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Wechsel zu Jura?
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Wechsel zu Jura?
 
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dani_86
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Anmeldungsdatum: 02.03.2006
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 02 März 2006 - 16:34:04    Titel: Wechsel zu Jura?

Hallo,
zur Zeit studiere ich Soziale Arbeit an der FH, aber so richtig liegt mir der Studiengang schon von Anfang an nicht. Besonders interessiert hat mich an dem bisherigen Studiengang aber Jugendstrafrecht und Familienrecht. Deshalb überlege ich mir jetzt zu Jura zu wechseln und hab mich schon ein bisschen durch das Forum gelesen.
Meine Fragen wären welche "Voaussetzungen" man bräuchte damit man "Spaß" an dem Studium hat? Muss man wirklich so gut in Deutsch sein oder reichen durchschnittliche Leistungen?
Wie lange lernt ihr ca. in der Woche für das Studium bzw. wie viel Zeit wendet ihr insgesamt für das Studium auf. An manchen Stellen in dem Forum wird geschrieben, dass man bis zu 10 Stunden am Tag lernen muss.
Falls ich wirklich zum Wintersemester zu Jura wechseln sollte, hätte es Sinn an der FH die Prüfungen in Familienrecht und Sozialrecht im SS zu machen? Könnten die Prüfungen eventuell angerechnet werden?

Gruß Daniela
easy1983
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Anmeldungsdatum: 02.03.2006
Beiträge: 31

BeitragVerfasst am: 02 März 2006 - 17:20:04    Titel:

Das mit dem anrechnen weiß i net, dass hängt wohl von der Uni ab auf die du willst. Man braucht schon ne menge Zeit erfolgreich zu studieren. Mehr als 1 mal die Woche für nen paar Stunden arbeiten gehen ist da in der Regel nicht drin. Besuch doch einfach mal nen paar Vorlesungen an der Uni falls es sich anbietet. Eine solche Entscheidung will gut überlegt sein. Die Vorlesungen die ihr habt,sind noch nicht so tiefgehend wie du sie im Jura Studium haben wirst. Und 4 Vorlesungen am Tag nur zu Recht kann manchmal ganz schön schlauchen. Versteh mich nicht falsch, das Studium macht Spaß,aber die Anforderungen sind sehr hoch und was ganz wichtig ist man muß das wirklich wollen und sich auch selbst motivieren können auch wenns manchmal schwer fällt.
Hoffe das hilft weiter
LG
IA
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 02 März 2006 - 17:28:13    Titel:

Das Studium ist zur Zeit (zumindest in Köln) folgendermaßen strukturiert.

Man muß

5 Scheine im Zivilrecht

3 Scheine im öffentlichen Recht

2 Scheine im Strafrecht

2 Grundlagenscheine

1 Hausarbeit

2 Praktikas a 6 Wochen einmal bei einem Anwalt und einmal bei einer Behörde

eine fremsprachige, rechtswissenschaftliche Veranstaltung besucht haben.

ein "Soft-Skill" Schein (das sind so Verantstaltungen wo z.B.´besondere Rhetorik geübt wird etc.)

Nachdem man die Scheine zum Bestehen der Zwischenprüfung hat wählt man sich einen Schwerpunktbereich aus und spezialisiert sich damit sozusagen.

Die Note aus dem Schwerpunktbereich geht mit 30% in die Examensnote mithinein.

Danach kannst du dich für das 1. juristische Staatsexamen anmelden.

Bestehst du das gehts es ins Rechtsreferendariat.

Wie das genau gestaltet ist weiß ich auch noch nicht.

Jedenfalls dauert es zwei Jahre und du wirst in verschiedenen Stellen geschult und erhältst ein kleines Gehalt. Man muß glaub ich 3 Monate bei der Staatsanwaltschaft arbeiten und ne längere Zeit bei einem Rechtsanwalt.

(Du könntest das glaub ich auch umgehen in dem du in Frankreich eine Prüfung machst. Da brauchst du nur ein abgeschlossenes Jura Studium nachzuweisen, Französisch zu können und mit dem Bestehen der Prüfung bist du als Volljurist innerhalb der EU anerkannt.)

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Das Studium an sich ist nicht besonders spannend. Ich kann mir aber immer noch vorstellen, daß das Berufsleben spannend ist. Wie du ja siehst hat man ziemlich viele Scheine zu bestehen und wenn es einem gelingt die Motivation aufrechtzuerhalten ist es glaub ich auch gut durchzuziehen.

