Ich bräuchte eine Erklärung..
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Mathe-Superman Full Member

Anmeldungsdatum: 04.05.2006 Beiträge: 91
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Verfasst am: 25 Jun 2006 - 10:37:55 Titel: Ich bräuchte eine Erklärung.. |
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Hallo, Musikgenossen!
Was versteht man unter einem Grundton, Obertöne und Teiltöne?
Könnte es jemand gut zusammenfassen?
Danke |
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Carcharoth Senior Member

 Anmeldungsdatum: 18.07.2006 Beiträge: 1539
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Verfasst am: 19 Jul 2006 - 01:05:37 Titel: |
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da du doch Mathe-Superman heißt, schlag doch mal bei Pythagoras nach ;D
ist so in Kürze schwer zu erklären. _________________ Man kann ja nicht alles auf der Welt hochheben und gucken, ob da noch was drunter ist. -- Max Goldt
Einverstanden sein, heißt auch: nicht einverstanden sein. -- Bertolt Brecht |
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frerki Full Member

Anmeldungsdatum: 20.02.2006 Beiträge: 167 Wohnort: 'ne mittlere Großstadt in Norddeutschland...
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Verfasst am: 19 Jul 2006 - 12:14:31 Titel: |
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OK, ich versuche mal, es ganz kurz zusammenzufassen. Also:
Vielleicht hast du dich schonmal gefragt, warum der gleiche Ton (sagen wir z.B. der Ton a) auf jedem Instrument anders klingt? Warum klingt eigentlich ein a auf der Trompete anders als auf dem Klavier oder der Blockflöte? Wie entstehen diese unterschiedlichen Klangfarben?
Nun, das liegt an den Obertönen. Dieses sind ganz bestimmte Töne, die ebenfalls (leise) erklingen, wenn man auf einem Instrument einen Ton spielt. Und da sie allesamt höher sind als der gespielte Ton, nennt man sie "Obertöne", weil sie über dem normalen Ton mitschwingen.
(Ich weiß nicht, ob dir die Namen der Intervalle etwas sagen (Terz, Quarte, Quinte etc.). Für den Fall dass ja, versuch ichs mal:)
Es erklingen nämlich nicht einfach irgendwelche Töne, sondern ganz bestimmte, deren Abstände zueinander immer gleich sind. Der Abstand dieser erklingenden bzw. mitschwingenden Obertöne zum Grundton ist wie folgt:
0. Ton = Grundton
1. OT = Oktave über dem GT
2. OT = Quinte über dem 1. OT (also eine Oktave und eine Quinte über dem GT)
3. OT = Quarte über dem 2. OT
4. OT = große Terz über dem 3. OT
5. OT = kleine Terz über dem 4. OT
6. OT = kleine Terz über dem 5. OT
7. OT = große Sekunde über dem 6. OT
OK, das klingt jetzt erstmal alles sehr kompliziert. Aber vielleicht wird es verständlicher, wenn man mal die komplette Obertonreihe für einen Ton bildet. Nehmen wir doch einfach mal das c'. Bei einem erklingenden c’ (egal auf welchem Instrument) schwingen also folgende Obertöne mit:
GT = c'
1.OT = c'' (also eine Oktave darüber)
2.OT = g''
3.OT = c'''
4.OT = e'''
5.OT = g'''
6.OT = b'''
7.OT = c'''
Selbstverständlich lässt sich die Reihe der Obertöne noch weiter fortsetzen, aber die darauffolgenden Töne schwingen nur noch so schwach mit, dass sie keine so große Rolle mehr spielen.
_______________________________
Soweit, sogut: es gibt also Obertöne (= ganz bestimmte Töne), die gleichzeitig mit jedem erklingenden Ton mitschwingen. Nun war ja aber die Frage: wieso klingt ein a auf der Trompete anders als auf der Blockflöte?
Die Antwort: Weil das Verhältnis ihrer Obertöne ein anderes ist!
Die Klangfarbe eines Instruments ergibt sich nämlich aus der Mischung der mitschwingenden Obertöne, die in unterschiedlicher Lautstärke mitschwingen.
Bei der Querflöte z.B. schwingen nur die ersten beiden OT sehr laut, die nachfolgenden darüber aber sehr leise. Daraus ergibt sich dann der strahlende, klare und (im Idealfall) schöne reine Klang des Instruments.
Bei der Klarinette hingegen schwingt jeder 2. OT laut und die dazwischenliegenden leise. Deshalb klingt eine Klarinette anders als eine Querflöte, auch wenn sie den gleichen Ton spielt!
Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen. Da hat Carcharoth schon recht: das ist ein recht kompliziertes Feld, dass mehr mit Physik und Mathermatik als mit Musik zu tun hat (und dementsprechend sehr schwer zu erklären ist, v.a., wenn man selber gerade erst die Anfangsgründe gelernt hat... ) _________________ Wenn dir das Leben eine Zitrone gibt, mach Limonade draus! |
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Carcharoth Senior Member

