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Mindestlohn: sinnvoll oder nicht?
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derTom
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Anmeldungsdatum: 02.11.2014
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BeitragVerfasst am: 15 Jun 2015 - 07:49:09    Titel:

Jede Regelung hat Randerscheinungen die Betrachtet werden müssen, das jemand nach abgeschlossener Ausbildung für 6-7€ Vollzeit arbeiten musste war das was bekämpft werden musste.

Davon ab das ein 400€ Job als Zeitungsverteiler, mit 4-8 Tagen Monat nur schwer in den Bereicht kommt unter 8,50 €/Stunde zu geraten.

Genauso juckt meinen Chef der Mindestlohn nicht, selbst unter Einbeziehung aller Überstunden und der nicht notierten Arbeit zuhause oder auf dem Weg zur Arbeit/zum Kunden, dürften seine Angestellten doch noch etwas Luft zum Mindestlohn haben.

Aber zum Thema logische Ausnahmen, wie sieht da mit einem Bundeswehrsoldaten aus, 24/7 ist die Dienstzeit, auch wenn es gestattet ist nach Hause zufahren, man bleibt Soldat. Als Mannschafter hat man knappe 1300€ geteilt durch (30*24h) macht nen Stundenlohn von unter 2€. Ok in Deutschland kann man das anders interpretieren, im Auslandseinsatz nicht mehr.
Darf der Bund nun keine Soldaten mehr beschäfftigen?

Sich so auf ein paar Ausnahmen zu stürzen zeichnet ein klares Bild von den Problemen. 40.000 waren es glaube ich die weiter oben von jemandem klar belegt wurden, das ist keine Zahl die ein Drama auf dem Arbeitsmarkt verursacht.
koenig_ludwig73
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Anmeldungsdatum: 30.07.2009
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BeitragVerfasst am: 15 Jun 2015 - 08:37:44    Titel:

derTom hat folgendes geschrieben:
Jede Regelung hat Randerscheinungen die Betrachtet werden müssen, das jemand nach abgeschlossener Ausbildung für 6-7€ Vollzeit arbeiten musste war das was bekämpft werden musste.

Davon ab das ein 400€ Job als Zeitungsverteiler, mit 4 Tagen in der Woche nur schwer in den Bereicht kommt unter 8,50 €/Stunde zu geraten.

Genauso juckt meinen chef der Mindestlohn nicht, selbst unter Einbeziehung aller Überstunden und der nicht notierten Arbeit zuhause oder auf dem Weg zur Arbeit/zum Kunden, dürften seine Angestellten doch noch etwas Luft zum Mindestlohn haben.

Aber zum Thema logische Ausnahmen, wie sieht da mit einem Bundeswehrsoldaten aus, 24/7 ist die Dienstzeit, auch wenn es gestattet ist nach Hause zufahren, man bleibt Soldat. Als Mannschafter hat man knappe 1300€ geteilt durch (30*24h) macht nen Stundenlohn von unter 2€. Ok in Deutschland kann man das anders interpretieren, im Auslandseinsatz nicht mehr.
Darf der Bund nun keine Soldaten mehr beschäfftigen?

Sich so auf ein paar Ausnahmen zu stürzen zeichnet ein klares Bild von den Problemen. 40.000 waren es glaube ich die weiter oben von jemandem klar belegt wurden, das ist keine Zahl die ein Drama auf dem Arbeitsmarkt verursacht.


Noch weiter oben steht, dass die Regelung sehr wohl Probleme verursacht und auch der BA Chef Weise spricht von entsprechenden Arbeitsplatzverlusten. Hauptsächlich auch noch in den sowieso strukturschwachen neuen Ländern.

Wie gesagt branchenbezogene regional angepasste, in erster Linie von den Vertriebspartnern erarbeitete Lösungen, wären vorzuziehen gewesen, wo nur dann der Gesetzgeber eingreift, wenn keine Vereinbarung gefunden wird. 8,50 Euro in München sind ein Witz und in Neustrelitz zu hoch. Zuverdienste, bei Schülern, Studenten, Rentnern und Hausfrauen hätten gar nicht mit reingenommen werden müssen. Das sind keine vollwertigen Arbeitskräfte und die wollen auch gar keine sein. Die wollen sich eben auch schon mal 5 Stunden Zeit lassen um die Wurfsendungen loszuwerden.
derTom
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Anmeldungsdatum: 02.11.2014
Beiträge: 1033

BeitragVerfasst am: 15 Jun 2015 - 08:56:03    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
8,50 Euro in München sind ein Witz und in Neustrelitz zu hoch.