Jedenfalls sagen viele, daß das Studium schlaucht. Vielleicht nicht so sehr, weil es sonderlich schwer ist, aber weil es sehr viel ist, was man lernen muß und der Weg recht lang.

Ach naja .. gibt auch jede Menge Studenten hier, denen es Spaß zu machen scheint.
Thali1
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 314
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 03 März 2006 - 16:13:23    Titel: Hallo

Hallo,

zwischen z.B. einem Sozialpädagogikstudium an der FH und einem Jurastudium an der Uni liegen Welten. Das erstere ist ein Studium, das man ohne großen Aufwand besteht, indem man es einfach durchführt. Durchfallen kann man praktisch nicht.
Das ist bei Jura anders. Erstens ist der juristische Studienstoff enorm umfangreich und zweitens muß man den Stoff nicht nur irgendwie kennen, sondern auch verstehen, auswendiglernen und auf vorliegende Lebenssachverhalte anwenden können. Hausarbeiten und Klausuren kann man z.B. auch nicht irgendwie aufziehen, sondern diese sind an relativ strenge formelle und stilistische Kriterien gebunden. Bei Klausuren sind dann beispielsweise auch Aspekte wie Zeiteinteilung oder Klausurtaktik zu berücksichtigen.
Das mit dem Bestehen des 1. Staatsexamens ist auch so eine Sache für sich. In Tübingen ist es beispielsweise immer so, daß ca. 33% der Kandidaten durchfliegen, obwohl sie ihre juristischen Fähigkeiten ja bereits im Studium mehrfach unter Beweis gestellt haben.

Jura hat aber den großen Vorteil kein Talentfach, wie Mathematik oder Latein, zu sein. Für Jura braucht man nur gute sprachliche Fähigkeiten, ein sicheres soziales Urteilsvermögen und Fleiß. Somit kann praktisch jeder dieses Fach lernen.

Zum Lernen noch folgendes: Die Stoffmenge ist so groß, daß man, v.a. als Anfänger gut daran tut, sie sich nicht ständig vor Augen zu führen. So kann man demotivierende Kleinseinsempfindungen vermeiden. Ansonsten ist es wichtig, möglichst regelmäßige Lernstrukturen zu etablieren. Ich habe täglich stur nach dem gleichen Zeitplan gelernt und wurde so nach und nach zu einem disziplinierten Lerner, obwohl ich in der Schule endfaul war. Am Schluß trugen mich meine Beine praktisch auch dann an die Uni, wenn ich eigentlich gar keine Lust hatte.
Wichtig ist auch die Planung eines realistischen Pensums, welches man permanent durchziehen kann, ohne den Spaß am Leben zu verlieren. 6 Stunden am Tag reichen, wenn man weitgehend auf Vorlesungen verzichtet. Am besten 3 Stunden vormittags und 3 Stunden abends, da die Aufmerksamkeit bei den meisten Menschen mittags ein Tief hat. Und dies jeden Tag, außer am WE. So vermeidet man Ausbrennerlebnisse, die den Studienerfolg tatsächlich schmälern.


Zuletzt bearbeitet von Thali1 am 04 März 2006 - 22:11:43, insgesamt einmal bearbeitet
Thali1
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 314
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 03 März 2006 - 22:11:29    Titel: Anrechnung

Hab noch was,

Die FH-Scheine kannst Du an der Uni nicht anrechnen, da Du im öffentlichen Recht Staatsrecht, Grundrechte und Verwaltungrecht mit Polizei-, Kommunal- und Baurecht zu machen hast, da ist Sozialrecht nur ein kleiner und auch ziemlich spezifischer Anteil.
Im Zivilrecht sind dementsprechend der allgemeine Teil des BGB, allgemeines Schuldrecht, besonderes Schuldrecht und Sachenrecht angesagt. Familienrecht und Erbrecht sind auch wichtige Bereiche.
Mit Deinen bisherigen Scheinen kannst Du da wohl zu wenig abdecken.
(Genaueres findest Du in der jeweiligen JAPrO- Juristenausbildungs- und Prüfungsordnung (spezielles Landesrecht, ich hoffe, die Vorschrift heißt überall gleich) und diese auf den Fakultätshomepages.)

Wundert mich, daß man in Köln nur eine Hausarbeit schreiben muß. In Tübingen sind 6 Hausarbeiten (wichtige Übung zum späteren Abfassen von Urteilen und Gutachten) und 6 Klausuren vorgesehen, sowie 2 Grundlagenscheine. Nur zur Info.

