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Wie lässt sich Ausländerfeindlichkeit objektivieren?
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Bürger
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
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BeitragVerfasst am: 18 Apr 2006 - 02:50:01    Titel:

Durchblick 65 hat folgendes geschrieben:
@Bürger :Ruanda war bewußt gewählt. Die Voraussetzungen dort erfüllten alle deine hier immer eingeforderten Umstände ,die Gewalt verhindern würden.

Nach deiner Meinung.....

Allerdings mit einer klitzekleinen Ausnahme....diese klitzekleine Ausnahme fehlt auch stetig in deinen Post`s !

Denk selber nach !


Immer diese altklugen Attitüden ohne entsprechenden inhaltlichen Background..

Der erste Satz von dir ist schon Unsinn. Ich habe nie von Voraussetzungen gesprochen die Gewalt absolut verhindert sondern von Maßnahmen die Gewalt einschränken. Dass diese in Ruanda alle im entsprechenden Maße eingesetzt wurden, halte ich ich ebenfalls für ein Gerücht. Deine Modefragen sind jedenfalls keine solches Kriterium.

Existierten in Ruanda keine Vorurteile? Wohl kaum. Existierten in Ruande keine politischen Interessen hinter den jeweiligen Bevölkerungsgruppen? Sie existieren. Heizte die Presse in den jeweiligen Interessensspären nicht die gegenseitigen Vorwürfe an und sorge für eine Entmenschlichung des jeweiligen Gegners? Doch sie tat es, nachweislich.

Also hast du mit deinem vorschnellen Urteil wieder einmal Unrecht, das Gegenteil ist richtig. In Ruanda kammen alle negativen Aspekte, die ich nannte und welche Gewalt begünstigen, zusammen.

Mit freundlichen Grüßen
ein
Bürger
Durchblick 65
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 615

BeitragVerfasst am: 18 Apr 2006 - 10:53:43    Titel:

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Zuletzt bearbeitet von Durchblick 65 am 29 Jun 2006 - 14:45:58, insgesamt einmal bearbeitet
Bürger
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
Beiträge: 2016
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 18 Apr 2006 - 14:23:38    Titel:

Das hättest du einfacher haben können, indem du dass sagst was alle die Vorurteile haben stets zur Berechtigung ihrer Vorurteile sagen, nämlich die Opfer solcher Vorurteile sind selber schuld. Am bekanntesten ist dieser Spruch von den Nazis "Die Juden sind selber schuld".
Ich benutze ihn bewusst als Metapher, weil die Konsequenzen dieses Satzes uns allen geläufig ist, dass bedeutet aber nicht ich würde dich politisch in diese Ecke stellen. Aber du könntest mit dieser Art der Argumentation leicht den Boden bereiten für eine analoge Ecke, in der dann Muslime oder Türken stehen, auch wenn du das nicht bewusst vorhast.

Dass sich im Falle einer gegenseitigen Aufstachelung Gewalt und Gegengewalt stärken ist von mir erwähnt worden, aber dann ist das Kind längst in den Brunnen gefallen.

Ich halte das nur für eine billige Rechtfertigung um Vorurteile die der einzelne ungern zugibt und danach trachtet sie zu rechtfertigen indem er sagt "Die Juden sind selber schuld" um diesen Satz als Metapher zu gebrauchen.

Aus dem etwas umständlichen Text geht hervor dass du Vorurteile gegenüber bestimmten Gruppen für gerechtfertigt hältst, allein eine solche Verallgemeinerung ist schon wissenschaftlich nicht haltbar Sie aber als das fehlende Glied im Erklärungsansatz von Gewalt zu stilisieren erzeugt dagegen nur Kopfschütteln die Rechtfertigung der Vorurteile ist zu offensichtlich und in dieser allgemeinen Form abzulehnen.

