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Anarcho-Kapitalismus, eine Illusion ?
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Anarcho-Kapitalismus, eine Illusion ?
 
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Philskow
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Anmeldungsdatum: 01.02.2006
Beiträge: 221

BeitragVerfasst am: 11 Apr 2006 - 10:52:42    Titel:

*seufz* Na gut, mal noch was anderes:
Wie können denn deiner Meinung nach im Kapitalismus nicht-profitträchtige gesellschaftliche Ziele wie Umweltschutz erreicht werden?
Dirk Nerge
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Anmeldungsdatum: 06.12.2005
Beiträge: 323

BeitragVerfasst am: 12 Apr 2006 - 15:28:17    Titel:

Das Thema Ökologie wurde in diesem Thread bereits angesprochen.

Eine mögliche Sichtweise zum Verhältnis zwischen Ökologie – Staat – Marktwirtschaft könnte wie folgt aussehen:

Umweltbewusstsein entwickelt sich primär innerhalb der Bevölkerung (Marktteilnehmer) und weniger bis gar nicht durch den Staat. Der Staat reagiert nur auf die ökologischen Bedürfnisse der Menschen, nicht selten abweisend oder zögernd. Diesbezüglich war der Staat oftmals daran interessiert, Umweltauflagen gar nicht oder nur mäßig umzusetzen. Der Staat begründete diese Untätigkeiten u.a. mit dem möglichen Verlust an Arbeitsplätzen. Erst durch den Druck der Bevölkerung, die zudem die einseitigen Argumente staatlicher Stellen widerlegten, bemühte sich der Staat allmählich um ökologische Standards.

Daran wird deutlich, dass der Staat quasi als Eigentümer der Natur auftritt und lebenserhaltende Grundbedürfnisse der Menschen nur mühsam zu befriedigen suchte.

Die Marktwirtschaft reagiert diesbezüglich flexibler und entwickelt zunehmend umweltfreundliche Produktionsverfahren und naturverträgliche Güter. Würde in dieser Hinsicht eine unmittelbare Beziehung zwischen Bürgern (Marktteilnehmern) und Marktwirtschaft verstärkt, wäre ggf. mit einer Beschleunigung des Umweltbewusstseins und der Produktion/dem Handel ökologischer Produkte und Verfahren zu rechnen. Es scheint, als ob der Staat als quasi Eigentümer der Natur die marktwirtschaftliche Relevanz der ökologischen Entwicklung eher eingeengt hat. So wurde die Ökologie als eine der stärksten Zukunfts- Und Wachstumsbranchen vom Staat lange Zeit verkannt. Es bedürfte also, aus dieser Sichtweise, einer verstärkten marktwirtschaftlichen Öffnung, um die Umwelt weniger zu belasten.
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 12 Apr 2006 - 16:27:13    Titel:

Ich bin nicht ganz so zuversichtlich, dass kognitives Umweltbewusstsein und praktische Kaufentscheidung wirklich viel miteinander zu tun haben.

Würdest du die Leute fragen, würde vermutlich eine satte Mehrheit der Deutschen für eine saubere Umwelt und umweltfreundliche Produktionsmethoden sein. Schaust du dir die selben Leute beim gedankenlosen Einkauf an, so wird das faktische Ergebnis anders aussehen.

Das ist so ähnlich wie mit den deutschen Arbeitsplätzen. Klar, jeder will, dass Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen werden und jeder jammert über die Billigkonkurrenz. Für sich allerdings beschäftigt man schon gerne mal ein paar billige Polen oder rennt zu Aldi und Mediamarkt um dem geilen Geiz zu frönen.

Allerdings ist das auch logisch. Während ich bei einer Wahlentscheidung, die alle paar Jahre zu fällen ist, schon erwarten möchte (darf?), dass sich der Wähler etwas ausgiebiger Gedanken macht, wäre mir persönlich der Aufwand auch zu groß, bei jedem Einkauf eine Umweltverträglichkeitsstudie für jedes Produkt anzufertigen. Zumal mir die Zeit und die Informationen hierfür fehlen.

Gruß
Pauker
Dirk Nerge
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Anmeldungsdatum: 06.12.2005
Beiträge: 323

BeitragVerfasst am: 12 Apr 2006 - 16:49:52    Titel:

Pauker hat geschrieben:

Zitat:
Ich bin nicht ganz so zuversichtlich, dass kognitives Umweltbewusstsein und praktische Kaufentscheidung wirklich viel miteinander zu tun haben.


Ach, wenn erst der R E P L I K A T O R entwickelt ist, dann ist das alles kein Problem. Dank Deiner Marktverwertungsfrage baue ich ja selber dran, weiß im Moment bloß nicht, ob ich die Schrauben links oder rechts anziehen muss. Bin auch erst beim Gehäuse. Das Innenleben kaufe ich mir noch auf dem Flohmarkt zusammen. Hoffentlich werde ich, wenn ich fertig bin, nicht von der M A T R I X verschluckt. Ich hoffe, ihr holt mich dann daraus. Wie es mit Beteiligungen aussieht? Weiß ich noch nicht.
Durchblick 65
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 615

BeitragVerfasst am: 13 Apr 2006 - 22:49:12    Titel:

x

Zuletzt bearbeitet von Durchblick 65 am 29 Jun 2006 - 14:53:24, insgesamt einmal bearbeitet
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 14 Apr 2006 - 02:43:21    Titel:

Zitat:
*seufz* Na gut, mal noch was anderes:
Wie können denn deiner Meinung nach im Kapitalismus nicht-profitträchtige gesellschaftliche Ziele wie Umweltschutz erreicht werden?



