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Israel nicht an Frieden Interessiert
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Israel nicht an Frieden Interessiert
 
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Mark123
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 1075

BeitragVerfasst am: 31 Aug 2006 - 18:25:50    Titel:

Feldherr hat folgendes geschrieben:
Sind denn das nicht Tatsachen die in diesem Artikel vom Linksruck stehen? Wie kann man denn für die Wahrheit belangt werden bzw. bestraft
werden in einer Demokratie ? Oder haben wir ohne es zu merken über Nacht eine Diktatur bekommen ?


Wer will dich bestrafen? Diese Vorgehensweise, bei jeder aufkommenden Kritik die "Leben wir in einer Diktatur?"-Keule herauszuholen, erinnert mich sehr an den Karikaturenstreit. Auf einaml schrien alle "Religion ist Opium fürs Volk"-Fanatiker: "Wir müssen ihre Gefühle beachten!"
borabora
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Anmeldungsdatum: 05.06.2005
Beiträge: 6273

BeitragVerfasst am: 31 Aug 2006 - 20:01:47    Titel:

Feldherr hat folgendes geschrieben:
Sind denn das nicht Tatsachen die in diesem Artikel vom Linksruck stehen? Wie kann man denn für die Wahrheit belangt werden bzw. bestraft
werden in einer Demokratie ? Oder haben wir ohne es zu merken über Nacht eine Diktatur bekommen ?


Nein, es sind keine Tatsachen, sondern Falschdarstellungen und Verkürzungen und deshalb hat dieses Pamphlet auch nichts mit Wahrheit zu tun. Vielmehr ist es ein typisches Linksruck-Flugblatt, wie man sie an jeder deutschen Uni findet und die man als Geistes- und Sozialwissenschaftler themenübergreifend bestenfalls mit Würgreiz liest.
Grandizer
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Anmeldungsdatum: 29.07.2006
Beiträge: 56

BeitragVerfasst am: 03 Sep 2006 - 13:51:31    Titel:

borabora hat folgendes geschrieben:
Feldherr hat folgendes geschrieben:
Sind denn das nicht Tatsachen die in diesem Artikel vom Linksruck stehen? Wie kann man denn für die Wahrheit belangt werden bzw. bestraft
werden in einer Demokratie ? Oder haben wir ohne es zu merken über Nacht eine Diktatur bekommen ?


Nein, es sind keine Tatsachen, sondern Falschdarstellungen und Verkürzungen und deshalb hat dieses Pamphlet auch nichts mit Wahrheit zu tun. Vielmehr ist es ein typisches Linksruck-Flugblatt, wie man sie an jeder deutschen Uni findet und die man als Geistes- und Sozialwissenschaftler themenübergreifend bestenfalls mit Würgreiz liest.




Falsche darstellungen ????????????


http://www.arendt-art.de/deutsch/BILDER/index.14.JPG

Das ist Tatsache !!!!!!!!
Mark123
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 1075

BeitragVerfasst am: 03 Sep 2006 - 15:01:36    Titel:

Grandizer hat folgendes geschrieben:

Falsche darstellungen ????????????
http://www.arendt-art.de/deutsch/BILDER/index.14.JPG
Das ist Tatsache !!!!!!!!


Ja, weil die ganzen Araber edit: Beleidigung -Pauker- ihre Gebiete freiwillig geräumt hatten, nachdem sie ihre Führer dazu aufgerufen hatten das Land zu verlassen, um dem bevorstehden Krieg gegen Israel nicht zum Opfer zu fallen. Dann hat Israel dicht gemacht, den edit: Beleidigung -Pauker- gezeigt wo der Hammer hängt und gesagt "Pech gehabt, nun bleibt ihr eben ganz draußen." Nur verständlich wie ich finde.
Rashida
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Anmeldungsdatum: 05.02.2006
Beiträge: 764
Wohnort: Paderborn

BeitragVerfasst am: 03 Sep 2006 - 15:36:52    Titel:

@ Mark

Araber -Deppen? Kamelsoldaten?
Das manche Leute echt glauben, sie müssten sich nur besonders klug geben und man würde ihnen jede Entgleisung verzeihen....
Aber wie schön, dass man jetzt endgültig weiss wie sinnlos es ist mit dir zu diskutieren.