Zuerst verstand ich deinen Einwand mit dem Jesuszitat nicht, dann aber fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Deine Sichtweise ist reduktionistisch, du siehst Vorurteile, deren Abwehr oder Implementation offensichtlich als Auseinandersetzung zweier Gruppen, die du gegeneinander aufzuwiegen beabsichtigst. Nur so ergibt das Zitat einen Sinn, weil du mir vorwirfst wenn ich dass in deinen Augen kleinere Übel die Vorurteile der wie auch immer definerbaren guten Gruppen beosnders hervorhebe, während ich die vermeintlichen Untaten der anderen Gruppe gar nicht erwähne die doch deiner Ansicht nach den Unwillen der Mehrheit erst erzeugen und daher schuldig sind.

Tut mir leid, aber ich denke nicht in diesen Dimensionen, weil es sich dabei um unzulässige Verallgemeinerungen handelt und die Reduktion des individuellen Verhaltens auf eine vermeintliche oder tatsächliche Vehalten der Gruppe. Diese Sichtweise entspricht, auch wenn es dir nicht bewusst ist, dem alten völkischen Denken, dass nebenbei natürlich auch anderswo existiert.

Es widerspricht in eklatanter Weise den Pinzipien unseres Grundgesetzes die Vorurteile dieser Art, sollten sie sich in eine Handlung manifestieren die das Opfer eines Vorurteils benachteiligen oder bevorzugen verbietet.

Es ist aber auch inhaltlich falsch, wenn man diese Vorurteile untersucht. Wenn ein Satz schon beginnt mit "Die Türken sind...." und dann individuelle Merkmale kommen, dann ist das Vorurteil schon sichtbar. Viele von uns haben sich aber an solche Sätze gewöhnt, und sie erscheinen vielen als ganz normal und sie regen sich auf, wenn man ihnen erklärt, dass die Art und Weise, in der sie immer über andere urteilten primitiv und falsch sei.

Daher kann der Satz "Die Türken sind selber schuld, weil...." nicht stimmten weil die Türken gar nicht die Taten begehen derer sie bezichtigt werden sondern die Taten werden von einzelne Individuen begannen, die dafür natürlich zur Verantwortung gezogen werden müssen und wenn man es ihnen nachweisen kann auch werden.

Wenn ein Dieter zur Wehme oder ein Harmann, ich hoffe ich habe die Namen richtig geschrieben ihr Unwesen treiben, sagt keiner "Die Deutschen sind schuld.....".

Ein solches Urteil lehnen die meisten sofort als falsch ab und sagen "Blödsinn, das sind Einzelfälle, ein paar Mördern stehen Millionen gegenüber die unschuldig sind"

Bei den Türken, den Italienern, den Albanern und den Spätaussiedlern ist das anders. Da sind Sätze "Die Türken sind doch krank, da hat es wieder einen Ehrenmord gegeben" oder "Die Russendeutsche sind besonders gewalttätig" völlig normal und werden akzeptiert. Hier hat eine Umkehrung der Realitätswahrnehmung stattgefunden die Ausnahmen die es in jeder Gruppe gibt, werden zum Normalen erklärt und dass ist stochastisch nachprüfbar und kann als falsch widerlegt werden.

Der Satz "Die .... sind selber schuld..." ist also im Allgemeinen falsch, weder sind die Hutus noch die Tutsi für die Massaker verantwortlich die aus ihren Reihen begannen worden, es sind immer die Täter verantwortlich. Das gleiche gilt für die Tutsi die sich überheblich gezeigt haben, es waren nicht die Tutsi, sondern höchstens viele Tutsis, vielleicht aber auch nur wenige Tutsis die sich überheblich gezeigt haben, genauso wie man das den Juden in den dreissiger Jahren nachgesagt hat, sie seien alle Betrüger und Wucherer oder den deutschen Touristen im Ausland nachsagt, sie zeigten eine unglaubige Arroganz.