Indem wir sie profitabel machen. In einer Anarcho-Kapitalistischen Gesellschaft gibt es keine "Umwelt", da alles privatisiert ist. Was wir verschmutzen, gehört uns, oder irgendjemanden, der es uns erst einmal erlauben muss. Und der würde es sich schon etwas kosten lassen, so dass wir besser "profitabler" produzieren, damit wir nicht so viele Entschädigungszahlungen zu leisten haben.

Der Staat kann, muss nicht Garant für Umweltschutz sein. Nimm als Beispiel die umweltverschmutzende Schwerindustrie der DDR. Da die Umwelt keinem gehörte, ausser dem "Staat", durfte er auch mit ihr anstellen, was er wollte.
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 14 Apr 2006 - 06:15:18    Titel:

Und wen machen wir zum Eigentümer der Umwelt? Wichtig für Eigentum ist auch, dass die Nutzung für Nichteigentümer eingeschränkt werden kann. Ich sehe das bei z.B. bei der Atemluft als technisch unmöglich an.

Gruß
Pauker
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 14 Apr 2006 - 12:01:34    Titel:

Pauker hat folgendes geschrieben:
Und wen machen wir zum Eigentümer der Umwelt? Wichtig für Eigentum ist auch, dass die Nutzung für Nichteigentümer eingeschränkt werden kann. Ich sehe das bei z.B. bei der Atemluft als technisch unmöglich an.


Dieses Problem besteht doch auch bei einer staatlichen Lösung. Oder hast Du irgendeine Handhabe, wenn deine Atemluft verschmutzt wird, solange die durch eine kleine Gruppe Menschen festgelegten Grenzwerte nicht überschritten werden ? Hast Du eine Handhabe, wenn die Grenzwerte im Nachbarstaat viel höher liegen ?

Wenn es aber keinen Staat gibt, dafür aber zugesicherte Eigentumsrechte, hättest Du wenigstens das Recht, eine Einigung mit dem Luftverschmutzer zu suchen, während bei staatlich diktiertem Umweltschutz per Definition keine Verschmutzung vorliegt.
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 16 Apr 2006 - 23:28:13    Titel:

Bleibt aber trotzdem die Frage, wer der Eigentümer sein soll. Im Augenblick maßt sich der Staat an Grenzwerte festzulegen und z.B. Ökosteuer zu erheben. Ist zwar nicht perfekt aber immer noch besser als nichts.

Im Übrigen auch so eine Sache, wo der Markt nicht so recht funktionieren will, weil kein Homo oeconomicus am Werk ist.
Kein SChwein kauft ein 3-Liter-Auto. Warum? Will keiner die Umwelt schützen? Doch in Sonntagsreden schon. Aber spätestens beim Autokauf sind die verbrauchsarmen Sardinenbüchsen einfach uncool, selbst wenn sie auf Dauer sogar billiger wären.

Gruß
Pauker
coffeinjunky
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 16 Apr 2006 - 23:50:31    Titel:

Sheep hat folgendes geschrieben:
Wenn es aber keinen Staat gibt, dafür aber zugesicherte Eigentumsrechte, hättest Du wenigstens das Recht, eine Einigung mit dem Luftverschmutzer zu suchen, während bei staatlich diktiertem Umweltschutz per Definition keine Verschmutzung vorliegt.


Wie viel Luft bekommt den der einzelne per Eigentumsgarantie zugesagt? Bekommen Sportler mehr als andere? Diese verbrauchen ja auch mehr Sauerstoff. Und angenommen ein Nicht-Sportler wird plötzlich zum Sportler und verbraucht mehr Luft als ihm zusteht. Wie verhindert man denn dann, dass derjenige diese ihm nicht zustehende Luft einfach atmet? Und wenn ich als Luftbesitzer vermute, dass jemand die Luft verpestet, wie genau soll denn da die Gerichtsbarkeit ablaufen?

Also ich bin ziemlich dankbar dafür, dass es einen Staat gibt, der Grenzwerte erlässt und Kontrollen durchführt um meine Luft für mich pauschal sauber zu halten. Dafür zahle ich auch gerne Steuern! Very Happy

Und wie schön, dass sogar die "reine Lehre" anerkennt, dass es Güter gibt, um die sich ein übergeordnetes Gemeinwesen kümmern sollte. Denn nicht alles lässt sich mit einem Markt oder mit Eigentumsgarantien lösen. Insbesondere dann nicht, wenn das Objekt sich nicht um ein handelbares Gut handelt. Und schon gar nicht, wenn das Ausschlußprinzip nicht gegeben ist.

Beste Grüße
coffeinjunky
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