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Globalisierung - Segen oder Fluch ?
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Globalisierung - Segen oder Fluch ?
 
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masterofdisaster
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Anmeldungsdatum: 08.02.2006
Beiträge: 913

BeitragVerfasst am: 18 März 2006 - 18:35:43    Titel:

Zitat:
Gerade der Export ist ein Beispiel dafür wie viel Geld verdient wird, ohne dass die große Masse der Bevölkerung rein arbeitstechnisch und verdienstmäßig etwas davon hätte. Schau mal in ein solches Exportgut hinein. In Stern-TV haben sie vor kurzem eine deutsche Spülmaschine auseinander genommen. Die war zu 70 % nicht deutsch. Auch deutsche Markennamen sind meist billig im Ausland produziert. Dann kommt hier noch ein bisschen Marketing und Entwicklung drauf, fertig ist das Exportgut... aber leider hat der Arbeitnehmer recht wenig davon. Bei Audi, Adidas u.ä. ist es nicht viel anders.


Ohne den Export würde die Lage in Deutschland noch viel dunkler ausfallen. Es ist doch im Gegenteil so, dass die exportorientierten Unternehmen schon seit Jahren Arbeitsplätze schaffen, das geht nur leider in der Pessimismus-Orgie völlig unter.
Dass "deutsche" Produkte auch gorße Anteile internationaler Vorleistungen enthalten ist meines Erachtens nach genau wofür der Handel (=die Globalisierung) gut ist: Jeder konzentriert sich auf die Produkte, ide er am besten herstellen kann. Wenn nun also eine "deutsche" Spülmaschiene "einfache" Teile enthält, die günstiger im Ausland herzustellen sind, dann erhöht das nur die Wettbewerbsfähigkeit der Hersteller. Ich glaube nicht, dass diese Entwicklung (insgesamt) negativ zu betrachten ist.
Wenn wir es schaffen die deutschen Probleme zu lösen, dann profitiert nicht nur die (steigende) Anzahl der Menschen, die für den Export arbeiten, sondern die Globalisierung kommt Allen zu gute.
Das soll jetzt natürlich nicht heissen, dass ich nicht auch die Probleme sehe, die mit diesem Wandel einhergehen, aber ich glaube auch nicht, dass (wenn wir es schaffen die Rahmenbedingungen richtig zu setzten) es bald für den Großteil der deutschen Bevölkerung keine Arbeit mehr geben wird.
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 18 März 2006 - 20:20:47    Titel:

Dann macht doch mal Vorschläge, wie man die Masse an geringqualifzierten und oft auch nicht hochqualifizierbaren Menschen mit einem menschenwürdigen Leben (d.h. einer Aufgabe im Leben und einem menschenwürdigen Mindesteinkommen versorgen soll).

Wie viel wären diejenigen die in der zukünftig hochspezialisierten Welt in diesem Land noch hochqualifizierte Arbeit verrichten denn bereit von ihrem Einkommen abzugeben. Nehmen wir mal an, dass nur noch die Hälfte der Erwerbsfähigen eine kostendeckende Arbeit finden. Wären die dann "Reichen" bereit einen großen Teil ihrer Einkünfte für die andere Hälfte dieses Landes abzutreten oder würde dann nicht eine neue Gerechtigkeitsdebatte losgehen, die darin endet, dass eben jene Leistungsträger dann auch noch abwandern?

Das Bürgergeld klingt auf den ersten Blick schon gut. Gibt es Modellrechnungen, was so etwas kosten könnte? Ist das überhaupt auf angemessenem Niveau finanzierbar? Wie sieht es mit dem Leistungsanreiz aus? Würde das nicht in die falsche Richtung gehen...? Aber da wären wir wieder bei einem anderen Thema.

Gruß
Pauker
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 18 März 2006 - 21:14:07    Titel:

Pauker hat folgendes geschrieben:
Das Bürgergeld klingt auf den ersten Blick schon gut. [...] Wie sieht es mit dem Leistungsanreiz aus? Würde das nicht in die falsche Richtung gehen...?


Leistungsanreiz besteht, wenn für Leistung bezahlt wird. Im Moment verbleiben einem ALG2-Empfänger bei Aufnahme eines 400-Euro-Jobs lediglich 98 Euro (nach Abzug gesetzlicher Abgaben und pauschaler Abzugsbeträge). Darin unterscheidet sich die Idee des Bürgergelds von der Sozialhilfe, indem vom ersten verdienten Euro an sich die Leistung in barer Münze widerspiegelt.
borabora
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Moderator


Anmeldungsdatum: 05.06.2005
Beiträge: 6273

BeitragVerfasst am: 19 März 2006 - 15:15:59    Titel:

@ pauker

klar, Sozialwissenschaftler haben das ausgerechnet. Es wird davon ausgegangen, indem sämtliche Ämter geschlossen werden und alle anderen Transferleistungen abgeschafft werden genug Geld für ein Bürgergeld zur Verfügung steht.

z.B Ulmer Modell http://de.wikipedia.org/wiki/Ulmer_Modell
http://www.uni-ulm.de/~hpelzer/BG/Text/Titel.html

hier: http://www.grundeinkommen.info/ noch mehr Infos

.... und irgendwo gibts hier auch nen langen Thread dazu...
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 19 März 2006 - 17:59:33    Titel:

Lamasshu hat folgendes geschrieben:
Damit meine ich, dass die untere Prestigeklasse der Arbeitslosen durch das Bürgergeld schnell durch die einfachen Reinigungskräfte, Dienstleistungsberufe usw. ersetzt wird. Ich gehe davon aus, dass solche Berufe allein durch den psychologischen Effekt und den Wegfall der finanziellen Notwendigkeit deutlich weniger nachgefragt werden würden.