Zum Thema:

Ganz sicher ist es eine unhaltbare Behauptung, dass alle Palästinenser ihre Grundstücke freiwillig verlassen haben. Und selbst wenn es so gewesen wäre:
Wenn ich mein Haus und Grundstück für zwei Jahre verlasse, dann ist es immer noch mein Grundstück und mein Haus ( sofern es nicht gemietet war ).
Die ganze Welt ist sich einig darüber, dass dies unrechtmäßige Landaneignung ist, genau wie bei den Siedlungen. Die ja auch von Israel Stück für Stück geräumt werden sollen ( auch auf eigenen Willen einiger Politiker dort ). Also warum fangen wir hier an, Tatsachen zu verdrehen?
Das hier hat nichts mit Solidarität mit Israel zu tun. Wahre Solidarität zeigt sich anders, alle die so reden, denen geht es gar nicht vorrangig um Israel sondern nur darum gegen die bösen Araber zu wettern und das unter dem Deckmantel der "Israel_ Freundlichkeit"...das ist mehr als traurig.
Mark123
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 1075

BeitragVerfasst am: 03 Sep 2006 - 16:07:35    Titel:

Rashida hat folgendes geschrieben:
@ Mark

Araber -Deppen? Kamelsoldaten?
Das manche Leute echt glauben, sie müssten sich nur besonders klug geben und man würde ihnen jede Entgleisung verzeihen....
Aber wie schön, dass man jetzt endgültig weiss wie sinnlos es ist mit dir zu diskutieren.



Ja Entschuldigung, aber dieser militär-strategische Schwachsinn entsprach so typisch der arabischen Menatlität, dass es an Ironie nicht mehr zu übertreffen war. Große Töne und nichts dahinter.
Donald D.
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Anmeldungsdatum: 06.07.2006
Beiträge: 332

BeitragVerfasst am: 04 Sep 2006 - 11:28:01    Titel:

Grandizer hat folgendes geschrieben:

Das ist Tatsache !!!!!!!!


Leider nicht ganz.

Zum ersten gab es nie eine palästinensische Nation. Aufgrund der wechselvollen Geschichte (osmanisches Reich, Ägyptische Okkupation) lässt sich eine politische Entität "Palästina" gar nicht sinnvoll definieren.

Zum zweiten erweckt das Bild den Eindruck als handele es sich um ein dicht bevölkertes quasi-staatliches Konstrukt. Tatsächlich lebten zum Beginn der jüdischen Einwanderung (um 1880) schätzungsweise ganze 500.000 Menschen in besagtem Gebiet.

Ein Großteil des Landes, aus dem später Israel wurde, war in Besitz weniger Großgrundbesitzer, die oftmals keinerlei Beziehungen zu Palästina hatten, abgesehen von den finanziellen Interessen. 3/4 aller Landverkäufe wurden abgewickelt zwischen Juden und den genannten Großgrundbesitzern.

Übrigens war die Bevölkerung dort ein kunterbuntes Gemisch aller möglichen Einwanderer: Türken, Griechen, Araber, Christen, Bosniaken, Georgier. Wenigstens 50 (!) verschiedene Sprachen vernahm man dort. (Encyclopaedia Britannica, 1911)

Das britische Konsulat berichtet 1857:
Zitat:

the country is in a considerable degree empty of inhabitants and therefore its greatest need is that of a body of population.


Ein anderer Aspekt: vor der jüdischen Kultivierung des Landes lebten die Menschen dort in erbärmlichsten Zuständen, ohne nennenswerte Infrastruktur, bettelarm, mit hoher Kindersterblichkeit und hoher Analphabetenrate.

Als die sehr viel sesshafteren Juden anfingen, das Land zu kultivieren, Jobs zu schaffen, Infrastruktur aufzubauen, kurz: Wohlstand zu schaffen, zog es auf einmal arabische Familien in die einst menschenleeren und seit der Ersten Aliyah von den Juden fruchtbar und wohlhabend gemachten Gebiete.

Alles in allem ergibt eine Schätzung (Ernst Frankenstein 1943), dass 25% der in Palästina lebenden Muslime solche Neu-Zuzügler aus nicht-palästinensischen Gebieten waren. Nicht zu vergessen: die Auswirkungen der jüdischen Urbarmachung, den "sprunghaften" Charakter der dortigen Araber und natürlich die bereits erwähnte multikulturelle Zusammensetzung. So bleibt letztlich - in absoluten Zahlen - nur ein kleiner Teil von Arabern, die tatsächlich seit über 1000 Jahren in diesem Gebiet lebten. Und deren Zahl schrumpfte, ihre Dörfer zerfielen, das Land war kaum ein lebenswertes.