Also ist 1h Haare schneiden in München mehr wert als 1h Haare schneiden in Neustrelitz?

Das würde die Leute ja noch mehr zum Abwandern animieren und einer Stärkung wirtschaftsschwacher Regionen endgülig den Todesstoß geben.

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
Das sind keine vollwertigen Arbeitskräfte und die wollen auch gar keine sein.


Also ist der Student der 15h/Woche an der Tanke fürs Studium jobbt keine vollwertige Arbeitskraft während der der dort 35h/Woche arbeitet eine ist und dementsprechend sollten beide für gleiche Leistung (Arbeit/Zeit) unterschiedlich entlohnt werden?

In der Logik, wenn es den eine ist, erkenne ich keinen Sinn.
koenig_ludwig73
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BeitragVerfasst am: 15 Jun 2015 - 09:28:22    Titel:

derTom hat folgendes geschrieben:
koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
8,50 Euro in München sind ein Witz und in Neustrelitz zu hoch.


Also ist 1h Haare schneiden in München mehr wert als 1h Haare schneiden in Neustrelitz?

Das würde die Leute ja noch mehr zum Abwandern animieren und einer Stärkung wirtschaftsschwacher Regionen endgülig den Todesstoß geben.

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
Das sind keine vollwertigen Arbeitskräfte und die wollen auch gar keine sein.


Also ist der Student der 15h/Woche an der Tanke fürs Studium jobbt keine vollwertige Arbeitskraft während der der dort 35h/Woche arbeitet eine ist und dementsprechend sollten beide für gleiche Leistung (Arbeit/Zeit) unterschiedlich entlohnt werden?

In der Logik, wenn es den eine ist, erkenne ich keinen Sinn.


Na überleg mal, warum sind viele Leute bereit für einen Haarschnitt bei Herr Waltz ein Vielfaches dessen zu bezahlen, als bei Uschi aus Neustrelitz...ich glaub ich muß es Dir nicht erklären. Ladenmiete, Gewerbesteuer, Energiekosten, Nebenkosten und natürlich Lohnniveau unterscheiden sich tatsächlich zwischen München und Neustrelitz.

Der Student ist deshalb keine vollwertige Kraft, weil er seinen Zuverdienst dem Studium unterordnet. Der Arbeitgeber räumt ihm diese Flexibilität ein und ordnet sich dem ebenfalls unter. Student, Rentner, Schüler, Hausfrauen sind nicht wirklich auf diesen Job angewiesen, es ist ein Zuverdienst, mehr nicht.

Zum Todesstoß, wenn Rentnerin Gerda für ihre Dauerwelle in Neustrelitz plötzlich das Gleiche zahlen soll wie in München, geht sie gleich nach Polen, wo sie sowieso schon einmal im Monat einkaufen geht. Auch das muß ich Dir nicht erklären. Alternativ macht sich Friseuse Uschi selbst Konkurrenz indem sie Abends zum Waschen und Legen bei Gerda vorbeischaut, schwarz. Auch diesen Mechanismus muß ich Dir nicht erklären. Es gab Gründe, warum man sich mit den Minijobs auf unbürokratische Weise den Lebensentwürfen der Bürger angepasst hat. Dies wird durch diese starre Mindestlohnregelung komplett ausgehebelt. Rolle rückwärts zurück zum überregulierten Arbeitsmarkt.
derTom
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Anmeldungsdatum: 02.11.2014
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BeitragVerfasst am: 15 Jun 2015 - 14:15:00    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:

Na überleg mal, warum sind viele Leute bereit für einen Haarschnitt bei Herr Waltz ein Vielfaches dessen zu bezahlen, als bei Uschi aus Neustrelitz...ich glaub ich muß es Dir nicht erklären.


