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Diskrimierung Älterer und Kinderfeindlichkeit
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Werner60
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Anmeldungsdatum: 07.08.2006
Beiträge: 19

BeitragVerfasst am: 09 Aug 2006 - 13:41:13    Titel: Diskrimierung Älterer und Kinderfeindlichkeit

Ältere Menschen in unserer Gesellschaft ab 50 Jahre

Einnerseits geben wir uns im ach so toleranten modernen Deutschland so offen und vorurteilsfrei anderen Menschen gegenüber, leben mit Muslimen, Lesben, homosexuellen, Afrikanern und Buddhisten weltoffen zusammen in einer Multi-Kulti-Gesellschaft. Auf der anderen Seite ist unsere Gesellschaft und vor allem die jüngere Generation so zwischen 20-45 Jahre rückständig, erzkonservativ und spießig und hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Die Deutschen sind ausgesprochen kinderfeindlichkeit und diskriminieren ältere Menschen, stellen ältere Menschen als Vollidioten hin ("alte Schachtel", "Trottel Opa" usw.) und beweisen damit nur, weil ausgesprochen asozial sie sind.

Die Politik muß zu Beginn des 21. Jahrhunderts viel mehr praktisch eingreifen und sich über die Nutzung der Massenmedien und Werbemedien für Kinderfreundlichkeit und Akzeptanz und Toleranz gegenüber älteren/alten Menschen einsetzen. Unsere Gesellschaft bekommt immer weniger Kinder, wir überaltern zunehmend.

"...Während die Bevölkerung in den armen Ländern stark wächst, schrumpft sie in den Industrieländern. In Europa gehe sie jedes Jahr um etwa 900.000 Menschen zurück, schreiben die Experten. In Deutschland bekomme jede Frau durchschnittlich nur 1,3 Kinder. Das hat zur Folge, dass die deutsche Bevölkerung bis zum Jahr 2050 von 82,4 auf 74,8 Millionen Einwohner zurückgehen werde..."
http://de.news.yahoo.com/09082006/286/weltbev-lkerung-w-chst-weiterhin-dramatisch.html

So werden beispielsweise die älteren Menschen massiv diskriminiert und schikaniert. Man spricht ihnen das Recht auf Bildung ab, wenn sie 50 Jahre und älter sind. Und sagt zum Beispiel: der oder die ist jetzt 56 Jahre alt, den oder die können wir doch nicht mehr auf eine Fortbildung schicken, der oder die kann doch nichts mehr dazu lernen, der oder die ist doch nur noch Schrott mit 56 Jahren. Man spricht ihnen das Recht auf Arbeit ab und schickt sie in den Vorruhestand und belegt sie mit Arbeitsverbot auf Sozialhilfeniveau (auf den gesellschaftlichen Müllplatz, einschläfern lassen ist ja noch verboten).

Dabei vergessen die jüngeren zwischen 20 und 45 Jahren, daß dieses Zeitintervall sehr sehr kurz ist und ruckzuck sind sie nämlich auch über 50 Jahre und dann ?

In der westlichen Welt, im westlichen Europa müssen wir umdenken, muß auch die jüngere Generation umdenken. Wir können es uns nicht mehr leisten, ältere Menschen ab 50 Jahren wie Scheiße zu behandeln. Sie sind auch Menschen und sie müssen akzeptiert werden. Ich muß das so deutlich sagen, weil diese Zusammenhänge in der deutschen Wirtschaft, bei den Personalverantwortlichen und Führungskräften noch nicht bekannt sind oder besser, man viel es nicht sehen und diskriminiert und schikaniert weiterhin ältere Menschen in unserer Gesellschaft.

Viele Unternehmen in der Privatwirtschaft sagen: Wir sind doch kein Sozialamt. Ja aber warum ist denn ein Unternehmen in der freien Wirtschaft tätig ? Doch nur, um einen Beitrag zum Weiterkommen und zum Überleben der Spezies Mensch zu leisten. Die Unternehmung ist für den Absatz ihrer Produkte auf dem Weltmarkt auf die Leistungsfähigkeit und Arbeitsfähigkeit anderer Menschen angewiesen und braucht die Leistungsfähigkeit und das geistige Potential aller Menschen jedes Alters (Kinderarbeit finde ich nicht gut). Jedes Unternehmen ist somit auch vernetzt sozial tätig, da die Produkte, die sie absetzen, anderen Menschen weiterhelfen. Es ist ein weltweites globales soziales Netzwerk gegenseitiger Hilfe. Wenn wir dabei potentiell leistungsfähige Gruppen von Menschen diskriminieren und ausgrenzen handeln wir asozial und schaden uns selbst, wir verpassen Chancen. Es ist nicht intelligent, ältere Menschen ab 50 Jahren auszugrenzen.