 Anmeldungsdatum: 18.07.2006 Beiträge: 1539
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Verfasst am: 19 Jul 2006 - 23:19:22 Titel: |
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wichtig zu wissen (vor allem für die Beschäftigung mit moderner Musik, die diese physikalischen Gegebenheiten exzessiv ausnutzen, also vor allem die Spektralisten - Scelsi, Grisey, G.F. Haas, Zender) ist auch, dass ab dem 7. oder 8. Oberton die Intervalle nicht mehr ganz exakt sind und leicht von der temperierten Stimmung unserer abendländischen Musik abweichen. Ab diese Aufspaltung nennen manche die Obertöne nicht mehr Obertöne, sondern auch Teiltöne.
Noch wichtiger: In jedem Ton schwingen nicht nur die Obertöne mit, sondern unhörbar auch ALLE anderen Töne, nicht nur die auf der Klaviatur ersichtlichen, sondern sämtliche Teiltöne! Die Obertöne unterscheiden sich von den übrigen Teiltönen dadurch, dass sie ganzzahlige Vielfache der Grundtonschwingung darstellen (z.B. a' = 440 Hz; 1. Oberton: a'' = 880 Hz usw.) _________________ Man kann ja nicht alles auf der Welt hochheben und gucken, ob da noch was drunter ist. -- Max Goldt
Einverstanden sein, heißt auch: nicht einverstanden sein. -- Bertolt Brecht |
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ebs Full Member

 Anmeldungsdatum: 03.11.2007 Beiträge: 117
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Verfasst am: 21 Feb 2008 - 09:03:31 Titel: Grundton, Obertöne,Teiltöne, Partialtöne und Harmonische? |
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Vorhergehend wurde schon gut erklärt, dass wir bei einem Klang Harmonische, Teiltöne, Partialtöne und Obertöne haben. Üblicherweise sind das ganzzahlige Vielfache der Grundfrequenz.
Häufig auftretende Fehler bekommen wir durch Gleichsetzen der Begriffe Harmonische, Partialtöne und Teiltöne mit dem Begriff Obertöne weil die Zählweise unterschiedlich ist: Der 1. Oberton ist schon die 2. Harmonische.
Nicht nur im Internet gibt es deswegen recht häufige Verwechslungen.
Geradzahlige Obertöne sind ungeradzahlige Harmonische, Partialtöne bzw. Teiltöne -
und ungeradzahlige Obertöne sind geradzahlige Harmonische, Partialtöne bzw. Teiltöne.
Hier ist ein deutlicher Überblick dazu zu finden:
"Berechnung der Harmonischen aus der Grundfrequenz in Hz":
http://www.sengpielaudio.com/Rechner-harmonische.htm
Viele Grüße ebs
PS: Hat nun eine gedackte Orgelpfeife überwiegend ungeradzahlige Obertöne oder ungeradzahlige Harmonische? Das ist ganz bestimmt nicht das Gleiche. Die Antwort im Internet ist zufällig falsch oder zufällig richtig, weil das Wort Obertöne mit Harmonische unrichtig gleichgesetzt wird.
"Harmonische, Partialtöne, Teiltöne und Obertöne - Bandsättigung ...":
http://www.sengpielaudio.com/Harmonische-Partialtoene-Obertoene.pdf
"Unterscheide Harmonische, Partialtöne, Teiltöne und Obertöne":
http://www.sengpielaudio.com/UnterscheideHarmonische.pdf |
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