Du nimmst einen Herrn Waltz als Maßstab für den münchener Durchschnittsfriseur? Soll ich jetzt lachen oder weinen? So einen Argumentation kann man beim besten Willen nicht ernst nehmen.

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
Ladenmiete, Gewerbesteuer, Energiekosten, Nebenkosten [...] unterscheiden sich tatsächlich zwischen München und Neustrelitz.


Genau, alles Kosten und Aufwendungen welche die normale, angestellte Friseuse zu zahlen hat.
Aber selbst wenn ich auf das Argument eingehe, dann müsste doch aufgrund der geringeren Kosten die Inhaberin in Neustreliz mehr Gehalt zahlen können, sie hat ja weit weniger sonstige Kosten bzw Aufwendungen.


koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
Der Student ist deshalb keine vollwertige Kraft, weil er seinen Zuverdienst dem Studium unterordnet. Der Arbeitgeber räumt ihm diese Flexibilität ein und ordnet sich dem ebenfalls unter.


Nochmal, warum sollt der Student/Rentner etc für die gleiche Arbeitsleistung pro Zeit Einheit einen andern Verdienst pro Zeiteinheit haben? Das er pro Monat weniger bekommt, aber der Stundenlohn sollte für gleiche Arbeit gleich sein.


koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
Student, Rentner, Schüler, Hausfrauen sind nicht wirklich auf diesen Job angewiesen, es ist ein Zuverdienst, mehr nicht.


Das ist auch ne Lachnummer, ich kenne genügend Studenten die ohne ihren Job gar nicht erst studieren könnten, ich kenne Rentner die ohne ihren Job vom Amt Zuschuss bräuchten und Hausfrauen oder Hausmänner wo das Einkommen des Vollzeitarbeitenden 2ten Teils der Familie nicht reicht.
Die sind nicht drauf angewiesen? Ernsthaft, du lebst aber schon im gleichen Universum wie der Rest von uns oder?



koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
Zum Todesstoß, wenn Rentnerin Gerda für ihre Dauerwelle in Neustrelitz plötzlich das Gleiche zahlen soll wie in München, geht sie gleich nach Polen, wo sie sowieso schon einmal im Monat einkaufen geht. Auch das muß ich Dir nicht erklären. Alternativ macht sich Friseuse Uschi selbst Konkurrenz indem sie Abends zum Waschen und Legen bei Gerda vorbeischaut, schwarz. Auch diesen Mechanismus muß ich Dir nicht erklären. Es gab Gründe, warum man sich mit den Minijobs auf unbürokratische Weise den Lebensentwürfen der Bürger angepasst hat. Dies wird durch diese starre Mindestlohnregelung komplett ausgehebelt. Rolle rückwärts zurück zum überregulierten Arbeitsmarkt.


Warum ist den Polen billiger wie hier? Auch dort müsste 1h Haare schneiden, gleiche Qualität angenommen, das gleiche Wert sein wie hier.
Bestimmt sind die Märkte dort noch strenger reglementiert, was ja die natürliche Preisentwicklung ruiniert. Rolling Eyes
Davon ab zieht dein Polen Argument, wenn man es als eines gelten läßt, nur nahe der polnischen Grenze, aus Münschen wird kaum einer zum Haare schneiden nach Polen fahren, ausser natürlich die Durchschnittsfriseure dort heißen auch alle Waltz. Razz

Und Schwarzarbeit als Argument, gegen den Mindestlohn, ja nee ist klar. Wenn 1h Haare schneiden normal schon nur 5€ Wert erhält (ohne Mindestlohn), als wäre irgendeine Friseuse so blöd dann privat für 3€ noch arbeiten zugehen. Und würde sie 5€ nehmen könnte man ja gleich als Kunde in den Laden gehen...
koenig_ludwig73
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BeitragVerfasst am: 15 Jun 2015 - 14:36:09    Titel:

derTom hat folgendes geschrieben:
Das ist auch ne Lachnummer, ich kenne genügend Studenten die ohne ihren Job gar nicht erst studieren könnten, ich kenne Rentner die ohne ihren Job vom Amt Zuschuss bräuchten und Hausfrauen oder Hausmänner wo das Einkommen des Vollzeitarbeitenden 2ten Teils der Familie nicht reicht.
Die sind nicht drauf angewiesen? Ernsthaft, du lebst aber schon im gleichen Universum wie der Rest von uns oder?



