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Hausarbeit StrR Fortgeschrittene-Prof.Kuhlen (Uni Mannheim)
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Ringelblume
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Anmeldungsdatum: 13.03.2006
Beiträge: 82

BeitragVerfasst am: 30 Jul 2006 - 20:21:49    Titel:

Danke für die Antwort meiner vorherigen Frage!
Jetzt bitte ich um Hilfe nochmal Razz
Laut Sachverhalt sind A, B und C Auszubildende in einer Werkstatt. C begeht Diebstahl von der Werkstattskasse, A und B beobachten das und wollen sein Wissen zur Forderung von 150€ von C nutzen.
Sie drohen ihm,dass sie dem Meister von der Beobachtung berichten werden. C hat aber kein Geld und schlägt vor, dass alle in der Wekstatt gehen und von der Kasse das Geld nehmen.Er hofft darauf, dass ee den beidem amderen entkommen kann.
Dann drohen A,B den C mit Messer, falss er vesuche abzuhauen.
Dann gehen A und C in der Wekstatt, C versucht den A mit Schraubenschlüssel anzugreifen und die Plünderung der Kasse zu verhindern, es gelingt ihm nicht.
A knebelt und fesselt dann den C um ungestört die Kasse leeren zu können. C erstickt und stirbt. A ließ alles und verläßt den Tatort ohne das Geld.



Ich habe überlegt, dass Erpressung ggü C vorliegt, problematisch ist jedoch, dass A und B dreimal Nötigungsmittel eingesetzt haben- 1.Drohung, 2.qualifizierte Drohung--> räuberische Erpressung, 3.Gewalt- Fesseln,Knebeln. Kann man in deisem Fall eine einheitliche einmal begangene Erpressung annehmen? Des Weiteren zwingt man bei der ersten und zweiten Drohung zu einer Handlung, beim dritten Man zwingt man zu einer Unterlassung von Abwehrmaßnahmen. Welche Unterteilung des Geschehens kann man vornehmen? Der Tod des C ist infolge der letzten Gewaltanwendung, nicht aufgrund der vorangegangenen Drohungen.......liegt eine einheitliche räuberische Erpressung vor? Ich bitte um Rat!
Danke Smile
Kläger
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Anmeldungsdatum: 12.08.2005
Beiträge: 196

BeitragVerfasst am: 30 Jul 2006 - 23:58:29    Titel:

Eine kurze Verständnisfrage: Warum schlägt C dem A und dem B vor, Geld aus der Werkstattkasse zu nehmen, wenn er (C) diese vorher
leergeräumt hat ?
Ringelblume
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Anmeldungsdatum: 13.03.2006
Beiträge: 82

BeitragVerfasst am: 31 Jul 2006 - 08:30:26    Titel:

Nein, C hat nur am Anfang einen ´Diebstahl von 5€ aus der Kasse begangen. A und B haben diesen Diebstahl beobachtet und aufgrund dieser Beobachtung erpressen sie dann den C, dass C ihnen 150€ gibt. C hat kein Geld und schlägt vor in die Wekstatt zu fahren und den geforderten Betrag aus der Kasse zu holen. Dabei hofft C, dort auf Hilfe zu stoßen und den beiden anderen (A,B)zu entkommen. A,B sind mit dem Vorschlag einverstanden. Um zu zeigen, dass es dem A ernst ist, droht er dann dem C mit einem Messer eine Hand abzuschneiden, falls er versuche abzuhauen. A und B vereinbaren, dass A den C in die Werkstatt begleitet und die Kasse leerräumt.
A und C sind schon in der Wekrstatt- A will gerade 3.000€ aus der Lade nehmen, als C einen herumliegenden Schraubenschlüssel ergreift.( C will die Plünderung der Kasse durch A verhindern, obwohl er selbst am Anfang einen Diebstahl begangen hat). A bemerkt den Angriff und schlägt C nieder. Dann fesselt und knebelt A den C um endlich A ungestört die Kasse leeren zu können. Während A das Geld und ein paar Werkzeuge zu Mitnahme bereit gelegt hat, erstickt der C und stirbt. A bemerkt das, ließ alles liegen und verläßt eilig den Tatort.
Es geht um die Strafbarkeit nur von A und B Wink
Kläger
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Anmeldungsdatum: 12.08.2005
Beiträge: 196

