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Am Abi-Schnitt/Schulabschluss wirklich selber schuld?
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Foren-Übersicht -> Abi-Forum -> Am Abi-Schnitt/Schulabschluss wirklich selber schuld?
 
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lisbeth
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Anmeldungsdatum: 15.04.2006
Beiträge: 2016

BeitragVerfasst am: 01 Okt 2006 - 12:58:45    Titel: Am Abi-Schnitt/Schulabschluss wirklich selber schuld?

Hi,

ich habe gerade wieder mal so eine Aussage gelesen zwecks NC, Studienplatz usw. Die Aussage war in etwas diese: Wer keinen Studienplatz aufgrund des NCs bekommt, ist selber schuld, denn schließlich rackern sich andere für ihren Schnitt auch ab.

Ich frag mich immer wieder, ob man das denn wirklich so einfach sagen kann? Meines Erachtens eher nein. Denn die Voraussetzungen, ob ein Schüler überhaupt in der Lage ist, sich einen Stoff anzueignen hängt ja wohl zu einem nicht ungewichtigen Teil auch vom Lehrer ab.
Unterschiede kann man ja z.B. schon innerhalb derselben Schulen feststellen, wenn man die Abschlussarbeiten, die Kenntnisse und Vorgehensweisen der Parallelklassen vergleicht. Oder wie seht ihr das?

Also ich meine, dass es neben dem eigenen Einsatz und der Herkunft auch noch einen Faktor Lehrer gibt, von dem doch viel abhängt.

Dies zeigt sich nicht nur im Vergleich einzelner Klassen sondern immer wieder auch auf individueller Ebene. Lehrer sind ja auch nur Menschen, die Urteilsfehlern unterliegen und dann gibt es ja auch immer wieder Schüler, die entsprechend schlechtere Chancen haben wenn der Ruf erst mal versaut ist, genauso aber auch Schüler, die bei jeder Korrektur noch einen Bonus erhalten bzw. denen man wesentlich mehr Können und Hintergrundwissen unterstellt und entsprechend anders wertet.

Ich möchte hiermit jetzt keinen grundsätzlichen Widerstand gegen Lehrer wegen schlechter Beurteilung anzetteln, aber mir persölich sträuben sich immer die Nackenhaare, wenn ich solche Aussagen höre wie, man sei für seinen Schnitt selbst schuld.

Dieses Problem beschränkt sich ja nicht nur auf die Schulzeit, im Studium setzt sich dieses Phänomen oft unter extremeren Bedingungen fort.
quatsch
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Anmeldungsdatum: 31.08.2005
Beiträge: 3493

BeitragVerfasst am: 01 Okt 2006 - 13:17:38    Titel:

Natürlich gibt es schlechte und gute Lehrer und gerechtfertigte und ungerechtfertigte Berurteilungen/Noten. Nur leidet unter diesen Problemen doch jeder. Im Laufe von 13 (oder 12) Schuljahren bekommt jeder mal schlechte und mal gute Lehrer. Es wird kaum so sein, dass die Leute mit einser-Abi nur gute Lehrer hatten und die anderen nur die Schlechten. Letztlich gleicht sich das aus. Meine Erfahrung ist, dass die Noten schon hinkommen. Natürlich, bei optimalen Bedingungen könnte jeder ein 1,0-Abi machen. Das ist aber doch aussagelos. Der Witz ist doch gerade, unter den gegebenen Bedindungen eine bessere oder schlechtere Note zu machen.
Luna*
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Anmeldungsdatum: 26.02.2006
Beiträge: 51
Wohnort: Diessen

BeitragVerfasst am: 01 Okt 2006 - 13:29:23    Titel:

Ich muss da lisbeth total recht geben.
Ich habe selbst in der 11. Klasse so eine Erfahrung gemacht in Mathe. Die ganze Klasse hatte einen Schnitt von 5,1 während die Parallelklassen alle einen 2er oder 3er Schnitt hatten. Ich selbst bin von einer 1 in der 10. Klasse auf eine 4 gerutscht. Natürlich stritt der Lehrer ab, dass es an ihm liegt und auch der Direktor stand hinter dem Lehrer, aber es kann wohl kaum sein das eine komplette Klasse einfach nur dumm und faul ist, oder?
Zum Glück bekam ich in der 12. eine super Mathelehrerin, die das alles wieder ausgeglichen hatte. Wink
Aber natürlich kann man das auch nicht so pauschal sagen, dass immer die Lehrer schuld sind. Oft sind einzelne Schüler auch einfach nur zu faul zum lernen und dann wirklich selbst schuld. Weder so noch so kann man es verallgemeinern, meiner Meinung nach.
LG
quatsch
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Anmeldungsdatum: 31.08.2005
Beiträge: 3493

BeitragVerfasst am: 01 Okt 2006 - 13:36:06    Titel:

Luna* hat folgendes geschrieben:
Zum Glück bekam ich in der 12. eine super Mathelehrerin, die das alles wieder ausgeglichen hatte.

Qed
lisbeth
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Anmeldungsdatum: 15.04.2006
Beiträge: 2016

BeitragVerfasst am: 01 Okt 2006 - 14:26:07    Titel:

Also meiner Erfahrung nach ist es so, dass die meisten, die gut abgeschnitten haben sagen, dass es die Eigenleistung war und einige, die schlechter waren, dies auch mit dem Lehrer begründen.

Hört sich soweit ja mal ganz verdächtig an.

Meine Erfahrung ist aber auch, dass diejenigen, die tatsächlich zu wenig gemacht haben, sich das auch eingestehen können, z.B wenn sie den Stoff "reduziert", zu spät angefangen´, nur flach darüber gelesen oder überhaupt nichts geblickt haben.

Als weiteres Beispiel hätte ich z.B auch aus dem Studium, dass es mit Sicherheit in jedem Studiengang oder in jeder Prüfung Professoren / Komissionen gibt, die einen schlechten Ruf haben und vor denen man einfach Angst hat.
Nun könnte man ja sagen, dass man deshalb schlecht abschneidet, weil man es nicht anders erwartet, Tatsache ist aber auch, dass der Ruf meist nicht unbegründet ist.
z.B wenn die Prüfer in der Vorbesprechung selbst Stoff ausschließen und dann trotzdem in der Prüfung schwerpunktmäßig darauf herumreiten. Wiederum andere setzen die Notenskala ganz anderes an als andere Komissionen. Ich persönlich habe jedes Semester das Vergnügen bei den einzelnen Komissionen festzustelen, welche Noten die so verteilen und ich muss leider feststellen, es gibt welche, da haben alle 2er und 3er, dann gibt´s welche, da kommt alles vor von eins bis 4, mit Tendenz aber hauptsächlich im 1er und 2er Bereich und durchgefallen ist noch nie einer und dann gibt es eine Komission, da muss man sich für glücklich schätzen, wenn man eine 3 hat, weil im Semester davor über 50% durchgefallen sind.

Kommt halt immer auch darauf an, wie sich der Lehrer / Prüfer selbst definiert.
Die einen wollen einem die besten Chancen ermöglichen, die anderen definieren ihre Qualität über ihre hohe Messlatte und Durchfallquote.


Wenn man dann die "1er-Studies" fragt, bei wem sie in der Prüfung waren, ratet mal, welche Komissionen / bei welchen Profs diese meist waren.


Ich könnte noch zahlreiche weitere Beispiele bringen.

Was die Erwartungen des Lehrers bei den individuellen Schülern anbelangt: ein typisches Beispiel aus Schulzeiten -> mir selbst schon passiert.
Nachdem ich 5 mal hintereinander im Vokabeltest eine glatte 1 hatte, hat man in meinem 6, Vokabeltest einfach 3 Fehler innerhalb 10 Vokabeln übersehen -> es wurde einfach nur noch abgezählt, ob alles vorhanden war.

Oder als ich mal etwas halbrichtiges gesagt wurde es einfach uminterpretiert, sodass es noch mehr Sinn machte.


Ähnliches habe ich aber auch bei anderen Schülern und Studies ebenfalls schon feststellen können - in positiver wie in negativer Richtung.
Alessandra87
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
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BeitragVerfasst am: 01 Okt 2006 - 14:31:32    Titel:

also ich denke, dass viele faktoren zusammen kommen:
>zu einem gewissen Anteil ist man selbst daran "Schuld"...ich meine, es gibt leute, die tun halt einfach mehr für die Schule, später Uni, Ausblindung etc...& leute, die einfach keine Lust haben, zu lernen, Hausaufgaben zu machen etc. und statt dessen lieber anderen beschäftigungen nachgehen...also ist schon jeder selbst für seinen Schnitt verantwortlich...allerdings gibt es auch faktoren, die es einem erschweren, wie z.b.
-sehr strenge lehrer <-> lehrer die gute noten "verschenken"
-leichtere Schulen <-> schwereren schulen
-weniger Intelligenz <-> mehr Intelligenz
- guten soziales Umfeld <->schlechtes soziales Umfeld
etc.....

dennoch denke ich, dass jemand der wirklich gut ist, auch mit solchen hürden fertig wird...
Ungerechtigkeit wird's allerdings immer geben...jedoch glaube ich nicht, dass jemand, der ein Abi von 2,8 hat, behaupten kann, dass er eigentlich ja ein 1,0 abi hätten schaffen können, wenn da nicht die "fiesen Lehrer", ungerechte Notenverteiling etc. gewesen wäre...es geht hierbei höchstens um ein paar zehntel + oder -
dönis
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Anmeldungsdatum: 31.03.2006
Beiträge: 4740

BeitragVerfasst am: 01 Okt 2006 - 14:39:05    Titel:

Deswegen brauchen wir Eignungstests an den Hochschulen...
lisbeth
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Anmeldungsdatum: 15.04.2006
Beiträge: 2016

BeitragVerfasst am: 01 Okt 2006 - 14:39:11    Titel:

Alessandra87 hat folgendes geschrieben:

dennoch denke ich, dass jemand der wirklich gut ist, auch mit solchen hürden fertig wird...
Ungerechtigkeit wird's allerdings immer geben...jedoch glaube ich nicht, dass jemand, der ein Abi von 2,8 hat, behaupten kann, dass er eigentlich ja ein 1,0 abi hätten schaffen können, wenn da nicht die "fiesen Lehrer", ungerechte Notenverteiling etc. gewesen wäre...es geht hierbei höchstens um ein paar zehntel + oder -


Nein, soche Extreme meine ich auch nicht, aber ich denke schon, dass der Lehrerfaktor mal mindestens bis zu einer dreiviertel Note beeinflussen kann.
In dem Moment, in dem es um NC-Studienplätze im besseren Notenbereich oder um die Übernahme bei einem Arbeitgeber geht, wird´s halt doch relevant.

Und ich finde, da grenzt es schon wirklich an Frechheit, wenn da einer so wohlwissend argumentiert, man sei selber schuld.
Meist sind es dann nämlich diejenigen, die bekommen haben, was sie wollten und auf deise Weise herablassend, ohne über die Umstände und Einflussfaktoren nachzudenken, sich nochmals über diese erheben wollen.
lisbeth
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Anmeldungsdatum: 15.04.2006
Beiträge: 2016

BeitragVerfasst am: 01 Okt 2006 - 14:40:57    Titel:

dönis hat folgendes geschrieben:
Deswegen brauchen wir Eignungstests an den Hochschulen...



Finde ich eine gute Idee.
Allerdings können die auch nur bedingt die Entwicklung des Einzelnen im Studium vorhersagen.
Alessandra87
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 237
Wohnort: irgendwo im nördlichsten Bundesland

BeitragVerfasst am: 01 Okt 2006 - 14:47:47    Titel:

hmm...ja...ich hab auch einen studienplatz nicht bekommen, weil ich ein zehntel zu "schlecht" war...wenn man dann bedenkt, dass meine schule als eine der schwersten im umkreis gilt...tja...dann müsste ich mich jetzt auch beschweren... Laughing tu ich aber nicht...weil es 1) eh nichts bringt und ich 2) weiß, dass ich mein bestmögliches für mich beim Abi-Durchschnitt rausgeholt habe...sicherlich...vielleicht hätte ich an einer anderen schule mit dieser leistung einen besseren durchschnitt geschafft, aber das ist mir letztendlich auch egal...


zu eignungstests an hochschulen...also bedingt sehe ich das als eine gute Idee...aber ich fände es auch mist, wenn der Abi-Durchschnitt plötzlich ganz seine bedeutung verlieren würde...wenn man ein 1,x abi hat, sollte man davon auch irgendwie profitieren können...ansonsten stellt sich nämlich die frage, wozu noch anstrengen in der schule, wenn es später eh für nichts von bedeutung ist...hauptsache man hat sein abi...

daher als Alternativvorschlag:
2/3 der Studienplätze über Abi-Durchschnitt... 1/3 über Eignungstest...
dann hätte jeder 'ne chance und der abi-schnitt würde nicht vollkommen seine bedeutung verlieren
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