Mal von Deinem Wunschdenken abgesehen, dass jede Arbeitsleistung gleich bezahlt werden müsse, sind die angesprochenen Nebenkosten natürlich in der Lebenshaltung zu berücksichtigen, da der Münchner Lohnempfänger diese auch bei jedem Einkauf mitbezahlt.

Fakt ist, den Zustand:

>> ich kenne genügend Studenten die ohne ihren Job gar nicht erst studieren könnten, ich kenne Rentner die ohne ihren Job vom Amt Zuschuss bräuchten und Hausfrauen oder Hausmänner wo das Einkommen des Vollzeitarbeitenden 2ten Teils der Familie nicht reicht.<<

hast Du jetzt ja für mindestens 80.000 Fälle des Jobverlustes erreicht, wo man sich vorher noch durch eigener Hände Arbeit etwas leisten konnte, wollte, ist man nun auf Almosen des Staates angewiesen oder kann sich das Studium nicht mehr leisten. Super sozial!

Ja und Schwarzarbeit gibt es in Deinen Augen ja eh nicht, die wär ja viel zu teuer... Rolling Eyes
derTom
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BeitragVerfasst am: 15 Jun 2015 - 15:25:15    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:

Fakt ist, den Zustand:

>> ich kenne genügend Studenten die ohne ihren Job gar nicht erst studieren könnten, ich kenne Rentner die ohne ihren Job vom Amt Zuschuss bräuchten und Hausfrauen oder Hausmänner wo das Einkommen des Vollzeitarbeitenden 2ten Teils der Familie nicht reicht.<<

hast Du jetzt ja für mindestens 80.000 Fälle des Jobverlustes erreicht, wo man sich vorher noch durch eigener Hände Arbeit etwas leisten konnte, wollte, ist man nun auf Almosen des Staates angewiesen oder kann sich das Studium nicht mehr leisten. Super sozial!


Wieso sollten die alle ihren Job verlieren? Das ist doch nachgewiesener Unsinn.
Es wurde bereits belegt 45.000 oder so nicht 80.000. Und wo sind die 160.000 vondenen du Anfangs ausgegangen bist?
Ausserdem behauptest du ja die brauchen den Job eh nicht, jetzt auf einmal doch? Hat doch mal jemand anders recht als Du?

Wenn 45h Arbeitskraft im Monat gebraucht wird, dann wird sie gebraucht. Ob die Stunde 5, 8 oder 10€ pro Stunde kostet, wo Bedarf an Arbeitskraft ist wird diese Arbeitskraft auch "erworben". Zudem warum stellen wohl besonders im Einzelhandel viele auf 450€ Kräfte um? Weil 3 450€-Kräfte immernoch billiger sind als eine Vollzeitkraft, man spart als Arbeitgeber ja Massen an Sozialleistungen. Und solange das so ist wird kein Mindestlohn der Welt was an der Existenz von Minijobs ändern.


koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
Ja und Schwarzarbeit gibt es in Deinen Augen ja eh nicht, die wär ja viel zu teuer... Rolling Eyes


Wo habe ich das geschrieben?
Ich habe geschrieben das beim vor dem Mindestlohn bei 5€ die Stunde sich Schwarzarbeit für 3€ die Stunde nicht lohnt.


koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
Mal von Deinem Wunschdenken abgesehen, dass jede Arbeitsleistung gleich bezahlt werden müsse, sind die angesprochenen Nebenkosten natürlich in der Lebenshaltung zu berücksichtigen, da der Münchner Lohnempfänger diese auch bei jedem Einkauf mitbezahlt.