Interessant ist, dass die Zahl der Muslime erst deutlich zu wachsen begann, als die jüdischen Siedlungen zu blühen begannen. Am neuen Wohlstand ließ man die Araber gern teilhaben. Zum Dank gab's - die Geschichte lehrt's ja - Terror, Verunglimpfung, arabischen Schmusekurs mit den Nazis, Krieg.


Literaturempfehlung: Alan Dershowitz - The case for Israel
Grandizer
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Anmeldungsdatum: 29.07.2006
Beiträge: 56

BeitragVerfasst am: 04 Sep 2006 - 13:20:41    Titel:

Ach Donald.

Nun gut, Fakten !?


Gegen Ende des 17. Jahrhunderts setzte der allmähliche Machtzerfall des Osmanischen Reiches ein. Die Niederlage gegen Österreich (1683), die Verschiebung der Handelswege durch die Entdeckung Amerikas, Mißwirtschaft und Korruption ermöglichten das Eindringen europäischer Mächte. Zwar stellte der Feldzug Bonapartes nach Ägypten und Palästina lediglich ein kurzes Zwischenspiel dar (1798/99), doch die Weltmacht war im Innern zunehmend geschwächt. Schließlich befreite Ali Pascha Ägypten und Palästina aus der Vorherrschaft der Osmanen (1831). Nur wenige Jahre später aber brach in Palästina ein Aufstand gegen Ägypten aus, in dessen Verlauf die Palästinenser die Hohe Pforte um Hilfe baten und so erneut die Regierung des Osmanischen Reiches anerkennen mußten (1840).
Das Palästinensische-VOLK!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


Als sich der Sultan Mahmut II. im Jahr 1839 endlich zu eingehenden Reformen des Verwaltungs- und Militärsystems entschloß (Tanzimat-Periode), konnte dies den politischen und wirtschaftlichen Verfall des Osmanischen Reiches nicht mehr aufhalten. Immer mehr Völker lösten sich aus dessen Machtbereich und wurden unabhängig. Frankreich, England, Rußland, Österreich und Deutschland sicherten sich - insbesondere durch den Erwerb von Wirtschafts- und Handelsmonopolen - direkten Einfluß bei der Hohen Pforte. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wartete man in Europa auf den endgültigen Zusammenbruch des "kranken Mannes vom Bosporus".

Für die Völker des Nahen Ostens brachte dies alles eine deutliche Verschlechterung ihrer sozialen und wirtschaftlichen Lage mit sich. Darüber hinaus war es im Zuge der Reformen zu einer Neuordnung der Bodenbesitzverhältnisse gekommen. Staatsland und Kollektiveigentum wurden in privaten Grundbesitz umgewandelt und der Verfügungsgewalt der Bauern entzogen. Das System der "absent landlords", die größtmöglichen Gewinn aus den Ländereien erzielen wollten, verschärfte die Lage der Bauern und trieb sie in die Armut.

Zu diesem Zeitpunkt wanderten vermehrt Juden aus Osteuropa, die vor der Verfolgung und Diskriminierung in ihren Heimatländern flohen, nach Palästina aus. Angesichts dieser Vorgänge und des sich verbreitenden Nationalstaatsgedanken gelangten einige europäische Juden zu dem Schluß, daß auch die völlige Assimilation der Juden in der Diaspora sie nicht vor dem latent vorhandenen Antisemitismus schützen könne und somit die Schaffung eines jüdischen Nationalstaates eine Notwendigkeit sei.

Bücher wie Moses Hess „Rom und Jerusalem" (1861) und Leon Pinskers „Autoemancipazion" (1882), insbesondere aber Theodor Herzls "Der Judenstaat" (1895) wurden zu den Grundlagen einer Ideologie, die die Geschichte Palästinas im folgenden Jahrhundert bestimmen sollte.