In den USA hat sich nach Einführung des Bürgergelds in Form einer negativen Einkommenssteuer genau das Gegenteil ergeben, der Niedriglohnsektor wurde enorm belebt. Grund: Jeder zusätzlich verdiente Dollar macht sich in der Summe aus Einkommen und negativer Einkommenssteuer bezahlt. "Make work pay".
coffeinjunky
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 19 März 2006 - 18:08:24    Titel:

masterofdisaster hat folgendes geschrieben:
ps: Ich glaube, wir bräuchten mal einen Bürgergeld-thread


Na dann, bitte schön!

http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/49765,0.html

Belebt ihn doch einfach wieder.

Beste Grüße
coffeinjunky
masterofdisaster
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Anmeldungsdatum: 08.02.2006
Beiträge: 913

BeitragVerfasst am: 19 März 2006 - 18:22:23    Titel:

Zitat:
In den USA hat sich nach Einführung des Bürgergelds in Form einer negativen Einkommenssteuer genau das Gegenteil ergeben, der Niedriglohnsektor wurde enorm belebt. Grund: Jeder zusätzlich verdiente Dollar macht sich in der Summe aus Einkommen und negativer Einkommenssteuer bezahlt. "Make work pay".


Die Frage ist dabei aber welcher Zustand vorher geherscht hat. Wenn es vorher stärkere Unterstützung durch den Staat gegeben hat, dann macht das ja auch Sinn, weil jetzt der relative Anteil des Arbeitseinkommen am Gesamteinkommen größer ist, als wenn jemand vorher zusätzlich zur Arbeitslosenhilfe gearbeitet hat (hätte). Das heisst aber auch, dass wenn jemand jetzt nicht mehr arbeitet, er weniger hat als vor der Einführung der negativen Einkommenssteuer. Sonst würde ja der Anreiz fehlen, der, wie du sagst, jetzt mehr Leute zum Arbeiten veranlasst, als vorher.
Es kommt auch immer auf die konkrete Ausarbeitung des Bürgergeldes an. Ich bezweifel aber, dass wenn jedem Bürger pauschal 1000 Euro überwiesen würden, die Anzahl der Menschen, die eine geringqualifizierte Tätigkeit für wenige 100 Euro im Monat mehr ausüben würden, gleichbleibt, oder sogar steigt.
Dirk Nerge
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Anmeldungsdatum: 06.12.2005
Beiträge: 323

BeitragVerfasst am: 19 März 2006 - 22:28:54    Titel:

Bezüglich der psychischen Anreize zur Arbeitsaufnahme bei Erhalt von Bürgergeld/Grundeinkommen sollten vielleicht noch konsumtionelle Effekte einbezogen werden. Es wäre ja denkbar, dass zum Beispiel 1000 Euro Grundeinkommen pro Person die Konsumnachfrage erhöhen und im weiteren Verlauf auch die Ansprüche steigen, so dass zusätzlich erbrachte Einkommen durchaus sinnvoll erscheinen. Dieses Prinzip wurde in den USA durch günstige Hypothekenzinsen stimuliert, wobei sich die Frage stellt, ob solche Stimulationen durch das Bürgergeld/Grundeinkommen (zum Teil) ersetzt werden können. Entscheidend wird sein, welche Konsum-Branchen innovativ und somit zukunftsträchtig sein werden. Das könnte durch ein Bürgergeld/Grundeinkommen entscheidend beeinflusst werden. Doch sollte klar sein: die ökonomische Zukunft wird durch die Entwicklung des Konsums bestimmt. Alles andere ist Firlefanz.
Dirk Nerge
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Anmeldungsdatum: 06.12.2005
Beiträge: 323

BeitragVerfasst am: 19 März 2006 - 22:57:00    Titel:

...und somit kommt es darauf an, dass diese Gesellschaft dazu übergeht, die (konsumtionellen) Ansprüche zu steigern. Der Kapitalismus ist dadurch überhaupt entstanden und der Sozialismus/Kommunismus ist durch sein mental zu geringes Anspruchsdenken untergegangen. Wer also in der Globalisierung überleben will, darf nicht „nach unten“ denken.
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 20 März 2006 - 01:25:19    Titel:

Dirk Nerge hat folgendes geschrieben:
...und somit kommt es darauf an, dass diese Gesellschaft dazu übergeht, die (konsumtionellen) Ansprüche zu steigern. Der Kapitalismus ist dadurch überhaupt entstanden und der Sozialismus/Kommunismus ist durch sein mental zu geringes Anspruchsdenken untergegangen. Wer also in der Globalisierung überleben will, darf nicht „nach unten“ denken.


Dazu ist nur noch zu sagen, dass nicht nach keynesianischen Prinzip reiner Konsum Wohlstand steigert. Dirk meint hier ( und ich hoffe ich interpretiere ihn richtig ) die "Lust auf Konsum", und das daraus folgende Streben nach zusätzlichen Einkommen - zum lediglich Existenz sichernden Grundeinkommen, das Wohlstandswachstum beflügelt.
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