Die Lebenshaltungskosten trägt zumindest bei mir nicht der Arbeitgeber, der Zahlt einen Lohn. Und in diesem Lohn sind weder Kosten noch Aufwendungen meines Arbeitgebers enthalten, sie sind nur ein Teil davon.
Wie Hoch meine Miete ist juckt den Chef doch nicht oder zahlt dein Chef Dir mehr wenn Du morgen in irgendeine Prunkvilla für 20k€ Miete umziehst?
Bekommst Du mehr Gehalt wenn der Strompreis erhöht wird?
Bekommst Du mehr Gehalt wenn der Spritpreis steigt?
Du kannst doch nicht Kosten des Arbeitgebers in den Lohn des Arbeitnhmers einrechnen. Dann würde man in Münschen gar nichts an Lohn bekommen weil ja die sonstigen Kosten und Aufwendungen bereits so hoch sind und "normal hohe" Löhne nicht mehr wirtschaftlich fürs Unternehmen...
koenig_ludwig73
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BeitragVerfasst am: 15 Jun 2015 - 15:51:00    Titel:

derTom hat folgendes geschrieben:
koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:

Fakt ist, den Zustand:

>> ich kenne genügend Studenten die ohne ihren Job gar nicht erst studieren könnten, ich kenne Rentner die ohne ihren Job vom Amt Zuschuss bräuchten und Hausfrauen oder Hausmänner wo das Einkommen des Vollzeitarbeitenden 2ten Teils der Familie nicht reicht.<<

hast Du jetzt ja für mindestens 80.000 Fälle des Jobverlustes erreicht, wo man sich vorher noch durch eigener Hände Arbeit etwas leisten konnte, wollte, ist man nun auf Almosen des Staates angewiesen oder kann sich das Studium nicht mehr leisten. Super sozial!


Wieso sollten die alle ihren Job verlieren? Das ist doch nachgewiesener Unsinn.
Es wurde bereits belegt 45.000 oder so nicht 80.000. Und wo sind die 160.000 vondenen du Anfangs ausgegangen bist?
Ausserdem behauptest du ja die brauchen den Job eh nicht, jetzt auf einmal doch? Hat doch mal jemand anders recht als Du?

Wenn 45h Arbeitskraft im Monat gebraucht wird, dann wird sie gebraucht. Ob die Stunde 5, 8 oder 10€ pro Stunde kostet, wo Bedarf an Arbeitskraft ist wird diese Arbeitskraft auch "erworben". Zudem warum stellen wohl besonders im Einzelhandel viele auf 450€ Kräfte um? Weil 3 450€ immernoch billiger sind als eine Vollzeitkraft und man spart als Arbeitgeber auch noch Massen an Sozialleistungen. Und solange das so ist wird kein Mindestlohn der Welt was an der Existenz von Minijobs ändern.


koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
Ja und Schwarzarbeit gibt es in Deinen Augen ja eh nicht, die wär ja viel zu teuer... Rolling Eyes


Wo habe ich das geschrieben?
Ich habe geschrieben das beim vor dem Mindestlohn bei 5€ die Stunde sich Schwarzarbeit für 3€ die Stunde nicht lohnt.


Aus dem Link, den ich zur Diskussion stellte:

>>Schon 160.000 Jobs weg

In einer ersten Zwischenbilanz der gesetzlichen Lohnuntergrenze von 8,50 Euro je Stunde widerspricht jetzt das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel: Der Mindestlohn habe bereits in den ersten drei Monaten Arbeitsplätze gekostet. So sei die Zahl der Minijobs seit Jahresbeginn regelrecht eingebrochen. Im März waren es 160.000 weniger als im Vorjahresmonat. Zugleich hat der Beschäftigungsaufbau seit Jahresbeginn deutlich an Tempo verloren: In den sechs Monaten vor Einführung des Mindestlohns lag die Zahl der Erwerbstätigen um 370.000 über der des Vorjahres. Nach Einführung des Mindestlohns fiel die Differenz von Monat zu Monat geringer aus und betrug im April nur noch 210.000.