BeitragVerfasst am: 31 Jul 2006 - 09:21:20    Titel:

1.) Die Drohung ggü. dem C, alles dem Meister zu erzählen, wenn er nicht
150 € zahle, stellt eine versuchte Erpressung gemäß §§ 253 I, III,
22, 23 StGB dar. Der C hat die 150 € ja nicht gezahlt, daher nur Versuch.
Es stellt sich die Frage des Rücktritts, weil A & B ja davon absehen, weiter die Zahlung des Geldes von C zu verlangen, sondern auf dessen Vor-schlag eingehen, das Geld aus der Kasse des Meisters zu nehmen. Im Zusammenhang mit dem Rücktritt stellt sich die Frage eines fehlge-schlagenen Versuchs, weil C das Geld ja nicht hat. Wenn Fehlschlag zu bejahen wäre, kommt ein Rücktritt nicht in Betracht.

2.) Durch den Vorschlag von C und dem Gang in die Werkstatt tritt dann
eine Zäsur ein. Hinsichtlich des Geschehens in der Werkstatt ist dann an versuchten schweren Raub mit Todesfolge gemäß §§ 249, 250 I Nrn. 1a,
b, c, 251, 22, 23, 12 I zu denken. Wiederum liegt nur Versuch vor, weil A das Geld ja nicht wegnimmt. Es stellt sich erneut die Frage eines Rücktritts. Hier liegt der Spezialfall des erfolgsqualifizierten Versuchs vor (Grunddelikt im Versuch steckengeblieben, denn das Geld läßt A liegen und schwere Folge - Tod des C - eingetreten). Ob bei einem
solchen erfolgsqualifizierten Versuch ein Rücktritt überhaupt möglich ist, ist umstritten, die h.M. bejaht dies aber. Da B nicht vor Ort mitwirkte, kommt bei ihm wohl nur Beihilfe in Betracht.

Was die Drohung mit dem Messer ggü. C angeht, nicht abzuhauen, so stellt sich die Frage, warum A diese Drohung ausspricht. Warum will A, dass der C nicht abhaut ? Benötigt er ihn zwingend, um das Geld aus der Kasse nehmen zu können ?
Ringelblume
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Anmeldungsdatum: 13.03.2006
Beiträge: 82

BeitragVerfasst am: 31 Jul 2006 - 13:05:16    Titel:

Erstmal VIELEN DANK für die ausführliche Antwort Very Happy
Arrow A will, dass der C nich abhaut, da nur C aufgrund der besonderen Feingliedrigkeit seiner Finger die verschlossene Kasse öffnen kann. A hat zwar Schlüssel für die Wekstatt, er kann aber allein nicht die Kasse öffnen. Des Weiteren sind A, B und C Auszubildende in der Wekstatt des M( der Meisters ).
Ringelblume
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Anmeldungsdatum: 13.03.2006
Beiträge: 82

BeitragVerfasst am: 31 Jul 2006 - 18:27:54    Titel:

Können Auszubildende wie im vorliegenden Fall Garantenstellung gegenüber seinem Meister haben?
+, da berchtigtes Vertrauen, begündete Erwartungen, der ständige Kontakt und die Zusammenarbeit --> faktische Übernahme von Schutzplichten.
-, da schuldrechtlicher Vertrag- DiensV
Was meinen Sie dazu? Rolling Eyes
Kläger
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Anmeldungsdatum: 12.08.2005
Beiträge: 196

BeitragVerfasst am: 31 Jul 2006 - 19:06:02    Titel:

Da A den C also braucht, damit dieser die Kasse aufmacht, könntest du den Obersatz beim versuchten schweren Raub mit Todesfolge so formulieren, dass du sagst, "indem A dem C mit dem Messer droht und diesen anschließend fesselt, könnte er sich wegen versuchten schweren Raubes ..."