Was du versuchst ist nicht die Probleme zu lösen sondern du intensivierst ganze noch, in der völlig irrigen Annahme durch eine allgemeine Rechtfertigung von Vorurteilen eine Art Druck abzubauen, nach einem primitiven Dampfdruckmodell in der noch absurderen Vorstellung Vorurteile würden im schuldhaften Verhalten einer Gruppe zu finden sein und wenn man diese Vorurteile erlauben und nicht als solche verurteilen würde, könnte sich dieser Druck nicht aufbauen.

Entsschuldige, dass ist grotesk, weil die Bildung von Vorurteilen eben den Druck erst aufbaut, wenn wir uns schon an dieser Metapher versuchen. Die öffentliche Rechtfertigung und das Gutheissen von Vorurteilen schmeichelt höchstens der Weltsicht derjenigen die mehr oder weniger bewusst oder unbewusst tiefe Vorurteile besitzen und die es "schon immer wussten".

Vorurteile können nicht bekämpft werden, in dem sie als sankrosant erklärt werden, leider droht so etwas zur Zeit.
Vorurteile bekämpfen sich dadurch dass öffentlich in den Medien gezeigt wird, dass die Vorurteile unbegründet oder völlig überzogen sind, nicht in dem man das Verhalten der Ausnahmen zur Regel erklärt, um letztlich Gewalt doch zu rechtfertigung, nach dem Motto "Die Juden sind doch selber schuld...."

Nein, die Juden waren und sind nicht selber schuld, auch die Tutsis, die Bosnier oder Kosowo-Bewohner nicht und auch die Türken und Muslime haben nicht den 11.9 zu verantworten. Auch die Deutschen sind nicht am Holocaust schuld, sondern bestimmte Deutsche in unterschiedlichen Anteilen, manchmal mehr als man in Deutschland gewöhnlich zuzugeben bereit ist, aber eben auch nicht die Deutschen im Allgemeinen und erst recht nicht die, die heute leben.

Schuld tragen einzelne Menschen aber keine ethnischen Gruppen. Wäre das anders hätten die Juden wohl das Recht gehabt die Deutschen nach dem Holocaust zu töten.

Vorurteile sind aber nichts anderes als die Verallgemeinerung von Verhalten einzelner auf eine Gruppe, insbesondere auf eine Gruppe die sich äusserlich unterscheidet, einer andere Ethnie oder Kultur angehört.

Eine Mitverantwortung kann also höchstens denen zugeschrieben werden, die sich kritikwürdig im Sinne des Vorurteils verhalten, aber nicht der ganzen Gruppe, der sie angehören. Die Verantwortung aber, daraus Vorurteile abzubilden und diese gegen die ganze Gruppe als Rechtfertigung für Diskriminierung bis hin zur Gewaltanwendung zu konstruieren, liegt bei denen, die diese Vorurteile erzeugen, verbreiten und bei sich selber pflegen und nicht bei den Mitgliedern der Gruppe, gegen die sich diese Vorurteile richten. Denn kritikwürdiges Verhalten Einzelner wird es in jeder Gruppe geben, dass lässt sich kaum vermeiden. Als Rechtfertigung für Vorurteile darf dies nicht geltend gemacht werden, weil damit jedes Vorurteil gerechtfertigt ist, sobals dich nur ein Einzelner aus der Gruppe gegen die sich die Vorurteile richten falsch verhält.
Das Ungerechte und Unsinnige an dieser Sichtweise, das Verhalten Einzelner als Rechtfertigung für ein Vorurteil zu erklären, wird einem sofort deutlich, wenn man diese absurden Rechtfertigungskriterien an der eigenen Gruppe, der man angehört austestet, ganz im Sinne des kategorischen Imperativs von Kant verbietet sich das von selbst.


Mit freundlichen Grüßen
ein
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powi
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BeitragVerfasst am: 18 Apr 2006 - 20:17:01    Titel:

Um einmal zum eigentlichen Thema zurückzukehren, dass sich ja mit der wissenschaftlichen Messung von Fremdenfeindlichkeit beschäftigen wollte.