Wir werden alle mal alt. Jedes Jahr ein Jahr älter. Und ? In 30 Jahren ? dann bist du doch auch alt ! Und dann ! Ab in die Kiste ?

Ich kenne Menschen, die mit 72 und sogar 77 Jahren noch Hochleistung erbringen. Sei haben einfach weitergearbeitet. der 72 jährige ist zwar mit 65 Jahren aus dem Berufsleben ausgeschieden, aber hat als Selbständiger weitergearbeitet und verdient viel Geld. Der hatte keine Lust, zuhause rumzusitzen wie es ihm die Gesellschaft verordnet hat: Alteisen, weg damit, Schrott ! Nein, er hat sich eine neue Aufgabe gesucht und ist beruflich erfolgreich und das hält ihn fit und gesund und trägt wesentlich zu seiner Lebensqualität bei, weiterhin produktiv tätig zu sein solange es geht. Manche arbeiten mit 82 noch, weil sie es möchten. Und meine Tante beispielsweise ist auch 80 Jahre, fährt Auto und bewirtschaftet ein eigenes Haus. Die Frau ist geistig fit und leistungsfähig.

Es ist auch einfach volkswirtschaftlich gesehen eine enorme Verschwendung, das Potential an Fähigkeit, das Menschen ab 55 Jahren noch haben, einfach wegzuschmeißen. Das geht in Zukunft nicht mehr, das können wir uns in der westlichen Welt nicht mehr leisten. Aber bekannt ist das in der deutschen Wirtschaft offensichtlich noch nicht. Die sind rückständig wie eh und je.

Werner Hoffmann, Raum Frankfurt a. Main
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 09 Aug 2006 - 14:19:50    Titel:

Ich gebe dir vollkommen Recht. Ob allerdings die Politik da groß was ändern kann, wage ich zu bezweifeln. Immerhin haben wir jetzt eine "Antidiskriminierungsgesetz". Ich fürchte es wird nichts bringen, da man Einstellungen und Haltungen kaum über ein Gesetz ändern kann.

Aber: in absehbarer Zeit habe ich die Hoffnung, dass sich das Problem erledigt. Wie soll der Jugendwahn in einer Zeit fortbestehen, in der es kaum noch Jugend gibt. Die Kundschaft altert mit. Man sieht es an MTV... zu meiner Jugend war das ein Teenie-Sender!! Und heute? The Osbournes!!
Die Älteren werden als Kunden an Bedeutung gewinnen. Und wo der Nachwuchs in den Unternehmen fehlt, werden zunehmend Ältere gebraucht. Schön für diese. Das Problem der Kinderlosigkeit ist dann allerdings noch nicht gelöst.

Ob das überhaupt ein Problem ist, ist Ansichtssache. Man könnte sagen, so schlimm ist es nun auch nicht, wenn Deutschland ausstirbt. Die Sozialsysteme müssen eben anders finanziert werden. Und in einer Gesellschaft der Alten hat sichs mit der Rente ab 67 sowieso erledigt. Wer soll denn in 30 Jahren überhaupt noch arbeiten?

apokalyptische Grüße
Pauker
siri22
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Anmeldungsdatum: 09.08.2006
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 09 Aug 2006 - 15:18:26    Titel:

Werner60, ich gehe mal davon aus, dass du zu der älteren Generation gehörst.

Aber meinst du, der jüngeren Generation geht es besser als einem 55-jährigen? Sie landen nach der Ausbildung direkt auf der Straße oder werden von einem unbezahlten oder lächerlich gering bezahlten Praktikum ins nächste geschickt - immer in der Hoffnung, dass sich daraus mindestens ein 1-Jahres Vertrag ergibt. Ein Festvertrag wäre schon fast wie ein 6-er im Lotto.

Diese Generation möchte gern finanziell unabhängig sein, eine Familie gründen und die von dir so sehr erwünschten Kinder in die Welt setzen, damit deine Rente gesichert ist. Sag mir mal, wovon die kleine Familie finanziert werden soll, wenn man nur die Perspektive von Praktikum zu Praktikum oder von befristetem Job in die Arbeitslosigkeit hat !