Für die Arbeitsmarktforscher aus Kiel deuten diese Daten auf erste Beschäftigungsverluste durch den Mindestlohn hin. Der Rückgang der Minijobs sei der stärkste seit 15 Jahren. Dieser gehe unmittelbar auf den Mindestlohn zurück, denn mit anderen rechtlichen Änderungen lasse sich der Rückgang der seit Jahren konstanten Zahl an Minijobbern nicht erklären.<<

Soviel zu den Zahlen. Von den 160.000 waren die Hälfte Studenten, Rentner, Hausfrauen etc. die natürlich bei Jobverlust sich nicht arbeitslos melden können, darum weichen die Zahlen von der BA ja auch ab! Steht alles in der Studie.

>>Wenn 45h Arbeitskraft im Monat gebraucht wird, dann wird sie gebraucht. Ob die Stunde 5, 8 oder 10€ pro Stunde kostet, wo Bedarf an Arbeitskraft ist wird diese Arbeitskraft auch "erworben". Zudem warum stellen wohl besonders im Einzelhandel viele auf 450€ Kräfte um? Weil 3 450€ immernoch billiger sind als eine Vollzeitkraft und man spart als Arbeitgeber auch noch Massen an Sozialleistungen.<<

mit dieser Aussage zementierst Du die starre Arbeitsmarktbetrachtung von vor 50 Jahren, wer nicht mindestens 45 Stunden in der Woche arbeiten gehen kann, für 8,50 Euro in der Stunde, soll bitte schön daheim bleiben...Das ist genauso unsinnig wie Teilzeit als atypische Beschäftigung zu bezeichnen. Teilzeit war, ist und bleibt, ein Zugeständnis der Arbeitgeber an die Arbeitnehmer. Ohne wäre der Zugang der sog. stillen Reserve, von der reden wir hier, zum 1. Arbeitsmarkt gar nicht möglich gewesen. Teilzeit, Midi und Minijobs sind für den Arbeitgeber teurer aber unbürokratischer. Gerade Teilzeitjobs wurden der Wirtschaft durch die Gewerkschaften aufgezwungen!

Deine Schwarzarbeitrechnung ist ja auch aller 1. Sahne. Bei Schwarzarbeit sind 5 Euro Kosten für den Kunden 5 Euro netto für die Friseuse...Wo kann Oma Gerda heute für 5 Euro Stundenpreis eine Dauerwelle machen lassen, und wo vor dem Mindestlohn?? Das ist ja der große vermeintliche Vorteil der Schwarzarbeit, dass gar keine Steuern und Abgaben anfallen.

Machst Du das eigentlich alles bewusst oder weil nicht sein kann, was nicht sein darf?
derTom
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BeitragVerfasst am: 15 Jun 2015 - 17:48:22    Titel:

Zitat:
mit dieser Aussage zementierst Du die starre Arbeitsmarktbetrachtung von vor 50 Jahren, wer nicht mindestens 45 Stunden in der Woche arbeiten gehen kann, für 8,50 Euro in der Stunde, soll bitte schön daheim bleiben...Das ist genauso unsinnig wie Teilzeit als atypische Beschäftigung zu bezeichnen. Teilzeit war, ist und bleibt, ein Zugeständnis der Arbeitgeber an die Arbeitnehmer. Ohne wäre der Zugang der sog. stillen Reserve, von der reden wir hier, zum 1. Arbeitsmarkt gar nicht möglich gewesen. Teilzeit, Midi und Minijobs sind für den Arbeitgeber teurer aber unbürokratischer. Gerade Teilzeitjobs wurden der Wirtschaft durch die Gewerkschaften aufgezwungen!


In diesem Absatz wird mir deine Position nicht klar.
Ist es deine Ansicht das "wer nicht mindestens 45 Stunden in der Woche arbeiten gehen kann, für 8,50 Euro in der Stunde, [..] bitte schön daheim bleiben [soll]"?
Oder ist das der unsinnige Teil?
Wo genau sind minijobs bitte teurer?
Zitat:
Zudem warum stellen wohl besonders im Einzelhandel viele auf 450€ Kräfte um? Weil 3 450€-Kräfte immernoch billiger sind als eine Vollzeitkraft, man spart als Arbeitgeber ja Massen an Sozialleistungen. Und solange das so ist wird kein Mindestlohn der Welt was an der Existenz von Minijobs ändern.

Teilzeit wurde aufgezwungen, mag sein, aber wie viele Unternehmen profitieren davon? Wie viele Bieten es von sich aus an? Willst du das auch wieder kippen? Und damit die Arbeitslosenquote wieder hochjagen?
Zugeständniss an die Arbeitnehmer, klar, man braucht Fachkräfte und will dann noch welche raus kicken weil sie zB. Familie haben?


Dafür das du ein Liberaler sein willst bist du verborrter und engstirniger als mancher Faschist, gleich ob links oder rechts.

Genau wie du die Teile der Beiträge die dir nicht gefallen einfach überliest, oder verdrehst.
Zitat:
Ausserdem behauptest du ja die brauchen den Job eh nicht, jetzt auf einmal doch? Hat doch mal jemand anders recht als Du?

Zitat:
Die Lebenshaltungskosten trägt zumindest bei mir nicht der Arbeitgeber, der Zahlt einen Lohn. Und in diesem Lohn sind weder Kosten noch Aufwendungen meines Arbeitgebers enthalten, sie sind nur ein Teil davon.
Wie Hoch meine Miete ist juckt den Chef doch nicht oder zahlt dein Chef Dir mehr wenn Du morgen in irgendeine Prunkvilla für 20k€ Miete umziehst?
Bekommst Du mehr Gehalt wenn der Strompreis erhöht wird?
Bekommst Du mehr Gehalt wenn der Spritpreis steigt?
Du kannst doch nicht Kosten des Arbeitgebers in den Lohn des Arbeitnhmers einrechnen. Dann würde man in Münschen gar nichts an Lohn bekommen weil ja die sonstigen Kosten und Aufwendungen bereits so hoch sind und "normal hohe" Löhne nicht mehr wirtschaftlich fürs Unternehmen...
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BeitragVerfasst am: 15 Jun 2015 - 18:29:05    Titel:

derTom hat folgendes geschrieben:
Zitat:
mit dieser Aussage zementierst Du die starre Arbeitsmarktbetrachtung von vor 50 Jahren, wer nicht mindestens 45 Stunden in der Woche arbeiten gehen kann, für 8,50 Euro in der Stunde, soll bitte schön daheim bleiben...Das ist genauso unsinnig wie Teilzeit als atypische Beschäftigung zu bezeichnen. Teilzeit war, ist und bleibt, ein Zugeständnis der Arbeitgeber an die Arbeitnehmer. Ohne wäre der Zugang der sog. stillen Reserve, von der reden wir hier, zum 1. Arbeitsmarkt gar nicht möglich gewesen. Teilzeit, Midi und Minijobs sind für den Arbeitgeber teurer aber unbürokratischer. Gerade Teilzeitjobs wurden der Wirtschaft durch die Gewerkschaften aufgezwungen!


In diesem Absatz wird mir deine Position nicht klar.
Ist es deine Ansicht das "wer nicht mindestens 45 Stunden in der Woche arbeiten gehen kann, für 8,50 Euro in der Stunde, [..] bitte schön daheim bleiben [soll]"?
Oder ist das der unsinnige Teil?
Wo genau sind minijobs bitte teurer?
Zitat:
Zudem warum stellen wohl besonders im Einzelhandel viele auf 450€ Kräfte um? Weil 3 450€-Kräfte immernoch billiger sind als eine Vollzeitkraft, man spart als Arbeitgeber ja Massen an Sozialleistungen. Und solange das so ist wird kein Mindestlohn der Welt was an der Existenz von Minijobs ändern.

Teilzeit wurde aufgezwungen, mag sein, aber wie viele Unternehmen profitieren davon? Wie viele Bieten es von sich aus an? Willst du das auch wieder kippen? Und damit die Arbeitslosenquote wieder hochjagen?
Zugeständniss an die Arbeitnehmer, klar, man braucht Fachkräfte und will dann noch welche raus kicken weil sie zB. Familie haben?


Dafür das du ein Liberaler sein willst bist du verborrter und engstirniger als mancher Faschist, gleich ob links oder rechts.

Genau wie du die Teile der Beiträge die dir nicht gefallen einfach überliest, oder verdrehst.
Zitat:
Ausserdem behauptest du ja die brauchen den Job eh nicht, jetzt auf einmal doch? Hat doch mal jemand anders recht als Du?

Zitat:
Die Lebenshaltungskosten trägt zumindest bei mir nicht der Arbeitgeber, der Zahlt einen Lohn. Und in diesem Lohn sind weder Kosten noch Aufwendungen meines Arbeitgebers enthalten, sie sind nur ein Teil davon.
Wie Hoch meine Miete ist juckt den Chef doch nicht oder zahlt dein Chef Dir mehr wenn Du morgen in irgendeine Prunkvilla für 20k€ Miete umziehst?
Bekommst Du mehr Gehalt wenn der Strompreis erhöht wird?
Bekommst Du mehr Gehalt wenn der Spritpreis steigt?
Du kannst doch nicht Kosten des Arbeitgebers in den Lohn des Arbeitnhmers einrechnen. Dann würde man in Münschen gar nichts an Lohn bekommen weil ja die sonstigen Kosten und Aufwendungen bereits so hoch sind und "normal hohe" Löhne nicht mehr wirtschaftlich fürs Unternehmen...



meine Position ist die, dass Teilzeit, Midi und Mini eher dem Arbeitnehmer, als dem Arbeitgeber nutzen, weil sie der sog. "stillen Reserve" Hausfrauen, Rentner, Studenten, auch chronisch Kranken, Alleinerziehenden oder unqualifizierten Einsteigern, den Zugang zum 1. Arbeitsmarkt ermöglichen. Keiner dieser Arbeitnehmer kann die 40 Stunden Woche leisten, will er auch gar nicht. Der Arbeitgeber hat zwar Vorteile daraus, die beziehen sich aber nicht auf die Kosten. Er führt bei einem Minijob, um mal bei Deinem Beispiel zu bleiben, 1 Arbeitslatz geteilt durch 4, pauschal 30 Prozent Sozialabgaben ab, beim Normalarbeitsverhältnis sind es nur 20 Prozent.

http://www.lohn-gehaltsabrechnung.com/450-euro-minijobs-vor-und-nachteile-fur-arbeitgeber/

Natürlich juckt Denen Chef die Höhe der Lebenshaltungskosten, was meinst Du wohl warum es regionale Unterschiede in den Tarifverträgen gibt?? Mit dem Gehalt, mit dem Du in Neustrelitz gut leben kannst, kannst Du Dir in München nicht mal einen Parkplatz anmieten.

Weißt Du, bevor ich Dir widerspreche informiere ich mich, Du liest weder den Beitrag, den ich zur Diskussion stellte, noch schaust Du irgendwelche Fakten nach, Du widersprichst erst mal pauschal. Ich dachte Du legst auf einen sachlichen Diskussionsstil großen Wert. Man kann bei möglichen Lösungsansätzen ja gern andere Standpunkte vertreten oder Interessen verfolgen, da kommt allerdings nicht viel, vielmehr versteifst Du Dich darauf offensichtlichen Fakten, oder sagen wir mal Grundwissen, zu einem Thema in Frage zu stellen.

Wie viel ein Minijob kostet oder wie es überhaupt zur Einführung derselben kam ist leicht nachzuschauen, heute, wo es so etwas wie das Internet gibt. Dein Argument, der Unternehmer spare damit Geld ist eine Parole aber kein Fakt!

Fakt ist hingegen, dass innerhalb von 3 Monaten mindestens 80.000 Arbeitnehmer in die "stille Reserve" rückabgewickelt wurde und selbst der Aufbau von sog. Normalarbeitslätzen ins Stocken geriet. Außer dem Mindestlohn gab es keine weiteren Eingriffe der Politik in den Arbeitsmarkt. Auftragslage und Geschäftsklimaindex haben sich aber verbessert. Wie erklärst Du Dir das? Und was wäre Deine Erwartung an eine sozialdemokratische Arbeitsministerin, die doch eigentlich Maßnahmen ergreifen sollte auch die Restarbeitslosigkeit zu bekämpfen. Derzeit passiert das Gegenteil. Nahles vernichtet Arbeitsplätze!
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