Da fällt mit grad ein... An manchen Unis gibt es zusätzliche Seminarscheine. Für solche könnten Deine Scheine evtl. anrechenbar sein.
Celest
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Anmeldungsdatum: 04.11.2005
Beiträge: 70

BeitragVerfasst am: 05 März 2006 - 23:36:15    Titel:

Nur ne ganz kurze Frage... Was sind Scheine???? Question
Krawallbiene
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Anmeldungsdatum: 15.08.2005
Beiträge: 5181

BeitragVerfasst am: 05 März 2006 - 23:39:07    Titel:

scheine sind klausuren bzw wenn du sie bestanden hast ist das dein schein dann...
Solar
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Anmeldungsdatum: 20.12.2005
Beiträge: 59

BeitragVerfasst am: 06 März 2006 - 09:49:55    Titel:

Pfft.. 10 Stunden am Tag lernen ist absoluter Schwachsinn...
Die Leute, die sowas erzählen, sind entweder Streber, die viel zu viel machen und kein Privatleben mehr haben, oder Angeber, die sich für total geil halten weil sie Jura studieren - da das ja ein soooo anspruchsvolles Studium ist -, oder sie sind unterdurchschnittlich belichtet und brauchen 10 Stunden täglich um mit dem Stoff klar zu kommen. Ich kenne niemanden, der auch nur annähernd so viel lernt (Wann soll man denn noch in die Uni, wenn man 10h am Tag lernt).

Ich würde durchaus sagen, dass man 2 bis maximal 4 Stunden am Tag am Lernen ist, wobei das am Anfang des Studiums auch nicht grade der Fall ist (Die ersten 2 Semester sind sehr entspannt) und erst später anzieht.
Das Jahr vor dem Staatsexamen ist natürlich was anderes - hier landet man dann tatsächlich bei 10 Stunden Lernen am Tag, wenn man fleißig ist. Aber dafür hat man auch keine Uni mehr.

Glaubt nicht jeden Mist bzgl. des Schwierigkeitsgrades eines Studienganges.
Wenn du mit den Leuten redest, wird dir jeder erzählen dass SEIN Studium ja das anspruchsvollste überhaupt ist.
Ich persönlich habe schon 2 Fächer anstudiert und empfinde Jura als sehr angenehm.
Man sollte schon etwas für Deutsch übrig haben aber man muss generell nicht sonderlich helle sein, wenn ihr mich fragt. Die Verständnisprobleme halten sich sehr im Rahmen, viel mehr besteht das Studium aus Lesen, Lernen Anwenden. Aber sonderlich schwer oder kompliziert ist die Thematik nicht, nur eben viel Aufwand.
Solar
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Anmeldungsdatum: 20.12.2005
Beiträge: 59

BeitragVerfasst am: 06 März 2006 - 23:33:01    Titel:

@Thali: Hört sich gut an.
Das halte ich auch für einigermaßen realistisch.
Ich mein, ich steh ja erst am Anfang, von daher ists nun noch nicht so der Stress - komme noch gut mit 2-4h täglich aus, ich wüsste noch garnicht, was ich denn 6h täglich lernen sollte... (wobei ich momentan auch 8-9h täglich an der HA sitze, was mir aber nicht sonderlich viel ausmacht, da es mir Spaß macht den Fall zu lösen). Dass die Vorlesung meist überflüssig sind, hab ich auch bemerkt - nächstes Semester werde ich auch anstatt morgens an die Uni zu gehen eher 3h lernen und dann nachmittags nochmal ranklotzen.
Im Prinzip is das ja wie Urlaub - abends kann man nämlich dann trotzdem noch was machen! Cool

Zitat:
Wichtig ist auch die Planung eines realistischen Pensums, welches man permanent durchziehen kann, ohne den Spaß am Leben zu verlieren.


Ein sehr weiser Satz, ebenso wie das hier:

Zitat:
Jura hat aber den großen Vorteil kein Talentfach, wie Mathematik oder Latein, zu sein. Für Jura braucht man nur gute sprachliche Fähigkeiten, ein sicheres soziales Urteilsvermögen und Fleiß. Somit kann praktisch jeder dieses Fach lernen.


Gehe ich 100% konform mit!
Sony-87
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Anmeldungsdatum: 13.11.2005
Beiträge: 196
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 07 März 2006 - 01:42:26    Titel:

wow, da fühlt man sich doch gleich viel motiverter das Fach anzugehen, danke ihr Beiden Smile
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