Das Recht auf Bildung spricht den Älteren niemand ab. Die VHS und Unis sind für alle offen, das Recht auf Arbeit haben auch die Jüngeren nicht.

Zitat:
Die Politik muß zu Beginn des 21. Jahrhunderts viel mehr praktisch eingreifen und sich über die Nutzung der Massenmedien und Werbemedien für Kinderfreundlichkeit und Akzeptanz und Toleranz gegenüber älteren/alten Menschen einsetzen. Unsere Gesellschaft bekommt immer weniger Kinder, wir überaltern zunehmend.


Dass immer weniger Kinder geboren werden halte ich für einen Vorteil. Stell dir mal vor, die jetzt so beschimpften 60-er und 70-er Jahrgänge hätte wunschgemäß viele Kinder in die Welt gesetzt. ich wage nicht, mir vorzustellen, wie viele Arbeitslose wir dann jetzt zählen würden. Und die Politik mischt sich sowieso schon an allen Ecken und Enden rein. Aus der Familie und der Familienplanung soll sie sich bitteschön raushalten.
Hayenna
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Anmeldungsdatum: 24.03.2006
Beiträge: 21
Wohnort: Eichstätt

BeitragVerfasst am: 09 Aug 2006 - 21:56:00    Titel:

Aus der Sicht der "Jungen" kann die Diskriminierung auch in die andere Richtung losgehen. Wenn nämlich die Mehrheit der deutschen Wahlberechtigten zu den "Alten" gehört, werden sie die "Jungen" immer überstimmen können und diese werden arge Schwierigkeiten haben, ihre Interessen gegen die übergroße Mehrheit der "Alten" durchzusetzen.

Außerdem erheben die "Alten" ihre hohen Rentenansprüche, während bei den "Jungen" gekürzt wird. Es heißt, wir "Jungen" hätten in einigen Jahren jeweils zwei Rentner zu finanzieren, auch das sollte man einmal umdrehen; vielleicht kann noch so mancher Rentner einen veramten Studenten unterstützen...

Man kann diesen Konflikt drehen und wenden wie man will, am Ende sollte die Generationengerechtigkeit in jedem Falle eingehalten werden. Die "Alten" müssen von ihren finanziellen Versprechungen des Staates etwas Abstand nehmen und die "Jungen" mehr Verantwortung und Respekt vor den "Alten" zeigen.
Guido
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Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 717
Wohnort: Süddeutschland

BeitragVerfasst am: 10 Aug 2006 - 13:17:29    Titel:

Hayenna hat folgendes geschrieben:
Aus der Sicht der "Jungen" kann die Diskriminierung auch in die andere Richtung losgehen. Wenn nämlich die Mehrheit der deutschen Wahlberechtigten zu den "Alten" gehört, werden sie die "Jungen" immer überstimmen können und diese werden arge Schwierigkeiten haben, ihre Interessen gegen die übergroße Mehrheit der "Alten" durchzusetzen.



Man kann diesen Konflikt drehen und wenden wie man will, am Ende sollte die Generationengerechtigkeit in jedem Falle eingehalten werden. Die "Alten" müssen von ihren finanziellen Versprechungen des Staates etwas Abstand nehmen und die "Jungen" mehr Verantwortung und Respekt vor den "Alten" zeigen.


Letztlich wird der umverteilende Sozialstaat daran scheitern, dass in einer Demokratie die Mehrheit und in einer Machtwirtschaft die mächtigste Gruppe gewinnt und sich auf Kosten der Unterlegenen an den politisch verwalteten Fleischtöpfen bedienen kann. Die Minderheit kann sich jedoch der Ausbeutung durch die Mehrheit neben Wahlen auch durch Verweigerungs- und Rückzugsprozesse (Geburtenstreik, Konsumrückgang, Abwanderung ins Ausland …) entziehen, so dass das System langsam aber sicher zusammenbricht.

Hinzu kommt dass „Generationenverträge“ und „Generationengerechtigkeit“ nicht real existieren sondern abstrakte gedankliche Konstrukte darstellen, die nur innerhalb des umverteilenden Sozialstaats Sinn ergeben. Bricht er zusammen verlieren sie ihre Bedeutung.
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