Hier und da wurden bei einigen Zweifel darüber geäußert, ob denn diese Form der extremen politischen Einstellung überhaupt messbar sei. Ja, ist sie. Auch wenn Begriffe wie Ausländerfeindlichkeit, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus nicht exakt dasselbe ausdrücken, hängen sie dennoch sehr eng miteinander zusammen.

Große Bedeutung hat hier die sog. "Rechtsextremismusskala" erlangt, die in einer repräsentativen Umfrage einen Katalog von zehn Items vorgestellt hat, anhand derer sich die Befragten entsprechend einer eher rechtsextremen oder nicht-rechtsextremen politischen Einstellung einordnen ließen. Antwortmöglichkeiten nur Zustimmung oder Ablehnung des Statements.

Hier die zehn Items:

1. Stolz, Deutscher zu sein
2. Mut zu mehr Nationalgefühl
3. Vorrang des Gemeinswohls
4. Diktatur manchmal besser
5. NS hatte auch gute Seiten
6. Hitler war ein großer Staatsmann
7. BRD ist gefährlich überfremdet
8. Ausländer sollten nur Landsleute heiraten
9. Einfluss der Juden ist zu groß
10. Juden passen nicht zu uns

In Bezug auf Ausländerfeindlichkeit gab es ebenfalls eine groß angelegte Studie, die jedoch nur mit drei Items:

1. Die BRD ist durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet
2. Ausländer sollten grundsätzlich ihre Ehepartner unter ihren eigenen Landsleuten auswählen.
3. Anschläge auf Asylbewerberheime kann ich gut verstehen.
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BeitragVerfasst am: 18 Apr 2006 - 22:25:48    Titel:

Interessant, es wäre hilfreich, wenn du die Studien nennst auf die du dich hier beziehst.

Mit freundlichen Grüßen
ein
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Durchblick 65
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BeitragVerfasst am: 19 Apr 2006 - 00:30:29    Titel:

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Zuletzt bearbeitet von Durchblick 65 am 29 Jun 2006 - 14:45:03, insgesamt einmal bearbeitet
Durchblick 65
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BeitragVerfasst am: 19 Apr 2006 - 00:48:44    Titel: Gleichung

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Zuletzt bearbeitet von Durchblick 65 am 29 Jun 2006 - 14:44:33, insgesamt einmal bearbeitet
powi
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BeitragVerfasst am: 19 Apr 2006 - 21:45:30    Titel:

Zitat:
Interessant, es wäre hilfreich, wenn du die Studien nennst auf die du dich hier beziehst.


Stimmt, die Quelle hätte ich nennen sollen: DFG-Projekt "Politische Einstellungen, politische Partizipation und Wählerverhalten im vereinigten Deutschland 1994 und 1998". Nachzulesen in Falter, Gabriel, Rattinger (2000): Wirklich ein Volk? S. 408 und 445.

Zitat:
@powi : Die einzige wissenschaftliche Methode errechnet sich aus folgender Gleichung :

Summe der ungelösten Probleme multipliziert mit deren Laufzeit bei gleichzeitiger Unterdrückung der Aufarbeitung in`s Quadrat der sich bildenden Vorurteile ( siehe deine Liste ) zur Relation eines möglichen Anlasses addiert mit dem Wirken des Bodensatzes.......


... da fehlt wohl jemandem der "Durchblick"? Wink
Durchblick 65
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BeitragVerfasst am: 19 Apr 2006 - 22:28:12    Titel:

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Zuletzt bearbeitet von Durchblick 65 am 29 Jun 2006 - 14:43:53, insgesamt einmal bearbeitet
Bürger
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BeitragVerfasst am: 20 Apr 2006 - 05:17:05    Titel:

powi hat folgendes geschrieben:
... da fehlt wohl jemandem der "Durchblick"? Wink


Manche Begriffe lassen durchaus mehr als eine Interpretationen zu:

Wer durchblickt sieht nichts

Mit freundlichen Grüßen
ein
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