Auf dem 1. Zionistenkongreß in Basel im Jahr 1897 forderten die Teilnehmer die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina. Uganda, das die Briten als Siedlungsgebiet vorschlugen, wurde von den Zionisten abgelehnt, denn schon Herzl hatte darauf hingewiesen, daß "für Palästina die mächtige Legende (spricht)". Um den zionistischen Plan zu verwirklichen, wurden vier Maßnahmen beschlossen: 1. Die Förderung der Besiedlung Palästinas mit jüdischen Ackerbauern, Handwerkern und Gewerbetreibenden, 2. Die Gliederung und Zusammenfassung der gesamten Judenschaft durch geeignete örtliche und allgemeine Veranstaltungen nach den Landesgesetzen, 3. Die Stärkung des jüdischen Volksgefühls und Volksgedankens und schließlich 4. Die Einleitung vorbereitender Schritte zur Erlangung der Regierungszustimmungen, die nötig sind, das Ziel des Zionismus zu erreichen. Mit den Beschlüssen des 1. Zionistenkongresses war der Grundstein zu der Konfrontation zwischen der einheimischen Bevölkerung Palästinas und der nun verstärkt einsetzenden Einwanderung europäischer Juden nach Palästina gelegt.

Wie ich in diesem Forum schon mal erwähnt hatte , betrug zu diesem Zeitpunkt der anteil der Jüdischen bevölkerung in Palästina nur 10 %
von insgesamt 700.000 Menschen.

Während sich in Europa allmählich die zionistische Bewegung formierte, gewann auch im Nahen Osten die Idee der Nation und der nationalen Souveränität eines Volkes an Anhängern. Ausgehend von der islamischen Umma, der alle Muslime umfassende Gemeinde, entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts zunächst die Idee des Panislamismus, die schon bald von der des Panarabismus abgelöst wurde. Die vom Osmanischen Reich beherrschten arabischsprachigen Völker des Nahen Ostens wandten sich zunehmend gegen die Vormacht der Hohen Pforte und betonten ihre Eigenständigkeit.


Zu diesem Zeitpunkt brach in Europa der 1. Weltkrieg aus. Auch das Osmanische Reich, das an der Seite Deutschlands gegen Engländer und Franzosen kämpfte, wurde zum Kriegsschauplatz. Um sich die Hilfe der Araber zu sichern, versprach Großbritannien 1915 dem Scherif Hussein von Mekka die Unabhängigkeit nach einem Sieg über die Hohe Pforte. Gleichzeitig vereinbarte es jedoch mit Frankreich im "Sykes-Pikot-Abkommen" (1916) die Aufteilung des Nahen Ostens in eine britische und französische Einflußsphäre. Nur ein Jahr später - am 2.11. 1917 - richtete der englische Außenminister Arthur Balfour an Lord Rothschild ein Schreiben, das in eher vagen Formulierungen der zionistischen Bewegung Hilfe bei der „Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina" zusicherte Balfour-Deklaration). Diese widersprüchliche, im Grunde den eigenen Machtinteressen folgende Politik Englands setzte sich nach dem Ende des Weltkrieges fort und hatte für die Bevölkerung Palästinas verheerende Folgen, die bis zum heutigen Tag nicht gelöst worden sind.



Nach der Niederlage des Osmanischen Reiches und dessen Auflösung (1920/22) wurden die arabischen Völker, mit Ausnahme des Higaz, nicht in die Unabhängigkeit entlassen, sondern auf Veranlassung des Völkerbundes einer englischen bzw. französischen Mandatsregierung unterstellt. So bestimmte von 1922 an der britische Hochkommissar und Anhänger des Zionismus Sir Herbert Samuel die Geschicke Palästinas. Unter seiner Regierung konnte die zionistische Bewegung gezielte politische und wirtschafltiche Maßnahmen ergreifen, die eine fortschreitende Konsolidierung der eingewanderten Juden in Palästina ermöglichte. Der überwältigenden Mehrheit im Lande hingegen - 1922 machen die Palästinenser 88 % der Bevölkerung aus - wurde die Mitsprache bei den politischen Entscheidungen verweigert.

Schon 1920 kam es zur Gründung der zionistischen Untergrundorganisation „Haganah". Im Jahr darauf erfolgten Wahlen zu einem jüdischen „Nationalrat", der neben Gesetzesentwürfen und Steuererhebung eine ausschließlich für Juden geltende Verfassung entwarf, die die Briten billigten. So entstand ein quasi staatliches Organ unterhalb der Mandatsregierung. Einen entscheidenden Schritt zur Konsolidierung und zur Verdrängung der einheimischen Bevölkerung stellte die Schaffung des „Jüdischen Nationalfonds" dar. Mit seiner Hilfe wurde die Einwanderung und der Kauf von Ländereien finanziert. Um das erklärte Ziel der zionistischen Bewegung - die „Eroberung und Befreiung des Bodens" und die „Eroberung der Arbeit" - zu sichern, erging das Verbot, gekauftes Land von Palästinensern pachten und bebauen zu lassen oder ihnen eine Anstellung in der sich entwickelnden jüdischen Wirtschaft zu gewähren.

Mit diesen und zahlreichen weiteren Organisationen sollten ökonomische, demographische, kulturelle und militärische Machtfaktoren geschaffen werden, die auf eine Politik der vollendeten Tatsachen abzielten, die Möglichkeit einer friedlichen Koexistenz gar nicht ins Auge faßte, langfristig auf die Etablierung eines rein jüdischen Staates in Gesamtpalästina und die Verdrängung der Palästinenser aus ihrer Heimat hinarbeiteten: „Wer der Fremde im Land ist, das kann die Mehrheit entscheiden; es ist eine Machtfrage." (Theodor Herzl)

Doch die Bevölkerung Palästinas verfolgte diese Entwicklung nicht teilnahmslos und stumm. Schon gegen Ende der osmanischen Herrschaft war die "Muslimisch-Christliche Vereinigung (MCA)" gegründet worden, die die Verbundenheit der Palästinenser mit ihrer Heimat, ihr Nationalbewußtsein und die legitimen Forderungen des Volkes zum Ausdruck brachte. So kam es Anfang der 20er Jahre zu den ersten Massendemonstrationen und Streiks gegen die wachsende Einwanderungswelle europäischer Juden. Die politische Führung der palästinensischen Gesellschaft lag zu diesem Zeitpunkt in Händen städtischer Notablen, Clanführern und Großgrundbesitzern. Zur führenden Gestalt der palästinensischen Nationalbewegung - einem Netzwerk lokaler Organisationen - wurde der Mufti von Jerusalem, Hadsch Amin al-Hussaini, der aufgrund seiner religiösen Stellung breite Anerkennung im Volk genoß. Doch die Bemühungen, auf politischer Ebene Widerstand gegen Landnahme und Besiedlung zu leisten, eine Gleichstellung von Palästinensern und Juden bei der Mandatsmacht durchzusetzen und einen immer wieder geforderten Einwanderungsstopp zu erwirken, blieben von beschränktem Erfolg. Zu stark war der Druck der zionistischen Bewegung auf die Mandatsregierung, zu sehr waren die Briten darauf bedacht, ihre eigenen Interessen und strategischen Ziele zu sichern. Als die 1929 von den jüdischen Einwanderern gegründete „Jewish Agency" die Schaffung eines „jüdischen Nationalheims" forderte, und die britische Mandatsmacht dies anerkennt, kommt es erneut zu schweren Unruhen. Kurz darauf entstanden unter der Führung der beiden führenden Jerusalemer Familien al-Hussaini und Nashashibi die ersten palästinensischen Parteien, die sich 1936 zum "Obersten Arabischen Komittee" zusammenschlossen. Ziel war die Erlangung der Unabhängigkeit Palästinas, der Einsatz einer demokratischen Regierung und die Beendigung des jüdisch-zionistischen Kolonisationsprojekts.

Im gleichen Jahr nahmen die Konflikte und Ausschreitungen zwischen Juden und Palästinensern zu. Einem sechsmonatigem Generalstreik folgte, in Reaktion auf die von der „Peel-Commission" 1937 empfohlene Teilung Palästinas, eine landesweite Revolte, die bis 1939 anhielt und von der britischen Mandatsregierung blutig niedergeschlagen wurde. Das "Oberste Arabische Komittee" in Palästina wurde für illegal erklärt, die politische Führung wurde inhaftiert oder ging außer Landes. Damit war das politische, soziale und nicht zuletzt militärische Widerstandspoltential der palästinensischen Gesellschaft auf Jahre gebrochen. Hadsch Amin al-Hussaini, der in den Libanon fliehen konnte, wurde Ziel einer von Großbritannien und der zionistischen Führung gestarteten Diffamierungskampagne, in deren Verlauf auch die legitimen Forderungen der palästinensischen Nationalbewegung in Mißkredit gerieten.

Kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges schränkte die Mandatsmacht im sog. „Britischen Weißbuch" die Einwanderung nach Palästina ein, um sich die Neutralität der Araber zu sichern und die Bildung einer deutsch- italienisch-arabischen Allianz zu verhindern. Von da an organisierte die „Jewish Agency" verstärkt den illegalen Zuzug. Auch nach Beendigung des 2. Weltkrieges riß der Strom jüdischer Flüchtlinge, die den europäischen Vernichtungslagern entkommen waren, nicht ab. Im Jahr 1947 war der Anteil der jüdischen Bevölkerung Palästinas auf 1/3 angewachsen. Gleichzeitig kam es zu einer Eskalation der Gewalt zwischen der Haganah und der britischen Mandatsmacht einerseits, sowie zwischen den jüdischen und palästinensischen Bevölkerungsteilen andererseits. Die Briten, denen die Kontrolle über das Land nun endgültig entglitt, übergaben das "Palästinaproblem" den Vereinten Nationen.
Am 29.11.1947 beschloß die UN-Vollversammlung mit 33 zu 13 Stimmen bei 10 Enthaltungen die Teilung Palästinas (Res. 181). 609 000 Juden erhielten 56% des Bodens (fruchtbare Küstenregion), wohingegen 1, 38 Mio. Palästinensern nur 42% zugesprochen wurde. Die arabischen Staaten, die Arabische Liga und das palästinensische "Hohe Arabische Komittee" lehnten den Teilungsbeschluß ab. Sie argumentieren zu Recht, daß die UN nur Empfehlungen vorlegen könne und nicht das Recht habe, über das Schicksal eines Landes zu bestimmen, ohne dessen Bevölkerung zu fragen: Schließlich fordere die Satzung der Vereinten Nationen das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Während die Proteste der Palästinenser und der arabischen Staaten ungehört blieben und die zionistische Bewegung die Annahme des Teilungsplanes, an dem sie selbst mitgearbeitet hat, feierte, kündigten die Briten ihren Rückzug aus Palästina zum 14. Mai 1948 an.

Dem UN-Teilungsbeschluß folgten schon Anfang Dezember die ersten Angriffe und Terrorakte der Haganah auf palästinensische Dörfer und Zivilisten (Plan Gimmel). Das Land wurde zunehmend in militärische Auseinandersetzungen verstrickt, denen nach der Ausrufung des Staates Israel am 15. Mai 1948 die arabischen Staaten beitraten. Der erste arabisch-israelische Krieg endete mit einem Sieg der Israelischen Streitkräfte (IDF) über die Arabische Befreiungsarmee; 418 palästinensische Dörfer wurden von der israelischen Armee zerstört, 800 000 - 900 000 Palästinenser zur Flucht gewzungen.

Die Niederschlagung des übermächtigen arabischen Feindes grenzte nach israelischer Darstellung an ein Wunder. Tatsächlich beruhte der Sieg Israels jedoch auf der faktischen Überlegenheit von Hagana und IDF: In der Anfangsphase der Auseinandersetzungen, noch vor dem Kriegseintritt der arabischen Staaten, stand der gut organisierten und militärisch erfahrenen jüdischen Untergrundorganisation eine palästinensische Gesellschaft gegenüber, der die zentrale politische und militärische Führung fehlte, nach Kriegsausbruch kämpften die IDF gegen die schlechter ausgerüstete, auf fremden Terrain taktisch unterlegene Arabische Befreiungsarmee, die keiner zentralen Befehlsgewalt unterstand, und schließlich verhinderte eine israelisch-jordanische Übereinkunft das Vorrücken der jordanischen Armee über die Grenzen der Westbank hinaus.

Für die Palästinenser wurde der erste arabisch-israelische Krieg zur nakba ("Katastrophe"): Er markierte nicht nur den Verlust ihrer Heimat und den Beginn ihres Flüchtlingsschicksales, sondern auch den Zusammenbruch der palästinensischen Gesellschaft in ihrer Gesamtheit und die Niederlage der Nationalbewegung.

Sie wurden Opfer einer sytematischen Vertreibungpolitik, die ihren Anfang im April 1948 - also noch vor dem Eingreifen der arabischen Staaten in das Kriegsgeschehen - nahm. In diesen Zeitraum fiel der Beginn der Umsetzung des Plan Dalet, der die "Säuberung" des von der UN zugesprochenen jüdischen Territoriums, der Grenzgebiete und der Kommunikationslinien zwischen jüdischen Bevölkerungsgebieten von "feindlichen und potentiell feindlichen Kräften" zum Ziel hatte. Seine Instruktionen zur Vorgehensweise waren deutlich: Zerstörung von Dörfern und Bevölkerungszentren, die als auf Dauer schwer kontrollierbar eingeschätzt werden müßten. Dies sollte durch Einkreisung und Durchkämmung des Dorfes, der Niederschlagung eventuell anzutreffenden Widerstandes und der Vertreibung der Bevölkerung außerhalb der Landesgrenzen geschehen.

Innerhalb weniger Wochen fielen nun die meisten arabischen Städte Galiläas - Tiberias (17.4.), Haifa (22.4.), Safad (11.5.) und Akko (14.5.). Nicht selten wurde dies von gewaltsamen Übergriffen auf Bewohner naheliegender Dörfer, so z.B. Khirbet Nasr ad-Din und Ein az-Zeitun, eingeleitet und meist folgte nach der Einnahme einer größeren Ortschaft eine panikartige Flucht der umliegenden Dörfer. Insbesondere nach dem Massaker an Zivilisten in Deir Jassin (9. April 1948) - durchgeführt von Menachem Begins Irgun und Yitzhak Schamirs Lechi (Stern-Gruppe) sowie unter Mitwirkung der Haganah - flohen viele Menschen aus Angst vor ähnlichen Greueltaten. Wie so oft in den folgenden Jahrzehnten des palästinensisch-israelischen Konflikts schritt die Weltgemeinschaft trotz der Vertreibung Hunderttausender, die keineswegs freiwillig ihre Heimat verließen, wie wenige Jahre später von der israelischen Regierung behauptet und trotz der offensichtlichen Übergriffe und Massaker an der Zivilbevölkerung nicht ein.

Bis zum Datum der israelischen Unabhängigkeitserklärung am 15. Mai 1948 eroberten jüdische Einheiten 21 % des von den UN den Palästinensern zugesprochenen Staatsgebietes. Der gesamte Küstenstreifen zwischen Tel Aviv und Haifa, einschließlich der Hafenstadt Jaffa, die am 12.5. kapitulierte, befand sich in jüdischer Hand. 391 000 Palästinenser hatten ihre Heimat verlassen und waren auf der Flucht.

Der Kriegseintritt der arabischen Staaten markierte eine neue Phase. Auf israelischer Seite ist eine zunehmende Tendenz zur Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung zu erkennen, die schließlich im Herbst 1948 eskalierte. Kennzeichnend dafür war die Vertreibung der Einwohner Lyddas und Ramlas am 12. Juli 1948, die unter dem Befehl von Yigael Allon im Rahmen der Operation Dani vorgenommen wurde. Angebliche Heckenschützen und eine Konfrontation mit jordanischen Panzern dienten der israelischen Armee als Vorwand, 250 Zivilisten und zum Teil entwaffnete Gefangene zu töten. Wenig später wurden 70 000 Menschen - rund ein Zehntel der gesamten Flüchtlinge zwischen 1947 - 49 - zur Flucht gezwungen, bei der abermals 350 Menschen ihr Leben verloren. Es kam zu Plünderungen und standrechtlichen Exekutionen. Ähnliche Vorfälle ereigneten sich im Oktober 1948 im Norden des Negev im Zuge der Operation Yoav und einen Monat später im Zentrum und im Norden Galiläas. Nur wenige Orte, meist mit drusischer oder christlicher Bevölkerung, wurden von der Vertreibung verschont. Nun, da der Sieg als gesichert gelten konnte, nahmen außerdem Greultaten und Massaker, wie in den Orten Safsaf, Sasa, Eilabun, Dawayma und Jisch zu.

Einen wichtigen Aspekt dieser Vertreibungspolitik stellte das Verbot der Rückkehr dar. Schon Anfang Mai 1948 erhielten jüdische Bauern die Anweisung, das von Palästinensern verlassene Land zu übernehmen. Im Juni fällte die politische Führung die Entscheidung, den Flüchtlingen eine Rückkehr in ihre Dörfer mit Gewalt zu versagen, sie am Abernten ihrer Felder zu hindern und die Ernte zu verbrennen, falls Israelis nicht dazu in der Lage waren, sie einzuholen. Klares Ziel der israelischen Politik war es nun, die Rückkehr der Palästinenser in ihre Heimat "um jeden Preis" zu verhindern, wie Ben Gurion es ausdrückte. Palästinensische Dörfer wurden zerstört oder mit jüdischen Immigranten besiedelt, die Böden unter den umliegenden Kibbuzim aufgeteilt.

Eine wichtige Rolle bei diesen Maßnahmen spielte Josef Weitz, der damaligen Direktor der Abteilung für Bodenfragen des Jüdischen Nationalfonds. Weitz, ein überzeugter Zionist, der in Palästina keinen Platz für zwei Völker sah, trat ebenso wie viele Anhänger der zionistischen Bewegung für die Deportation der arabischen Bevölkerung Palästinas in die benachbarten Staaten ein. Schon früh hatten zionistische Aktivisten erkannt, daß das von Israel Zangwill ausgegebene Motto "ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land" nicht der Wahrheit entsprach, da im Gegenteil Palästina einer der dichtbesiedeltsten Räume des Nahen Ostens war, und so der Traum eines homogenen jüdischen Staates nur schwer verwirklicht werden konnte. Seit den 30er Jahren diskutierte man deswegen in zionistischen Kreisen die Idee des "Transfers". Nun, angesichts der Kriegswirren und der allgemeinen Anarchie, sah Weitz den Zeitpunkt gekommen, diese Idee in die Tat umzusetzen und "so viele Araber wie möglich" zu vertreiben, hatte Ben Gurion doch schon Jahre zuvor erklärt, daß er in der "zwangsweisen Aussiedlung (...) nichts Unmoralisches" sehe.

Zwischen Februar und Juli 1949 kam es schließlich zu Waffenstillstands- vereinbarungen zwischen Israel und Ägypten, Libanon, Jordanien und Syrien. Weit über 700 000 Palästinenser fanden sich zerstreut in den Flüchtlingslagern des Libanons, Syriens, Jordaniens, der Westbank und des Gazastreifens. Alle Versuche von arabischer Seite, zu einer Lösung des Flüchtlingsproblemes und friedlichen Regelung auf Grundlage der Resolution 181zu gelangen, wurden von den Israelis auf der Konferenz von Lausanne (1949) zurückgewiesen. Auch die Vereinten Nationen drängten in einer Resolution auf die Rückkehr der Vertriebenen in ihre Heimat (Res. 194), doch Israel ignorierte diese wie unzählige folgende Resolutionen, erließ 1950 ein Gesetz über den "Besitz Abwesender", das die Enteignung und Konfiszierung von palästinensischem Grundbesitz legalisierte und verfügte noch im selben Jahr, daß jeder auf der Welt lebende Jude ein Anrecht auf Rückkehr nach Israel und die Erlangung der israelischen Staatsbürgerschaft besitze. Die 151 000 in Israel verbliebenen Palästinenser wurden bis 1966 unter eine Militärgesetzgebung gestellt, die u.a. ihre Meinungs, - Presse- und Bewegungsfreiheit erheblich einschränkte. Jordanien stellte die Westbank unter seine Herrschaft und annektierte schließlich 1951 das Gebiet, während der Gazastreifen unter ägyptische Verwaltung geriet. Bis heute hat Israel die Palästinenser - trotz des 1993 eingeleiteten Friedensprozesses - daran gehindert, ihr Recht auf Unabhängigkeit und Selbstbestimmung in einem souveränen palästinensischen Staat umzusetzen.

Donald ein kleiner tipp, lies bitte nicht nur Israelische ( Jüdische) Romane.
Kannst du das bitte abstellen, zusagen die Araber seien 3. klasse !!!


Quelle einfügen, oder der Eintrag wird gelöscht (Urheberrecht!) (bb)

http://www.palaestina.org/palaestina/palaestina.php?name=palaestina


Zuletzt bearbeitet von Grandizer am 04 Sep 2006 - 13:50:47, insgesamt einmal bearbeitet
Mark123
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Beiträge: 1075

BeitragVerfasst am: 04 Sep 2006 - 13:47:07    Titel:

http://www.palaestina.org/palaestina/geschichte/osmanische_reich.php

Hier ist die Quelle (nur ein Teil?). Nicht gerade objektiv...
Grandizer
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Anmeldungsdatum: 29.07.2006
Beiträge: 56

BeitragVerfasst am: 04 Sep 2006 - 13:52:27    Titel:

Mark123 hat folgendes geschrieben:
http://www.palaestina.org/palaestina/geschichte/osmanische_reich.php

Hier ist die Quelle (nur ein Teil?). Nicht gerade objektiv...



Aber das sollte auch reichen !!!!!!
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