Warum willst du das mit der Garantenstellung wissen ? Bei welchem Tatbestand stellt sich dir dieses Problem ?
Ringelblume
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Anmeldungsdatum: 13.03.2006
Beiträge: 82

BeitragVerfasst am: 31 Jul 2006 - 19:24:19    Titel:

Das mit der Garantenstellung spielt eine Rolle für die Bestrafung von A&B wegen Diebstahl durch Unterlassen, bzw. Unterschlagung durch Unterlassen, indem die Beiden den C bei seinem Diebstahl von 5€ aus der Kasse beobachtet haben und trotzdem schwiegen um sein Wissen(dem A&B ) sich zunutze zu machen( Erpressung des C ).

Im Stratenwerth/ Kuhlen habe ich grad gelesen- §13 Rn23, dass "nur bei besonders enger (langdauernder oder auf gesteigertem Vertrauen beruhender ) Verbindung der Vertragspartner Nebenpflichten aus dem vertrag ausnahmsweise zu Garantenpflichten werden können- z.b bei einem Arbeitsvertrag."
Mein Sachverhalt sagt nur, dass A&B Auszubildende sind. Ich glaube ich muss irgendwie die Garantenstellung annehmen, sonst werden die beiden Kerls überhaupt nicht strafbar infolge seiner verabredeten Schweigens Idea
Kläger
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Anmeldungsdatum: 12.08.2005
Beiträge: 196

BeitragVerfasst am: 31 Jul 2006 - 21:24:14    Titel:

Ach ja stimmt, hatte überlesen, dass A und B den C beobachtet haben.
Ich habe jetzt leider keinen Kommentar zur Hand, aber mein Gefühl sagt mir, dass hier keine Garantenstellung vorliegt und die von dir genannte Fundstelle bestätigt das ja auch. Du solltest auf keinen Fall eine Garantenstellung auf Krampf annehmen, wenn du nicht in irgendeinem Kommentar einen Hinweis auf eine solche findest. Wenn ja, dann stellt sich die Streitfrage, ob A und B dann nur Gehilfen durch ihr Unterlassen sind oder Täter. In jedem Fall müsstest du Diebstahl durch Unterlassen prüfen (Unterschlagung wird als formell subsidiär verdrängt - 1 Satz !).
Ringelblume
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Anmeldungsdatum: 13.03.2006
Beiträge: 82

BeitragVerfasst am: 31 Jul 2006 - 22:52:17    Titel:

Hallo,
leider habe ich in keinem Kommentar einen Hinweis darauf gefunden, dass Arbeitsvertrag Garantenstellung begründen kann. Wenn ich aber bei der Prüfung vom §§242I, 13I, 25II die Erfolgsabwedungspflicht verneine, dann sind A&B wegen seiner Beobachtung straflos, dann komme ich überhaupt nicht zu der Problematik der Gehilfe zum Diebstahl durch Unterlassen und alle Theorien zur Unterscheidung Unterlassungstäter und Unterlassungsgehilfe. Des Weiteren kann man wenn eine Garantenstellung vorhanden ist auch eine Unterschlagung durch Unterlassen prüfen und da stellst sich die Frage der Drittzuegnung durch Unterlassen, die auch sehr umstritten ist. Ich werde diese Problemstellen überhaupt nicht erreichen wenn ich eine Garantenstellung verneine, deswegen suche ich in den Lehrbücher einen Hinweis darauf, dass Auszubildende doch irgendwie Garanten sein können. Alles ist Argumentationssache. Aber in einer Übung für Fortgeschrittene wäre es unlogisch, wenn ich §§ 242,13I verneine und Schluss. Confused
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