensteten zum Arbeitnehmer der freien Wirtschaft. Ob man das gut oder schlecht findet, hängt von der persönlichen Präferenz ab.
Guido
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 717
Wohnort: Süddeutschland

BeitragVerfasst am: 01 März 2006 - 15:23:22    Titel:

Freidenker hat folgendes geschrieben:
Guido schrieb:
Zitat:
Unterm Strich also ein sattes Minus. Nur weil man es auf den Einzelnen bezieht (18 min Mehrarbeit), sieht es nach wenig bis nichts aus. Im Grunde eine trickreiche Manipulation bei der die Unwissenheit und Denkfaulheit der breiten Masse ausgenutzt wird.
Mir scheint, Du hast da einen kleinen Rechenfehler eingebaut.

Die Arbeitslosenhilfe, wie auch der Staatsbedienstete werden aus einem Topf bezahlt. Die Zuflüsse zu diesem Topf kommen vom Steuerzahler, der in der freien Wirtschaft tätig ist. Wenn nun die gleiche Arbeit mit weniger Staatsbediensteten ausgeführt wird und ehemalige Staatsbedienstete in die Arbeitslosigkeit geschickt werden, sinken die Staatsausgaben um den Betrag, um den das Arbeitslosengeld geringer als das Angestelltengehalt ist.


Nicht ganz. Die Entgelte der Staatsbediensteten werden aus den Etats de Bundes, der Länder und der Gemeinden bestritten. Ebenso die für diese Leute abzuführenen Sozialabgaben. Letztlich bezahlen das die Steuerzahler. Das sind in Deutschland ca. 82 Mio. Menschen, wenn man direkte (einkommensabhängige) und indireke (verbrauchsabhängige) Steuern heranzieht.

Das Arbeitslosengeld sowie damit im Zusammenhang stehende Leistungen werden von den Sozialversicherten im Umlageverfahren finanziert. Also von den sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmern. Da reden wir über ca. 26 Mio. Menschen, die ca. 65% des bundesdeutschen Gesamteinkommens verantworten (ungefähre Höhe der Lohnquote)

Sozialabgaben zahlen also nur ein Teil der Leute, Steuern zahlen fast alle.

Freidenker hat folgendes geschrieben:
Die Einzahlungen an Einkommenssteuern durch den Staatsbediensteten können wir ignorieren, da er einzahlt, was er vorher vom Staat erhalten hat. Dieses Geld läuft praktisch im Kreis.


Wenn man so argumentiert, wäre ausnahmslos jede wirtschaftliche Aktivität sinnlos und sofort einzustellen, da das ganze Wirtschaftssystem auf Kreislaufprozessen und Leistungstausch beruht.

Freidenker hat folgendes geschrieben:
Unterm Strich also ein Plus - erwirtschaftet durch Erhöhung des Arbeitspensums des staatl. Angestellten und Konsumverzicht des arbeitslos gemachten Angestellten.


Konsumverzicht zählt zu den Dingen, welche die binnenachfragegeschwächte Wirtschaft derzeit gar nicht brauchen kann. Und die Alimentierung der erwerbslosen vormaligen öDi's freut dich bestimmt auch nicht, wenn sie dir in Form erhöhter Sozialabgaben, erhöhter Steuern (für Staatszuschüsse in die Sozialkassen) und gekürzter Leistungen (irgenwo muss man das Geld ja reinholen) vom Konto abgebucht wird. Aber wie du bereits richtig erkannt hast, beruht Volkswirtschaft auf Kreislaufprozessen.
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Streiks im Öffentlichen
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7  Weiter
Seite 2 von 7

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum