Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Strafrecht: Notwehr:Töten von Unbeteiligten um zu Überleben?
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Strafrecht: Notwehr:Töten von Unbeteiligten um zu Überleben?
 
Autor Nachricht
Recht komisch
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 17 Feb 2006 - 15:02:40    Titel:

Hyperlitere hat folgendes geschrieben:
Finde ich ja nicht so toll, in diesem Forum kriegt man ja anscheinend 0 Hilfe, wenn überhaupt dusselige antworten von wegen "du anfänger hast ja eh keine ahnung"....
das hatte ich mir ehrlich gesagt anders vorgestellt..naja - soviel dazu....

Interessante Aussage, angesichts der gewaltigen Anzahl von Leuten, denen Du hier schon geholfen hast.
Ich bedaure sehr, daß Deine Hilfeansprüche nicht zu Deiner vollsten Zufriedenheit erfüllt worden sind.
Die großzügig bezahlten Hilfskräfte hier arbeiten bereits in Wechselschicht an einer Lösungsskizze und geben sich alle Mühe, ohne Verzug die ganzen Beiträge:1-lös-mir-meinen-SV-Posts abzuarbeiten.
hani125
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 17 Feb 2006 - 22:09:34    Titel:

Ähh ... ich versteh dich auch nicht. Die Hausarbeiten sind ja nicht umsonst vom Sachverhalt problematisch beschrieben. Ich hatte auch schon zwei Hausarbeiten in den Sand gesetzt, an denen ich jeweils 3 Wochen lang gearbeitet hatte, bis es bei der dritten geklappt hat.
(und ja ich liebe es um 1 Uhr nachts nach Hause zu kommen nachdem ich von 9 Uhr an in der Uni Bibliothek saß ... einfach toll, hätt ich in der Zeit gearbeitet hätt ich 3000 DM verdient).

Mal ganz abgesehen davon, daß diese Hausarbeiten nicht besonders viel Spaß machen, wie du ja jetzt am eigenen Leibe spürst, kommt man nicht drumherum alles was wahrscheinlich erscheint zu prüfen und sich etliche Bücher durchzulesen; Es ist ja gerade Aufgabe eines Gutachtens alles nur Mögliche in Erwägung zu ziehen, das wichtige vom unwichtigen auzusondern und zu einem vertretbaren Ergebnis zu kommen

In der Bibliothek saß auch ein Mädel neben mir die nachdem 2 Wochen verstrichen sind völlig verzweifelt und weinend am Tisch saß und sagte "Ich schaff das einfach nicht". Hab ich auch nicht drüber gelacht.

Andererseits muß man einfach die Ruhe bewahren und weitermachen.

Wenn de später anfängst die Nerven zu verlieren oder dir die entsprechende Norm auf die du dich berufen könntest (z.b. bei einer Einrede) bei einem Rechtsstreit nicht einfällt grinst dich der gegnerische Rechtsanwalt nur an, oder lacht in sich hinein.

So jetzt aber mal nen klaren Tip für dich ( normalerweise wirst du für solche Statements nicht mit Tips sondern richtigerweise wie oben mit Spott belohnt, aber ich hab heute meinen sozialen Tag). Da die Hausarbeit ja wohl schon einige Tage im Gange ist könnte vielleicht noch helfen, daß du zum nächsten Buchladen gehst und dir die Alpmann Schmidt Skripts fürs Strafrecht holst. Die sind nicht billig, aber für Hausarbeiten ganz besonders geeignet, da sie höchst relevante typische Probleme in Hausarbeiten mit Darlegung der Theorien und Angabe von BGH Urteilen und Literaturzitaten darstellen.

Wenn es mit der Hausarbeit nichts mehr werden sollte betitelst du mich nicht mit dusselig, sondern säufst dir am Wochenende mit Freunden erstmal die Birne zu und holst die dann gleich am Montag die Strafrechtsfälle vom Fall Fallag und von Hartmut Braunschneider das Strafrecht Skript.
Hyperlitere
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 15.02.2006
Beiträge: 18

BeitragVerfasst am: 20 Feb 2006 - 18:24:05    Titel:

Hallo!
Vielen Dank! Das sind doch schon mal bessere Tips. Die Fälle-Bücher vom Fall Fallag hab bereits schon (auch gelesen!).
Was heißt denn bei dir "in Sand gesetzt" ? ich möchte eigentlich nur die hausarbeit bestehen und den Schein kriegen und nicht irgendwelche Utopischen Noten Vorstellungen im 2-stelligen bereich erzielen Wink. Muss man wirklich von 9 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts in der Bibliothek sitzen um das zu schaffen? Mit 8 Stunden am tag, das würde ich ja in Ordnung finden - aber das find ich jetzt echt ein bisschen krass...
MrBurnz
Junior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Junior Member


Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 68

BeitragVerfasst am: 20 Feb 2006 - 18:35:47    Titel:

Festschrift Maiwald für Maurach

Exkursion Tötung Unbeteiligter in Notwehrsituationen

Ob eine Tötung Unbeteiliger zum Zwecke der Notwehr vom Schutzzweck des § 32 StGB umfasst wird ist umstritten.

Jescheck will bei jedweder Involvierung Unbeteiligter den § 32 StGB ablehnen und auf eine Notstandssituation abstellen, ebenso Otto und in der Argumentation ähnlich Schmidhäuser.
Dieser Meinung ist aus Gründen der Rechtsbilligkeit nicht zu folgen.
Abzustellen ist bei dieser Frage auf die Nähe der Unbeteiligten zum Angreifer und die Erforderlichkeit der Handlung.

In Fällen, in denen die Unbeteiligten mit dem Angreifer eine natürliche objektive Angriffseinheit bilden, eine Trennung dieser Angriffseinheit nicht in Betracht kommt und der Angriff nicht anders als durch Tötung abwendbar ist, so kann die Tötung der Unbeteiligten vom Tatbestand der Notwehr gedeckt sein.
Eine Angriffseinheit ist immer dann gegeben, wenn jede Handlung, die geeignet ist den Angriff zu beenden, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch unmittelbar die Unbeteiligten betrifft.

An dieses Konstrukt sind weiterhin enge Vorraussetzungen geknüpft.

So muss die Abwehrhandlung ebenfalls in einer Einheit erfolgen. Die Handlung muss einer einheitlichen Willens und Angriffsrichtung entspringen. Die Verteidigung darf sich also nur gegen den Angreifer richten. Bei verschiedenen Handlungen die zum einen gegen die Unbeteiligten, zum einen gegen den Angreifer gerichtet sind, wird nur die Handlung gegen den Angreifer vom § 32 StGB gedeckt.

In den Fällen, in denen jedoch die Verteidigungshandlung gegen den Angreifer gerichtet ist, aber aufgrund der oben beschriebenen natürlichen Angriffseinheit die Unbeteiligten unmittelbar betroffen werden, so ist die unvermeidbare Tötung der Unbeteiligten eine Notwehrhandlung im Sinne von § 32 StGB.

Alles andere wäre auch unbillig, da dem Angegriffenen nicht zuzumuten ist eine Verteidigung zu unterlassen nur weil der Angreifer sich Unbeteiligter bemächtigt hat.

Jede andere Meinung würde zwangläufig dazu führen, das auch der entschuldigende Notstand ganz neu definiert werden müsse.
(vgl:. Kühl, Kristian Angriff und Verteidigung bei der Notwehr
in: Jura 1990 ; Gallas, Wilhelm Abstrakte und konkrete Gefährdung,
in:Berlin 1982 )
Hyperlitere
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 15.02.2006
Beiträge: 18

BeitragVerfasst am: 20 Feb 2006 - 20:33:39    Titel:

Hey vielen Dank Mr Burnz!
Das nenn ich mal wirklich eine super Hilfestellung, freue mich richtig! Aber noch eine Frage: Heisst das, dass auch die Verletzung bzw. Tötung vom menschl. Schutzschild (D) des Angegriffenen (B) durch den Angreifer von § 32 gedeckt sein kann?
Oder kommt eine Entschuldigung für den Angegriffenen nach § 35 in Frage?
oder kommt nichts von beiden in Betracht?
Gruß und Danke noch einmal für die wertvollen Tips!
hani125
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 21 Feb 2006 - 01:23:09    Titel:

In den Sand gesetzt hieß bei mir 3 Punkte.
Wenn ich bestanden hätte, hätt ich auch keine Hausarbeit mehr geschrieben, man solls ja nicht übertreiben.

Naja die bestandene Hausarbeit wurde dann mit 7 Punkten bewerten.

Naja jedenfalls hab ich mich beim dritten Mal so drangesetzt, daß endlich was bei rauskam.

Vielleicht schaffens ja andere lockerer als ich Wink
Hyperlitere
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 15.02.2006
Beiträge: 18

BeitragVerfasst am: 21 Feb 2006 - 20:30:58    Titel:

MrBurnz hat folgendes geschrieben:


So muss die Abwehrhandlung ebenfalls in einer Einheit erfolgen. Die Handlung muss einer einheitlichen Willens und Angriffsrichtung entspringen. Die Verteidigung darf sich also nur gegen den Angreifer richten. Bei verschiedenen Handlungen die zum einen gegen die Unbeteiligten, zum einen gegen den Angreifer gerichtet sind, wird nur die Handlung gegen den Angreifer vom § 32 StGB gedeckt.



Heißt das, der Angegriffene muss auch mit einer Unbeteiligten Person eine Einheit bei der Abwehrhandlung bilden?

dann noch eine andere Frage: wenn der Verteidiger sich ein menschliches Schutzschild schnappt, und dieses dadurch getötet oder schwer verletzt wird - ist die Tat dann durch Notwehr gerechtfertigt oder nur durch Notstand entschuldigt ? oder weder noch?
Hyperlitere
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 15.02.2006
Beiträge: 18

BeitragVerfasst am: 23 Feb 2006 - 13:07:10    Titel:

hätte da noch mal eine Frage:
ist es ein versuchter totschlag, wenn sich jemand einen Menschen als Schutzschild ergreift, um dem Kugelhagel eines ANgreifers auszuweichen? Das Schutzschild wird dadurch schwer verletzt.
Oder wie kann man das ganze noch bewerten!?
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Strafrecht: Notwehr:Töten von Unbeteiligten um zu Überleben?
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3
Seite 3 von 3

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum